Róberta Andersen ist eine isländische Gitarristin, die in den letzten 20 Jahren mit einer Vielzahl von Künstlern der heimischen Musikszene zusammengearbeitet hat. Dazu gehören Múm, Ólöf Arnalds, Sin Fang, Julianna Barwick und Pascal Pinon. Dann ist sie auch Mitglied der Band Hist Og, die unter isländischen Jazz-Enthusiasten für Aufsehen sorgte. Hist Og wurde 2017 gegründet und spielt eine düstere Mischung aus Jazz und elektronischer Musik. Das isländische Trio besteht aus Eiríkur Orri Ólafsson an Trompete und Elektronik, Róberta Andersen an Gitarre, Bass und Synthesizer sowie Magnús Trygvason Eliassen an Schlagzeug und Percussion. Durch die Linse ihrer gemeinsamen musikalischen Sprache erkunden sie eine nachdenkliche Welt aus Improvisation, Jazz und Elektronik.
Am 29. August 2025 wird Róberta Andersen solo am Reykjavik Jazzfestival auftreten. Dort wird sie „Klassiker“ der isländischen Popmusik der 1960er bis 1980er Jahre mit amerikanischen Jazzstandards und ihren eigenen Kompositionen verbinden. Im Mittelpunkt der Performance stehen freie Improvisation und die unverwechselbare Klangwelt der E-Gitarre.
Róberta Andersen:
Das ist das erste Mal, dass ich an der jazzahead! war. Normalerweise spiele ich mit der Band Hist Og, das ist eine isländische Band mit Magnús Trygvason Eliassen am Schlagzeug und Eiríkur Orri Ólafsson an der Trompete. Eiríkur war einer der ersten Musiker, die ich getroffen habe, als ich nach Reykjavik gekommen bin. Ich bin in Akureyri aufgewachsen. Ich hatte ganz schön Angst, in die grosse Stadt zu ziehen.
jazz-fun.de:
Ganz aus dem Norden Islands – gibt es da eine Musik- oder Jazzszene?
Róberta Andersen:
Ja, auf jeden Fall!
jazz-fun.de:
Akureyri ist die zweitgrösste Stadt Islands mit Einwohnern (mit 20.000 Einwohnern).
Róberta Andersen:
Sie war es zumindest in der Zeit, als ich da aufgewachsen bin, inzwischen sind die Städte rum um Reykjavik größer als Akureyri. Als ich noch da lebte, gab es einen sehr aktiven Jazzclub. Sie haben eine Menge Musik in die Stadt importiert, das war sehr wichtig für mich, als ich aufgewachsen bin. Zum Beispiel einen Drummer wie Jim Black hören zu können, zusammen mit dem dem Saxophonisten Chris Speed und Skúli Sverrisson, der gerade wieder aus New York zurückgekommen war. Das war toll für mich, in den 90ern war es eine komplett andere Zeit, da hattest du noch nicht so viele Möglichkeiten, Musik zu sehen und hören. Manchmal fandest du etwas zufällig ein bisschen Jazz im Plattenladen, versteckt zwischen Red Hot Chili Peppers und Nirvana. Dass ich damit damit in Berührung kam, als ich 15 oder 16 war, war wichtig für mich. Ich konnte erkennen, dass ich das auch machen und schaffen kann, dass ich arbeiten und Chaotic Noise machen kann.
Mit 20 bin ich nach Reykjavik gezogen und Eiríkur war tatsächlich die erste Person, die mir über den Weg gelaufen ist. Ich war sehr unsicher, als ich nach Reykjavik gezogen bin, eine Stadt, die so viel grösser war als das, was ich gewohnt war. Eiríkur sagte zu mir „Das sind wirklich coole Schuhe….. aber nicht für dich!“ Er ist ein Witzbold, es klingt zwar extrem unhöflich, aber es war wirklich witzig. Er macht es auf eine nette Art. Das war 1998 und seither spielen wir zusammen. Meistens in Popbands wie Múm. Mit der Band waren wir in der ganzen Welt unterwegs.
Jetzt haben wir aber entscheiden, dass wir wieder mehr jazzorientierte Musik spielen wollen. Da kommen wir her, da haben wir uns getroffen. Mit Magnús ist es dieselbe Geschichte, wir waren in verschiedenen Popbands und Projekten unterwegs. Aber in Hist Og hatten wir immer unser Trio. 2017 hatte Sigur Rós ein Festival in Reykjavik und fragte, ob wir etwas für das Festival machen könnten.
