Art Blakey and the Jazz Messengers - The Art Of Jazz

Art Blakey and the Jazz Messengers - The Art Of Jazz

Art Blakey and the Jazz Messengers
The Art Of Jazz

Erscheinungstermin: 11.10.2019
Label: In + Out, 1989

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„Die Jazz Messengers" der amerikanischen Drum-Legende Art Blakey galten als so etwas wie eine Universität des Modern Jazz, lange bevor es derartige Bildungseinrichtungen überhaupt gab. Generationen von namhaften Musikern gingen durch die Schule des in Pittsburgh/Pennsylvania geborenen Bandleaders. Ein Messenger zu sein, kam einem Ritterschlag gleich. Vor allem deshalb stellt das Staraufgebot, das anlässlich von Art Blakeys 70. Geburtstag am 9. Oktober 1989 zu den Jazztagen nach Leverkusen kam, um seinem Mentor die Ehre zu erweisen, eine Sternstunde in der Geschichte des Jazz dar. Wayne Shorter, Roy Haynes, Benny Golson, Freddie Hubbard, Terence Blanchard, Curtis Fuller, Walter Davis jr., Jackie McLean, Buster Williams und Michele Hendricks nützten die letzte Gelegenheit, um mit Abdullah Ibn Buhaina (so Blakeys islamischer Name), der fast genau ein Jahr später starb, noch einmal auf der Bühne stehen zu dürfen.

„The Art Of Jazz“ lautete deshalb auch das Wortspiel, das sich Produzent Mike Hennessey seinerzeit ausdachte, um dem einmaligen Moment ein würdevolles Motto zu verleihen. Denn in der Tat: Art Blakeys spezielle Art, diese Kunst, Swing, pulsierenden Groove, waghalsige Arrangements und flirrende Soli in griffigen Nummern zu komprimieren, die bisweilen den Status von Ohrwürmern erhielten, repräsentiert selbst heute noch am besten alles, was wir unter dem Terminus „Jazz“ verstehen. Dass dieses Dokument der Zeitgeschichte jetzt anlässlich des 100. Geburtstages von Art Blakey am 11. Oktober digital remastered neu aufgelegt wird, dürfte nicht nur Fans des großen Schlagzeuger in Verzückung versetzen, sondern auch Erinnerungen an eine goldene Ära dieser Musikrichtung wecken, die so leider nur noch auf Tonträgern existiert.

Selbst das ZDF hatte Arts Geburtstagsparty für seine Sendung „Jazz Club“ aufgezeichnet und später in voller Länge übertragen. Nicht nur deshalb stellt sich einmal mehr die Frage: Fangen Live-Aufnahmen den Charakter des Jazz tatsächlich besser ein als Studioaufnahmen? Wer mit der Distanz von 30 Jahren die Aufnahme auf sich wirken lässt, dem fallen die enthusiastische Spielfreude, die überschwängliche Stimmung und der Party-Charakter dieses besonderen Abends sofort ins Ohr. Viele Hebel mussten seinerzeit bewegt werden, um einen Moment wie diesen überhaupt möglich zu machen. Entsprechend stolz waren Hennessey, Frau Gaby Kleinschmidt als Konzertagentin auf das Resultat, das noch einmal Blakeys Einzigartigkeit als Drummer mit seinen polyrhythmischen Einleitungen, Presswirbeln und der sprichwörtlichen Unabhängigkeit aller vier Gliedmaßen, aber auch seine Autorität als Bandleader unter Beweis stellte.

Neben einer guten Stunde Musik bietet die liebevoll und sorgfältig edierte Neuauflage auch ein knapp 13-minütiges Interview, das Mike Hennessey bereits 1976 mit Art Blakey geführt hatte – ein außerordentlich lebendiges Dokument, in dem dieser über seinen Lebenslauf, seine Karriere, seine Auffassung vom Schlagzeug spricht, aber auch über die Jazz Messengers sowie seine zwölf natürlichen und adoptierten Kinder. Neben Art Blakeys klassischen Aufnahmen aus den 1950er und 1960er Jahren zählt die Feier anlässlich seines 70. Geburtstages rückblickend zu seinen wichtigsten. Auch weil es das Vermächtnis eines der Allerbesten dieser Zunft geworden ist.

  1. Two of a kind
  2. Moanin'
  3. Along came Betty
  4. Lester left town
  5. Mr. Blakey
  6. Drum duo
  7. Blues march
  8. Buhaina's valediction
  9. Interview

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