Zwischen Tradition und Neugier: Daniel Erdmann im Gespräch über neue Klangwege

Foto von Daniel Erdmann und Angela Ballhorn
Daniel Erdmann und Angela Ballhorn, Foto: Erik Brun

Daniel Erdmann ist ein umtriebiger Saxophonist mit den unterschiedlichsten Projekten. Seine neueste Formation ist klanglich neu ausgerichtet, für die sein langjähriger musikalischer Partner Jim Hart vom Vibraphon zum Drumset wechselt. Neu dabei ist der Hammondorgelspieler Antonin Rayon. Der deutsch-französische Saxophonist wollte die klangliche Herausforderung der Jazzgeschichte erforschen, aber auch nach Unbekanntem suchen. Der langen Tradition des Orgeltrios nähert sich das Trio mit einem frischen europäischen Blick. In acht Tracks (alles Kompositionen von Erdmann bis auf Tom Waits’ „I Wish I Was In New Orleans“) werden die Soundmöglichkeiten der Besetzung ausgelotet. Wenn die Orgel und das Tenorsaxophon im Unisono verschmelzen und auch in der Phrasierung, schwingt sich die Band zur Höchstform auf. Besonders hörenswert ist die schräge Nummer „Tegucigalpa Touchdown“, die der Hauptstadt von Honduras gewidmet ist.    

jazz-fun.de:
Daniel, ich habe dich schon oft mit den verschiedensten Projekten gesehen, habe aber das Gefühl, den Überblick über deine Projekte zu verlieren. Was ist denn gerade aktuell?

Daniel Erdmann:
Ganz aktuell ist mein Trio mit Hammondorgel und Schlagzeug, eigentlich ein ganz klassisches Jazztrio. Das hatte ich bisher noch nicht gemacht, darauf hatte ich Lust.

Es ist für mich untypisch, eine relativ klassische Sache zu machen, das stimmt. Ich hatte aber während Corona darüber nachgedacht, was man denn mal machen könnte.  Antonin, der Organist, der auch Pianist ist, hat ein Studio in der Dordogne, da konnten wir uns treffen und proben und aufnehmen. Das war ein ganz guter Start. Der Rest hat sich nach und nach entwickelt. Wenn ich den ersten Teil des Repertoires, den ich geschrieben habe, rückwirkend höre, dann weiss ich auch, in was für einem Zustand ich da war. Danach hat sich das ein bisschen verändert, die neueren Stücke sind ein bisschen offener, vielleicht ein bisschen untypischer.

Ich hatte das Bedürfnis, mich mit der Tradition zu beschäftigen. Ich liebe ja die ganzen alten Spieler, ich sehe mich in der Liga Lester Young bis Archie Shepp, versuche aber trotzdem, ich selber zu sein. Ich liebe die alten Sachen und hier hatte ich die Möglichkeit, etwas auszuprobieren und etwas zu erzählen, das auch mit der Tradition zu tun hat. Und trotzdem meine eigene Musik ist!
Natürlich ist es einfacher, sich über den eigenen Klang in atypischen Besetzungen zu etablieren. Im Jazz muss man ja erst mal sein eigenes Klangbild erstellen. Das kenne ich aus anderen Besetzungen eher nicht, vielleicht am ehesten noch aus kammermusikalischen Besetzungen in zeitgenössischer Musik.

Das ist typisch für Jazz, das mit einem typischen Instrumentarium zu versuchen, das sehr stark Klangbilder in den Ohren hervorruft. Das ist ja auch grossartig, wenn Antonin mit dem Leslie in diesen Orgelsound hineingeht. Dieser warme Sound! Aber was können wir damit noch machen? Es gibt da ja so viele tolle Aufnahmen in dieser Besetzung.

jazz-fun.de:
Was waren denn konkret Einflüsse oder Aufnahmen, auf die ihr euch klanglich bezieht?