Wir beschlossen, dass wir das Konzert unbedingt aufnehmen müssen und haben 2018 aufgenommen. Ab da haben wir in Island gespielt und viel komponiert. Dann kam Covid. Alles war im Lockdown, wir alle hatten inzwischen Kinder, alles wurde schwieriger. Trotzdem blieb die Band am Leben, aber wir haben noch nicht probiert, die Band ausserhalb von Island spielen zu lassen.
jazz-fun.de:
Sigtryggur Baldursson, der Vorsitzende von Iceland Music hatte in einer Rede an der Tallinn Music Week gesagt, dass es für Islands Musikszene, egal, ob Jazz, Pop oder Independent „Export or die“ heisst, weil das Land einfach zu klein ist.
Róberta Andersen:
Das tricky daran ist, dass du nicht einen kleinen Gig für wenig oder kein Geld spielen kannst, das versuchen alle. Aber es gibt ein Momentum, es gibt viel Interesse an isländischer Musik, alle Türen sind weit offen. Aber ohne Finanzierung kommst du einfach nicht weiter. Du brauchst Geld, um von der Insel wegzukommen.
jazz-fun.de:
Aber für eine kleine Insel mit wenig Einwohnern ist unglaublich viel los auf Island. Musik scheint den Menschen sehr wichtig zu sein. So viele Bands sind aus Island, so viele gute Projekte…
Wie sieht es mit neuen Alben deiner Band aus?
Róberta Andersen:
Wir haben drei Alben veröffentlicht, allerdings alle nur in Island, auf dem Label Reykjavík Record Shop. Das ist auch ein richtig netter Plattenladen in Reykjavík, den du unbedingt auschecken musst, wenn du da sein solltest. Der gehört einem Freund von mir. Wir sind dabei, unser viertes Album fertig zumachen.
jazz-fun.de:
Wann soll das erscheinen?
Róberta Andersen:
Im Herbst, wenn alles gut geht. Oder im Winter. Ich würde auf Oktober tippen, ich gebe dir Bescheid. Es hat mit der Herstellung zu tun. Aufgenommen ist alles, abgemischt, es geht nur noch um das Artwork und die Produktion. Dann brauchen wir noch den perfekten Moment zur Veröffentlichung.
jazz-fun.de:
Und wie sieht es mit Konzerten und Booking aus?
Róberta Andersen:
Wir arbeiten mit Sveinn zusammen...
jazz-fun.de:
Sveinn Snorri Sverrisson, dem einzigen Jazzbooker / Manager bisher aus Island, der auch ADHD bucht...
Róberta Andersen:
Er hilft uns weiter, es ist gut für die Szene, jemanden zu haben, der sich der Musik widmet und hilft, sie weiterzutragen.
jazz-fun.de:
Ich habe den Isländischen Botschafter Auðunn Atlason beim ADHD-Konzert in Berlin getroffen. Dass er bis zum Schluss da war, fand ich schon aussergewöhnlich.
Róberta Andersen:
Sein Vater war ein sehr berühmter Komponist, einer der wichtigen zeitgenössischen Komponisten von Island, er hatte bei Stockhausen studiert.
jazz-fun.de:
Ich glaube nicht, dass es in Deutschland einen Politiker mit so einer Familiengeschichte gibt.
Róberta Andersen:
Es ist lustig, weil wir am letzten Lyrik Festival in Reykjavík mit Kevin Winkler, einem Journalisten aus Grossbritannien darüber gesprochen haben, dass es so wenige Menschen in der Politik gibt, die irgendeine Verbindung zur Kultur haben. Das ist schon komisch...
jazz-fun.de:
Spielst du am Festival in Reykjavík?
Róberta Andersen:
Ich spiele ein Solo-Konzert, ich habe im letzten Jahr mit Hist Og gespielt.
Sveinn Snorri als Manager und Pétur vom Festival machen eine gute Arbeit. Und Sunna Gunnlaugs ist ebenfalls sehr inspirierend mit all den Sachen, die sie macht, auch mit ihrem eigenen Festival.
