Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Anstatt den Zeitgeist zu spiegeln und aktuelle Einflüsse zu verarbeiten, verbindet Tim Garland in seinem Spiel und den Eigenkompositionen Musikstile die er zutiefst verinnerlicht: von freier Improvisation zu klassischer Perfomance, von ECM "third stream" zu Leftfield Elektroakustik; dabei macht er sich Anklänge an keltische Musik ebenso zu eigen wie Yellowjackets Fusion.
In den letzten 15 Jahren hat sich die alle Genregrenzen einreißende Band ein unverwechselbares Repertoire erarbeitet, das zum einen aus einfallsreichen und mitreißenden Eigenkompositionen besteht und zum anderen aus besonderen Coverversionen von Songs so unterschiedlicher Künstler wie Nirvana und Neil Young, Aphex Twin und Ornette Coleman.
Von zärtlichen Valentinsgrüßen über stürmische Leidenschaft bis zu trügerischem Treibsand – die Facetten menschlicher Liebe sind so unerschöpflich, wie die Songs, die über sie geschrieben wurden. Allein das Great American Songbook und seine Artverwandten beherbergen einen riesigen Schatz an amourösen Schattierungen. Wenn diese Perlen von einer Sängerin mit den Qualitäten Diana Pantons geerntet werden, offenbart sich ihre Zeitlosigkeit. „Red“, das bereits sechste Album der jungen Kanadierin, ist ein Kompendium der Liebe im Jazz – intim, leidenschaftlich und voll tiefer, delikater Sensorik.
Auf "Silk And Salt Melodies" von Louis Sclavis ist Jazz ein weiter Begriff. Wer also Jazz nicht nur als sanfte Untermalung und Hintergrundmusik mag, sondern ihn als einzigartiges Hörerlebnis und Klangreise schätzt, der sollte dieses Album auf keinen Fall versäumen.
Wer zuerst einmal die Augen schließt um dieser Musik zu lauschen, kommt um eine Überraschung nicht umhin, wenn er sie wieder öffnet: dieser mitreißende, verdammt reife Trio-Sound kommt nicht von einer Gruppe, die schon seit vielen Jahren auf Bühne und Musikmarkt präsent ist, sondern von drei jungen Deutschen, die gerade erst dabei sind, sich in der Szene einen Namen zu machen: dem Julia Kadel Trio!
Oliver Lake, Reggie Workmann, Andrew Cyrille, die drei Schwergewichte des amerikanischen Jazz, erweitern ihr Trio 3 für die sechste Platte auf Intakt Records mit dem Pianisten Vijay Iyer. Der 43-jährige Jazzpianist, der 2013 mit dem großen «MacArthur Genius Grant» ausgezeichnet wurde, ist nach Irène Schweizer, Geri Allen und Jason Moran somit der vierte Gastpianist im erweiterten Trio 3.
Manu Katché ist einer der größten und wiedererkennbarsten Stilisten seines Instruments. Wegen seines speziellen Anschlags und seiner unverwechselbaren Mischung aus Eleganz und Kraft sitzt er für Weltstars aus Pop und Jazz an den Drums. Bis heute ist er Drummer der ersten Wahl für Peter Gabriel, prägte unter anderem dessen größten Hit „Sledgehammer“ und war zuletzt unbestreitbarer Mittelpunkt der Liveband auf dessen gefeierter „Back to front“ Welttournee. Ebenso bedeutsam ist seine langjährige Zusammenarbeit mit Sting - und wieder prägt seine Handschrift überdeutlich dessen größten Hit „Englishman in New York“. Zufall? Sicher nicht. Die Liste der Popgrößen, mit denen Katché gearbeitet hat, ließe sich noch lange fortsetzen, doch: von Anbeginn zieht sich gleichermaßen der Jazz als roter Faden durch seine Karriere. Besonders bekannt wurde er als langjähriges Mitglied der Jan Garbarek Group. In seiner eigenen Musiksendung „One Shot Not“ auf arte traf er außerdem als musikalischer Gastgeber auf zahllose Größen der unterschiedlichsten Musikrichtungen.
wir freuen uns mitteilen zu dürfen, dass das Tingvall Trio mit "Beat" in der ersten Woche nach VÖ gleich in die deutschen Top100 Albumcharts eingestiegen ist und das auf #58, durchaus außergewöhnlich für eine Jazz-Aufnahme.