Daniel Erdmann:
Das waren schon eher Leute, die eher etwas eigenes damit gemacht haben wie Ellery Eskelin mit seinem Trio. Auf der anderen Seite habe ich auch ein paar mal das Trio von James Carter gehört…

jazz-fun.de:
… das ja wirklich in der Tradition ist verwurzelt ist …

Daniel Erdmann:
Das Trio von Ellery war vermutlich wichtiger. Organic Soulfood ist das aktuellste, was von mir neu rausgekommen ist. Dann haben wir im Januar Therapie de Couple mit Hélène Duret (Klarinetten),Théo Ceccaldi an der Geige, Vincent Courtois am Cello,  Robert Lucaciu am Bass und Eva Klesse am Schlagzeug in Budapest aufgenommen, es wird bei BMC erscheinen. Das wird wohl im Januar 2026 rauskommen.

Wichtig im Moment ist mir meine Zusammenarbeit mit Aki Takase, wir spielen sehr viel und sehr intensiv im Duo zusammen. Wir bereiten gerade ein zweites Repertoire vor, das Timeless heissen soll. Wir beginnen jetzt auch mit Workshops in grösseren Besetzungen. Der nächste Schritt hier wird sein, das Timeless Duo zu einem Timeless Orchestra in verschiedenen Besetzungen zu vergrössern.

jazz-fun.de:
Und dafür schreibt ihr dann speziell Musik?

Daniel Erdmann:
Ja, das ist der Plan. Das ist ein Work in Progress, aus dem kleinen soll was grosses werden. Das ist die Idee. Ob die dann auch umgesetzt wird, wissen wir noch nicht. Damit beginnen wir jetz

jazz-fun.de:
Habt ihr schon eine Ahnung, wie gross das Ensemble sein soll?

Daniel Erdmann:
Es soll zwölf Musiker umfassen. Dann kann man viel mit Klangfarben spielen.

Klang ist ja letztendlich das, womit ich arbeiten möchte. Und das mit Aki zusammen zu machen, ist natürlich auch spannend, weil sie Erfahrung mit grösseren Ensembles hat.
Und sie ist ebenfalls eine Klangsuchende, da sind wir auf einer ähnlichen Wellenlänge. Auch wenn wir aus verschiedenen Generationen sind. Sie bringt da noch mehr Erfahrung mit. Ich bringe meine Sachen und meine Erfahrung aus Frankreich mit, was auch bereichert.

Zusätzlich arbeite ich mit meinem Trio Velvet Revolution an einem neuen Projekt mit Yelena, ein Repertoire, das von Velvet Underground und Nico beeinflusst ist.

jazz-fun.de:
Aber wie teilst du dir die vielen verschiedenen Projekte zeitlich auf?
Passiert das phasenweise? Zum sowieso ausführlichen Üben dazu?

Daniel Erdmann:
Es ist nicht schlecht, sich das aufzuteilen. Dass man Projekte trennt, um sich auf eine Sache zu konzentrieren. Im Mai hatte ich eine Woche, da habe ich mit komplett auf das Projekt mit Yelena konzentriert, um da wirklich reinzugehen. Und danach arbeite ich wieder mit Aki an dem Timeless Projekt. Ich versuche immer, eine Woche ganz konzentriert in ein Projekt hineinzugehen.

Dann können sich Ideen entwickeln. Weil ich eher ein langsamer Arbeiter bin, bei mir braucht alles viel Zeit und ich kann auch nur eine Sache machen. Und ich möchte auch nicht mehr machen. Früher habe ich viel mehr unter Stress gearbeitet, also unter negativem Stress, es gibt ja auch positiven. Wenn ich weiss, ich habe eine Woche Zeit, etwas zu machen, dann komme ich gut voran, das ist dann eine gute Deadline.

Ich mache langfristige Projekte, auch wenn es so scheint, als ob es viele Projekte sind. Dadurch entstehen vertraute Verbindungen mit den KollegInnen, so dass es kein Problem ist, von einem Projekt zum anderen zu wechseln. Letzte Woche habe ich mit Aki gespielt, gestern mit Velvet, das war kein Problem.

