Tägliche Neuigkeiten, Albumankündigungen, Festivalmeldungen, Interviews, Releases und Entwicklungen aus Deutschland, Europa und der weltweiten Jazzszene.

Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.

Nils Petter Molvaer Baboon Moon

Eine Trompete, die das Eis der Pole und den glühenden Sand der Wüste einfangen kann, die genauso wogende Menschenmassen wie die totale Einsamkeit imaginiert, die sich verliert und doch immer wieder zu sich selbst zurückfindet. Der norwegische Trompeter Nils Petter Molvaer hat einen ureigenen Sound, der ebenso von skandinavischer Naturpoesie, wie von elektronischem Kalkül und nicht zuletzt von Trompetern wie Miles Davis und Jon Hassell geprägt ist. Vor allem aber hat Molvaer sich selbst. In seinem Spiel vergisst man ganz schnell, dass man eine Trompete hört.

IG Jazz Burghausen

Herbstprogramm der IG Jazz Burghausen

Das Herbstprogramm 2011 der IG Jazz Burghausen e.V. präsentiert einmal mehr eine enorme stilistische Bandbreite. Vom traditionellen Dixie und Bop bis hin zu experimentellen Neutönern sind ab September in Burghausen wieder hochattraktive und interessante Bands zu erleben.

Jasmin Tabatabai - Eine Frau

Jasmin spricht mit ihrem Album nicht unbedingt ihre typischen Fanklientel aus der "bandits"-Zeit an. Auf der Konzert-Tournee, die sicher irgendwann folgen wird, dürften daher kreischende oder gar in Ohnmacht fallenden Mädels wohl nicht mehr zu beobachten sein. Und auf das beliebte Stage-Diving von Jasmin wird man bei ihren Jazz-Auftritten vermutlich auch verzichten müssen.

Marc Copland und John Abercrombie - Speak To Me

Hier erlebt man ein Höchstmaß an Intimität. An Entspanntheit. An erhabener Ruhe. Zwei, die einander so gut verstehen, dass sie ganz leise und unaufgeregt miteinander sprechen können. Dass sie keinen rhetorischen Aufwand betreiben müssen, um andere zu beeindrucken. Sie können einfach die Gedanken laufen lassen - wie kleine Bälle, die man sanft über einen Tisch rollt, damit sie der andere behutsam aufnehmen und zurückrollen kann.

Wynton Marsalis & Eric Clapton - Play The Blues

Play The Blues: Live From Jazz At Lincoln Center, N. Y.
Clapton wählte aus, Marsalis arrangierte: Es war nicht nur eine legendäre Kooperation zwei der weltbesten Musiker, es waren auch Konzerte der Extraklasse, als Eric Clapton und Wynton Marsalis den Blues ins New Yorker Jazz at Lincoln Center trugen. Angekündigt als Wynton Marsalis & Eric Clapton Play the Blues verwandelte das ungleiche Paar das Rose Theater in der Frederick P. Rose Hall am 7. und 8. April 2011 in einen Wallfahrtsort für Blues- und Jazz-Connoisseure gleichermaßen.

free essen festival

Mit dem sechsten „free essen festival“ präsentiert die Jazz Offensive Essen (JOE) erneut ein anspruchsvolles Programm mit dem Schwerpunkt in der Freien Improvisation und rückt gewollt und aktiv Soloperformances und/oder kleine Besetzungen in den Vordergrund eines Konzertabends. Kurator der Veranstaltungs-Reihe ist der Essener Schlagzeuger und Theatermusiker Simon Camatta.

Nils Wogram & Nostalgia - Sturm & Drang

Der 38-jährige Posaunist, Komponist und Produzent Nils Wogram zählt ohne Übertreibung zu den umtriebigsten Jazzmusikern deutscher Sprache. Der in Köln und Zürich lebende Musiker unterrichtet eher nebenbei an der Jazzschule in Luzern, denn sein eigentliches Zuhause, sein musikalischer home turf, auf dem er sich am liebsten auslebt, ist und bleibt die Bühne. Circa vier Monate im Jahr ist Nils Wogram auf Tournee, was ihn nicht davon abgehalten hat, eine wahrlich imposante Zahl von Albumveröffentlichungen auf den Weg zu bringen.

Leipziger Jazztage 2011

9 bis 18 September 2011
Die vom Jazzclub Leipzig e.V. veranstalteten Leipziger Jazztage sind das bedeutendste ostdeutsche Festival des zeitgenössischen Jazz. Neben international etablierten Namen und Wegbereitern der Jazzhistorie werden vor allem innovative Strömungen und herausragende jüngere Musiker vorgestellt sowie eigene Projekte initiiert.

Startschuss zur diesjährigen Ausgabe von Vive Le Jazz

Vom 2.-16. Oktober 2011 schlägt Vive Le Jazz musikalische Brücken über den Rhein und wartet in den Städten Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen mit außergewöhnlichen Ergebnissen der „Amitié Franco-Allemande“ auf. Im Zentrum: der aktuelle Jazz aus Frankreich - ein Abbild der großen Bedeutung dieser Musik im französischen Kulturleben und seiner herausragenden Rolle in Europa.

