Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Wer dem Hamburger Trio Django Deluxe lauscht, wird sofort von einem äußerst perkussiven Gitarrenspiel umgarnt. Dem von Giovanni Weiss’ Sologitarre und dem von Robert Weiss’ Rhythmusgitarre. Die Rhythmik unterfüttert in den Tiefen Jeffrey Weiss einmal mehr mit seinem Kontrabass.
Die deutsch-iranische Sängerin Cymin Samawatie und ihre Band Cyminology setzen auf ihrem neuen Album die poetische Suche nach eigenen Strukturen und Ebenen ihrer Musik fort. Diese musikalische Reise bewegt sich zwischen Orient und Okzident, alter und moderner Lyrik, zwischen Jazz, Klassik und Weltmusik.
Jeremy Pelt ist einfach ein ungewöhnlicher Musiker. Seine Musik ist meist als durchweg geschmeidig und glatt zu bezeichnen und doch ist sie immer wieder mit einer einzigartigen Note von blühender Ideenkraft und moderner Sprache, inspiriert durch die klassische Handschrift des Bebops, verfeinert.
Der finnische Trompeter Verneri Pohjola befindet sich mit Album Nummer 3, genannt Bullhorn am Scheideweg seiner Karriere, erschienen die beiden Vorgänger "Aurora" (2011) und "Ancient History"(2012) noch beim alt eingesessenen deutschen Jazzlabel ACT, hat er sich zur "Bullhorn"-Veröffentlichung auf ein junges Label aus England eingelassen.
Auf "Take This", dem neuen Album von Jacky Terrasson, reiht sich ein atemberaubend quirliges Stück ans nächste. Terrasson ist im besten Sinne ein musikalischer Schelm. Dieser Eindruck ergibt sich unweigerlich durch seine Spielfreude, die sich im Rapport mit seinen Mitspielern hochschaukelt.
"Monsoon Dance" ist das dritte Album von Andi Kissenbeck und seiner Band Club Boogaloo. Der Organist und Komponist Andi Kissenbeck greift hier satt in die Tasten und spielt neben Hammond Orgel auch Fender Rhodes und Klavier. Zu seinem Quartett gehören außerdem Torsten Goods als Gitarrist (und Sänger), der Drummer Tobias Backhaus und Peter Weniger am Saxofon.
Mit "Tango" von Quadro Nuevo zieht man das große Los: Bestellen, einlegen, schwelgen oder tanzen. Über das Ohr ist man sofort mit dem ganzen Herzen beim Tango – ein Hauptgewinn.
Auf dem neuen Album von dem Aki Rissanen und Jussi Lehtonen Quartet mit Dave Liebman sind die Verbindungen zwischen Vergangenheit und Zukunft so eng wie selten zuvor. Ein Telefonat zwischen Dave Liebman und Miles Davis, der Liebman 1972 zu den Aufnahmesessions für sein Album "On the Corner" einlud, inspirierte Jussi Lehntonen beispielsweise fast vier Jahrzehnte später zu seinem eigenen Stück "In the Corner".
„Im Grunde waren es zwei Gedanken, die zur Symphonic Society führten“, erzählt Sebastian Sternal. „Ich wollte ganz viele Musiker zusammen bringen, die ich toll finde und hatte außerdem schon lange Lust, mit einem Streichquartett zu arbeiten.“ 2011 gründete der in Köln ansässige Pianist und Komponist seine Symphonic Society, ein Jahr später erschien das Debütalbum, das 2013 mit einem Jazz-Echo gekrönt wurde. Weder die erste, noch die letzte Auszeichnung für den 1983 in Mainz geborenen Musiker, aber möglicherweise die wichtigste. Jedenfalls übertraf das unkonventionelle Projekt in der Folge auch noch sämtliche kommerziellen Erwartungen.
Jens Fossum ist ein Team-Player. Egal, ob als Mitglied des tragisch zu Ende gegangen Sigurd Køhn Quartets, Teil der Backingband für die offenherzige Songwriterin Randi Tytingvåg oder als Begleiter der sinnlichen Jazz-Chanteuse Hilde Louise Asbjørnsen gibt er mit seinen ebenso eleganten wie markanten Bassläufen seit nunmehr über einem Jahrzehnt den Beat an. Für sein erstes Solo-Album jedoch sollte alles genau so klingen, wie er es wollte, ohne Kompromisse oder Einschränkungen.