Was passiert, wenn man zwei der besonderen Stimmen Norwegens zusammenbringt, sowohl in Sachen Songwriting, Performance und ihrer Präsenz in ihrer Musik? Wie funktioniert es wohl, zwei kreative Welten aufeinander treffen zu lassen und zusammenzuführen? Dies waren die Fragen, denen sich die norwegischen Künstlerinnen Jenny Hval und Susanna neugierig gestellt haben.
Rose Hip sind eine neue deutsche Band. Das Quintett mit Sängerin präsentiert ein vielschichtiges Spektrum aus Blues, Rock und Soul – mit Ingredienzen von Jazzimprovisationen, Reggae-Grooves und Balkan-Einflüssen.
Wollte man das Timbre und die Beschaffenheit der Lieder von Hilde Louise Asbjørnsen mit einem Material vergleichen, so wäre es dunkel gebeiztes Eichenholz. Die norwegische Sängerin liebt Eiche, sie bewegt sich gern in dunklen, engen Räumen, in die wenig Licht eindringt. Von daher ist es gar nicht schwer zu imaginieren, woher die sinistre Intimität ihrer Lieder kommt.
Die spektakuläre Weltpremiere des serbisch geborenen und in und Barcelona (Spanien), lebenden Gitarristen Dusan Jevtovic (sprich: Doo-shan Yeh-FTO Witsch), ist ein furioser Ritt auf der Rasierklinge, voller Drehungen und Wendungen, die man nie kommen sieht. Das Album zeigt Momente immenser roher, explosiver Kraft, dann wieder eingängige und zugängliche Anteile - aber nie Langeweile! Das Spiel des Gitarristen ist voller Phantasie mit einer Sprache, die allenfalls von einem Robert Fripp stammen könnte. Ein großartiges Fusion-Rockalbum!
Mit der für ihn typischen Verwendung ungewöhnlicher, gleichsam komplexer Harmonien und Skalen, gepaart mit zumeist hohem Spieltempo und stets wiedererkennbarem Sound, erspielte sich der britische Gitarrist Allan Holdsworth eine internationale Reputation als einer der führenden Vertreter der zeitgenössischen Jazz- und Rock-Szene.
Nach 10 Jahren der Existenz und diversen umfangreichen Touren, Veröffentlichungen und mehrere Kooperationen mit belgischen und internationalen Jazz-und Rock-Koryphäen (Elton Dean, Harry Beckett, Annie Whitehead, Alex Maguire, Stanley Jason Zappa, Ed Mann) markiert dieses Album die lang erwartete Rückkehr von The Wrong Object nach 5 Jahren in das Studio.
"Life is.." markiert das internationale Debüt des belgischen Sängerin / Pianistin Susan Clynes auf MoonJune Rekorde. Die talentierte Sängerin liegt mit ihren Songs im Fahrwasser von Größen wie Dagmar Krause, Elaine Di Falco (Thinking Plague), Annette Peacock sowie Kristin Hersh von den Throwing Muses, während sie am Piano keinen Vergleich mit ihren Kolleginnen Tory Amos und Fiona Apple scheuen muss. Es ist zutiefst intelligente Musik, die manchmal schwebt, dann wieder ungezügelt sich in Kaskaden un Akkordwechseln ergibt. Ein beeindruckendes Debüt!
“Diesmal wollte ich wirklich ein weit offenes Album machen, das Leute aus vielen verschiedenen Perspektiven angehen können”, sagt José James, der ultimative Hipster unter den modernen Jazzsängern.“Dieses Album bietet eine Synthese von allem, was ich an Musik liebe. Ich mag zeitgenössische Künstler wie Frank Ocean, James Blake und Junip, aber auch Bands wie Nirvana und Radiohead, mit deren Musik ich aufwuchs, oder Madlib. Es ist auch eine Liebeserklärung an Ostlondoner Clubs wie Plastic People und Cargo, in denen ich etliche aufregende Nächte verbrachte und hautnah miterlebte, wie sich dort neue Bewegungen im Bereich der elektronischen Musik entwickelten. Ich möchte, dass die Leute etwas von der Entdeckungsfreude mitbekommen, die ich selber Abend für Abend auf der Bühne verspüre, wenn ich etwas Neues ausprobiere.”
