Robben Ford

Robben Ford
Robben Ford, Foto: Mascha Photography

Biographie

Robben Ford (* 16. Dezember 1951 in Woodlake, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Blues-, Jazz- und Rockgitarrist.

Robben Ford wurde 1951 in Woodlake (Kalifornien) geboren und wuchs als dritter von vier Söhnen in einer musikalischen Familie im Ort Ukiah auf. Sein Vater Charles war ein Country- und Western-Sänger und Gitarrist bevor er der Army beigetreten ist und geheiratet hat. Kathryn, Robbens Mutter, spielte Klavier und hatte eine schöne Singstimme. Robbens erstes Instrument war das Saxophon, welches er ab dem Alter von 10 Jahren bis in seine frühen Zwanziger spielte. Nachdem er die beiden Gitarristen der Paul Butterfield Blues Band, Michael Bloomfield und Elvin Bishop hörte, began er, sich mit 13 Jahren selbst die Gitarre beizubringen. In den späten 1960ern besuchte Ford oft die Fillmore und Winterland Konzerthallen, um Jimi Hendrix, Eric Clapton, Cream, Led Zeppelin, Albert King, B.B. King und andere Vorreiter des Blues zu sehen. “Es war eine unglaubliche Zeit für die elektrische Gitarre”, erinnert sich Robben.

Robben sagt über sein Interesse am Jazz: “Erst verliebte ich mich in das Saxophon-Spiel von Paul Desmond und dem Dave Brubeck Quartet und entdeckte dann schnell auch Ornette Coleman, Archie Shepp, Yusef Lateef, Roland Kirk, John Coltrane, Wayne Shorter und natürlich Miles Davis.” Diese Einflüsse zeigen sich in seinem besonderen Mix aus Jazz und Blues, der sein Spiel geformt hat und durch den er seine Fähigkeit, in verschiedensten Genres zu spielen, gewonnen hat.

Nach seinem Highschool-Abschluss gründete er mit seinen Brüdern Patrick (Schlagzeug) und Mark (Mundharmonika) “The Charles Ford Band” – benannt nach ihrem Vater und aufgenommen für das Arhoolie Label. Robben Ford (Gitarre und Saxophon) und Patrick gingen auf Tour mit dem Chicagoer Mundharmonikaspieler Charlie Musselwhite.

Robbens erster Anlauf, sein eigenes Jazz-Quartett zu gründen, wurde von dem legendären Blues-Sänger Jimmy Witherspoon bemerkt, was Robben nach L.A. brachte. Er ging mit Witherspoon in den USA und Europa auf Tournee, wo ihn Tom Scott und Mitglieder der Band The L.A. Express sahen, die gerade zu einer Promo-Tour mit Joni Mitchell für ihr neues Album “Court and Spark” aufbrechen wollten. Sie luden Robben ein, auf der Tour Gitarre zu spielen. Er spielte auch auf zwei Aufnahmen mit Mitchell und The L.A. Express. “Die zwei Jahre, die ich mit Joni verbracht habe, haben mich musikalische wirklich geformt. Joni war einfach genial und auch sehr zugänglich und die Mitglieder von The L.A. Express sind ebenfalls gute Freunde und Lehrer geworden. Es war toll.”

George Harrison, seines Zeichens Mitglied der Beatles, lud Robben Ford ein, mit auf seine Dark Horse Tour durch die USA und Kanada zu kommen, was sein musikalisches Profil noch mehr stärkte. Nach diesen zwei Monaten mit Harrison zog Robben nach Colorado, und legte eine Pause von der Musik ein, um sich mit dem buddhistischen Lehrer Chogyam Trungpa weiterzubilden. 1977 kam Elektra Records auf ihn zu, woraufhin er sein erstes Solo-Album “The Inside Story” mit einer Gruppe an Musikern aufzunehmen, die später Yellowjackets heißen sollte.

Elektra musste Anfang der 1980er schließen, was unsicher Zeiten nach sich zog. Robben zog nach San Francisco, um näher bei seiner Familie und seiner frühen musikalischen Phase zu sein. Bald nahm seine Karriere wieder an Fahrt auf: Aufnahmen und Touren mit Michael McDonald, ein Vertrag bei Warner Brothers Records, das Kennenlernen seiner zukünftigen Ehefrau, Schauspielerin Anne Kerry. Sie veröffentlichten drei gemeinsame Alben auf ihrem eigenen Label Illyria. Erwähnenswert ist auch die gemeinsame Performance von Weill-Songs mit der WDR Big band auf MusikTriennale Köln.