Das Gespräch führte Angela Ballhorn
Foto: Erik Brun
Im Rahmen der jazzahead! 2025 trafen wir die Berliner Sängerin Anna Margolina, die mit ihrem aktuellen Album „One Endless Night“ tief unter die Oberfläche klassischer Jazz-Songs taucht. Zwischen Jazz, Chanson, jüdischer Musiktradition und persönlichen Geschichten entwickelt sie eine poetische Klangwelt voller Gefühl, Tiefe und feiner Melancholie. Margolina – klassisch ausgebildet und gleichzeitig in der Jazzszene verwurzelt – überzeugt durch eine kraftvolle Stimme und eine erzählerische Ausdrucksstärke, die berührt.
Eine europäische Supergroup, die mit Eleganz, Energie und Kollektivgeist überrascht. Im Gespräch während der jazzahead! erzählen Airelle Besson, Sebastian Sternal und Jonas Burgwinkel von ihrer besonderen Chemie und dem Album „Surprise!“. Von Sarah Seidel
Im Rahmen der jazzahead! 2025 sprachen wir mit Thorsten Hesse, dem Gründer und Leiter von PINC Music – einer Plattform, die sich dem Booking, der Künstlerförderung und der Sichtbarmachung von kreativen Jazzprojekten verschrieben hat. Mit einem klaren Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und internationale Zusammenarbeit unterstützt PINC Music eine Vielzahl spannender Musiker*innen – nicht nur als Agentur, sondern auch als Partner in Sachen Strategie, Netzwerk und Entwicklung.
Während der jazzahead! 2025 hatten wir die Gelegenheit, mit dem Hamburger Bassisten und künstlerischen Leiter der JazzHall, Tilman Oberbeck, über seine vielseitige Arbeit zu sprechen. Im Interview erzählt er von seinen musikalischen Projekten, der Bedeutung der Nachwuchsförderung und den Herausforderungen, eine Bühne wie die JazzHall kuratorisch zu gestalten. Ein spannender Einblick in das Zusammenspiel von künstlerischer Vision, pädagogischem Anspruch und organisatorischem Feingefühl.
Den Kölner Jazzmusiker Clemens Orth nur auf Pianist und vielleicht noch Hammondorgelspieler zu reduzieren, greift zu kurz. Der Musiker ist mit eigenen Projekten, aber auch als Sideman beschäftigt, hat den Salon de Jazz in Köln, in dem er regelmässig Konzerte und Sessions veranstaltet. Die Räumlichkeiten fungieren auch als Studio, eine Handvoll Produktionen erscheinen pro Jahr. Die wiederum teilweise auf seinem eigenen Label erscheinen. Ein vielbeschäftigter Musiker in vielen Funktionen! Von Angela Ballhorn
Daniel Erdmann ist ein umtriebiger Saxophonist mit den unterschiedlichsten Projekten. Seine neueste Formation ist klanglich neu ausgerichtet, für die sein langjähriger musikalischer Partner Jim Hart vom Vibraphon zum Drumset wechselt. Neu dabei ist der Hammondorgelspieler Antonin Rayon. Der deutsch-französische Saxophonist wollte die klangliche Herausforderung der Jazzgeschichte erforschen, aber auch nach Unbekanntem suchen. Ein Interview von Angela Ballhorn
Die Musik des Trios ist geprägt von klarer Form, lyrischen Melodien und offener Improvisation – manchmal zart und zerbrechlich, dann wieder voller Energie und rhythmischer Tiefe. Im Interview sprechen die Musiker über ihren kompositorischen Ansatz, über Einflüsse aus der klassischen Musik und Volksmusiktradition Skandinaviens, sowie über die Bedeutung von Raum, Stille und Klang in ihrer Musik.
Bei der jazzahead! 2025 trafen wir den britischen Trompeter, Komponisten und Bandleader Henry Spencer, der mit seinem Projekt Henry Spencer & Juncture neue Maßstäbe im modernen europäischen Jazz setzt. Seine Musik verbindet cineastische Weite mit emotionaler Tiefe, expressiver Improvisation und einem bemerkenswerten Gespür für Dynamik und Melodie. In seinem Spiel vereinen sich technische Brillanz, kontrollierte Intensität und ein ganz eigener kompositorischer Zugang.