Ein neues Trio mit einzigartigem Sound: „From Darkness“ bildet die aktuelle musikalische Dreiecksbeziehung des Bassisten Avishai Cohen in ihrer grandiosen Eindringlichkeit ab. Unmittelbar nach einer weltumspannenden Konzertreise aufgenommen, fängt „From Darkness“ jene atemberaubend intensiven Live-Qualitäten des Avishai Cohen Trios ein, die zuletzt Musikfreunde auf allen Kontinenten beeindruckte und begeisterte. „From Darkness“ darf als Neudefinition des klassischen Piano-Trios begriffen werden.
Encore ist eine Art Parallelprojekt zu Resumé, dem allenthalben gelobten Weber-Soloalbum aus dem Jahr 2011. Erneut wendet sich Weber den vielen Live-Aufnahmen aus seiner Zeit in der Jan Garbarek Group zu: Er isoliert seine Bass-Soli aus diesen Aufnahmen und arbeitet sie in neue Stücke ein, ergänzt um eigene Keyboard-Parts. "Ich bin geworden, was man einen Neue-Musik-Komponisten nennen könnte", sagt Weber, "mit dem Vorbehalt, dass ich auf alte Dinge zurückgreife."
Die Halb-Finnin Sinikka vertont auf ihrem vierten Album für ECM "The Half-Finished Heaven" und andere Gedichte von Tomas Tranströmer. Sie prägen auch die Tonlage für Langelands Kompositionen mit ihren markanten Mischungen der Klangfarben. Sinikkas Kantelen – 10-saitig, 15-saitig und eine 39-saitige Tischharfe – scheinen archaische Echos zu transportieren, die älter sind als die "Folk"-Tradition.
Die „WonderBaustelle 2015“ - Eine innovative Tour verbindet Musik mit Fotografie und macht Jazz schulfähig
Musik und Bilder, Jazz und Fotografie, 5 Künstler, 2 Länder und Begeisterung, die verbindet: Die Organisatorin Susa Solero möchte mit einer – im wahrsten Sinne des Wortes – Grenzen übergreifenden Veranstaltungsreihe Jazz einem breiten Publikum näher bringen.
Weiterlesen … „Jazzidel“ oder: Die Kunst, sich in Jazz zu verlieben
„Der Bossa Nova gehört wie die Nouvelle Vague des französischen Kinos oder die britische Pop-Art zu jenen Bewegungen der Nachkriegszeit, die versuchten, unter den postavantgardistischen Bedingungen der Moderne die Avantgarde fortzusetzen, sie als Moderne zu verwirklichen und Kunst in Lebenspraxis zu überführen. Weitaus mehr als nur ein Musikgenre, ist der Bossa Nova dennoch nicht ohne Grund international als Musik bekannt geworden. Doch der Bossa Nova ist darüber hinaus mindestens eine musikalische Lebensweise, nämlich eine Haltung, die sich vor allem in einer musikalischen Form ausdrückt. Und auch das hat die Bewegung mit anderen postavantgardistischen Avantgarden gemeinsam: Der Bossa Nova ist kein Stil, sondern ein Ausdruck. Und zwar Ausdruck eines Modernismus, der auf besondere Weise durch Mythos, Mode und Melancholie bestimmt, ja belebt und gelebt wurde.“ Roger Behrens in „Die traurigen Tropen“
"Gefion" ist das erste ECM-Album des dänischen Gitarristen Jakob Bro als Leader, nach Alben mit Paul Motian und Tomasz Stanko, auf denen Bro als Sideman vertreten war. Wie die Arbeiten dieser Meister verströmt auch Bros Balladenspiel in seinen speziellen und sehr persönlichen Stimmungen ein tiefes Bewusstsein der Jazzgeschichte.
Matana Roberts ist eine der umjubelsten, soziopolitisch bewussten und ästhetisch unerschrockensten Avant-Jazz Künstlerinnen des 21. Jahrhundert. Das überschwängliche Lob für ihre mehrteiliges "Coin Coin"-Werk verschafft ihr eine Vorreiterrolle, was stilistische Innovationen und Radikalisierungen angeht, und bestätigt die tiefe Substanz, die ihre Art zu Komponieren ausmacht. Roberts verwendet oft die Phrase "panoramic sound quilting" um ihre "Coin Coin" Werke zu beschreiben. Mit diesem dritten Teil der Serie setzt sie ihren Leidfaden offenkundig um, indem sie einen Soundteppich aus Loops, Effekt Pedalen und gesprochenen Versen kreiert, der perfekt mit ihrem Saxophonspiel und ihrem Gesang harmoniert.