Manchmal mache ich auch neuere Sachen oder neue Begegnungen, da brauche ich mehr Konzentration und Zeit vorher. Ein improvisiertes Konzert, da kann ich einfach schauen. Aber ich habe es schon gerne, dass ich mich vorbereiten kann. Bei Velvet oder mit Aki, da ist es sofort da. Bei Velvet kamen wir nach drei Monaten wieder zusammen, aus verschiedenen Richtungen zum Soundcheck, und nach drei Noten war wieder alles da.

Wir hatten das Glück bei Velvet, dass wir zu Beginn Residencies hatten und viele Konzert spielen konnten. Wir waren viel zusammen, in komplizierten Situationen, auf Reisen, dann ist Vertrauen da. Dann ist das auch in der Musik da.

Mein Spiel hat sich sehr stark verändert, meine Herangehensweise an Musik hat sich stark verändert, das gibt nochmal eine andere Art, an ein Konzert heranzugehen. Dann bin ich in einem anderen Zustand als vor fünf Jahren zum Beispiel.

jazz-fun.de:
Warum ist der Unterschied so stark? Hat sich dein Weg geändert?

Daniel Erdmann:
Erst mal wurde alles durch Covid ausgebremst, dann kam bei mir persönliche Dinge dazu, die mich das Leben anders überdenken liessen. Dazu bin ich zu Praktiken gekommen, die mein Wesen verändert haben. So hat sich mein Spiel auch verändert. Also ein Umbau meines gesamten Wesens, ein Umwandlungsprozess oder eine Verwandlung. Und Organic Soulfood ist eine Facette davon.

DANIEL ERDMANN’S ORGANIC SOULFOOD
Into The Sweet Unknown
Daniel Erdmann (ts, ss), Antonin Rayon (hammond), Jim Hart (dr)
(BMC / galileo)

Das Gespräch führte Angela Ballhorn
Foto: Erik Brun

Die Jazz-Welt zu Gast bei jazz-fun.de – live von der jazzahead! 2025 - weitere Interviews

Anna Margolina über Jazz, Chanson und die eine endlose Nacht

Im Rahmen der jazzahead! 2025 trafen wir die Berliner Sängerin Anna Margolina, die mit ihrem aktuellen Album „One Endless Night“ tief unter die Oberfläche klassischer Jazz-Songs taucht. Zwischen Jazz, Chanson, jüdischer Musiktradition und persönlichen Geschichten entwickelt sie eine poetische Klangwelt voller Gefühl, Tiefe und feiner Melancholie. Margolina – klassisch ausgebildet und gleichzeitig in der Jazzszene verwurzelt – überzeugt durch eine kraftvolle Stimme und eine erzählerische Ausdrucksstärke, die berührt.

Brücken bauen für den Jazz: Thorsten Hesse über Netzwerke, Sichtbarkeit und Leidenschaft

Im Rahmen der jazzahead! 2025 sprachen wir mit Thorsten Hesse, dem Gründer und Leiter von PINC Music – einer Plattform, die sich dem Booking, der Künstlerförderung und der Sichtbarmachung von kreativen Jazzprojekten verschrieben hat. Mit einem klaren Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und internationale Zusammenarbeit unterstützt PINC Music eine Vielzahl spannender Musiker*innen – nicht nur als Agentur, sondern auch als Partner in Sachen Strategie, Netzwerk und Entwicklung.

Bühne, Bass und Bildungsauftrag – Tilman Oberbeck im Gespräch mit jazz-fun

Während der jazzahead! 2025 hatten wir die Gelegenheit, mit dem Hamburger Bassisten und künstlerischen Leiter der JazzHall, Tilman Oberbeck, über seine vielseitige Arbeit zu sprechen. Im Interview erzählt er von seinen musikalischen Projekten, der Bedeutung der Nachwuchsförderung und den Herausforderungen, eine Bühne wie die JazzHall kuratorisch zu gestalten. Ein spannender Einblick in das Zusammenspiel von künstlerischer Vision, pädagogischem Anspruch und organisatorischem Feingefühl.

