Tägliche Neuigkeiten, Albumankündigungen, Festivalmeldungen, Interviews, Releases und Entwicklungen aus Deutschland, Europa und der weltweiten Jazzszene.

Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.

Torgeir Vassvik - Sapmi

Torgeir Vassvik ist ein Grenzgänger: Der norwegische Sami-Musiker überschreitet auf seinen Veröffentlichungen regelmäßig die scharfen Trennlinien zwischen traditionellen und modernen Soundlandschaften. Vassvik setzt auf seinem zweiten Album „Sápmi“, das bereits im Jahr 2009 in Norwegen erschienen ist, vor allem auf den traditionellen Joik, den gutturalen Gesang der Samen und die hypnotische Wirkung der schamanischen Sami-Trommel. Und kombiniert diese archaischen Klänge mit sibirischem Obertongesang und mit Tönen, die sich in der ungezähmten Natur des Polarkreises finden. Klingt das furchterregend? Jawohl, und das sind diese wilden Töne mitunter. Aber ungemein aufregend sind sie auch!

Yiruma & Friends - Atmosfera

Yiruma – dieser Name steht für einfühlsame und träumerische Musik, die Menschen jeglichen Alters auf der ganzen Welt berührt und inspiriert. In seiner Heimat Südkorea ist Yiruma ein Superstar und füllt Hallen mit Zehntausenden von Zuhörern. Mit seinem poetischen Klavierstück “River Flows In You“ hat er es darüber hinaus seit 2010 zu weltweiter Popularität geschafft und auch hier zu Lande längst die Charts erobert.

Cassandra Wilson - Coming Forth By Day

Auf ihrem neuen Album "Coming Forth By Day" zollt Cassandra Wilson ihrem Vorbild Billie Holiday Tribut, pünktlich zum 100. Geburtstag der Jazz-Legende am 7. April 2015. Cassandra Wilson sagt über Billie Holiday, sie habe gesungen wie niemand vor ihr: improvisatorisch und instrumental. Sie wusste den emotionalen Kern eines Songs zu erkennen und zu vermitteln. Dieser revolutionären Art zu singen huldigt Cassandra Wilson auf ihre eigene revolutionäre Weise.

David Sanborn - Time And The River

Für sein neues Album "Time And The River" hat sich David Sanborn Marcus Miller als Bassisten und Produzenten ins Boot geholt. Nach 15 Jahren sind die beiden somit endlich wieder auf einem gemeinsamen Werk zu hören, und nicht nur Sanborn ist glücklich darüber. Jeder, der sich an "Upfront" von 1992 und "Inside" von 1999 erinnert, ist voller Vorfreude.

Joe Lovano & Dave Douglas - Live At Monterey Jazz Festival

Schon der Name des gemeinsamen Quintett-Projekts von Joe Lovano und Dave Douglas lässt keine Zweifel zu: Shorters Klassiker "Footprints" stand Pate für Sound Prints. Mit "Live at Monterey Jazz Festival" liefern sie nun ihr Debüt-Album ab, das bei besagtem Festival im September 2013 aufgezeichnet wurde. Auf dem Programm standen insgesamt sechs Stücke: zwei von Lovano, zwei von Douglas und zwei neue, für Sound Prints geschriebene Kompositionen von Wayne Shorter.

Ida Sand - Young At Heart

Schon immer war Ida Sand für Überraschungen gut. Als sie mit 29, nach dem Studium an der Göteborger Musikhochschule und den Lehrjahren in der Stockholmer Jazzszene, 2007 ihr ACT-Debüt „Meet Me Around Midnight“ vorlegte, klang das so ganz anders, als man es von einer schwedischen Sängerin erwartet hatte: Kein ätherischer, „nordischer“ Pop-Jazz, sondern purer, von ihrem dramatischen Timbre befeuerter Soul. Denn Gospel Music und der Soul einer Nina Simone, Etta James und Aretha Franklin, eines Sam Cooke, Donny Hathaway oder Stevie Wonder waren Sands prägende frühen Einflüsse gewesen. Immer wieder verwandelte Sand auf ihren bisherigen drei ACT-Alben Songs dieser Heroen „mit ihrer dunklen, samtig-kraftvollen Stimme in funkelnde Pretiosen“, wie die Financial Times schrieb. Presse wie Publikum waren sich einig, mit Ida Sand eine neue „große weiße Soulstimme“ gehört zu haben.