Seide - Passion, Pain & Poetry

SEIDE glänzt, schimmert, streichelt sanft über die Haut und die Ohren des Hörers - und behält dabei zu jeder Zeit seine fließend elegante Form. Das gilt auch für dieses nach dem Edelstoff benannte Debut – Album 'Passion, Pain & Poetry'. Ein Feinton -Trio mit der ungewöhnlichen Besetzung Stimme/Piano/Posaune.

Fattigfolket - Park

Eingebettet in einen Rahmen aus subtilen Kontrasten widmen sich Fattigfolket den Faktoren, die ihre Musik ausmachen: Stimmung, Melodie und Farbe. Dabei vermeiden sie erfolgreich die Klischees konventioneller Jazz-Balladen-Sammlungen: Dank eines flexiblen Zusammenspiels bringt das Album Details an die Oberfläche, die Auge und Ohr eines oberflächlichen Beobachters verborgen bleiben.

Tobias Meinhart Quartet - Pursuit Of Happiness

Das Streben nach Glück ist ein unabdingbares Grundrecht. Und so ist auch „the pursuit of happiness“ eine der zentralen Aussagen in der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Dass diese Phrase vom Tobias Meinhart Quartett zum Titel ihres Debüt-Albums auserkoren wurde, kommt nicht von ungefähr. Die ureigene Klang des Quartetts wird vom Leader, Tenor- und Sopransaxophonist Tobias Meinhart als „zwischen modernem New Yorker Klangideal und swingendem Hardbop-Jazz der 60er Jahre“ charakterisiert. Die vier jungen Talente wollen so auch gar nicht ein für sie zur Erfolglosigkeit verdammtes Abenteuer namens „Jazz ist deutsch“ starten. Sie haben stattdessen verinnerlicht, dass ihre Wurzeln in den US-amerikanisch geprägten Stilrichtungen des Jazz liegen.

Jazzmusiker Wolfgang Lauth gestorben

Der Jazzpianist und Komponist Wolfgang Lauth ist am 30.08.2011 im Alter von 80 Jahren in einem Mannheimer Krankenhaus gestorben. Wolfgang Lauth war in den 1950er Jahren einer der erfolgreichsten deutschen Jazzmusiker. Zweimal wurde er bei Umfragen zum populärsten Jazzer der Bundesrepublik gewählt. Lauth spezialisierte sich auf Originalkompositionen, verjazzte aber auch deutsche Operetten- und Schlagermelodien wie „Kauf Dir einen bunten Luftballon“. Durch seine Verbindung von Jazz und Barockmusik sowie Musical- und Schlagermelodien erlangte Lauth große Popularität. Wolfgang Lauth war bis vor wenigen Jahren noch musikalisch aktiv und gab regelmäßig Konzerte.

Malcolm Braff - Inside

An Ideen mangelt es Malcolm Braff nicht. Geboren in Rio de Janeiro, aufgewachsen auf den Kapverden, im Senegal und seit Jugendtagen in der Schweiz, hat sich der Pianist, Komponist und ästhetische Querdenker den Ruf eines inspirierenden Freaks erarbeitet, der mit spektakulären Aktionen, vor allem aber mit spektakulärer Kunst der europäischen Szene Impulse gibt. Seit den frühen neunziger Jahren brachten ihn Projekte mit Kollegen wie Bänz Oester, Mathieu Michel, Andy Scherrer, Samuel Blaser oder auch Erik Truffaz zusammen. Trios wie Braff – Oester – Rohrer oder das Trio Yele mit Alex Blake und Yaya Ouattara haben den Status des Geheimtipps hinter sich gelassen und gelten nicht nur in Fachkreisen als Garanten für überbordende Vitalität.

Goran Kajfes - X/Y

Das einzigartige Projekt des Trompeters Goran Kajfeš erscheint im edel aufgemachten Buch im Hochformat und enthält neben zwei CDs auch diverse Werke aus der Bildenden Kunst. Dafür haben skandinavische Künstler wie Ulf Rollof, Moki Cherry und Bigert & Bergström die Bildreproduktion ausgewählter Exponate erlaubt. Kajfeš hat die beiden CDs in zwei „Territorien“ voneinander getrennt.

Charles Lloyd & Maria Farantouri - Athens Concert

Es ist ein einzigartiger Moment für das große Publikum im Odeon von Herodes Atticus zu Athen, als der Starsaxofonist Charles Lloyd und Maria Farantouri, die berühmte griechische Sängerin, Volksikone und Stimme des griechischen Widerstandes das erste Mal gemeinsam die Bühne betreten und das in einer Zeit, da Griechenland von der schwersten Krise seiner jüngeren Geschichte erschüttert wird.

Lutz Krajenski Big Band - Meets Juliano Rossi

Es gibt vermutlich keine andere Big-Band-Besetzung in Deutschland, die in den letzten Jahren ein so großes Publikum erreicht hat wie die der Roger-Cicero-Big-Band. Unter der Leitung von Lutz Krajenski spielten sie die drei bisher erschienenen und weit über eine Million mal verkauften Alben ein, traten beim Eurovision Song Contest vor rund einer Milliarde Menschen auf und begeistern auf Tourneen viele 100.000 Zuschauer.