Der in Deutschland lebende italienische Gitarrist und Komponist Enrico Olivanti bewegt sich mühelos zwischen Solo-Gitarre, Jazz-Quartett und Kompositionen für große sinfonische Besetzungen. Seine Musik ist geprägt von einem tiefen Gespür für Klang, Stille und Emotion – ebenso wie von Einflüssen altchinesischer Philosophie und den Erfahrungen eines Lebens im Ausland. Im Gespräch mit Angela Ballhorn spricht Olivanti über seine künstlerische Bandbreite, seine Inspirationsquellen und die Suche nach neuen Ausdrucksformen jenseits stilistischer Grenzen. Von Angela Ballhorn
Ein Lieblingsteil der aktuellen CD „Stimmen“ der Schlagzeugerin Eva Klesse und ihrer Band war der gesungene Teil: „Unsere Chöre! Das haben wir noch nie gemacht und es hat uns total Spaß gemacht, obwohl es manchmal schief und krumm klang!“ Zum Auftritt des fantastischen Quartetts mit Evgeny Ring am Saxophon, Philip Frischkorn am Klavier und Marc Muellbauer am Bass plus den SängerInnen Michael Schiefel und Zuza Jasinska suchte die Schlagzeugerin in den Messehallen nach Besuchern, die zu ihrem Showcase kommen und beim Flashmob Choir mitmachen wollten. Ein Interview von Angela Ballhorn
Auf der jazzahead! 2025 trafen wir die junge Band hilde, ein Kollektiv aus vier Musikerinnen, das sich mit beeindruckender Konsequenz dem freien, experimentellen und intuitiven Musizieren widmet. Die Musik von hilde lebt vom Zusammenspiel, vom Zuhören, vom Ausloten von Klang und Form – stets offen, emotional und kompromisslos ehrlich. Ihre Stücke entstehen oft im Moment und sind Ausdruck einer musikalischen Haltung, die sich bewusst von Erwartungen löst.
Bobby Rausch zählt zu den spannendsten Formationen der Berliner Szene. Mit einem Instrumentarium, das zunächst ungewöhnlich wirken mag – Baritonsaxophon, Bassklarinette und Schlagzeug – schaffen sie einen Sound, der kompromisslos, energetisch und tanzbar ist. Ihre Musik bewegt sich mühelos zwischen Hip-Hop, Jazz, Elektro und improvisierten Klangwelten. Wir haben uns mit Lutz Streun (Bassklarinette) und Nico Stallmann (Drums) unterhalten, um mehr über ihre künstlerische Vision, ihre Live-Power und die kreative Freiheit von Bobby Rausch zu erfahren. Ein Interview von Angela Ballhorn
Während der jazzahead! 2025 in Bremen trafen wir den Berliner Pianisten und Komponisten Matti Klein – einen der profiliertesten Vertreter des modernen Groove-Jazz in Deutschland. Bekannt durch seine Arbeit mit dem Mo’ Blow-Quartett sowie zahlreichen Kollaborationen (u.a. mit Nils Landgren, Ed Motta und Jakob Manz), hat Klein mit seinem eigenen Matti Klein Soul Trio eine unverwechselbare Klangsprache entwickelt – irgendwo zwischen Jazz-Funk, Soul, Vintage-Vibes und urbaner Eleganz.
Der in Dakar geborene Gitarrist Hervé Samb ist ein Brückenbauer zwischen Kontinenten und Klangwelten. Seit seiner Ankunft in Frankreich 1998 arbeitete er mit Größen wie Marcus Miller, Pharoah Sanders oder Somi zusammen und entwickelte sich zu einer prägenden Stimme des internationalen Jazz. Mit seinem neuen Album „Jolof“ widmet er sich den Traditionen seiner senegalesischen Herkunft und verbindet sie in seinem Stil des Jazz Sabar mit der Freiheit und Energie zeitgenössischer Improvisation. Im Gespräch erzählt Samb über seine Inspirationen, die Bedeutung von „Jolof“ und warum Musik für ihn immer auch eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln ist.
Der Saxophonist Óskar Guðjónsson ist oft auf deutschen Bühnen zu erleben, meist mit dem Quartett ADHD, das in Deutschland eine treue Fanbase hat. Zudem unterstützte der Saxophonist die isländische Superband Mezzoforte bei ihrem Neustart vor bald 20 Jahren. An der jazzahead! spielte er mit dem Pianisten Magnús Jóhann im Duo, die beiden haben das aktuelles Album „Fermented Friedship“.