Nachdem er zurück nach New York gezogen war, wurde Robben Ford von der Musiklegende Miles Davis eingeladen, um mit ihm zu spielen.

“Der Produzent Tommy LiPuma hat Miles meine Sachen mit den Yellowjackets vorgespielt und drei Tage später hat Miles mich selbst angerufen und gefragt, ob ich in seiner Band spielen will. Unglaublich!”, erinnert sich Robben. Er bedauerte, Miles schon nach sechs Monaten wieder verlassen zu müssen, um seine Pflichten bei Warner Brothers wahrzunehmen. Miles sagte ihm aber, dass er jederzeit zurückkehren könne.

Für seine erste Veröffentlichung bei Warner Brothers, “Talk To Your Daughter” erhielt er seine erste Grammy-Nominierung (Best Contemporary Blues Recording) und ging auf Welttournee unter eigenem Namen. Er lebte nach wie vor in New York und unterstütze David Sanborn in der TV-Show “Night Music”, in der Sanborn viele Musiker und Musikerinnen präsentierte. Robben ging mit ihm 1990 auf Tour und zog danach wieder nach Südkalifornien, um näher bei seiner Band zu sein.

Robben Ford wechselte von Warner Brothers zu Stretch/GRP Records, wo er endlich ein Zuhause für seine Kreativität fand. Er nahm drei Alben mit seiner Band The Blue Line (Tom Brechtlein am Schlagzeug und Roscoe Beck am Bass) auf. Nach acht guten Jahren trennte sich Robben von der Band und nahm noch zwei weitere Alben beim gleichen Label, welches mittlerweile Stretch/Blue Thumb hieß, auf: “Tiger Walk”, ein instrumentals Album, was in New York mit Keith Richards Rhythm Section produziert wurde und “Supernatural”, sein bis zu diesem Zeitpunkt vollendetstes Album als Songwriter.

Im Jahr 2000 nahmen Phil Lesh (and Friends) Robben mit auf eine Tour mit Bob Dylan, wodurch er erneut mit Billy Paine und Paul Barrere von Little Feat sowie Schlagzeuger John Molo arbeitete. “Diese Erfahrung gab mir einen neuen Eindruck von Jerry Garcia als Musiker und Songwriter. Die Songs waren einfach gut – echte Gitarrenmusik!”

Als sein Vertrag mit Stretch/Blue Thumb zu Ende ging, ging er zu Concord Records, dem größten Indielabel damals. 2002 veröffentlichte er “Blue Moon” und 2003 “Keep On Running”, ein Album voll von 60er Blues/R&B, mit dem er aufgewachsen war. Die dritte Veröffentlichung bei Concord hieß “Truth”. “Ich finde, das ist das beste meiner Soloalben. Ich habe mich wirklich als Songwriter verwirklicht und auch neue Level als Gitarrist erreicht. ‘Truth’ zeigt den Blues wie er heute ist: manche Songs sind soziopolitisch, aber nicht ohne Humor und der musikalische Kontext ist modern.”

Im gleichen Zeitraum entstand eine musikalische Supergroup names Jing Chi: gegründet von Bassist Jimmy Haslip, mit Schlagzeuger Vinnie Colaiuta und Robben. Sie veröffentlichten drei Alben, “Jing Chi” (2001), “Jing Live” (2003) und “Jing Chi 3-D” (2004). Im Jahre 2007 tourte Robben mit den legendären Gitarristen Larry Carlton, woraus “Live in Tokyo” und die unplugged DVD “The Paris Concert 2008” entstanden.

Robbens viertes Album bei Concord namens “Soul on Ten” ist ein Live-Album eines Auftritts in San Francisco 2009. “Fans wollten seit Jahren gern ein Live-Album und in dem Moment hatte ich die richtige Band, Musik und Location um das zu realisieren”. Das Album enthält auch zwei Studioaufnahmen mit Larry Goldings an der B3 Orgel und John Button am Bass.

