Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Unglaublich aber wahr, Incognito erfreuen die Musiklandschaft bereits seit 35 Jahren mit ihrer mitreißenden Mischung aus Jazz, Funk und Soul. In ihrem Jubiläumsjahr veröffentlicht die Band um Mastermind Jean-Paul „Bluey“ Maunick ihr 16 Studioalbum.
Auf „Petite Fleur“ lebt die Musik des Altmeisters im Bigband- Gewand wieder auf. Unverkennbare Bechet Klassiker erscheinen durch Christof Lauers unverwechselbaren Saxofonton und die vielschichtigen Arrangements von Rainer Tempel in völlig neuem Licht.
Was für ein Jubiläum! Spätestens nach dieser Ausgabe des ELBJAZZ Festivals steht fest: Mehr Hamburg geht nicht! Wenn das bei Blohm+Voss im Dock liegende Kreuzfahrschiff QUEEN ELISABETH zur Kulisse wird und sich nicht nehmen lässt, die Konzerte von Dianne Reeves und Gregory Porter mit ihrem Schiffshorn einzuleiten, dann weiß man: Schöner lässt sich der Hamburger Hafen musikalisch nicht inszenieren – und auch die Unwetterwarnung am Samstagabend konnte daran nichts ändern.
Weiterlesen … 5. Elbjazz Festival vom 23. bis 25. Mai 2014: 15.000 Besucher, unvergessliche Konzerte - und ein kurzes Unwetter
Seit mehr als zehn Jahren lebt und arbeitet der 27-jährige deutsch-kolumbianische Jazzpianist Bruno Böhmer Camacho in Deutschland. Mit „The Colombian Project“, dem nunmehr dritten Album unter seinem Namen, begibt sich der virtuose Komponist, der sein Pianospiel auch immer wieder durch seinen einfühlsam-sanften Gesang bereichert, auf eine faszinierende musikalische Spurensuche. Es ist die beeindruckende Vielfalt seiner kolumbianischen Heimat, aber auch die stete Sehnsucht nach Kolumbien, die ihn zu diesem Projekt animiert haben, das er schon seit langer Zeit in seinem Herzen trägt und das er nun mit der landestypischen Leidenschaft und feinem Gespür für die diversen folkloristischen Stile umgesetzt hat. Dabei ist es ihm gelungen, selbst Traditionals, die meist auf Gitarre oder Akkordeon entstanden, kongenial und mit wunderbaren Arrangements für sein Pianospiel zu adaptieren.
Ein junger Mann im Outfit von heute. Lange Dreadlocks, die manchmal von einer Bandana gebändigt werden, umspielen sein Haupt, er trägt gern Ohrringe, Hals- und Armkettchen, kleidet sich in hippe westliche Klamotten. Äußerlich unterscheidet sich Mayito somit klar von der alten Garde kubanischer Musiker. Mit den Soneros des Goldenen Zeitalters hat sein Auftreten, sein Erscheinungsbild nun wirklich nicht viel gemein.
Die Formation Z3 entstand aus dem Gedanken heraus an die Musik des Jimmy Guiffre Trios der 60er Jahre anzuknüpfen. Einerseits war dabei die vorbildhafte Synthese von Komposition und Improvisation ein wichtiger Ausgangspunkt, andererseits erlaubt uns das Beibehalten der Besetzung Bass/Klavier/Klarinette eine erstaunlich große Bandbreite an Klangfarben. Eine zeitgemäße Adaption dieser Musik und der damit verbundenen Spielhaltung bedeutet für uns aber nicht, auf die Orginalkompositionen zurückzugreifen, sondern - von dem Erfahrungsschatz der drei Improvisatoren ausgehend - neue Stücke eigens für diese Formation zu komponieren, die Neue Musik genauso wie Jazz einschließen. Letztlich ist aber das entscheidende Merkmal der Musik die vielschichtige und flüssige Kommunikation zwischen den Musikern, die kammermusikalische Kompositionen und Improvisationen auf Basis einer gemeinsamen Sprache ermöglicht.
