M.E.A.N. - Drei

M.E.A.N. - Drei
M.E.A.N. - Drei

M.E.A.N.
Drei

Erscheinungstermin: 12.10.2023
Label: JazzHausMusik, 2023

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jazz-fun`s recap:

Das ist keine Überraschung, hier ist alles anders, neu, voller Schwung und toller Ideen. Es fehlen nicht die großartigen Gitarrensoli von Werner Neumann, mit denen er die Jazz-Rock-Schablone deutlich sprengt. Dazu kommt ein tolles Schlagzeugsolo von Dominique Ehlert, und Martin Auer und Matthias Eichhorn wechseln sich an den acht Instrumenten ab. Ein Riesenspaß und tolle Musik! Ein weiteres M.E.A.N.-Album, das noch lange in meinem Player bleiben wird.

Dominique Ehlert - dr
Martin Auer - tp, flh, ptp, vtrb
Matthias Eichhorn - db, eb, vc, tuba
Werner Neumann - g, keys

Nach „Clara Park“ (JHM 242) ist „drei“ die zweite M.E.A.N.-Produktion auf JHM und die dritte der Band insgesamt. Die im Bandmittelpunkt Leipzig realisierten Aufnahmen präsentieren mit Cello, Kontrabass, E-Bass, Tuba, diversen E-Gitarren und Trompeten ein facettenreiches, außergewöhnliches Instrumentalambiente.

Der Bandname M.E.A.N. setzte sich anfänglich aus den Initialen der vier Musiker-Nachnamen zusammen, mittlerweile erscheinen jedoch auch die Zweitbedeutungen des Begriffs, „böse, gemein, bissig“ repräsentativ für die Ausrichtung des Bandkonzepts. Die Kollegen von M.E.A.N. zeigen mit dieser Produktion schon wieder einmal nicht das, was manche von ihnen erwarten würden: nicht die üblichen Improvisationsparameter vieler zu oft gespielter Jazz-Standards des „Great American Songbooks“, nicht diese so dauerhaft berechenbare Abfolge der Themen- und Solostrukturen, nicht die Ansiedlung des Soundkonzepts der Band innerhalb eines klar umgrenzten, spätestens nach dem zweiten Track leicht auszurechnenden Klangbilds.

M.E.A.N. bleibt sich treu und überrascht wieder einmal auf ganzer Linie: ausschließlich eigenes Material, Kreativstrukturen, angesiedelt im weiten Bereich zwischen Contemporary Jazz, pulsierendem Rock und - wie die Musiker wahrscheinlich sagen würden – „allem, was musikalisch Spaß macht“. Die Kollegen überraschen in einem nicht vorherzusehenden Maße mit einem Mix an Ausdrucksparametern: Rockiges trifft auf Jazz, Ska auf Punk - und dann sind da noch die vergnüglich zu ortenden bayerischen Ursprünge des Trompeters Martin Auer. Varianten, die einer Band wie M.E.A.N. eine unverwechselbare Soundkennung verleihen, die Individualität und Unterschiedlichkeit der vier Musiker aber auch keineswegs verleugnen.

Und die Herkunft der vier Musiker läßt sich im Stücke-Ambiente des Albums sehr gut nachvollziehen: Martin Auers „A.M. Boss“ spielt mit Polka und Marsch, Matze Eichhorn widmet sein „Steigerlied“ den Bergwerksarbeitern Thüringens, Werner Neumann beweist seine ruhrpottsche Herkunft über „Hömma“ und „Coal Miners“, und „Glass“ ist eine Hommage an den japanischen Pianisten Ryuichi Sakamoto und Alejandro Iñárritus Film „The Revenant“. Immer auf der Suche nach spannenden Kommunikationsbereichen im Bereich zwischen Groove, Improvisation und vorstrukturiertem Material bewegt sich die Musik auf höchstem instrumentalem und energetischem Niveau, kommt begeisternd undogmatisch daher und erscheint in jeder Situation originell.

Text: JazzHausMusik

  1. Hömma
  2. Prometheus
  3. Coal Miners
  4. Mean Bean
  5. Das Auge Saurons
  6. Grave
  7. Steigerlied
  8. A.M. Boss
  9. Glass
  10. Digger
  11. We Are the Champions

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