Clemens Orth im Interview: Zwischen Bühne, Studio und Hammond-Groove

Den Kölner Jazzmusiker Clemens Orth nur auf Pianist und vielleicht noch Hammondorgelspieler zu reduzieren, greift zu kurz. Der Musiker ist mit eigenen Projekten, aber auch als Sideman beschäftigt, hat den Salon de Jazz in Köln, in dem er regelmässig Konzerte und Sessions veranstaltet. Die Räumlichkeiten fungieren auch als Studio, eine Handvoll Produktionen erscheinen pro Jahr. Die wiederum teilweise auf seinem eigenen Label erscheinen.  Ein vielbeschäftigter Musiker in vielen Funktionen! Von Angela Ballhorn

Daniel Erdmann - Musik für die Seele

Daniel Erdmann ist ein umtriebiger Saxophonist mit den unterschiedlichsten Projekten. Seine neueste Formation ist klanglich neu ausgerichtet, für die sein langjähriger musikalischer Partner Jim Hart vom Vibraphon zum Drumset wechselt. Neu dabei ist der Hammondorgelspieler Antonin Rayon. Der deutsch-französische Saxophonist wollte die klangliche Herausforderung der Jazzgeschichte erforschen, aber auch nach Unbekanntem suchen. Ein Interview von Angela Ballhorn

Das Maridalen Trio im Gespräch mit jazz-fun.de

Die Musik des Trios ist geprägt von klarer Form, lyrischen Melodien und offener Improvisation – manchmal zart und zerbrechlich, dann wieder voller Energie und rhythmischer Tiefe. Im Interview sprechen die Musiker über ihren kompositorischen Ansatz, über Einflüsse aus der klassischen Musik und Volksmusiktradition Skandinaviens, sowie über die Bedeutung von Raum, Stille und Klang in ihrer Musik.

Emotion in Motion: Henry Spencer über Klang, Komposition und Kontrolle

Bei der jazzahead! 2025 trafen wir den britischen Trompeter, Komponisten und Bandleader Henry Spencer, der mit seinem Projekt Henry Spencer & Juncture neue Maßstäbe im modernen europäischen Jazz setzt. Seine Musik verbindet cineastische Weite mit emotionaler Tiefe, expressiver Improvisation und einem bemerkenswerten Gespür für Dynamik und Melodie. In seinem Spiel vereinen sich technische Brillanz, kontrollierte Intensität und ein ganz eigener kompositorischer Zugang.

Enrico Olivanti im Interview: Zwischen Stille, Klang und grenzenloser Vision

Der in Deutschland lebende italienische Gitarrist und Komponist Enrico Olivanti bewegt sich mühelos zwischen Solo-Gitarre, Jazz-Quartett und Kompositionen für große sinfonische Besetzungen. Seine Musik ist geprägt von einem tiefen Gespür für Klang, Stille und Emotion – ebenso wie von Einflüssen altchinesischer Philosophie und den Erfahrungen eines Lebens im Ausland. Im Gespräch mit Angela Ballhorn spricht Olivanti über seine künstlerische Bandbreite, seine Inspirationsquellen und die Suche nach neuen Ausdrucksformen jenseits stilistischer Grenzen. Von Angela Ballhorn

Eva Klesse – Stimmen, Klang und Gemeinschaft

Ein Lieblingsteil der aktuellen CD „Stimmen“ der Schlagzeugerin Eva Klesse und ihrer Band war der gesungene Teil: „Unsere Chöre! Das haben wir noch nie gemacht und es hat uns total Spaß gemacht, obwohl es manchmal schief und krumm klang!“ Zum Auftritt des fantastischen Quartetts mit Evgeny Ring am Saxophon, Philip Frischkorn am Klavier und Marc Muellbauer am Bass plus den SängerInnen Michael Schiefel und Zuza Jasinska suchte die Schlagzeugerin in den Messehallen nach Besuchern, die zu ihrem Showcase kommen und beim Flashmob Choir mitmachen wollten. Ein Interview von Angela Ballhorn

Experiment, Klang und Intuition: hilde im Gespräch

Auf der jazzahead! 2025 trafen wir die junge Band hilde, ein Kollektiv aus vier Musikerinnen, das sich mit beeindruckender Konsequenz dem freien, experimentellen und intuitiven Musizieren widmet. Die Musik von hilde lebt vom Zusammenspiel, vom Zuhören, vom Ausloten von Klang und Form – stets offen, emotional und kompromisslos ehrlich. Ihre Stücke entstehen oft im Moment und sind Ausdruck einer musikalischen Haltung, die sich bewusst von Erwartungen löst.