Mit „ism“ veröffentlicht Jens Düppe sein mittlerweile viertes Album beim Label Enja – diesmal erweitert zum Quintett mit dem italienischen Saxophonisten Francesco Bearzatti. Im Interview spricht der Schlagzeuger über sein besonderes Konzept des „Rein- und Rauszoomens“, über Strukturen, Freiräume und die Bedeutung von Klangfarben. Ein Gespräch über Komposition, Formbewusstsein und die Kraft des Moments im modernen Jazz. Von Angela Ballhorn
Auf jazzahead! trafen wir Johannes Käsbach – Komponist, Gitarrist, Produzent und Sänger. Im Interview spricht er über sein Klanglys-Projekt, das nordische Klangästhetik, lyrische Melodien und moderne Jazz-Elemente miteinander verbindet. Käsbach gibt Einblicke in seine musikalische Vision, erzählt von der Entstehung seiner Kompositionen und von der Suche nach dem perfekten Gleichgewicht zwischen Emotion, Atmosphäre und klanglicher Offenheit. Ein Interview von Angela Ballhorn
Róberta Andersen ist eine isländische Gitarristin, die in den letzten 20 Jahren mit einer Vielzahl von Künstlern der heimischen Musikszene zusammengearbeitet hat. Dazu gehören Múm, Ólöf Arnalds, Sin Fang, Julianna Barwick und Pascal Pinon. Dann ist sie auch Mitglied der Band Hist Og, die unter isländischen Jazz-Enthusiasten für Aufsehen sorgte.
Nils Kugelmann zählt zu den spannendsten Stimmen der jungen deutschen Jazzszene. Auf der jazzahead! 2025 hatten wir die Gelegenheit, mit dem Bassisten und Komponisten über seine musikalische Vision, sein neues Album sowie seine Herangehensweise an Klang, Struktur und Emotion zu sprechen. Seine Musik ist tief, voller Energie und zugleich durchdacht und offen – ein Wechselspiel aus rhythmischer Spannung, lyrischer Tiefe und überraschender Leichtigkeit.
Während der jazzahead! 2025 sprachen wir mit der Flötistin Isabelle Bodenseh, die mit ihrer beeindruckenden Bühnenpräsenz und virtuosen Spieltechnik neue Maßstäbe für das Flötenspiel im Jazz setzt. Ob mit klassischer Querflöte, Alt- oder Bassflöte – Bodenseh bringt das oft unterschätzte Instrument in den Mittelpunkt des musikalischen Geschehens. In ihren Projekten verbindet sie kraftvollen Groove, komplexe Improvisation und südamerikanische Einflüsse mit einer unbändigen Spielfreude.
Im Interview sprechen Daniela Neumayer und Mario Steidl, die Leitung des renommierten Jazzfestivals Saalfelden, über Visionen, Herausforderungen und Highlights des kommenden Festivals. Zwischen alpiner Kulisse, innovativem Programm und internationaler Strahlkraft bleibt das Festival ein Ort der musikalischen Entdeckungen. Ein spannender Blick hinter die Kulissen eines der bedeutendsten Jazzereignisse Europas.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 trafen wir die junge Sängerin Lucía (Lucía Gutiérrez Rebolloso) aus Veracruz, Mexiko. Die 23-Jährige gilt als eine der spannendsten Stimmen der neuen Generation – eine Künstlerin, die mühelos zwischen Jazz, lateinamerikanischer Musik und Pop balanciert und dabei eine ganz eigene Klangsprache entwickelt. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, tiefem musikalischem Verständnis und einer starken Verbindung zu ihrer kulturellen Herkunft bringt Lucía frischen Wind in die internationale Jazzszene.
Der griechische Trompeter Andreas Polyzogopoulos zählt zu den spannendsten Stimmen des europäischen Jazz. Auf der jazzahead! 2025 trafen wir den Musiker zum Gespräch über sein künstlerisches Selbstverständnis, aktuelle Projekte und seine musikalischen Wurzeln zwischen Jazz, Rock und traditioneller griechischer Musik. Sein Klang ist lyrisch, durchdrungen von Weite und emotionaler Tiefe. Im Interview spricht er über Improvisation als Ausdruck innerer Bilder, über Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern und über das ständige Suchen nach musikalischer Wahrhaftigkeit.