„Es ist ein Luxus, Stücke erst mal länger live spielen und entwickeln zu können, ehe man sie aufnimmt“, stellt David Helbock glücklich fest. Die Partner für sein jüngstes Album, die beiden Wiener Raphael Preuschl und Herbert Pirker, lernte er bereits 2010 kennen, als er aus seiner alten Heimat Vorarlberg in die österreichische Hauptstadt gezogen war. „Die beiden sind sehr umtriebig in verschiedenen Formationen und seit 15 Jahren eine eingespielte Rhythmusgruppe“, erzählt Helbock, „ihr Spiel passt perfekt zu meinen Kompositionen.“
Zusammen mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester unter der Leitung von Sebastian Tewinkel hat Studnitzky ein Album eingespielt das alle Grenzen zwischen U- und E-Musik und zwischen den Genres Jazz, Pop, Elektro und Klassik überwindet. Die klug orchestrierten Streicher grooven und schwelgen und Studnitzky’s Spiel auf Trompete und Klavier schwebt emotional und minimalistisch fein. Diese Musik setzt sich wohltuend vom gängigen Klassik-Jazz-Crossover ab. Sie ist üppig, ohne kitschig zu sein, sie groovt, ohne dem Orchester die Luft zum Atmen zu nehmen und sie hat Tiefe und Leichtigkeit zugleich.
„Vincent Peirani ist ein Jahrhunderttalent.“ (Fono Forum) „Keiner hat bisher die Klangwelten des Akkordeons so lebendig und warmherzig aufgefächert.“ (Neue Züricher Zeitung). So wie ein Marius Neset das Saxofon zu neuen Ufern führt, so wie ein Adam Bałdych Geige spielt wie niemand zuvor oder ein Michael Wollny dem improvisierenden Klavierspiel neue Wege weist, so ist auch Vincent Peirani ein Vertreter dieser neuen Generation, die ihre Instrumente neu definiert. Mit seinem neuen Album „Living Being“ und neuer Band stellt der sympathische Hüne am Akkordeon dies erneut unter Beweis.
Man muss ein bisschen verrückt sein, um als Dreikäsehoch bereits den Lebensplan «Boogie Woogie-Pianist» zu definieren. Natürlich gehört Mut dazu, außerordentliches Talent ohnehin – und Schlauheit obendrein. Bei Nico Brina waren alle Zutaten vorhanden. Mit acht entdeckte er beim Nachbarn den magischen Klavierklang, die Faszination «Elvis», die Macht des Rock’n’Roll-Virus.
Zum Auftakt des Jahres 2015 präsentiert das SMWE seine neue CD The Inner Draft und bestätigt einmal mehr sein Image, den Live-Esprit eines tiefgründigen Jazz mit unwiderstehlichem Groove-Momentum in die Wohnzimmer der Zuhörer transportieren zu können!
„Marius Neset ist einer der neuen großen Tenoristen unserer Zeit in der Tradition von Michael Brecker und Jan Gabarek” (Jazzwise). „Seine erfinderische Kraft ist beeindruckend“ (Jazzthetik). Nach dem Ausflug in das größere Bandformat auf seinem ACT Debüt „Lion“ mit dem Trondheim Jazz Orchestra, kehrt der norwegische Saxofonist für „Pinball“ wieder zum kompakteren Quintett (mit Gästen) zurück. Indes bleibt die kompositorische und spielerische Vielschichtigkeit erhalten und zugleich klingt Neset auf dem neuen Album so reif, seelenvoll und melodisch wie wohl nie zuvor. Und so dürfte „Pinball“ den nächsten großen Sprung in einer so jungen wie eindrucksvollen Laufbahn einläuten.
Raus aus den abgedunkelten Sälen, rein ins leuchtende Sound-Universum: Saxophonist Jason Seizer entdeckt mit Pablo Held, Klavier, Mathias Pichler, Bass, und Fabian Arends, Schlagzeug, Filmmusiken neu. Cinema Paradiso ganz fürs Ohr – mit Klangbildern für eigene Köpfe.
Das neue Album "Muse" von Lyambiko ist durch und durch weiblich. Der durchgehende rote Faden ist die Stimme von Lyambiko und die Arrangements der Band. Die ausgewählten Stücke führen durch unterschiedliche Genres von Pop und Jazz. Alle Songs des Albums stammen von Frauen. Dabei gibt es viel zu entdecken. Songwriterinnen aus verschiedenen Generationen und Ländern schrieben diese Lieder: Jede unter anderen Bedingungen, mal gegen große, mal gegen geringe Widerstände. Gesungen von Lyambiko wird daraus eine kohärente Geschichte.
