Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Er spielt virtuos mit Worten – und unendlich biegsam und raffiniert mit Tönen: Der Saxophonist Hayden Chisholm und seine Trio-Partner John Taylor, Klavier, und Matt Penman, Bass, entfalten auf der PIROUET-CD Breve eine magische Schönheit der Ruhe und der verblüffend organischen Zwischentöne.
„Jan Prax spielt Altsaxophon wie der Teufel...”, schrieb das Hamburger Abendblatt über den 1992 in Karlsruhe geborenen Saxofonisten Jan Prax. Mit seinem frischen, pulsierenden Sound gilt dessen Quartett als ein vielversprechender Newcomer des Young German Jazz. Die vier Musiker verbinden mit Spielfreude und Leidenschaft traditionelle wie moderne Elemente des Jazz, versehen mit einer eigenen Handschrift. Inspiriert durch die zeitlose Tiefe der Musik amerikanischer Jazzlegenden stellen die Eigenkompositionen der Band ein kraftvolles Bekenntnis zum Bebop und Hard Bop dar.
Die niederländisch-deutsche Groove Jazz Band Appleton verneigt sich mit Ihrem Neustem Programm vor den vielleicht größten Pop Ikonen aller Zeiten: den Beatles.
Die 31 jährige Sängerin ist eine Wanderin zwischen den Welten - musikalisch und im Leben. Geboren in Polen, aufgewachsen in Österreich und jetzt in Deutschland lebend hat sie die unterschiedlichsten Eindrücke und Kulturen in sich aufgesogen und verarbeitet: Mateo schöpft aus der slawischen Liedtradition, aus amerikanischem Jazz und dem Singer-Songwritertum von Joni Mitchell bis Amy Mac-Donald sowie der zeitgenössischen Pop- und Rockmusik.
Zu Billie Holidays 100. Geburtstag: ein Best-of-Album von Herzen. Mit seinem Tribute-Album “Yesterday I Had the Blues” beweist Sänger José James, dass er nicht nur die durch Billie Holiday berühmt gemachten Songs adäquat interpretieren kann, sondern wie tief emotional er sie durchdrungen hat.
Volle zehn Mal wurde George Benson im Laufe seiner Karriere mit einem Grammy ausgezeichnet. Es waren Songs wie “The Greatest Love Of All”, “20/20″, “Love X Love”, “Lady Love Me (One More Time)”, “Give Me The Night” und “Never Give Up On A Good Thing”, die ihn zu einem wichtigen Teil in der Geschichte des Souls und Jazz machten. Auch einige Duette erreichten Kultstatus, etwa “When I Fall In Love” feat. Idina Menzel und “Moody’s Mood” feat. Patti Austin. Mit “The Ultimate Collection” erscheint nun eine Best Of-Zusammenstellung, die seine größten Hits aus fast 50 Jahren in einem Paket zusammenfasst. “The Ultimate Collection” erscheint als CD und als 2 CD Deluxe Version, die überdies das Chaka Khan-Duett “Love Will Come Again” enthält, das 1983 nur auf Cassette (!) erschien und zum ersten Mal auf CD erhältlich ist.
21 Jahre jung war Eliane Elias, als sie 1981 Brasilien verließ, um eine Jazzkarriere im Big Apple zu wagen. Seitdem ist sie, wie das US-Magazin Jazziz, schrieb "zur Weltbürgerin" geworden und zu einer "Künstlerin jenseits aller Stilkategorien" gereift. Nur eines schaffte sie nie: ein Album in ihrer Heimat aufzunehmen.
Mit seinem neuen, mittlerweile 35. Studioalbum “Duets: Re-Working The Catalogue“ wirft Musiklegende Van Morrison einen Blick zurück auf seine Karriere – und lud für die imposante Retrospektive einige gute Freunde ins Studio ein. Wie war es dem visionären Musiker gelungen, den langen und turbulenten Aufstieg aus den zwielichtigen Straßen Belfasts bis zum Madison Square Garden (und weit darüber hinaus) zu meistern? “Duets: Re-Working The Catalogue“ vereint eine Schar an hochinteressanten VIP-Gästen und zeichnet das Porträt eines Künstlers, der stets seine ganz eigene Idee von Perfektion verfolgte.