Der Trompeter Maik Krahl konnte in Bremen sein neues Projekt vorstellen, ein akkordinstrumentloses Quartett mit Trompete, Saxophon, Bass und Schlagzeug. Das Album in der interessanten Besetzung heisst „The Magic of Consistency“ (Challenge Records). Nach einem gut besuchten Konzert im Bremer Schlachthof kam der Musiker am nächsten Morgen am jazz-fun-Stand vorbei: „Ich habe im Schlachthof gespielt, es war supervoll, das Publikum war toll, die Musik war toll. Es hat alles gut geklappt, die Energie war gut, ich bin auf den Mitschnitt gespannt.“ Ein Interview von Angela Ballhorn
Manon Mullener, 1997 im schweizerischen Fribourg geborene Jazzpianistin, ist eine Weltenbummlerin. Aus einer musikalischen Familie stammend, verbrachte sie als Kind Zeit in Kuba und war so fasziniert, dass sie als 17jährige zurückging, um Sprache und Musik zu lernen.
Was macht die jazzahead! so einzigartig? Und wie sieht die Zukunft der internationalen Jazzszene aus? Im Gespräch mit Götz Bühler, dem künstlerischen Leiter der jazzahead!, erfahren wir mehr über die Ideen, Herausforderungen und Visionen hinter Europas wichtigstem Branchentreffen für Jazz. Ein Interview über Leidenschaft, Programmgestaltung und die Kraft der Vernetzung.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 haben wir mit Hannes Möller (Projektleitung Deutscher Jazzpreis) und Johanna Schneider (Sängerin, Komponistin und Vorstandsmitglied der Deutschen Jazzunion) ein gemeinsames Interview geführt. Im Mittelpunkt stehen die Ziele, Entwicklungen und Herausforderungen rund um den Deutschen Jazzpreis. Das Gespräch beleuchtet die Rolle des Preises in der Szene, den Wunsch nach mehr Sichtbarkeit für Jazz in Deutschland und die Bedeutung eines transparenten, wertschätzenden Auswahlverfahrens. Ein aufschlussreicher Dialog über kulturpolitische Verantwortung, künstlerische Vielfalt und den Wandel in der deutschen Jazzlandschaft.
Bei der jazzahead! 2025 trafen wir die polnische Band Unleashed Cooperation – ein Ensemble, das sich der kreativen Freiheit, emotionaler Tiefe und einem sehr modernen Verständnis von Jazz verschrieben hat. Die Musik des Kollektivs bewegt sich zwischen Improvisation, Komposition, Groove und Atmosphäre – mit Einflüssen aus Jazz, Avantgarde, Ambient und zeitgenössischer Musik. Die Band bestehend aus einigen der spannendsten Musiker der jungen polnischen Szene, versteht sich Unleashed Cooperation als offenes Projekt, in dem die persönliche Ausdruckskraft jedes Mitglieds im Vordergrund steht.
Auf der jazzahead! 2025 trafen wir den Pianisten und Komponisten Evgenij Zelikman, dessen musikalische Sprache sich durch tiefe emotionale Nuancen, kompositorische Klarheit und feinsinnige Improvisation auszeichnet. Zelikman, in Russland geboren und heute in Deutschland aktiv, verbindet in seinem Spiel klassische Einflüsse mit zeitgenössischem Jazz, osteuropäischen Klangfarben und einer ganz persönlichen Erzählhaltung.
Kasiva Mutua gehört zu den aufregendsten Percussionistinnen Afrikas. Die aus Kenia stammende Musikerin verbindet traditionelle ostafrikanische Rhythmen mit Elementen aus Jazz, Funk und Spoken Word – mit klarer Haltung, tiefer Verwurzelung und internationaler Strahlkraft. Im Interview auf der jazzahead! 2025 spricht sie über den Stellenwert von Rhythmus in afrikanischen Kulturen, ihre Rolle als Frau in der Percussion-Welt und darüber, wie Musik für sie zu einem Werkzeug für Empowerment und kulturellen Dialog wird.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 haben wir den Schlagzeuger und Komponisten Diego Piñera zum Video-Interview getroffen. Im Gespräch erzählt er offen von seinem musikalischen Werdegang zwischen Uruguay und Deutschland, seiner künstlerischen Entwicklung und den Herausforderungen, die ein kreatives Musikerleben mit sich bringt. Dabei spricht er über seinen Umgang mit Risiko, seine persönliche Klangsprache und was es für ihn bedeutet, als improvisierender Musiker authentisch zu bleiben. Ein intensives, ehrliches Porträt eines Künstlers, der seinen ganz eigenen Weg geht.