Energetisch, frisch & aufregend - Ein absolutes Highlight! Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die beiden Stars der luxemburgischen Jazzszene zusammen finden würden. Nun haben sie sich entschieden, mit dem libanesischen Percussionisten nach zwei sehr erfolgreichen Festivalauftritten in Berlin und Hamburg dieses aufregende Trio ins Leben zu rufen. alle Künstler wohnen in Europa, daher das ganze Jahr verfügbar! die Veröffentlichung vom Album ist für Anfang 2014 geplant. Konzerte können dann ab Mai 2014 gebucht werden.
„Mein Beethoven“ ist die logische Folge: Klang doch Dieter Ilgs letztes Album „Parsifal“ – seine kammerjazzige Interpretation von Richard Wagners Bühnen-Weihfestspiel, die das Magazin Focus einen „Höhepunkt im Richard-Wagner-Jahr 2013“ nannte – mit dem hingehauchten Thema aus Beethovens Neunter („Freude schöner Götterfunken“) aus. „Sehnsucht“ nannte Ilg, der „zu den besten Jazzbassisten unserer Zeit gehört“ (Fono Forum), seine Version. Jetzt hat er seine Sehnsucht gestillt, und mit „Mein Beethoven“ ein ganzes Album eingespielt, das sich dem Olympier der deutschen Klassik, dem klassischsten unserer Komponisten, dem einstigen „Superstar der Musikmetropole Wien“ widmet: Ludwig van Beethoven.
Kenny G kann schon heute auf eine der eklektischsten und erfolgreichsten Karrieren im Musikbusiness zurückblicken. Für sein titelloses Debütalbum von 1982 erhielt er in den USA gleich seine erste Goldene Schallplatte, der noch viele weitere Gold- und Platinauszeichnungen folgen sollten.
Einer Augsburger Musikerfamilie entstammend, bekommt Sandro Roy mit sieben Jahren seinen ersten Geigenunterricht. Mit 13 wird er Bundespreisträger bei „Jugend musiziert“, es folgen Meisterkurse in Salzburg, Bern, Lichtenberg, klassischer Unterricht in München, Auftritte mit Orchestern dort und in Augsburg, 2011 Kunstförder-Sonderpreisträger der Stadt Augsburg. Die Vielseitigkeit seiner künstlerischen Entwicklung, nun erstmalig auf dem Debutalbum umfassend dokumentiert, macht ihn zu einem Künstler für Konzertsaal, Festivalbühne und Jazzclub.
Anniques beseelte Stimme öffnet Ohren und Herzen und erzählt Geschichten, die das Leben der Sängerin auf den Leib schrieb. Annique ist in in Rainham (Essex) aufgewachsen und hat ihr Talent früh der Academy of Contemporary Music in London anvertraut. Nach ihrer Ausbildung warteten Anfragen von Größen wie Gorillaz und The Streets. Zusammen mit dem Drum’n’Bass Kollektiv Step 13 hat Annique gleich zweimal Glastonbury gerockt.Eine Facette Anniques langjähriger Freundschaft mit Koby Israelite ist das gemeinsame Songwriting, und die beiden haben das Album Heads Up zusammen in Kobys Hausstudio ausgeheckt.
Mit 12 nagelneuen Kompositionen, maßgeschneidert auf das ungewöhnliche line-up mit Pedal-Steel und Klarinette. Einerseits eine Rückkehr zu den Wurzeln von Florian Ross, der als Teenager Wochenende für Wochenende als Keyboarder in seiner ersten Jazz-Rock Band “Moove” unterwegs war, andererseits die Verbindung mit aktuellem Jazz des 21. Jahrhunderts, freier Improvisation, Soundscapes, Grooves und der musikalischen Erfahrung der letzten 25 Jahre als Pianist und Organist.
SILENT von Nemo Project ist eine Reise auf der Suche nach Neuem, nach Andersartigem, aber ebenso ein inneres Forschen, eine Gelegenheit für Reflektionen des Lifestyles und der Welt, die uns umgibt. Das neue Album des Trios kann mit vielen Charakteristika beschrieben werden: Minimalismus, Ambient, Improvisation, Tollheit, Zusammenspiel, Theatralik; all das ist hier vereint.