Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
James Brandon Lewis gehört heute zu den Titanen des Tenorsaxophons. Er erntete viel Lob von meinungsbildenden Kulturzeitschriften wie Ebony, die ihn als eines der sieben größten Talente seiner Zunft bezeichnete. Lewis ist mit großen Namen aufgetreten, darunter Benny Golson, Geri Allen, Wallace Roney, die Grammy-Preisträgerin Dorinda Clark Cole und Albertina Walker.
Jedes Jahr im Sommer wird die kleine Gemeinde Marciac im Südwesten Frankreichs für drei Wochen zur weltweiten Hauptstadt des Jazz. Jazz in Marciac (JIM) wurde 1978 vom jazzbegeisterten Englischlehrer und Schulleiter des Ortes ins Leben gerufen, war anfangs noch auf Oldtime Jazz und Gospel beschränkt, öffnete sich aber schnell den verschiedenen Spielarten, Wurzeln und Einflüssen des Jazz und zieht heute jährlich Zehntausende begeisterte Zuhörer in die Gascogne.
Vom Jazz zur Black Music und wieder zurück! Mit seinen beiden letzten R’n’B- und HipHop-orientierten »Black Radio«-Alben gelang Blue-Note-Pianist Robert Glasper der kommerzielle Durchbruch und Gewinn zweier Grammys. Auch bei den Kritikern der unterschiedlichsten Lager feierte er mit den Alben voller namhafter Black-Music-Gaststars einen Riesenerfolg.
Charlie Haden und Gonzalo Rubalcaba gaben im Frühjahr 2005 im Blue Note Club in Tokio ein poetisch-spielfreudiges Konzert, das nun unter dem Namen »Tokyo Adagio« erscheint. Mit der Veröffentlichung wird Charlie Haden ein weiteres postumes Denkmal gesetzt. Das Konzert auf »Tokyo Adagio« verdeutlicht, was ein gutes Duo- und Jazz-Album ausmacht: Hier beflügeln sich zwei Generationen. Hier wird lyrisch konzentriert und rhythmisch experimentierfreudig improvisiert. Hier manifestiert sich Freundschaft in Musik.
Mit »Passion World« legt der Sänger und Echo-Jazz-Gewinner Kurt Elling ein neues Album vor, das seinem Titel in doppelter Hinsicht gerecht wird. Zum einen ist es ein globales Album, auf dem Elling ein Repertoire mit Liedern aus Brasilien, Irland, Deutschland, Spanien, Schottland, Kuba und Island präsentiert. Zum anderen geht es in all diesen Liedern um Leidenschaften, jene Kräfte, die unsere Seelen bewegen. Elling ist viel auf Tournee und erfährt so, was die Menschen in allen Winkeln der Welt bewegt.
Das Album »The Bad Plus feat. Joshua Redman« dokumentiert den Status Quo dieser künstlerischen Liason zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Als The Bad Plus vor vier Jahren bei Joshua Redman mit der Frage anklopften, ob er sich ihnen für eine Woche im New Yorker Club Blue Note anschließen wolle, war klar, dass es hier nicht um eine Begleitband ging, die einen Solisten suchte. »Wir sollten dort spielen und uns einen Gast einladen«, erinnert sich Reid Anderson an die Anfänge des Projekts.
Bei „Jazz at Berlin Philharmonic“ ist das Programm der Star. Bei der stets ausverkauften Konzertreihe im Kammermusiksaal geht es Kurator und Produzent Siggi Loch darum, bisher ungehörte Musikerkonstellationen unter einem thematischen Fokus zusammenzustellen. Am 13. Februar 2015 stand das Akkordeon im Rampenlicht.
