Mateusz Smoczyński - Fallen Angel

Mateusz Smoczyński - Fallen Angel - Album cover
Mateusz Smoczyński - Fallen Angel

Mateusz Smoczyński
Fallen Angel

Erscheinungstermin: 12.12.2025
Label: Warner, 2025

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jazz-fun`s recap:

Mateusz Smoczyński ist ein außergewöhnlicher Musiker. Als Geiger spielte und nahm er mit zahlreichen Größen der internationalen Musikszene auf – unter anderem im Duo mit Joachim Kühn (Speaking Sound). Mit „Fallen Angel“ legt er nun ein weiteres Projekt vor, das stärker in der klassischen Musik verwurzelt ist als im Jazz, dabei aber dessen Denkweise und Freiheit konsequent mitträgt.

Die Einladung von Dominik Wania erweist sich dabei als Glücksgriff: So entsteht nicht nur ein großformatiges musikalisches Werk, sondern zugleich die Begegnung zweier eigenständiger, tief reflektierender Virtuosen, die sich auf Augenhöhe begegnen.

Schon in den ersten Takten entfaltet die Musik eine eindrucksvolle orchestrale Präsenz. Smoczyńskis Kompositionen stehen fest in der klassischen Tradition, öffnen aber immer wieder Räume, in denen sich die Solisten frei bewegen können. Hier finden sich rhythmische und melodische Bezüge zum Jazz ebenso wie – überraschend und zugleich vollkommen organisch – Anklänge an Rock und dessen energetische Impulse.

Bemerkenswert ist, wie selbstverständlich diese stilistischen Übergänge wirken. Nichts klingt aufgesetzt oder konstruiert, nichts fordert Aufmerksamkeit um ihrer selbst willen. Die Einflüsse sind nicht sofort greifbar, aber deutlich spürbar – sie wirken unterschwellig, prägen den Charakter der Musik und verleihen ihr Tiefe und Spannung.

Mit „Fallen Angel“ gelingt Smoczyński erneut ein Werk von großer Geschlossenheit. Er bewegt sich souverän auf den Pfaden der Klassik, ohne auf die Freiheit des Jazz oder die Kraft rockiger Riffs zu verzichten. Erst nach dem konzentrierten Hören der gesamten Aufnahme wird einem bewusst, durch wie viele musikalische Räume man gerade geführt wurde.

Ein intensives, vielschichtiges Hörerlebnis – und eine klare Empfehlung für alle, die Musik jenseits enger Genregrenzen lieben.

(Jacek Brun, 14.12.2025)

Besetzung

Mateusz Smoczyński — skrzypce
Dominik Wania — fortepian

Polnisches Rundfunkorchester in Warschau
Michał Klauza – Dirigent

Symphonische Wucht, jazzige Freiheit – „Fallen Angel“ von Mateusz Smoczyński

Mit „Fallen Angel“ legt der polnische Geiger, Komponist und Improvisator Mateusz Smoczyński sein zweites symphonisches Album vor – und führt damit konsequent den Weg fort, den er mit „Adam’s Apple“ (Warner Music, 2024) eingeschlagen hat. Schon dieses Werk markierte ein neues Kapitel in seinem Schaffen; Fallen Angel vertieft und erweitert diese künstlerische Sprache nun deutlich.

Aufgenommen wurde das Konzert mit dem Polnischen Rundfunkorchester in Warschau unter der Leitung von Michał Klauza, gemeinsam mit dem Pianisten Dominik Wania, einem der profiliertesten Jazzmusiker Polens. Er übernimmt hier die Klavierstimme, die ursprünglich Janusz Olejniczak – dem das Werk gewidmet ist – bei der Uraufführung spielte.

Den Auftakt des Albums bildet der vierte Satz des Konzerts: „Fire“. Dieser Abschnitt ist der energetischste und radikalste Teil der achtteiligen Komposition. Pulsierende Orchesterflächen treffen auf ein rhythmisch vorwärtsdrängendes Klavier, während Smoczyńskis elektrisierte Violine mit expressiven Improvisationen förmlich explodiert. Die Musik entwickelt eine fast tranceartige Intensität – voller Spannung, Dynamik und innerem Druck.

Das Konzert für Violine, Klavier und Symphonieorchester bewegt sich bewusst zwischen Welten: Jazzimprovisation und symphonische Dramatik stehen hier gleichberechtigt nebeneinander. Smoczyński lässt sich dabei sowohl von John Adams’ provokativer Frage „Must the Devil Have All the Good Tunes?“ als auch vom biblischen Motiv von Rebellion, Fall und Erlösung inspirieren.

Formal bleibt das Werk der klassischen Konzerttradition verpflichtet, inhaltlich jedoch öffnet es sich weit: Einflüsse von Chopin, Brahms und Szymanowski treffen auf Elemente zeitgenössischer Rockmusik und die Freiheit des Jazz. Zwei Solostimmen stehen im Zentrum – Violine und Klavier –, die nicht konkurrieren, sondern im permanenten Dialog eine dichte musikalische Erzählung entfalten.

„Fallen Angel“ ist letztlich mehr als ein Konzert: eine musikalische Parabel über innere Zerrissenheit, Kontrollverlust und Hoffnung. Smoczyński führt sein Publikum durch extreme Klangräume und verbindet dabei orchestrale Wucht mit improvisatorischer Freiheit – persönlich, kompromisslos und stilistisch offen. Ein Werk, das zeigt, wie selbstverständlich sich Jazzdenken und symphonisches Schreiben heute verbinden lassen.

Text: Warner

Titelliste

  1. The Fall
  2. Devil’s Whispers
  3. Psalm
  4. Fire
  5. Violin Cadenza
  6. Elegy
  7. Piano Cadenza
  8. Redemption
  9. Piano Cadenza (Alternate Take)

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