Leszek Możdżer - Jazz At Berlin Philharmonic III

Jazz bedeutet, die Dinge immer zum ersten Mal zu machen: Auch die Konzertprogramme von „Jazz at Berlin Philharmonic“ sind diesem Credo verpflichtet. Einzigartig, überraschend und mit offenem Ausgang erklingen im Kammermusiksaal bisher ungehörte Musikerkombinationen und Grenzen überschreitende Projekte. Nicht zuletzt deshalb sind die seit November 2012 stattfindenden und fast immer ausverkauften Konzerte Highlights in der Berliner Musiklandschaft.

Hayden Chisholm - Breve

Er spielt virtuos mit Worten – und unendlich biegsam und raffiniert mit Tönen: Der Saxophonist Hayden Chisholm und seine Trio-Partner John Taylor, Klavier, und Matt Penman, Bass, entfalten auf der PIROUET-CD Breve eine magische Schönheit der Ruhe und der verblüffend organischen Zwischentöne.

Jan Prax - Keepin' A Style Alive

„Jan Prax spielt Altsaxophon wie der Teufel...”, schrieb das Hamburger Abendblatt über den 1992 in Karlsruhe geborenen Saxofonisten Jan Prax. Mit seinem frischen, pulsierenden Sound gilt dessen Quartett als ein vielversprechender Newcomer des Young German Jazz. Die vier Musiker verbinden mit Spielfreude und Leidenschaft traditionelle wie moderne Elemente des Jazz, versehen mit einer eigenen Handschrift. Inspiriert durch die zeitlose Tiefe der Musik amerikanischer Jazzlegenden stellen die Eigenkompositionen der Band ein kraftvolles Bekenntnis zum Bebop und Hard Bop dar.

Natalia Mateo - Heart Of Darkness

Die 31 jährige Sängerin ist eine Wanderin zwischen den Welten - musikalisch und im Leben. Geboren in Polen, aufgewachsen in Österreich und jetzt in Deutschland lebend hat sie die unterschiedlichsten Eindrücke und Kulturen in sich aufgesogen und verarbeitet: Mateo schöpft aus der slawischen Liedtradition, aus amerikanischem Jazz und dem Singer-Songwritertum von Joni Mitchell bis Amy Mac-Donald sowie der zeitgenössischen Pop- und Rockmusik.

George Benson - The Ultimate Collection

Volle zehn Mal wurde George Benson im Laufe seiner Karriere mit einem Grammy ausgezeichnet. Es waren Songs wie “The Greatest Love Of All”, “20/20″, “Love X Love”, “Lady Love Me (One More Time)”, “Give Me The Night” und “Never Give Up On A Good Thing”, die ihn zu einem wichtigen Teil in der Geschichte des Souls und Jazz machten. Auch einige Duette erreichten Kultstatus, etwa “When I Fall In Love” feat. Idina Menzel und “Moody’s Mood” feat. Patti Austin. Mit “The Ultimate Collection” erscheint nun eine Best Of-Zusammenstellung, die seine größten Hits aus fast 50 Jahren in einem Paket zusammenfasst. “The Ultimate Collection” erscheint als CD und als 2 CD Deluxe Version, die überdies das Chaka Khan-Duett “Love Will Come Again” enthält, das 1983 nur auf Cassette (!) erschien und zum ersten Mal auf CD erhältlich ist.

Eliane Elias - Made In Brazil

21 Jahre jung war Eliane Elias, als sie 1981 Brasilien verließ, um eine Jazzkarriere im Big Apple zu wagen. Seitdem ist sie, wie das US-Magazin Jazziz, schrieb "zur Weltbürgerin" geworden und zu einer "Künstlerin jenseits aller Stilkategorien" gereift. Nur eines schaffte sie nie: ein Album in ihrer Heimat aufzunehmen.