Der 1976 geborene Brasilianer Hamilton de Holanda ist in seinem Heimatland ein Top-Star. Sein Markenzeichen: Vielseitigkeit, Virtuosität, Ernsthaftigkeit, Spielfreude und seine 10-seitige Mandoline. Wie nur wenige Musiker überbrückt er mit Leichtigkeit unterschiedlichste Genres: von den brasilianischen Wurzeln des Bossa, Samba, Choro über Jazz, Pop und Rock hin zur Klassik. Hierzulande wurde er durch seine Zusammenarbeit mit dem italienischen Pianisten Stefano Bollani bekannt. Gemeinsam spielten sie das Album »O Que Sera«. Weitere internationale musikalische Begegnungen hatte er u. a. mit dem französischen Akkordeonisten Richard Galliano, dem Pianisten Omar Soza und Wynton Marsalis.
„Ouuuh Mann, die hat was drauf! Die ist gut, Mann! Dieses kleine Mädchen kann spielen!" Was Dizzy Gillespie früh erkannte, ist heute unumstritten:Die 1965 in Medford, Massachusetts geborene Terri Lyne Carrington gilt heute als „die bekannteste Jazz-Drummerin der Welt“ (Spiegel Online). Seit fast 25 Jahren ist sie nicht nur hinter den Trommeln an der Spitze der Jazzwelt vertreten, sondern auch als Komponistin, Arrangeurin, Produzentin und Dozentin. Sie spielt(e) mit den Weltstars des Jazz, darunter Herbie Hancock, Wayne Shorter, Al Jarreau, Stan Getz, David Sanborn, Joe Sample, Cassandra Wilson, Clark Terry und Dianne Reeves. Ihre GRAMMY-prämierte Karriere begann Terri Lyne Carrington bei ACT. „The ACT Years“ blickt mit 12 Stücken auf diese Zeit zurück und zeigt die Vielseitigkeit der faszinierenden Schlagzeugerin auf.
1992: „Musik für Menschen mit offenen Ohren und offener Denkweise. Fernab eines festgelegten Stils. Ohne Berührungsängste zwischen den Genres“, mit diesem Jazzverständnis stürzte sich Produzent Siggi Loch damals in das Abenteuer ACT. Gleich die erste, für zwei Grammys nominierte Einspielung wurde ein Meilenstein und zum Synonym der Label-Philosophie: Jazzpaña.
Musik, die uns ermutigt, ins Labyrinth der eigenen Assoziationen zu entfliehen und um an anderer Stelle wieder in den sanften Strom der surrealen Klangbilder einzusteigen - unkalkulierbar und facettenreich, aber auch abgründig, transparent und mysteriös. Der Traum im Traum im Traum... Wer würde sie nicht kennen, die Situation, aus einem Traum zu erwachen und je nach Art des Traums entsetzt oder beglückt festzustellen, dass es sich gar nicht um einen Traum handelt, nur um eine geträumte Ewigkeit später ins nächste Level des Bewusstseins zu erwachen, das wir Wirklichkeit nennen. Es gibt viel mehr Schleusen zwischen den Kammern von Traum und Wirklichkeit, als uns die Eineindeutigkeit dieser Begriffe suggerieren möchte. Dejan Terzic nimmt uns mit seinem Quartett Melanoia – der Begriff steht für die Quersumme von Melancholie und Paranoia – auf eine Tour ins Innerste seiner Träume mit.
Für ihr neues Album »Currency Of Man« haben sich Melody Gardot und ihr Produzent Larry Klein vorgenommen, einen Soundtrack des Lebens verschiedener Figuren zu erschaffen. Dafür begibt sich Gardot in mehrfacher Hinsicht in musikalisches Neuland. Für ihre Alben lässt sich Meldoy Gardot von Orten inspirieren, die sie bereist und erlebt. Ihre Songs auf »Currency of Man« handeln diesmal weniger vom persönlichen Erleben. Sie möchte mit ihren Texten vielmehr Beobachtungen kommentieren, die sie in Los Angeles machte: Dort traf sie viele Menschen, die am Rande der Gesellschaft um ihre Existenz ringen. Gardot bedeutet dieses Album viel, denn es ist ihr Plädoyer für Menschenwürde: für die Berechtigung und den Wert des Individuums. Mit Larry Klein konzipierte sie das Werk als eine durchgehende erzählerische und musikalische Linie. Um dieses Gesamtkonzept vollständig veröffentlichen zu können, erscheint ein ›Artist’s Cut‹ als Deluxe Edition.