Groove, Druck und Berliner Energie – Bobby Rausch im Gespräch

Bobby Rausch zählt zu den spannendsten Formationen der Berliner Szene. Mit einem Instrumentarium, das zunächst ungewöhnlich wirken mag – Baritonsaxophon, Bassklarinette und Schlagzeug – schaffen sie einen Sound, der kompromisslos, energetisch und tanzbar ist. Ihre Musik bewegt sich mühelos zwischen Hip-Hop, Jazz, Elektro und improvisierten Klangwelten. Wir haben uns mit Lutz Streun (Bassklarinette) und Nico Stallmann (Drums) unterhalten, um mehr über ihre künstlerische Vision, ihre Live-Power und die kreative Freiheit von Bobby Rausch zu erfahren. Ein Interview von Angela Ballhorn

Groove, Soul & Wurlitzer: Matti Klein im Gespräch

Während der jazzahead! 2025 in Bremen trafen wir den Berliner Pianisten und Komponisten Matti Klein – einen der profiliertesten Vertreter des modernen Groove-Jazz in Deutschland. Bekannt durch seine Arbeit mit dem Mo’ Blow-Quartett sowie zahlreichen Kollaborationen (u.a. mit Nils Landgren, Ed Motta und Jakob Manz), hat Klein mit seinem eigenen Matti Klein Soul Trio eine unverwechselbare Klangsprache entwickelt – irgendwo zwischen Jazz-Funk, Soul, Vintage-Vibes und urbaner Eleganz.

Hervé Samb im Interview

Der in Dakar geborene Gitarrist Hervé Samb ist ein Brückenbauer zwischen Kontinenten und Klangwelten. Seit seiner Ankunft in Frankreich 1998 arbeitete er mit Größen wie Marcus Miller, Pharoah Sanders oder Somi zusammen und entwickelte sich zu einer prägenden Stimme des internationalen Jazz. Mit seinem neuen Album „Jolof“ widmet er sich den Traditionen seiner senegalesischen Herkunft und verbindet sie in seinem Stil des Jazz Sabar mit der Freiheit und Energie zeitgenössischer Improvisation. Im Gespräch erzählt Samb über seine Inspirationen, die Bedeutung von „Jolof“ und warum Musik für ihn immer auch eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln ist.

Intensität und Stille – Óskar Guðjónsson im Gespräch

Der Saxophonist Óskar Guðjónsson ist oft auf deutschen Bühnen zu erleben, meist mit dem Quartett ADHD, das in Deutschland eine treue Fanbase hat. Zudem unterstützte der Saxophonist die isländische Superband Mezzoforte bei ihrem Neustart vor bald 20 Jahren. An der jazzahead! spielte er mit dem Pianisten Magnús Jóhann im Duo, die beiden haben das aktuelles Album „Fermented Friedship“.

Jens Düppe im Interview: „ism“ – Struktur, Freiheit und die Kunst des Zuhörens

Mit „ism“ veröffentlicht Jens Düppe sein mittlerweile viertes Album beim Label Enja – diesmal erweitert zum Quintett mit dem italienischen Saxophonisten Francesco Bearzatti. Im Interview spricht der Schlagzeuger über sein besonderes Konzept des „Rein- und Rauszoomens“, über Strukturen, Freiräume und die Bedeutung von Klangfarben. Ein Gespräch über Komposition, Formbewusstsein und die Kraft des Moments im modernen Jazz. Von Angela Ballhorn