Robben Ford und eine Gruppe musikalischer Freunde, die alle schon in verschiedenen Kombinationen über die Jahre zusammengearbeitet hatten, arbeiteten im Jahr 2010 an einem Projekt namens Renegade Creation mit Jimmy Haslip, Gary Novak und Michael Landau. Gemeinsam schufen sie die Alben “Renegade Creation” und “Bullet” und spielten vor begeisterten Fans. 2012 spielte Robben international Konzerte mit der Miles Davis Tribut-Band Miles Smiles (mit ehemaligen Weggefährten von Miles Omar Hakim, Darryl Jones, Wallace Roney und Joey DeFrancesca). Außerdem tourte er mit der Gruppe von Bill Evans und Randy Brecker, Soulbop.

Im Februar 2013 veröffentlichte er “Bringing It Back Home” über Provogue Records/Mascot Label Group, welcher kritische Anerkennung in den USA, Europa und Japan erfuhr. Das Album beschäftigt sich mit Robbens musikalischen Wurzeln und wurde im Studio mit Harvey Mason, Larry Goldings, David Piltch und Stephen Baxter aufgenommen.

Über Provogue erschien im März 2014 auch “A Day In Nashville” , ein Album das in einem rasanten Tempo an nur einem Tag in einem Studio in Nashville aufgenommen wurde – wie der Name es schon sagt.

Das Album “Into The Sun” erschien im März 2015, stieg auf Anhieb auf Platz 2 der Billboard Blues Charts ein und war für einen Grammy nominiert. Gastmusiker waren Warren Haynes, Keb’Mo, Robert Randolph, ZZ Ward, Sonny Landreth und Tyler Bryant.

Fords letztes Album “Purple House” (2018) ist eine bemerkenswerte Sammlung von Songs, die aus seinem aufgeschlossenem Ansatz hinsichtlich Komposition und Produktion entstanden sind. Er nutzte die Möglichkeiten des Studios in einer neuen Herangehensweise aus, macht sich zahlreiche musikalische Überraschungsmomente zu Nutze, glänzt mit Refrains mit Ohrwurmpotenzial und tiefgründigen lyrischen Themen. Seine ausgeklügelter Herangehensweise an den Blues ist klar zu erkennen, obwohl das Album sehr vielfältig hinsichtlich Songstruktur und Stil ist. “Ich fühlte mich inspiriert, über das, was man von einem traditionellen Blues- oder R&B-Album erwartet, hinauszugehen, mehr akustische Chancen anzunehmen und mich Neuem zu öffnen, ohne den Kern der Lebensfreude oder Liveperformance zu verlieren”.

Seine Hingabe zum Weitergeben seiner Fähigkeiten, die er in den letzten 40 Jahren erworben hat an zukünftige Musiker und Musikerinnen ist ein wichtiger und essentieller Teil von Robbens Karriere. Er produzierte zahlreiche Lehrvideos und Lehrgänge, was schließlich zu einer Zusammenarbeit mit TrueFire unter dem Namen “Robben Ford Guitar Dojo” führte. Sein breites Fachwissen und seine große Kreativität wird in diesen hochwertigen Produktionen präsentiert.

Diskographie

  • Pure, 2021
  • The Sun Room, Robben Ford & Bill Evans, 2019
  • Purple House, 2018
  • Into The Sun, 2015
  • Live At Rockpalast, 2014
  • A Day In Nashville, 2014
  • Bringing It Back Home, 2013
  • Soul On Ten, 2009
  • Truth, 2007
  • City Life, 2006
  • Jing Chi 3D, 2004
  • Keep On Running, 2003
  • Blue Moon, 2002
  • Jing Chi Live, 2002
  • Jing Chi, 2001
  • Anthology: The Early Years, 2001
  • A Tribute To Paul Butterfield, 2001
  • Sunrise, 1999
  • Supernatural, 1999
  • The Authorized Bootleg, 1998
  • Blues Collection, 1997
  • Tiger Walk, 1997
  • Blues Connotation, 1996
  • Handful Of Blues, 1995
  • Waiting For A Miracle, 1993
  • Robben Ford and the Blue Line in San Francisco, Live, 1993
  • Mystic Mile, 1993
  • Robben Ford & The Blue Line, 1992
  • Talk To Your Daughter, 1988
  • Robben Ford, 1986
  • Love’s a Heartache, 1983
  • Words And Music, 1983
  • The Inside Story, 1979
  • Schizophonic, 1976
  • Sunrise, 1972
  • Discovering The Blues, Live, 1972
  • The Charles Ford Band, 1972

Links

Robben Ford Internetseite:
https://www.robbenford.com/

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