Für das junge Trio Organ Explosion ist Musik machen pure Leidenschaft. Sehr bodenständig, voller Kreativität und Energie spielen sie mit einer extravaganten und eigentlich schon längt vergessenen Instrumentierung. Das Trio verwandelt den Klang der alten Kameraden aus den 70ern zu einem explosiv-freshen Sound. Melodien für Millionen mit dem Sexappeal des Funk, der Kreativität des Jazz, dem Dreck des Blues und der Krassheit des Punk. Jeder Song ist absolut einzigartig, faszinierend und unvorhersehbar und lädt ein in die Vergangenheit und Zukunft.
Auf ihrem gemeinsamen Album ART OF THE DUO erforschen die beiden vielseitigen Musiker Daniel Schnyder und David Taylor die Möglichkeiten des Duospiels. In den 25 aus der Feder Daniel Schnyders stammenden Kompositionen und Bearbeitungen zeigt das stupend virtuose Duo die Ausdrucksvielfalt, die mit nur zwei Instrumenten erreicht werden kann. Die Werke spiegeln die Musik des 21. Jahrhunderts wider und verwirken dabei nahtlos unterschiedlichste Genres. Das Album ist eine Inspiration für junge Kammermusiker und Solisten, die die Musiksprache unseres Jahrhunderts für sich neu entdecken wollen.
Jin Jim heißt die neue Band, deren CD auf unserem Label Neuklang DIE ANKUNFT feiert. Das junge Jazzquartett beeindruckt mit eigenen Kompositionen und modernen, jazzigen Arrangements von Rockklassikern wie "Black Hole Sun“ der Band Soundgarden. Die eigenen Werke der „Modern-Jazz-Rock Formation“ sind dabei wie eine Reise durch verschiedenste Kulturen und Zeiten: Hip-Hop Beatbox Flöten, Deutsch-Balkan Grooves, Klanglandschaften aus Island und Spanien, Wetter-Lieder, sowie Lieder über die pompöse Ankunft eines Monarchen gehören ins Repertoire.
Als einer der besten europäischen Vibraphonisten präsentiert uns Pascal Schumacher ein faszinierendes neues Album Left Tokyo Right, das ab dem ersten Ton zum stetigen Wiederhören einlädt. Als Kopf des gut eingespielten Ensembles erschafft Schumacher sein eigenes Klanguniversum, in dem er mit seiner Tonsprache ein weitreichendes emotionales Spektrum bedient. Inspiration schöpft er hierbei aus dem zwischen Tradition und Moderne kontrastierendem kulturellen Modell Japans.
David Torn – umtriebiger Gitarrist, Produzent, Improvisator, Filmmusikkomponist und Klangkünstler – meldet sich mit »Only Sky« zurück, einem Soloalbum, das jene Grenzen des Möglichen auslotet, zu dem ein Mann und seine Gitarre imstande sind.
Das zweite Album von Third Reel hebt das Konzept der von Flexibilität geprägten und auf Offenheit basierenden Klangstrukturen des schweizerisch-italienischen Trios auf ein neues Level. Emanuele Maniscalco, Nicolas Masson und Roberto Pianca steuern hier allesamt Kompositionen bei, die einerseits unverkennbar die Handschrift ihrer Urheber tragen, andererseits gleichwohl »als Ausgangsmaterial für weitverzweigte, unvorhersehbare Entwicklungsprozesse« in der Musik gedacht sind. Kompositorische Richtlinien fungieren hier als Zugänge zu noch zu erforschendem Terrain.
Er kam aus dem »Land Of The Midnight Sun«, brillierte als »Elegant Gypsy« auf dem Jazzrock-Parkett, zeigte im »Casino« ein glückliches Händchen für die richtigen Griffe und Melodien, und sein »Splendido Hotel« war eine erste Adresse für Fusion-Fans rund um den Globus. Endgültig unsterblich machte er sich an der Seite von John McLaughlin und Paco de Lucia in einer »Friday Night In San Francisco«.
