Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Ursprünglich wollte die Schauspielerin Anna Maria Sturm nur Aufnahmen für ihr Demoband machen; die Chemie mit den Musikern stimmte jedoch von Anfang an und weniger als ein Jahr später wurde bereits ihr Debut-Album „Tales of Woe“ in gleicher Besetzung aufgenommen. Die Platte stellt vor allem Songs aus den 20er bis 50er Jahren des „Great American Songbook“, sowie Chansons des französischen „enfant terrible“ Serge Gainsbourg in den Mittelpunkt. Keineswegs beliebig war hier die Song-Auswahl: Sämtliche Songs und Chansons gehören zu den Lieblingsliedern der Schauspielerin, zu jedem einzelnen hat sie einen persönlichen Bezug.
Weit über ein viertel Jahrhundert Jazzgeschichte: wenn wir jetzt mit einer Sonderausgabe Rolf Kühn zu seinem 85. Geburtstag gratulieren, kann man sich vor einem der wenigen weltweit bekannten und verehrten deutschen Jazz-Heroen verneigen. Aber auch vor einem nach wie vor aktiven, mit jungen Musikern arbeitenden Überzeugungstäter. Vor einem, der trotz aller erreichten Berühmtheit ein persönlich zurückhaltender, immer freundlicher und entgegenkommender Mensch geblieben ist.
In ihrer souveränen Unaufgeregtheit stemmt sich diese Musik gegen die Zeit und ihre Geister. Ihr elegantes Fließen ist ein probates Gegenmittel zu Zapping und Infotainment. Manchmal muss viel weniger passieren, um Räume zu schaffen, Spannung aufzubauen und sie zu halten.
"Ohne Stecker" präsentiert das Beste aus 20 Jahren Jazzkantine und erscheint passend zum Geburtstag auf dem eigenen Label Rap Nation Records. 15 Titel im frischen Gewand: aufwendig arrangiert und akustisch eingespielt mit Kontrabass, Western-Gitarre, Flügel, Grammofon und der NDR Bigband unter Jörg Achim Keller.
Jazz, Klassik und italienische Liedkunst, all das fließt in „La Strada Invisibile“ virtuos zusammen. Mit kleinen Bewegungen, Gesten und Linien entstehen spannende Momente und neue musikalische Offenbarungen ganz aus dem Moment heraus. Marcotulli und Biondini rufen dabei die gesamte Gefühlspallette ab. Ihre eingängigen musikalischen Themen sind der Ausgangspunkt und Antrieb, sich solistisch auszuleben.
Tobias Christl, Jahrgang `78, ist eine Rarität, ein Sänger, den es so im deutschen Jazz noch nicht gab. Weder Crooner, noch scattender Lautmaler. Und schon gar nicht als Jazzer getarnter Popmusiker. Eher schon kunstvoll-wandelbarer Geschichtenerzähler, irgendwo zwischen Indie und Improvisation. Der Wahlberliner ist Stimmkünstler, Songwriter, Improvisator, Sprecher, Komponist, DJ und Mitinitiator des Kölner KLAENG Kollektivs, spielt Klavier, Keyboards, Klarinette und Gitarre, studierte u.a. bei Theo Bleckmann in New York.
Die französische Tageszeitung „Le Monde“ schrieb über den 1982 geborenen Saxofonisten „Emile Parisien ist die beste Neuigkeit des europäischen Jazz seit langem.“ und der englische „Guardian“ stellte schon 2012 fest: “Emile Parisien verdient eine größere Bühne”. Besonders in seiner Heimat Frankreich ist dieser Wunsch inzwischen wahr geworden – er gewann die beiden wichtigsten Jazzpreise des Landes, den „Prix Django Reinhard 2012“ und unlängst den „Victoires du Jazz 2014“ - jeweils als Künstler des Jahres.
Mit “The Movie Album” hat der mehrfache ECHO-Preisträger, Till Brönner nicht nur seinen Fans, sondern auch sich selbst einen langgehegten Traum erfüllt: “Wir alle sind mit Filmen aufgewachsen, die uns im Kopf geblieben sind. Ich bin zwar kein wandelndes Filmlexikon, doch ich glaube, dass spezielle Filmmomente auch mich und meine Musik immer mitgeprägt haben”.