Van Morrison - Duets: Re-Working The Catalogue

Mit seinem neuen, mittlerweile 35. Studioalbum “Duets: Re-Working The Catalogue“ wirft Musiklegende Van Morrison einen Blick zurück auf seine Karriere – und lud für die imposante Retrospektive einige gute Freunde ins Studio ein. Wie war es dem visionären Musiker gelungen, den langen und turbulenten Aufstieg aus den zwielichtigen Straßen Belfasts bis zum Madison Square Garden (und weit darüber hinaus) zu meistern? “Duets: Re-Working The Catalogue“ vereint eine Schar an hochinteressanten VIP-Gästen und zeichnet das Porträt eines Künstlers, der stets seine ganz eigene Idee von Perfektion verfolgte.

Marcia Bittencourt Trio - Anjo fugaz

Brasilianische Musik im besten Sinne: Jazzig arrangierte Kompositionen, die rhythmisch, harmonisch und authentisch an die großen musikalischen Traditionen Brasiliens anknüpfen.Die Sängerin Marcia Bittencourt schrieb eigene Texte zu Kompositionen des Gitarristen Yorio da Costa. Beide stammen aus Rio de Janeiro. Die CD „Anjo fugaz“ entstand im D-Room Studio des Bassisten Hervé Jeanne.

Giovanni Guidi Trio - This Is The Day

Das Giovanni Guidi Trio spielt Jazz von ungewöhnlicher Originalität und voll tiefer Reflexion. Auf ihrem zweiten ECM-Album setzen der italienische Pianist Guidi, der US-amerikanische Bassist Morgan und der portugiesische Schlagzeuger Lobo fort, was 2011 auf ihrer Aufnahme City of Broken Dreams begonnen hatte – mit nachdenklichen, abstrakten Balladen, die vor innerer Spannung schillern.

Mathias Eick - Midwest

Der Trompeter Mathias Eick unternimmt in diesen ausgesprochen melodiösen Eigenkompositionen eine imaginäre Reise von seinem kleinen norwegischen Heimatdorf Hem bis in die weiten Ebenen von Dakota im Mittelwesten der USA. Tausende Norweger waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert über den Atlantik in den Mittelwesten gereist – und natürlich brachten sie dabei ihre heimatliche Musik mit. In einer ähnlichen Geisteshaltung re-integriert Eick, ein stark vom nordamerikanischen Jazz beeinflusster Improvisator und Komponist, hier die Farben und Texturen der Folkmusik seiner Heimat in seine neugeschaffenen Stücke.

Eero Koivistoinen - Hati Hati

Eero Koivistoinen ist eine tragende Säule des Jazz in seinem Teil der Welt. Finnland hat einige der am besten ausgebildeten Musiker, die sich dem Jazz Erbe bewusst sind und mit modernen Harmonien und Denkweisen arbeiten. Das Album „Hati Hati“ ist ein Spiegel zeitgenössischer Jazz Aufnahmen ohne Zugeständnisse an die Popkultur. Es gibt spürbare Momente von Ehrlichkeit,   Erfahrung und Engagement, welche von der ersten Note auffallen.

Silje Nergaard - Chain of Days

Mit „Chain of Days“ veröffentlicht die norwegische Jazzsängerin Silje Nergaard am 13.März ihr neues Album. Der Albumtitel steht für eine „Kette“ aus elf sorgfältig zusammengestellten Songperlen, die keine Genregrenzen kennen und den Hauptakzent auf die Melodie legen. Man findet Anklänge an Folk, Pop, Jazz, norwegische Volksmusik und Country and Blues, aber sämtliche Titel tragen Siljes unverwechselbare Handschrift.