Johannes Käsbach – Klanglandschaften voller Poesie

Auf jazzahead! trafen wir Johannes Käsbach – Komponist, Gitarrist, Produzent und Sänger. Im Interview spricht er über sein Klanglys-Projekt, das nordische Klangästhetik, lyrische Melodien und moderne Jazz-Elemente miteinander verbindet. Käsbach gibt Einblicke in seine musikalische Vision, erzählt von der Entstehung seiner Kompositionen und von der Suche nach dem perfekten Gleichgewicht zwischen Emotion, Atmosphäre und klanglicher Offenheit. Ein Interview von Angela Ballhorn

Klangräume in Bewegung: Nils Kugelmann im Gespräch

Nils Kugelmann zählt zu den spannendsten Stimmen der jungen deutschen Jazzszene. Auf der jazzahead! 2025 hatten wir die Gelegenheit, mit dem Bassisten und Komponisten über seine musikalische Vision, sein neues Album sowie seine Herangehensweise an Klang, Struktur und Emotion zu sprechen. Seine Musik ist tief, voller Energie und zugleich durchdacht und offen – ein Wechselspiel aus rhythmischer Spannung, lyrischer Tiefe und überraschender Leichtigkeit.

Kraftvoll, virtuos und grenzenlos: Isabelle Bodenseh im Gespräch

Während der jazzahead! 2025 sprachen wir mit der Flötistin Isabelle Bodenseh, die mit ihrer beeindruckenden Bühnenpräsenz und virtuosen Spieltechnik neue Maßstäbe für das Flötenspiel im Jazz setzt. Ob mit klassischer Querflöte, Alt- oder Bassflöte – Bodenseh bringt das oft unterschätzte Instrument in den Mittelpunkt des musikalischen Geschehens. In ihren Projekten verbindet sie kraftvollen Groove, komplexe Improvisation und südamerikanische Einflüsse mit einer unbändigen Spielfreude.

Kunst, Klang und Alpenluft – Das Jazzfestival Saalfelden im Gespräch

Im Interview sprechen Daniela Neumayer und Mario Steidl, die Leitung des renommierten Jazzfestivals Saalfelden, über Visionen, Herausforderungen und Highlights des kommenden Festivals. Zwischen alpiner Kulisse, innovativem Programm und internationaler Strahlkraft bleibt das Festival ein Ort der musikalischen Entdeckungen. Ein spannender Blick hinter die Kulissen eines der bedeutendsten Jazzereignisse Europas.

Lucía (Lucía Gutiérrez Rebolloso) im Gespräch

Im Rahmen der jazzahead! 2025 trafen wir die junge Sängerin Lucía (Lucía Gutiérrez Rebolloso) aus Veracruz, Mexiko. Die 23-Jährige gilt als eine der spannendsten Stimmen der neuen Generation – eine Künstlerin, die mühelos zwischen Jazz, lateinamerikanischer Musik und Pop balanciert und dabei eine ganz eigene Klangsprache entwickelt. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, tiefem musikalischem Verständnis und einer starken Verbindung zu ihrer kulturellen Herkunft bringt Lucía frischen Wind in die internationale Jazzszene.

Lyrik und Weite: Andreas Polyzogopoulos im Gespräch

Der griechische Trompeter Andreas Polyzogopoulos zählt zu den spannendsten Stimmen des europäischen Jazz. Auf der jazzahead! 2025 trafen wir den Musiker zum Gespräch über sein künstlerisches Selbstverständnis, aktuelle Projekte und seine musikalischen Wurzeln zwischen Jazz, Rock und traditioneller griechischer Musik. Sein Klang ist lyrisch, durchdrungen von Weite und emotionaler Tiefe. Im Interview spricht er über Improvisation als Ausdruck innerer Bilder, über Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern und über das ständige Suchen nach musikalischer Wahrhaftigkeit.

