Peter Fulda – Auf der Suche nach neuen Klangwelten

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Peter Fulda, Foto: Michael Eckstein

Biographie

Für Peter Fulda ist Musik kein festes System, sondern ein offener Denkraum. Seine Kompositionen bewegen sich zwischen Improvisation und sorgfältiger Konstruktion, zwischen europäischer Jazztradition, Neuer Musik und kulturellen Einflüssen aus unterschiedlichsten Teilen der Welt. Wer seine Werke hört, begegnet keinem stilistischen Konzept, sondern einer künstlerischen Haltung: der permanenten Suche nach neuen Klangwelten.

Der 1968 in Schwabach geborene Pianist, Komponist und Arrangeur gehört seit vielen Jahren zu den eigenständigsten Persönlichkeiten der deutschen Kreativmusik. Obwohl seine musikalische Heimat im europäischen Jazz liegt, reicht sein Interesse weit darüber hinaus. Mittelalterliche Motetten, klassische nordindische Ragas oder zeitgenössische Spektralmusik werden für ihn zu Inspirationsquellen, die sich in seinen Werken auf ganz eigene Weise begegnen.

Seine Ausbildung absolvierte Fulda zunächst im Jazzklavier bei Chris Beier in Würzburg, bevor er von 1992 bis 1994 Jazz-Komposition an der Hochschule für Musik Köln studierte. Bereits in dieser Zeit entwickelte sich seine Vorstellung von Musik als offenes System, das sich stilistischen Grenzen entzieht.

Seit 1992 arbeitet Fulda kontinuierlich mit seinem Peter Fulda Trio, das bis heute einen zentralen Bestandteil seines künstlerischen Schaffens bildet. Parallel entstanden zahlreiche Projekte für unterschiedlichste Besetzungen – von Soloprogrammen über Kammerensembles bis hin zu groß angelegten Werken für Bigband, Chor und Orchester. Insgesamt entwickelte er inzwischen rund dreißig eigenständige Programme, darunter mehrere vollständige Bigband-Kompositionen.

Dabei erschafft jedes Projekt eine eigene klangliche Welt. Fulda beschäftigt sich mit imaginären Kulturen, spirituellen Themen und literarischen Stoffen ebenso wie mit historischen Komponisten. Werke von Henry Purcell oder Arnold Schönberg erscheinen in seinen Bearbeitungen aus einer neuen Perspektive, während Projekte über Engellegenden oder Franz Kafka musikalische und erzählerische Ebenen miteinander verbinden.

Neben seiner Tätigkeit als Pianist arbeitet Peter Fulda regelmäßig mit bedeutenden Musikerinnen und Musikern der europäischen Jazzszene zusammen. Dazu gehören unter anderem Céline Rudolph, Michael Wollny, Nils Wogram, Bill Elgart, Henning Sieverts, Rebecca Trescher, Leszek Zadło und Sajal Karmakar.

Ein weiterer wichtiger Schritt war 2010 die Gründung des Vereins Metropolmusik, der sich der Förderung kreativer Musik in der Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen widmet. Bereits ein Jahr später gründete Fulda sein eigenes Label label11, auf dem nicht nur seine eigenen Produktionen erscheinen, sondern auch Werke anderer kreativer Musikerinnen und Musiker. Viele dieser Produktionen entstehen in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk.

Seit 2001 lehrt Peter Fulda Komposition, Arrangement und Musiktheorie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Seine pädagogische Arbeit wurde 2021 mit dem Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre ausgezeichnet.

Für sein künstlerisches Schaffen erhielt Fulda zahlreiche Preise und Ehrungen. Bereits früh gewann er den Biberacher Jazzpreis (1990) sowie den Jazzpreis Burghausen (1992). Es folgten der Wolfram-von-Eschenbach-Kulturförderpreis, der Kulturpreis der Stadt Nürnberg sowie ein Artist-in-Residence-Stipendium in Montréal. Seine Produktionen wurden mehrfach für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert.

Peter Fulda zählt heute zu den Musikern, die den europäischen Jazz konsequent weiterdenken. Seine Werke verbinden kompositorische Präzision mit improvisatorischer Freiheit und eröffnen Räume, in denen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Musik begegnen.

Künstlerische Handschrift

Peter Fulda versteht Komposition als Entdeckungsreise. Seine Musik verbindet den europäischen Jazz mit Einflüssen aus Neuer Musik, außereuropäischen Traditionen und literarischen Stoffen. Charakteristisch sind dichte Klangfarben, außergewöhnliche Besetzungen und die Suche nach neuen Formen zwischen Improvisation und Komposition.

Diskographie

  • icons – Peter Fulda Trio (label11, 2024)
  • Luminescent – Elisabeth Coudoux / Peter Fulda / Bill Elgart (label11, 2020)
  • Orpheus Has Just Left the Building (label11, 2020)
  • I Am With You – Sextet & Quartet feat. Pegelia Gold (label11, 2019)
  • Shrink – Peter Fulda Trio feat. Nils Wogram (label11, 2019)
  • Moaning Songs – Sunday Night Orchestra Plays Music by Peter Fulda (label11, 2011)
  • Blackflash – Peter Fulda Solo (label11, 2011)
  • 8rituals – Peter Fulda Quintet (Konnex Records, 2008)
  • Little Box Of Sea-Wonders – Peter Fulda Trio (Jazz n' Arts, 2003)
  • The Nightmind – Peter Fulda Trio (Jazz n' Arts, 2002)
  • Silent Dances – Peter Fulda Trio feat. Céline Rudolph (1999)
  • The Next Last Wave – Peter Fulda Solo (1997)
  • Tarot Suite 1992 – Peter Fulda Trio (A+P Musikproduktion, 1994)

Links

Peter Fulda Internetseite:
https://www.peter-fulda.com

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