Oscar Peterson Trio - Live In Cologne 1963

Fast auf den Tag genau zwei Jahre zuvor hatte das Oscar Peterson Trio an gleicher Stelle gastiert (ebenfalls ein WDR-Mitschnitt, dokumentiert auf Jazzline N 78 004). Und ein Großteil der damals Anwesenden kehrte am 27. April 1963 in Erinnerung an ein großartiges Konzert in den Gürzenich zurück. Nicht, um in erster Linie ein neues Repertoire zu hören (auch wenn das Anfang 1963 veröffentlichte Blues-lastige Night Train, das zu Petersons populärstem Album avancieren sollte, den einen oder anderen zusätzlich motiviert haben dürfte), Tourneen standen in jenen Tagen weit weniger als heute unter der Prämisse, aktuell aufgenommenes Material im Anschluss live zu präsentieren.

Omar Sosa - Ilé

"Ilé" bedeutet in der kubanischen Lucumi Tradition, die der westafrikanischen Yoruba Lehre entlehnt ist, Heimat, Erde, und genau von dieser Heimat lässt sich Omar Sosa für sein neuestes Werk inspirieren. Dabei bilden der in London lebende Schlagzeuger Ernesto Sampson, den Sosa aus frühesten Kindertagen in Kuba kennt, Alt Saxofonist Leandro Saint Hill aus Kuba / z. Zt. Hamburg, und sein langjähriger musikalischer Gefährte, der Bassist Childo Tomas aus Mozambique den Nukleus der gemeinsamen Produktion "Ilé". Alle Vier nutzen ihre gemeinsame musikalische Sprache aus kubanischen und afrikanischen Traditionen als Ausgangspunkt ihrer kreativen Freiheiten. Live werden sie als Afro Cuban Quartet von Omar Sosa zu sehen sein.

Savina Yannatou & Primavera En Salonico - Songs Of Thessaloniki

Auf ihrem neuen Album "Songs Of Thessaloniki" präsentieren Savina Yannatou und ihre Band Primavera en Salonico Lieder, die aus ihrer Heimatstadt Thessaloniki stammen. Sie zeichnen musikalisch ein prächtiges Bild der wechselhaften, reichen Geschichte Salonikis. Im Volksmund war Thessaloniki auch als das Jerusalem des Balkans bekannt. Die Stadt war nicht nur durch griechische und jüdische Kultur geprägt, sondern auch Türken, Bulgaren, Serben, Armenier, Mazedonier und Pontosgriechen beeinflussten Kultur und Musik.

Marcus Miller - Afrodeezia

Alle Erfolge von Bassist und Multiinstrumentalist Marcus Miller aufzuzählen bräuchte eine Ewigkeit. Um nur einige herauszugreifen: die Kollaboration mit Miles Davis an dessen Album "Tutu", Mitarbeit an Alben von Michael Jackson, Herbie Hancock, Wayne Shorter, McCoy Tyner, Frank Sinatra, George Benson und unzähligen anderen, erfolgreichen eigenen Alben, wie zuletzt 2012 das gefeierte "Renaissance".

Julia Hülsmann Quartet - A Clear Midnight - Kurt Weill And America

Auf ihrem langerwarteten, ersten gemeinsamen Album zelebrieren die Pianistin Julia Hülsmann und der Sänger Theo Bleckmann unbekanntere Werke Kurt Weills (den”Unsung Weill”) genauso wie die beliebtesten Songs des Komponisten, darunter “Mack The Knife”, “Speak Low” und “September Song“. Dazu stellen sie auch Julia Hülsmanns Vertonungen von Walt Whitman, zu dem Weill eine besondere Affinität empfand.

Mehmet Polat Trio - Next Spring

Eine multikulturelle Band geprägt von verschiedensten künstlerischen Einflüssen und Erfahrungen, vereint durch eine gemeinsame Passion: die Musik. Dreh- und Angelpunkt des Trios ist Mehmet Polat, ein Mann, den es von Afrika nach Indien, vom Iran in den Balkan, von Contemporary zum Jazz, von anatolischem Folk zu klassischer Musik getrieben hat.