Dieser Albumtitel ist Programm. Mario Rom’s Interzone spielen Jazz nach der Devise „alles ist erlaubt“ und begeistern damit seit gut zwei Jahren Kritik wie Publikum. Längst reicht der Ruf des eloquenten Trios weit über die Grenzen ihrer Heimat Österreich hinaus. Aber der juvenile Esprit des Trios versetzt nicht nur das europäische Publikum in Euphorie. Auch in Mexiko, China, Israel, Marokko und im Mutterland des Jazz, den Vereinigten Staaten, wurde Interzones Bühnenpräsenz bejubelt. Auf verblüffende Weise gelingt es den jungen Musikern nun, ihre Live-Intensität auch auf Platte auszustrahlen.
Die Daniel Sebastian Scholz Big Band (DDSSBB) ist rockig und groovt noch mehr als sie swingt. Man will aufstehen, tanzen und dazu rappen. Gangsta-Jazz mit einer 18-köpfigen Besetzung und einem Hammersound. Diese Band verlässt die althergebrachten Pfade der Tradition und definiert hemmungslos den Big Band Klangkörper neu. Das selbstbetitelte Debütalbum „DDSSBB“ erscheint am 15.05.2015 bei quadratisch rekords.
Seit 2004 lebt Myra Melford in Berkeley, Californien und ist dort außerordentlicher Professor für Improvisatory Practices an der Berkeley Musik-Abteilung. Von der Jazz Journalists Association wurde sie als Pianist des Jahres 2008 und 2009 und zur Komponistin des Jahres 2004 nominiert. In ihre Band und dem Album Snowy Egret hat sie einige der eingenständigsten und aufregendsten Musiker der aktuellen Jazz Szene vereint: Ron Miles – cornet; Liberty Ellman – guitar; Stomu Takeishi - bass guitar, Tyshawn Sorey – drums
Anfang Mai kündigt sich eine der spektakulärsten Jazz-Veröffentlichungen des Jahres an: Der 34-jährige Jazzgigant und Komponist Kamasi Washington veröffentlicht via Brainfeeder / Ninja Tune sein Albumdebüt »The Epic«.
Das Album »Now This« wurde im letzten Sommer mit Peacocks aktuellem Trio in Oslo aufgenommen. Neue Versionen einiger Peacock-Klassiker wie »Moor«, »Vignette«, »Requiem« und »Gaya« sind durchmischt mit Kompositionen von Marc Copland und Joey Baron, genauso wagte sich das Trio aber auch an Scott La Faro’s »Gloria’s Step« heran.
Akustisch … elektrisch … jazzy … clubby … vokal … instrumental: Bugge Wesseltofts grandioses neues Album kann alles. Der vielseitige Keyboarder, Produzent und Erfinder der »New Conception Of Jazz« legt mit »Bugge & Friends« ein chilliges, melodisches, eingängiges Album vor, das trotzdem immer komplex und perfekt ausgefeilt ist.
Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Entdeckung Brasiliens erwarteten die Fans in Berlin im Jahre 2000 einen der großen Meister der brasilianischen Gitarre: Baden Powell! Mit seinem virtuosen, stilvollen Gitarrenspiel gelang es ihm, das Publikum im vollbesetzten Saal in der Berliner Volksbühne über zwei Stunden lang in ehrfürchtig konzentrierter Starre verharren zu lassen. An die 60 Alben hat er aufgenommen, über 100 Lieder komponiert, dabei so verschiedene Stile wie Samba, Jazz und Barock-Elemente in sein Gitarrenspiel vereint und den Bossa Nova mitbegründet.