Brasilianische Musik im besten Sinne: Jazzig arrangierte Kompositionen, die rhythmisch, harmonisch und authentisch an die großen musikalischen Traditionen Brasiliens anknüpfen.Die Sängerin Marcia Bittencourt schrieb eigene Texte zu Kompositionen des Gitarristen Yorio da Costa. Beide stammen aus Rio de Janeiro. Die CD „Anjo fugaz“ entstand im D-Room Studio des Bassisten Hervé Jeanne.
Das Giovanni Guidi Trio spielt Jazz von ungewöhnlicher Originalität und voll tiefer Reflexion. Auf ihrem zweiten ECM-Album setzen der italienische Pianist Guidi, der US-amerikanische Bassist Morgan und der portugiesische Schlagzeuger Lobo fort, was 2011 auf ihrer Aufnahme City of Broken Dreams begonnen hatte – mit nachdenklichen, abstrakten Balladen, die vor innerer Spannung schillern.
Knapp vier Jahre nach "Mistico Mediterraneo", ihrer von der Kritik gefeierten Kooperation mit dem korsischen Gesangsensemble A Fileta, melden sich der italienische Trompeter Paolo Fresu und sein Landsmann, der Bandoneon-Innovator Daniele di Bonaventura, mit intensiven musikalischen Dialogen zurück.
Der Trompeter Mathias Eick unternimmt in diesen ausgesprochen melodiösen Eigenkompositionen eine imaginäre Reise von seinem kleinen norwegischen Heimatdorf Hem bis in die weiten Ebenen von Dakota im Mittelwesten der USA. Tausende Norweger waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert über den Atlantik in den Mittelwesten gereist – und natürlich brachten sie dabei ihre heimatliche Musik mit. In einer ähnlichen Geisteshaltung re-integriert Eick, ein stark vom nordamerikanischen Jazz beeinflusster Improvisator und Komponist, hier die Farben und Texturen der Folkmusik seiner Heimat in seine neugeschaffenen Stücke.
Eero Koivistoinen ist eine tragende Säule des Jazz in seinem Teil der Welt. Finnland hat einige der am besten ausgebildeten Musiker, die sich dem Jazz Erbe bewusst sind und mit modernen Harmonien und Denkweisen arbeiten. Das Album „Hati Hati“ ist ein Spiegel zeitgenössischer Jazz Aufnahmen ohne Zugeständnisse an die Popkultur. Es gibt spürbare Momente von Ehrlichkeit, Erfahrung und Engagement, welche von der ersten Note auffallen.
Mit „Chain of Days“ veröffentlicht die norwegische Jazzsängerin Silje Nergaard am 13.März ihr neues Album. Der Albumtitel steht für eine „Kette“ aus elf sorgfältig zusammengestellten Songperlen, die keine Genregrenzen kennen und den Hauptakzent auf die Melodie legen. Man findet Anklänge an Folk, Pop, Jazz, norwegische Volksmusik und Country and Blues, aber sämtliche Titel tragen Siljes unverwechselbare Handschrift.
Der amerikanische Singer-Songwriter Sachal sang bereits mit dem Lincoln Center Jazz Orchestra unter Wynton Marsalis und arbeitete unter anderem mit Jon Hendricks zusammen. 2010 gewann er den Kritikerpreis in der Rising-Star-Kategorie als Sänger des Jahres.
Anders Jormins neues Schwedisch-Japanisches Projekt bringt die völlig unverwechselbare Stimme und das Saitenspiel von Lena Willemark zurück in den Kosmos von ECM (es ist ihre erste Mitwirkung an einem ECM-Album seit mehr als einer Dekade), gleichzeitig wird Koto-Spielerin Karin Nakagawa eingeführt.
Fast auf den Tag genau zwei Jahre zuvor hatte das Oscar Peterson Trio an gleicher Stelle gastiert (ebenfalls ein WDR-Mitschnitt, dokumentiert auf Jazzline N 78 004). Und ein Großteil der damals Anwesenden kehrte am 27. April 1963 in Erinnerung an ein großartiges Konzert in den Gürzenich zurück. Nicht, um in erster Linie ein neues Repertoire zu hören (auch wenn das Anfang 1963 veröffentlichte Blues-lastige Night Train, das zu Petersons populärstem Album avancieren sollte, den einen oder anderen zusätzlich motiviert haben dürfte), Tourneen standen in jenen Tagen weit weniger als heute unter der Prämisse, aktuell aufgenommenes Material im Anschluss live zu präsentieren.