Jan Johansson - Jan Johansson in Hamburg

Dem schwedischen Film hat Ingmar Bergmann mit seinen Reflektionen über die Familie und ihre Abgründe für Jahrzehnte das Thema und eine eigene Ästhetik vorgegeben. Auf ähnliche Weise hat der Pianist Jan Johansson mit seinem Rückgriff auf die einheimische Volksmusik dem schwedischen, ja dem skandinavischen Jazz und seiner ästhetische Außenwirkung bis heute die Richtung gewiesen. Er war dabei vielleicht nicht der einzige und erste – der Trompeter Bengt-Arne Wallin hatte 1962 mit dem Album „Old Folklore in Swedish Modern“ sozusagen den Startschuss gegeben -, doch erst seine 1963 erschienene Platte „Jazz pa Svenska“ wurde als Millionenseller wie wegen seiner zeitlos gültigen Volkslied-Interpretationen die Richtschnur für diese Art nordischer Improvisationsmusik.

Ida Sand - The Gospel Truth

War ihr zweites, vor zwei Jahren erschienenes ACT-Album „True Love“ gewissermaßen eine Familienangelegenheit – als Hommage an ihren Ehemann Ola Gustafsson und ihre kurz zuvor geborene Tochter – so kehrt Ida Sand mit ihrer neuen, dritten ACT-CD „The Gospel Truth“ zu ihren Wurzeln zurück: Zur einzigartigen Verbindung aus europäischem und amerikanischem Soul. Damit knüpft die Schwedin musikalisch and ihr 2007er ACT Debüt „Meet Me Around Midnight“ an, auf dem sie „erdig-markant, vom Blut des Blues durchtränkt, Gospel durchdrungen, jazzverwittert und soulinfiziert" (Jazzthing) begeisterte.

Viktoria Tolstoy - Letters To Herbie

Viktoria Tolstoy war schon seit frühester Jugend eine große Bewunderin von Hancock. Der Anstoß zum Hommage-Projekt liegt ebenfalls schon eine Weile zurück: „Ich glaube, es war 2004“, erzählt Tolstoy, „als ich beim Jazz Baltica Festival in Salzau die Ehre hatte, mit Herbie und seiner Band, darunter der wundervolle Wayne Shorter, auf einer Bühne zu stehen. Wie immer in Salzau war danach eine große Late Night Jam Session im Gange. Ich saß hinter dem Schlagzeug und fing gerade an zu spielen, als jemand rief: ,Viktoria - Herbie fragt nach dir … Herbie will mit dir essen!‘ Sofort ließ ich die Drumsticks fallen und lief die Treppen herunter, wo bereits Herbies komplette Band wartete. Ich wurde dann direkt gegenüber meinem großen Idol platziert, Wayne Shorter neben mir. Es war tatsächlich eine völlig surreale Erfahrung - und ich habe jede Sekunde genossen!“

Jazz Festival Willisau 2011

Das Jazz Festival Willisau gehört seit seinem Beginn im Jahre 1975 auch international zu den wichtigen Ereignissen der zeitgenössischen Jazz-Szene.

Am Mittwoch 24.08.2011 gehts los!

SAP Big Band - You're Up!

Die SAP BIG BAND legt mit You’re Up! ihr bisher spannendstes CD-Projekt vor. Während die beiden Vorgängeralben sich in eindeutigen musikalischen Kontexten bewegen, verweist das fünfte Studioalbum der Walldorfer auf einen Zusammenhang ganz anderer Art. Die Liner Notes zu dieser Aufnahme erklären das folgendermaßen: "We want to show you some of the enormous breadth and depth of talent we are surrounded by here in the old world."

Terri Lyne Carrington - The Mosaic Project

Seit mehr als zwei Jahrzehnten hat sich die Schlagzeugerin, Produzentin und Sängerin Terri Lyne Carrington eine Marke im Jazz erarbeitet, welche die Elemente Bebop, Soul, Funk und vieles mehr verbindet. Seit ihrem Debüt im Jahre 1989 steht die GRAMMY-nominierte Künstlerin im Ruf, Formationen von Künstlern unterschiedlicher Stilrichtungen und Blickwinkel zusammen zu stellen. Obwohl sie sich an die Traditionen des Jazz hält, wird ein viel breiteres und vielfältigeres Publikum angesprochen.

Willy Ketzer - A Tribute To Ramsey Lewis

Dass ein Schlagzeuger einem Tastenmann Tribut zollt, dürfte zumindest auf den ersten Blick als ungewöhnlich eingestuft werden. Doch in unserer Geschichte handelt es sich nicht um irgendeinen Drummer und einen beliebigen Pianisten. In dieser Hommage trifft ein rheinischer Tausendsassa auf den Chicagoer Erfinder des Soul Jazz – und siehe da, eine packende, sportive und hoch unterhaltsame R&B-Revue ist das Resultat.