Berlin, 17. September 2014 | Anlässlich des zum zweiten Mal in Hamburg durch Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters verliehenen Spielstättenprogrammpreis Jazz, Rock, Pop unterstreicht die Union Deutscher Jazzmusiker die Bedeutung einer vitalen Spielstättenlandschaft für die gesamte Jazzszene in Deutschland. In diesem Jahr konnten insgesamt 58 Preise, davon 31 für Spielstätten und 27 für Veranstaltungsreihen vergeben werden. Das große Interesse von Veranstalterinnen und Veranstaltern am Preis war auch bei der zweiten Ausgabe ungebrochen was sich in über 300 eingereichten Bewerbungen niederschlug.
Er ist der letzte große Gentleman unter den Sängern der Republik und ein musikalisches Phänomen. Tom Gaebel macht eine Musik wie niemand sonst. Ein Sound, der an Zeiten erinnert, als Männer noch richtige Männer waren und mit Anzug und Schlips vor dem Mikrofon standen. Frank Sinatra zum Beispiel oder Dean Martin: In der einen Hand den Whiskey, in der anderen locker die Zigarette. Ganz nach dem Motto ‘Easy Living’.
A Women Thing. In der Tat ist dieser Titel treffend ausgesucht für das zweite Album des a cappella Quartetts Les Brünettes. Seit ihrem Erstlingswerk aus dem Jahre 2012 haben die vier jungen Frauen eine Menge an Furore gemacht. Sie sind Preisträgerinnen des Internationalen A Cappella Wettbewerb Leipzig 2013 und der internationalen A Cappella Competition Vokal.total.2013 Graz und haben darüber hinaus weit über 100 Konzerte gespielt.
Gregory Porters schönste ”Features und Remixes“ mit u. a. David Murray, Zbonics und Gil Scott-Heron-Co-Pilot Brian Jackson, inkl. vier bisher unveröffentlichter Tracks.
Endlich: Swingende Notwendigkeit live auf Tonträger! Diese CD ist der überzeugende Beweis: Der preisgekrönte Klavierkabarettist Bodo Wartke und The Capital Dance Orchestra bringen jeden Konzertsaal zum Beben!
Wie sehr Pianist Kenny Barron und Bassist Dave Holland, beide Koryphäen und Stars ihres jeweiligen Instrumentes, die hohe Kunst der intimen musikalischen Konversation beherrschen, beweisen sie auf ihrem ersten gemeinsamen Album "The Art Of Conversation". Bevor die beiden diese Aufnahmen machten, verfeinerten sie ihr Zusammenspiel zwei Jahre lang in erfolgreichen Konzerten, die sie in den USA und Europa gaben.
Gitarrist John Scofield ist ein Meister der Improvisation und stand mit Größen wie Chet Baker, Gerry Mulligan, Charles Mingus und Gary Burton auf der Bühne, bevor ihn seine Zusammenarbeit mit Miles Davis in den 1980er Jahren endgültig zu einem der größten Jazzmusiker werden ließ. 1998 tat sich Scofield schon einmal mit dem trio Medeski, Martin & Wood zusammen um das Album "A Go Go" einzuspielen. Jazz Times nannte diese Kollaboration "a match made in heaven"! Einer weltweiten Konzerttournee folgte dann das Album "Out Louder" und das Live-Album "In case the world changes it's mind".
Stefano Bollani ist ein Musiker von übersprudelnder Virtuosität mit einer ungewöhnlichen Sensibilität und stilistischen Reichweite. Der Pianist aus Italien hat längst gezeigt, wie sehr er sich bei ECM künstlerisch zuhause fühlt, sowohl als improvisierender Solist wie als Leader eines Trios oder in Duos mit Enrico Rava, Chick Corea und dem brasilianischen Bandolim-Spieler Hamilton de Holanda.
Maria Baptist ist eine wahre Verführerin auf den schwarzweißen Tasten eines Flügels (WDR), ein Phänomen, über die sich Grammy Gewinnerin Maria Schneider anerkennend äußert: Baptists Musik ist ein Geschenk, durchdrungen von der Kreativität, Kraft, Emotionen, Größe und Wärme, die sich in ihrem gesamten Leben widerspiegelt.