Die Schöne und der böse Bube: Rebekka Bakken singt Tom Waits. Die norwegische Kosmopolitin Rebekka Bakken veröffentlicht am 23.05.14 ihr neues Album “Little Drop Of Poison”. Auf ihrem kommenden Longplayer „Little Drop Of Poison“ überrascht sie nun mit einem in dieser Form einzigartigen Tom-Waits-Programm. Die mal abgründigen, mal tief melancholischen Songs des amerikanischen Multitalentes haben Rebekka Bakken so geprägt, dass das neue Album zwar ganz ohne eigene Songs, aber nicht minder persönlich als die Vorgänger daherkommt.
Der Schlagzeuger Teasy / Torsten Zwingenberger zählt zu den umtriebigsten Persönlichkeiten der deutschen Jazzszene. Über hundert Konzerte im Jahr, internationale Tourneen und zahlreiche Projekte als Bandleader sowie als Sideman stehen auf seiner Agenda. Bereits als Mitzwanziger arbeitete er mit Jazzlegenden wie Buddy Tate, Harry Sweets Edison und Joe Pass zusammen. Darüber hinaus hat er mit Drumming 5 Point eine sensationelle Technik des Schlagzeugspiels entwickelt, für die er das klassische Drumset um vielfältige Perkussionsinstrumente erweitert und mit artistischer Flexibilität aller vier Gliedmaßen bespielt.
„The Moon On My Doorstep“, das sechste Album der Sängerin und Songwriterin Ulita Knaus, bringt uns den Mond näher denn je. Es ist ihr persönlichstes Werk, enorm freigiebig und von ungeheurem Format. Dabei gibt sich die Sängerin internationaler denn je: Eigene englische Songs glänzen neben auf die Essenz reduzierten Interpretationen von Pink Floyd („Have A Cigar“), Tom Waits („Clap Hands“) oder Peter Fox („Steine“).
Alon Nechushtan wurde in Israel geboren und ausgebildet. Seit 10 Jahren ist New York sein Lebensmittelpunkt. “Venture Bound” ist ohne Zweifel seine bisher persönlichste Produktion, ein glänzender Höhepunkt seiner New Yorker Jahre der sich aus einer ausgesuchten Palette von Klängen, Leuten, Plätzen speist. Eine lange Reise durch die New Yorker Nacht auf der Suche nach dem Abenteuer. Sie führt durch Bumslokale in denen es im Souterrain jam sessions laufen, durch uptown swing clubs, und wenn er die Brücke nach Brooklyn überquert beginnt eine Spritztour.
Der norwegisch-amerikanische Gitarrist Jacob Young, vielen Hörern auch von Manu Katchés Bestselleralbum „Third Round“ vertraut, präsentiert sich hiermit seinem dritten ECM-Album als Leader.
„jedem anfang wohnt ein zauber inne.“ dieses hermann-hesse-zitat dürfte michael wollny im moment bedingungslos unterschreiben. darf man doch behaupten, dass er binnen kurzem zwei mal vater geworden ist: gerade kam sein erstes kind zur welt, schon im vergangenensommer aber erblickte sein neues trio das licht der musikwelt – als quereffekt einer weiteren genese. denn nach der geburt ihres zweiten kindes hatte sich eva kruse, bassistin von michael wollnys stammtrio [em], zu einer babypause entschlossen. woraufhin wollny und schlagzeuger eric schaefer bei tim lefebvre anklopften, dem bassisten von rudder, jenerwilden us-truppe, mit der man drei jahre zuvor gemeinsam auf „jazz today“-tour war
Der österreichische Gitarrist Wolfgang Muthspiel gibt mit “Driftwood”, einem Trio-Album voller Subtilität und Tiefe mit den renommierten US-Jazzmusikern Larry Grenadier und Brian Blade, sein ECM-Debüt als Leader.
Martin Sasse ist einer der gefragtesten Jazzpianisten in Deutschland. Seit Jahren arbeitet Martin Sasse mit vielen internationalen Musikern zusammen: Al Foster Quartett, Jimmy Cobb, Steve Grossman, Bobby McFerrin, Till Brönner, Tommy Emmanuel, Philip Cathrine und begleitete Sting zusammen mit den Bochumer Symphoniker.
Slowly Rolling Camera, ist das neue Projekt von Komponist & Pianist Dave Stapelton (Chef bei Edition Records), Produzent Deri Roberts, Sängerin Dionne Bennett und Drummer Elliot Bennett. Das Ergebnis ist Musik, die nicht wirklich Jazz, sondern viel mehr im Stile von Cinematic Orchestra und Portishead ist.