"Ilé" bedeutet in der kubanischen Lucumi Tradition, die der westafrikanischen Yoruba Lehre entlehnt ist, Heimat, Erde, und genau von dieser Heimat lässt sich Omar Sosa für sein neuestes Werk inspirieren. Dabei bilden der in London lebende Schlagzeuger Ernesto Sampson, den Sosa aus frühesten Kindertagen in Kuba kennt, Alt Saxofonist Leandro Saint Hill aus Kuba / z. Zt. Hamburg, und sein langjähriger musikalischer Gefährte, der Bassist Childo Tomas aus Mozambique den Nukleus der gemeinsamen Produktion "Ilé". Alle Vier nutzen ihre gemeinsame musikalische Sprache aus kubanischen und afrikanischen Traditionen als Ausgangspunkt ihrer kreativen Freiheiten. Live werden sie als Afro Cuban Quartet von Omar Sosa zu sehen sein.
Auf ihrem neuen Album "Songs Of Thessaloniki" präsentieren Savina Yannatou und ihre Band Primavera en Salonico Lieder, die aus ihrer Heimatstadt Thessaloniki stammen. Sie zeichnen musikalisch ein prächtiges Bild der wechselhaften, reichen Geschichte Salonikis. Im Volksmund war Thessaloniki auch als das Jerusalem des Balkans bekannt. Die Stadt war nicht nur durch griechische und jüdische Kultur geprägt, sondern auch Türken, Bulgaren, Serben, Armenier, Mazedonier und Pontosgriechen beeinflussten Kultur und Musik.
Alle Erfolge von Bassist und Multiinstrumentalist Marcus Miller aufzuzählen bräuchte eine Ewigkeit. Um nur einige herauszugreifen: die Kollaboration mit Miles Davis an dessen Album "Tutu", Mitarbeit an Alben von Michael Jackson, Herbie Hancock, Wayne Shorter, McCoy Tyner, Frank Sinatra, George Benson und unzähligen anderen, erfolgreichen eigenen Alben, wie zuletzt 2012 das gefeierte "Renaissance".
Auf ihrem langerwarteten, ersten gemeinsamen Album zelebrieren die Pianistin Julia Hülsmann und der Sänger Theo Bleckmann unbekanntere Werke Kurt Weills (den”Unsung Weill”) genauso wie die beliebtesten Songs des Komponisten, darunter “Mack The Knife”, “Speak Low” und “September Song“. Dazu stellen sie auch Julia Hülsmanns Vertonungen von Walt Whitman, zu dem Weill eine besondere Affinität empfand.
Eine multikulturelle Band geprägt von verschiedensten künstlerischen Einflüssen und Erfahrungen, vereint durch eine gemeinsame Passion: die Musik. Dreh- und Angelpunkt des Trios ist Mehmet Polat, ein Mann, den es von Afrika nach Indien, vom Iran in den Balkan, von Contemporary zum Jazz, von anatolischem Folk zu klassischer Musik getrieben hat.
REFLECTION IN YOUR EYES ist ein ganz persönliches, privates und öffentliches Album von und über Patrick Bebelaar geworden. Auch wenn all diese Attribute zwangsläufig auf eine künstlerische Leistung zutreffen, so ist es dem Stuttgarter Pianisten und Komponisten sehr wichtig, emotionale und musikalische Wahrhaftigkeit in seiner Musik zu spiegeln.
Mit FEARLESS FRIDAY, seinem sechsten Album, präsentiert der Pianist Omer Klein sowohl seine neuesten Kompositionen als auch das neue Line-Up seines Trios mit Bassist Haggai Cohen-Milo und Schlagzeuger Amir Bresler, eines der bemerkenswertesten jungen Talente aus Israel.
Diese Live-Aufnahme von zwei Konzerten im legendären A-Trane in Berlin ist gleichzeitig Rückblick auf und Zusammenfassung von einem Jahrzehnt Bandgeschichte des in Berlin lebenden Trios aus Saxophonist Philipp Gropper, Gitarrist Ronny Graupe und Schlagzeuger Christian Lillinger, das sich ganz passend Hyperactive Kid nennt. Mit vier veröffentlichten Alben und dem Ruf, bei Live-Auftritten keine Sekunde Langeweile aufkommen zu lassen, ist das Trio zu einem wichtigen Bestandteil der Berliner Avantgarde-Szene geworden.