Maik Krahl – Vier gewinnt

Der Trompeter Maik Krahl konnte in Bremen sein neues Projekt vorstellen, ein akkordinstrumentloses Quartett mit Trompete, Saxophon, Bass und Schlagzeug. Das Album in der interessanten Besetzung heisst „The Magic of Consistency“ (Challenge Records). Nach einem gut besuchten Konzert im Bremer Schlachthof kam der Musiker am nächsten Morgen am jazz-fun-Stand vorbei: „Ich habe im Schlachthof gespielt, es war supervoll, das Publikum war toll, die Musik war toll. Es hat alles gut geklappt, die Energie war gut, ich bin auf den Mitschnitt gespannt.“  Ein Interview von Angela Ballhorn

Mehr als eine Messe – Götz Bühler über die jazzahead! und seine Mission für den Jazz

Was macht die jazzahead! so einzigartig? Und wie sieht die Zukunft der internationalen Jazzszene aus? Im Gespräch mit Götz Bühler, dem künstlerischen Leiter der jazzahead!, erfahren wir mehr über die Ideen, Herausforderungen und Visionen hinter Europas wichtigstem Branchentreffen für Jazz. Ein Interview über Leidenschaft, Programmgestaltung und die Kraft der Vernetzung.

Mehr Sichtbarkeit, mehr Dialog – Ein Gespräch über den Deutschen Jazzpreis

Im Rahmen der jazzahead! 2025 haben wir mit Hannes Möller (Projektleitung Deutscher Jazzpreis) und Johanna Schneider (Sängerin, Komponistin und Vorstandsmitglied der Deutschen Jazzunion) ein gemeinsames Interview geführt. Im Mittelpunkt stehen die Ziele, Entwicklungen und Herausforderungen rund um den Deutschen Jazzpreis. Das Gespräch beleuchtet die Rolle des Preises in der Szene, den Wunsch nach mehr Sichtbarkeit für Jazz in Deutschland und die Bedeutung eines transparenten, wertschätzenden Auswahlverfahrens. Ein aufschlussreicher Dialog über kulturpolitische Verantwortung, künstlerische Vielfalt und den Wandel in der deutschen Jazzlandschaft.

Offene Strukturen, tiefe Emotionen: Unleashed Cooperation im Gespräch

Bei der jazzahead! 2025 trafen wir die polnische Band Unleashed Cooperation – ein Ensemble, das sich der kreativen Freiheit, emotionaler Tiefe und einem sehr modernen Verständnis von Jazz verschrieben hat. Die Musik des Kollektivs bewegt sich zwischen Improvisation, Komposition, Groove und Atmosphäre – mit Einflüssen aus Jazz, Avantgarde, Ambient und zeitgenössischer Musik. Die Band bestehend aus einigen der spannendsten Musiker der jungen polnischen Szene, versteht sich Unleashed Cooperation als offenes Projekt, in dem die persönliche Ausdruckskraft jedes Mitglieds im Vordergrund steht.

Poesie, Präzision und Improvisation: Evgenij Zelikman im Gespräch

Auf der jazzahead! 2025 trafen wir den Pianisten und Komponisten Evgenij Zelikman, dessen musikalische Sprache sich durch tiefe emotionale Nuancen, kompositorische Klarheit und feinsinnige Improvisation auszeichnet. Zelikman, in Russland geboren und heute in Deutschland aktiv, verbindet in seinem Spiel klassische Einflüsse mit zeitgenössischem Jazz, osteuropäischen Klangfarben und einer ganz persönlichen Erzählhaltung.

Rhythmus als Stimme: Kasiva Mutua im Gespräch

Kasiva Mutua gehört zu den aufregendsten Percussionistinnen Afrikas. Die aus Kenia stammende Musikerin verbindet traditionelle ostafrikanische Rhythmen mit Elementen aus Jazz, Funk und Spoken Word – mit klarer Haltung, tiefer Verwurzelung und internationaler Strahlkraft. Im Interview auf der jazzahead! 2025 spricht sie über den Stellenwert von Rhythmus in afrikanischen Kulturen, ihre Rolle als Frau in der Percussion-Welt und darüber, wie Musik für sie zu einem Werkzeug für Empowerment und kulturellen Dialog wird.