Eine Zugabe – Für immer andauernd. Diese Zugaben, immer und immer wieder. Charles Aznavour schafft es mit anscheinender Leichtigkeit die Worte seines Songs "Avec un brin de nostalgie" (Mit einem Hauch von Nostalgie) zu vermitteln und somit sein neues, mittlerweile 51. Album anzukündigen. Mit fast 91 Jahren, ist Charles Aznavour noch lange nicht fertig. Lernen, Zugaben, Ruhestand? "Mein Ruhestand?", lacht er, "Mit einem Stock laufen? Und meinen Bart lang wachsen zu lassen, weil ich mich nicht jeden Morgen rasieren kann? Das ist nicht mein Ding. Ein guter Ruhestand bedeutet, nicht im Ruhestand zu sein.”
Ja, Passport und Klaus Doldinger sind immer noch unterwegs! Das neue Album »En Route« ist das beste Zeichen dafür. Man sollte meinen, dass ein Mann, der schon vor 19 Jahren einen ECHO für sein Lebenswerk bekam, vielleicht doch irgendwann die Hände in den Schoß legt und seine Lorbeeren genießt. Nicht so Klaus Doldinger, der immer noch vor Kreativität sprüht, stets neue Wege und Ausdrucksformen sucht und mit seinem Album »En Route« nun sein 34. Passport-Album vorlegt. »En Route« überrascht mit außergewöhnlicher Frische, ungewohnten Nuancen, überbordender Spielfreude und nicht zuletzt einem Line-Up, das zu den vielseitigsten Besetzungen in der über 40 Jahre währenden Geschichte der Band gehören dürfte.
Erste Erfolge feierte Ludovico Einaudi als Komponist von Orchesterwerken, Bühnenmusiken sowie Soundtracks, weltberühmt wurde er dann allerdings Mitte der 90er Jahre mit seinen Solo-Klavierprogrammen. Auf unzähligen Studioalben wie etwa „Le Onde“ und „I Giorni“ erschuf er einen meditativen Ambient-Sound zum Wohlfühlen. Unter den Zuhörern fand seine beruhigende und introspektive Pianomusik, in der er Einflüsse von Erike Satie über Philip Glass bis zu Didier Squiban verarbeitet, schnell eine treue Gefolgschaft.
Für sein neues Album „Creation“, das anlässlich seines 70. Geburtstags erscheint, hat Keith Jarrett Stücke aus Live-Konzerten des Jahres 2014 zusammengestellt. Aus den Improvisationen, die bei Konzerten in Japan, Kanada und Europa aufgenommen wurden, wählte er Teile aus, die er wie bei einem guten Cuvée-Wein zu einem perfekten Ganzen zusammenstellte.
Seien wir ehrlich. Spricht jemand in fernen Regionen der Jazzwelt von einer Cologne Big Band, dann dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht die KölnBigBand, sondern der Klangkörper einer ARD-Anstalt gemeint sein, die WDR Big Band. Auch das Jazzorchester des Hessischen Rundfunks geht international schon gerne mal als Frankfurt Big Band durch. Die Struktur der hiesigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk-Landschaft wird im Ausland als zu komplex und verwirrend empfunden. Die Folge: Etablierte und weltweit bekannte Radio-Big Bands werden auf der nominellen Ebene weniger mit dem Namen des Senders denn mit dem der Stadt in Verbindung gebracht.
Als Goran Kajfeš 2013 mit seinem Subtropic Arkestra “The Reason Why Vol. 1„ vorlegte, war sich die Fachwelt einig, dass den Schweden mit diesem Album ein wahrhaft großer Wurf gelungen ist (siehe oben). Sämtliche Rezensenten bejubelten das Werk, und alle hofften sie, dass schon bald eine Fortsetzung des Geniestreichs folgen würde. Die ist nun da und enttäuscht die hochgesteckten Erwartungen nicht im geringsten. Der ersehnte Nachfolger verknüpft ebenbürtig die unterschiedlichsten Musikstile, wie schon bei Folge eins bilden unvereinbar scheinende Gegensätze eine stimmige Synthese. Tonskalen aus der Türkei und vom Balkan, afrikanische und brasilianische Rhythmen, psychedelische Sounds und US-Indierock – Kajfeš vermischt hier erneut seine breit gefächerten Vorlieben und verweist zugleich auf zentrale Einflüsse in seiner Künstlerbiographie.