Vielleicht ist dem ein oder anderen Jazzspezialisten "Liberetto II" des Quartetts um Lars Danielsson und seinen Gastmusikern melodisch zu beglückend. Was soll’s: Wenn man sich den einzelnen Stücken hörend annähert, stellt man fest, dass trotz oder gerade wegen der wunderschönen Melodik die Komplexität nicht zu kurz kommt. "Strenge" Formen wie die "Passacaglia" sind das offensichtlichste Beispiel dafür.
Dass Rigmor Gustafsson zur Crème de la Crème des internationalen Vocal Jazz zählt, muss sie nach zahlreichen Auszeichnungen und zehntausenden, auf der ganzen Welt verkauften Alben nicht mehr beweisen.
"Strahlend". Wenn ein Wort sowohl die Musik, als auch die Persönlichkeit von Jacob Karlzon beschreibt, dann dieses. Unüberhörbar, aber fast schon Nebensache: Karlzon zählt zu den besten Pianisten Europas. Aber Karlzon will MEHR - klanglich, kompositorisch, konzeptionell. Und er schert sich dabei wenig um die Frage, welchem Genre man seine Musik nun zuordnen mag. Am liebsten spricht er von "improvisierter Instrumentalmusik" und schöpft so lustvoll wie geschmackssicher aus dem Besten zweier Welten - der Offenheit, Experimentierfreude und Energie des Jazz und der Kraft und Eingängigkeit des Pop.
"The Key", das Debütalbum des aus Mauritius stammenden, heute in Frankreich lebenden Pianisten Jerry Léonide, ist der Schlüssel zu einer ganzen Welt. Zur Musik und dem Lebensgefühl eines Inselparadieses. Léonide übersetzt die unwiderstehlich federnd-tanzbaren, deutlich afrikanisch geprägten Grooves und luftigen, leichten, klaren Melodien seiner Heimat in das Vokabular des Jazz. Sein weltenumspannendes Klavierspiel begeisterte auch die Jury der "Solo Piano Competition 2013" des renommierten Montreux Jazz Festivals und brachte Léonide den ersten Preis des Wettbewerbs ein.
Jazz-Echo-Preisträger Hellmut Hattler gilt als Garant für markante (Bass-) Grooves, der ungebrochen innovativ gleichsam Ton und Takt angibt, ganz gleich ob mit der Rock- / Jazz-Fusion-Legende Kraan, dem Hip-Jazz-Duo Tab Two oder seiner aktuellen Formation Hattler. Gleichsam bekannt ist darüber hinaus seine besondere Vorliebe für Livealben, gibt es doch von fast all seinen Formationen – zur einhelligen Freude der Fans – diverse Konzertmitschnitte, bei denen der Ausnahmebassist und seine stets hochkarätigen Mitmusiker zu improvisationsfreudigen Exkursionen voller spielerischer Virtuosität und stilistischer Eleganz ausholen.
New Orleans-Jazz Legende und Grammy-Gewinner Dr. John mit seinem Tribut an LOUIS "SATCHMO" ARMSTRONG ("What a wonderful world")! Mit vielen Gaststars und den großen Hits des Mannes, der die Trompete im Jazz etablierte.
Seit 2001 hat Arve Henriksen eine Reihe exquisiter Soloaufnahmen aufgenommen, die elektronische Texturen, Holzbläser, ethnische Instrumente, Percussion, Keyboards und seine traurige, sehnsuchtsvolle Stimme vereinen. Dies ist sein erstes akustisches Album, das sich um vier großartige Streicher rankt und mit einigen seiner wärmsten und organischsten Tracks aufwartet. Aufgenommen mit Jan Erik Kongshaug in der kristallklaren Akustik des legendären Rainbow Studios in Stockholm ist „The Nature Of Connections“ Jazz mit einer engen Verbindung zur nordischen Folklore und der zeitgenössischen minimalistischen Kammermusik.