Rhythmus, Risiko und Vision – Diego Piñera im Gespräch

Im Rahmen der jazzahead! 2025 haben wir den Schlagzeuger und Komponisten Diego Piñera zum Video-Interview getroffen. Im Gespräch erzählt er offen von seinem musikalischen Werdegang zwischen Uruguay und Deutschland, seiner künstlerischen Entwicklung und den Herausforderungen, die ein kreatives Musikerleben mit sich bringt. Dabei spricht er über seinen Umgang mit Risiko, seine persönliche Klangsprache und was es für ihn bedeutet, als improvisierender Musiker authentisch zu bleiben. Ein intensives, ehrliches Porträt eines Künstlers, der seinen ganz eigenen Weg geht.

Romantik und Avantgarde: Schubert NOW! im Gespräch

Mit Schubert NOW! führen die Harfenistin Anastasia Razvalyaeva, die Sängerin Veronika Harcsa und der Komponist und Elektronikkünstler Bálint Bolcsó das musikalische Erbe Franz Schuberts in eine neue Klangdimension. Ihr neues Album auf dem Label BMC ist nicht nur eine Hommage an den großen Romantiker, sondern auch ein künstlerisches Statement für die Gegenwart: Improvisation, experimentelle Klangfarben und genreübergreifende Gesangstechniken verbinden sich zu einer faszinierenden Neuinterpretation klassischer Lieder. Im Interview sprechen die drei Künstler:innen über kreative Prozesse, musikalische Grenzgänge und die Suche nach zeitgenössischer Ausdruckskraft.

Svante Söderqvist - Nachhaltiger Jazz

Svante Söderqvist ist Kontrabassist und Cellist, der aus dem Schatten seines Sideman-Daseins nach vorne tritt und mit THE ROCKET sein eigenes Bandprojekt vorstellt. Das besticht durch einprägsame, schlichte Melodien, die sein Trio zusammen mit Tuulikki Bartosik am Akkordeon wunderbar transparent vorträgt. Der Einsatz seiner eigenen Stimme, mit der der schwedische Musiker seine Bass- oder Cellostimmen mitsingt, gibt der Band einen ganz eigenen Sound.

Von Liebe, Optimismus und vom Tratschen der Menschen – Sunna Gunnlaugs im Gespräch

Sunna Gunnlaugs ist eine Jazzpianistin aus Island und ein umtriebiger Eckpfeiler der Szene dort, aber auch in ganz Europa und den USA unterwegs. Ihr neuestes Projekt „Ástin, Bjartsýnin Og Andskotans Blaðrið Í Fólkinu“ (sunny sky / galileo) hat – trotz Vertonung isländischer Gedichte von Jón úr Vör – mittlerweile Nachfragen aus anderen Ländern erfahren.

Zwei Visionen, ein Orchester – Christina Fuchs & Caroline Thon über das Fuchsthone Orchestra

Im Rahmen der jazzahead! 2025 sprachen wir mit Christina Fuchs und Caroline Thon, den beiden Gründerinnen und musikalischen Leiterinnen des Fuchsthone Orchestra. Seit 2019 steht das groß besetzte Ensemble für einen innovativen, genreübergreifenden Sound im Bereich des zeitgenössischen Jazz. Im Interview geben Fuchs und Thon Einblicke in ihre kompositorische Arbeit, die Herausforderungen und Chancen eines solchen Großprojekts – und sprechen über die Notwendigkeit, neue Strukturen im Jazz mutig zu gestalten. Ein Gespräch über Klangvisionen, Gleichberechtigung und die Kraft kollektiver Kreativität.

Zwischen Klangabenteuer und Klarheit – Mareille Merck im Gespräch

Auf der jazzahead! 2025 in Bremen haben wir die Gitarristin Mareille Merck zum Interview getroffen. Sie spricht mit uns über ihren Zugang zum Klang, das Zusammenspiel mit ihrer Band „Larus“, neue musikalische Einflüsse und ihren Weg als improvisierende Musikerin zwischen Tradition und Aufbruch. Ein persönliches Gespräch über kreative Prozesse, das Leben auf Tour und die Zukunft des Jazz aus der Sicht einer der spannendsten Stimmen der jungen europäischen Szene.

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