Mit Schubert NOW! führen die Harfenistin Anastasia Razvalyaeva, die Sängerin Veronika Harcsa und der Komponist und Elektronikkünstler Bálint Bolcsó das musikalische Erbe Franz Schuberts in eine neue Klangdimension. Ihr neues Album auf dem Label BMC ist nicht nur eine Hommage an den großen Romantiker, sondern auch ein künstlerisches Statement für die Gegenwart: Improvisation, experimentelle Klangfarben und genreübergreifende Gesangstechniken verbinden sich zu einer faszinierenden Neuinterpretation klassischer Lieder. Im Interview sprechen die drei Künstler:innen über kreative Prozesse, musikalische Grenzgänge und die Suche nach zeitgenössischer Ausdruckskraft.
Der Schlagzeuger und Komponist Srdjan Ivanovic (1983) vermischt Modern Jazz mit dem musikalischen Erbe des Balkans. Das lässt er in seine verschiedensten Projekte einfliessen. Vom Trio bis zur kompletten Bigband hat der Serbe alle Besetzungen anzubieten. Aktuell zur jazzahead! brachte er sein aktuelles Album „Modular“ (Rue Des Balkans) mit. Von Angela Ballhorn
Svante Söderqvist ist Kontrabassist und Cellist, der aus dem Schatten seines Sideman-Daseins nach vorne tritt und mit THE ROCKET sein eigenes Bandprojekt vorstellt. Das besticht durch einprägsame, schlichte Melodien, die sein Trio zusammen mit Tuulikki Bartosik am Akkordeon wunderbar transparent vorträgt. Der Einsatz seiner eigenen Stimme, mit der der schwedische Musiker seine Bass- oder Cellostimmen mitsingt, gibt der Band einen ganz eigenen Sound.
Sunna Gunnlaugs ist eine Jazzpianistin aus Island und ein umtriebiger Eckpfeiler der Szene dort, aber auch in ganz Europa und den USA unterwegs. Ihr neuestes Projekt „Ástin, Bjartsýnin Og Andskotans Blaðrið Í Fólkinu“ (sunny sky / galileo) hat – trotz Vertonung isländischer Gedichte von Jón úr Vör – mittlerweile Nachfragen aus anderen Ländern erfahren.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 sprachen wir mit Christina Fuchs und Caroline Thon, den beiden Gründerinnen und musikalischen Leiterinnen des Fuchsthone Orchestra. Seit 2019 steht das groß besetzte Ensemble für einen innovativen, genreübergreifenden Sound im Bereich des zeitgenössischen Jazz. Im Interview geben Fuchs und Thon Einblicke in ihre kompositorische Arbeit, die Herausforderungen und Chancen eines solchen Großprojekts – und sprechen über die Notwendigkeit, neue Strukturen im Jazz mutig zu gestalten. Ein Gespräch über Klangvisionen, Gleichberechtigung und die Kraft kollektiver Kreativität.
Sie war erste Flötistin im renommierten Metropole Orkest, leitete Jazzabteilungen an Hochschulen und bringt heute ihre Erfahrung als künstlerische Projektmanagerin in die Talentförderung beim Metropole Orkest ein.
Auf der jazzahead! 2025 in Bremen haben wir die Gitarristin Mareille Merck zum Interview getroffen. Sie spricht mit uns über ihren Zugang zum Klang, das Zusammenspiel mit ihrer Band „Larus“, neue musikalische Einflüsse und ihren Weg als improvisierende Musikerin zwischen Tradition und Aufbruch. Ein persönliches Gespräch über kreative Prozesse, das Leben auf Tour und die Zukunft des Jazz aus der Sicht einer der spannendsten Stimmen der jungen europäischen Szene.
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