Anstatt den Zeitgeist zu spiegeln und aktuelle Einflüsse zu verarbeiten, verbindet Tim Garland in seinem Spiel und den Eigenkompositionen Musikstile die er zutiefst verinnerlicht: von freier Improvisation zu klassischer Perfomance, von ECM "third stream" zu Leftfield Elektroakustik; dabei macht er sich Anklänge an keltische Musik ebenso zu eigen wie Yellowjackets Fusion.
In den letzten 15 Jahren hat sich die alle Genregrenzen einreißende Band ein unverwechselbares Repertoire erarbeitet, das zum einen aus einfallsreichen und mitreißenden Eigenkompositionen besteht und zum anderen aus besonderen Coverversionen von Songs so unterschiedlicher Künstler wie Nirvana und Neil Young, Aphex Twin und Ornette Coleman.
Von zärtlichen Valentinsgrüßen über stürmische Leidenschaft bis zu trügerischem Treibsand – die Facetten menschlicher Liebe sind so unerschöpflich, wie die Songs, die über sie geschrieben wurden. Allein das Great American Songbook und seine Artverwandten beherbergen einen riesigen Schatz an amourösen Schattierungen. Wenn diese Perlen von einer Sängerin mit den Qualitäten Diana Pantons geerntet werden, offenbart sich ihre Zeitlosigkeit. „Red“, das bereits sechste Album der jungen Kanadierin, ist ein Kompendium der Liebe im Jazz – intim, leidenschaftlich und voll tiefer, delikater Sensorik.
Auf "Silk And Salt Melodies" von Louis Sclavis ist Jazz ein weiter Begriff. Wer also Jazz nicht nur als sanfte Untermalung und Hintergrundmusik mag, sondern ihn als einzigartiges Hörerlebnis und Klangreise schätzt, der sollte dieses Album auf keinen Fall versäumen.
Wer zuerst einmal die Augen schließt um dieser Musik zu lauschen, kommt um eine Überraschung nicht umhin, wenn er sie wieder öffnet: dieser mitreißende, verdammt reife Trio-Sound kommt nicht von einer Gruppe, die schon seit vielen Jahren auf Bühne und Musikmarkt präsent ist, sondern von drei jungen Deutschen, die gerade erst dabei sind, sich in der Szene einen Namen zu machen: dem Julia Kadel Trio!
Oliver Lake, Reggie Workmann, Andrew Cyrille, die drei Schwergewichte des amerikanischen Jazz, erweitern ihr Trio 3 für die sechste Platte auf Intakt Records mit dem Pianisten Vijay Iyer. Der 43-jährige Jazzpianist, der 2013 mit dem großen «MacArthur Genius Grant» ausgezeichnet wurde, ist nach Irène Schweizer, Geri Allen und Jason Moran somit der vierte Gastpianist im erweiterten Trio 3.
Manu Katché ist einer der größten und wiedererkennbarsten Stilisten seines Instruments. Wegen seines speziellen Anschlags und seiner unverwechselbaren Mischung aus Eleganz und Kraft sitzt er für Weltstars aus Pop und Jazz an den Drums. Bis heute ist er Drummer der ersten Wahl für Peter Gabriel, prägte unter anderem dessen größten Hit „Sledgehammer“ und war zuletzt unbestreitbarer Mittelpunkt der Liveband auf dessen gefeierter „Back to front“ Welttournee. Ebenso bedeutsam ist seine langjährige Zusammenarbeit mit Sting - und wieder prägt seine Handschrift überdeutlich dessen größten Hit „Englishman in New York“. Zufall? Sicher nicht. Die Liste der Popgrößen, mit denen Katché gearbeitet hat, ließe sich noch lange fortsetzen, doch: von Anbeginn zieht sich gleichermaßen der Jazz als roter Faden durch seine Karriere. Besonders bekannt wurde er als langjähriges Mitglied der Jan Garbarek Group. In seiner eigenen Musiksendung „One Shot Not“ auf arte traf er außerdem als musikalischer Gastgeber auf zahllose Größen der unterschiedlichsten Musikrichtungen.
wir freuen uns mitteilen zu dürfen, dass das Tingvall Trio mit "Beat" in der ersten Woche nach VÖ gleich in die deutschen Top100 Albumcharts eingestiegen ist und das auf #58, durchaus außergewöhnlich für eine Jazz-Aufnahme.