Die norwegische Sängerin und Songwriterin Randi Tytingvåg bringt mit ihrer Musik die Hörer zum Strahlen. „Three“ ist ihr Debüt auf dem Emotion-Label, das unter der ACT-Fahne stiloffene Musik jenseits des Jazz präsentiert. Das Album ist stark von Tytingvågs Liebe zur amerikanischen Folk- und Country-Tradition geprägt. Sowohl ihre eigenen Songs als auch Interpretationen von großen Song- und Jazzklassikern klingen dadurch warm, persönlich und wie aus einem Guss.
normal. heißt das neue Album des Gitarristen Axel Fischbacher. “Contemporary Guitar Jazz“, aufgenommen in New York zusammen mit drei der wichtigsten Protagonisten der dortigen Szene: Adam Nussbaum (drums), Ohad Talmor (sax) und Johannes Weidenmüller (bass). „Eine wahre Traumbesetzung, für die ich nun auch ein ganz neues Programm geschrieben habe. Natürlich ist es für einen deutschen Jazzmusiker wie mich immer etwas Besonderes in New York mit den Protagonisten der dortigen Szene aufzunehmen. Der New Yorker Jazzszene haftet schon etwas fast mythenhaftes an. Aber am Ende zählen nur die Musik und die Arbeit daran.“
Tigran Hamasyan gilt als das wohl größte derzeitige Talent des Jazz-Pianos. 1987 in Leninakan, Armenien, geboren, traf er mit 13 Jahren auf Chick Corea, den er tief beeindruckte. Mit 18 Jahren nahm er sein Debüt-Album World Passion auf und gewann im gleichen Jahr die Thelonious Monk Jazz Competition . Sein neues Album Mockroot wird Tigran Hamasyan Anfang 2015 bei Nonesuch Records veröffentlichen.
Der indischstämmige US-amerikanische Saxofonist und Komponist Rudresh Mahanthappa ist einer der „innovativsten Musiker des heutigen Jazz“ (WDR 3). Dreimal gewann er den renommierten amerikanischen Downbeat Critic’s Poll als Bester seines Instruments und 2014 erhielt sein letztes ACT-Album „Gamak“ den ECHO Jazz für das „beste Ensemble international“.
James Dean und Marlon Brando waren die schillernden Leinwandhelden der 50er Jahre. Charakterdarsteller, Sexsymbole, lässige Exzentriker mit Hang zur Extravaganz. Vorbilder für die aufbegehrende Jugend: Der Inbegriff des Coolen. Ein neues Lebensgefühl machte sich in den im Wandel begriffenen USA breit. The Birth of the Cool passierte parallel auch im Jazz und wurde damit zum Soundtrack einer Generation. Miles Davis, John Lewis und das Modern Jazz Quartet, Dave Brubeck und auch Chet Baker (der „James Dean des Jazz“) gaben dem Jazz eine neue Richtung vor: Die Suche nach einer speziellen „coolen“ Atmosphäre, nach (Klang-)Farben und Raum im Jazz, basierend auf substanziellen Melodien, mit einer relaxten auf das Kollektiv abzielende Spielhaltung prägte die Musik. „Kühl“ aber war diese Musik nie, eher mit „kühlem Kopf“ erdacht und gespielt.
„Up“ hat verschiedene Bedeutungen, aber alle führen nach oben. Der Titel passt also perfekt, weil dieses achte Album den Trompeter und Songwriter Nils Wülker auf der Spitze seiner spielerischen und kompositorischen Kraft präsentiert – eindeutig großartig und enorm vielfältig. So gekonnt wie stringent wird hier ein Spannungsbogen entwickelt, der von leidenschaftlichen Balladen über hymnische Songs bis zu cineastischen Stimmungen und ganz gewaltigen Grooves reicht. Wülkers Wurzeln im Jazz werden dabei ebenso gefeiert wie seine Liebe zu großen Melodien und elegischen Kompositionen. Dass die dreizehn neuen Songs dieses Albums in gut sieben Monaten, in fünf Ländern und mit Kollegen wie Mocky, Max Mutzke, Jill Scott oder Craig Armstrong entstanden, also mehr denn je ein Resultat gekonnter Teamarbeit sind, macht sie umso aufregender. Und umso besser.
Bereits 2006 spielten sie auf dem Album "Minstrel Era", das sich der klassischen ottomanischen Musik widmet, zusammen mit dem Cellisten Ugur Isic. Ihre beiden Instrumente klingen auf Silk Moon wie ein kleines Orchester, obwohl sie lediglich zu zweit sind. Renaud und Derya begeistern sich für den lyrischen Ausdruck, die tiefgründigen Gesänge der orientalischen und der Magam Tradition sowie für den Cante Jondo (Flamenco, Gesang) aus Andalusien.