Jazz Funk Soul wurde 2013 von Jeff Lorber, Chuck Loeb und Everett Harp gegründet. Sowohl als Musiker als auch als Produzenten gehören sie zu erfolgreichsten Künstlern im Bereich Fusion / Smooth Jazz und zeigen sich zusammen verantwortlich für den Verkauf von mehreren Millionen Alben.
Der unerwartete Tod des spanischen Stargitarristen Paco de Lucia am 25. Februar erschütterte die Musikwelt. Ein kleines Trostpflaster für seine vielen Fans: Er hinterließ ein Album, das jetzt auf den Markt kommt.
Das Tingvall Trio steht in den letzten zehn Jahren für eine beispiellose Erfolgsgeschichte im Jazz aus Deutschland. Von der ungestümen Kiez Band aus Hamburg hat sich das Ensemble zu einem der überragenden deutschen Exportschlager in ihrem Genre entwickelt. So ganz nebenbei ist es ihnen dabei nicht nur gelungen, verschiedene Generationen hinter ihrem musikalischen Konzept zu vereinigen, sondern vor allem auch ein junges Publikum für den Jazz zurück zu gewinnen. Im knappen Überblick: 3 Auszeichnungen mit dem ECHO JAZZ als Ensemble bzw. Live Act des Jahres, vier JAZZ AWARDS für mehr als jeweils 10.000 in Deutschland verkaufte Tonträger für jedes ihrer vier bisherigen Studioalben (SKP 9057 Skagerrak, SKP 9077 Norr, SKP 9087 Vattensaga, SKP 9107 Vägen), Auftritte in weit mehr als zwanzig Ländern, begeisterte Resonanzen in Fachmagazinen wie Jazzwise (UK) oder Jazz Life (Japan) aber auch in Presseorganen wie El Pais (Spanien), der ZEIT, dem SPIEGEL oder La Stampa (Italien), zuletzt die Spitzenpositionen No.1 für „Vägen“ und Position No.4 für das Live-Album „In Concert“ (SKP 9127) der deutschen Jazzcharts.
Richard Elliot schließt mit Lip Service den Kreis als einer der herrschenden Vertreter des Soul Jazz und zementiert damit seine Rolle als einer der großen zeitgenössischen Saxophonisten.
Im Laufe von vier Alben hat der in Manchester beiheimatete Trompeter, Komponist, Arrangeur und Bandleader Matthew Halsall für sich eine Nische in der britischen Musikszene als eines der besten Talente erspielt.
„Herbie war die nächste Stufe nach Bud Powell und Thelonius Monk, und ich habe noch niemanden gehört, der sein Nachfolger sein könnte.“ Mit diesem großen, aber zweifellos gerechtfertigten Lob charakterisierte Miles Davis, der Gigant des Jazz, seinen Musikerkollegen Herbie Hancock in seiner Autobiografie „Miles“. Und tatsächlich gehört Herbie Hancock, dessen Debüt-Album „Takin’ Off“ im Jahre 1962 erschien, zu den großen Ikonen des Jazz. Wie kaum ein Zweiter eröffnete er dem Jazz die Türen in völlig neue Bereiche, während er einen charakteristischen, unverwechselbaren eigenen Klang entwickelte. Doch auch nach einer fünf Dekaden währenden Karriere, in denen Hancock 14(!) Grammys gewann, überrascht er sein Publikum auch heute noch. Es gibt nur sehr wenige Musiker, die einen so starken Einfluss auf akustischen oder elektrischen Jazz und sogar den R&B ausübten wie Herbie Hancock.
Das Debutalbum der Band The Electric Dog Allstars – Live at Blue Monday aufgenommen im Frühjahr 2013 im Blue Note in Hilden gibt dieses Konzept in Reinform wieder.
The Electric Dog Allstars is a great Live Project of 4 amazing musicians: Axel Fischbacher (Guitar), Jürgen Dahmen (Fender Rhodes), Claus Fischer (Bass) and Steve Grant (Drums).
Anna Lauvergnac klingt heute ausdrucksstärker und faszinierender denn je. Ihr zweites Studioalbum "Comming Back Home" wird begleitet von ihrem eigenen Quartet und ist mit einem Wort zu beschreiben… hervorragend. Anna Lauvergnacs eleganten Phrasierungen, ihre exzellenten rhythmischen Interpretationen und ihre außergewöhnliche Sensibilität machen ihr neues Album zu einem unvergesslichen Hörerlebnis. Weltbekannte Jazzstandards treffen hier auf vier Eigenkompositionen der Sängerin.
Als Jochen Irmler und Jaki Liebezeit sich Juli letzten Jahres in Scheer trafen, um für ein unmittelbar bevorstehendes Konzert Im Schlachthof in Sigmaringen und einen anschließenden Auftritt in den Kammerspielen München zu proben, ließen sie das Proben sein und nahmen stattdessen das vorliegende Album auf sechs Improvisationen, in denen sich Orgel und Schlagzeug gegenseitig anstacheln. Natürlich ist das Album ein weiteres Kapitel in der Reihe von Irmlers Wunschkonstellationen. Wann immer sich die Möglichkeit ergibt, lotet er das Potenzial, das im Aufeinandertreffen von präparierter Orgel und Perkussion / Schlagzeug schlummert, auf das Neue aus. Zu den bisher in dieser Serie auf Platte veröffentlichten Kollaborationen gehören Irmler und Gudrun Gut programmierte Beats, FM Einheit—perkussiv gespielte Bassfeder und Christian Wolfarth Schlagzeug der interdisziplinären Ausprägung. Stets führten die offenen Akkordund Schlagabtäusche zu durchlässigen Ergebnissen.
The best improvisors are the ones that seem to invent and uninvent their instruments right in front of your eyes and ears. Swedish pianist Sten Sandell and Norwegian drummer Paal Nilssen-Love are two musical champions with a long experience of doing exactly that. ”Jacana”, the latest in our occasional series of unusual duo combinations, features the pair’s sparky improvised set captured at the 2013 Kongsberg Jazz Festival in southern Norway.
Spätestens seit seinem für den Mercury Award nominierten Solowerk „Good Days at Schloss Elmau“ gehört der Pianist Gwilym Simcock zur Speerspitze des Jazz aus Großbritannien. Chick Corea nennt ihn ein „Original, ein kreatives Genie“ und Simcocks Landsmann Jamie Cullum erklärt ihn zu „unserem besten jungen Klavierspieler“. Mit „Instrumation“ präsentiert sich der gebürtige Walliser nicht nur als Klaviervirtuose, sondern auch als kreativer Schöpfer eleganter Jazz-Orchester-Kompositionen.
Für diese Formation mit dem Titel: Hot Club de Vienne holt Harri Stojka seinen langjährigen Freund und Weggefährten Claudius Jelinek an der Gitarre, Gidon Öchsner für die Rhythmus Gitarre, Peter Strutzenberger mit dem Kontrabass und Herbert Berger an der Klarinette und Mundharmonika.
Auf seinem neuen Album „My Old Friend: Celebrating George Duke“ zollt der einzigartige Sänger Al Jarreau dem 2013 verstorbenen Keyboarder, Komponisten und Produzenten George Duke Tribut. Die beiden verband seit 1965, als sie in San Francisco zusammen ihre professionelle Laufbahn starteten, eine innige Freundschaft. Über Jahrzehnte hinweg kreuzten sich ihre Wege auch immer wieder musikalisch, zuletzt im Mai 2011, als sie u. a. mit Esperanza Spaulding eine Woche lang im ausverkauften New Yorker Jazzclub The Blue Note gastierten.
Avantgardistische Noise Rock-Eskapade mit Jazz-Referenzen. The Kurws ist ein im Kern fünfköpfiges Kollektiv aus Breslau, Polen, dessen Musik nur schwerlich unter Genre-Begriffl ichkeiten zu fassen ist. Auszumachen sind vor allem die stilistischen Einfl üsse, eine verrückte und abstrakte Collage zwischen Kraut Rock, Post Punk mit Free-Jazz-Elementen und No Wave-Untertönen, wobei die polnischen Querdenker keine Scheu vor Dissonanzen, atonalen Melodien, scharfen Gitarren-Attacken, treibenden Bassläufen und mathematisch präzisen Drums zeigen.
„Surya Namaskar“ ist bereits das 7. Soloalbum der indonesichen Progressive-Jazz-Fusion Legende Dewa Budjana, der bekanntlich auch Mitglied und Hauptkomponist der Millionenseller-Band GIGI in seiner Heimat Indonesien ist.