Brian Blade ist nicht nur der Superdrummer, der seit vielen Jahren den Produktionen von Wayne Shorter, Chick Corea und Herbie Hancock, aber auch Joni Mitchell, Daniel Lanois, Emmylou Harris und Bob Dylan den rhythmischen Puls gibt. Er ist auch Kopf der eigenen Formation The Fellowship Band, die mit komplexem, melodischem Modern Jazz zu begeistern weiß.
Sonny Rollins ist ohne Wenn und Aber eine wandelnde Legende. Der amerikanische Tenorsaxophonist begann vor 70 Jahren seine beeindruckende Karriere. Dabei ist nicht nur das Studio, sondern auch die Bühne seine eigentliche künstlerische Heimat, auf der er sich frei entfalten kann. Er gilt also nicht von ungefähr als das nach wie vor größte Improvisationstalent des zeitgenössischen Jazz und als einer seiner erfindungsreichsten Komponisten.
Dieses Album ist ein Glücksmoment, den man konzentriert genießen sollte. Das mehrfach ausgezeichnete, norwegische Helge Lien Trio hat in den letzten Jahren einen völlig eigenständigen und unverkennbar nordischen Trio-Stil entwickelt, den Sie auf dem hochgelobten Vorgängeralbum „Natsukashii“ zur Perfektion gebracht haben.
„Portraits“ hat der Pianist Chick Corea seine neue Doppel-CD genannt, die er solo live aufgenommen hat. Darauf interpretiert er nicht nur bekannte Werke einiger seiner Lieblingskomponisten, sondern auch eine Neueinspielung seines überaus beliebten eigenen „Children’s Song“-Zyklus.
Nach fast einem Jahrzehnt (das freilich mit international stark beachteten Projekten in anderen Besetzungen angefüllt war) wieder ein Album des Bandoneon-Meisters mit seiner fünfköpfigen Dino Saluzzi Group.
Angekündigt als eine neue Stimme im Jazz, wie von „outer space“ kommend, war ihr erstes Album „A Stomach Is Burning“ nah am rauchigen, glimmenden Sound, über den man gerne im Traum in einem Jazzkeller im Paris oder New York des Jahres 1959 stolpern möchte. „No Deal“, ihr nun folgendes zweites Album, offenbart sich einem zunächst in monochromen Minimalismus: eine simple Fotoaufnahme auf dem Cover, sieben Songs, in denen ihre eigene Stimme sehr anmutig erscheint und manchmal aber auch komplett verschwindet.
Berlin, 25. April 2014 | Gemeinsam mit über 50 Veranstalterinnen und Veranstaltern hat die Union Deutscher Jazzmusiker eine Willenserklärung vorgelegt. Darin werden Mindeststandards für die Förderung von Spielstätten und die Bezahlung von Musikerinnen und Musikern festgelegt. Demnach soll eine Einstiegsgage von 250,- Euro pro Musiker gelten, wenn die Spielstätte gleichzeitig zu mindestens 1/3 öffentlich gefördert ist.
BRAZIL – Ein Fest der Farben und Rhythmen. Das Quatuor Ebène mit Stacey Kent, Bossa- und Chanson-Ikonen.
Die lateinamerikanische, in New York lebende Sängerin Magos Herrera ist die Cassandra Wilson des Latin-Jazz. Die renommierte Jazz Times bezeichnete sie als „ohne Zweifel eine der besten Jazzsängerinnen aus Mexico“. Sie vereint in ihrer Musik ihre Latino-Wurzeln mit der Jazzmusik von heute und hat den Begriff „Flamenco-Jazz“ maßgeblich geprägt.
Avantgarde, Filmmusik, Arrangements von Weltmusik: In den 40 Jahren seines Bestehens ist musikalisches Grenzgängertum für das Kronos Quartet zum Markenzeichen geworden. 1973 zu einer Zeit gegründet, in der Streichquartett-Ensembles mit „seriösem“ Repertoire von Haydn bis Bartók auftraten, machte es mit Crossover weltweit Furore – wobei es diesen Begriff damals noch gar nicht gab. Zum 40. Geburtstag veröffentlicht das Warner-Label Nonesuch das neue Kronos-Album „A Thousand Thoughts“
Bremen, 24. April 2014 | Anlässlich der Musikmesse jazzahead! in Bremen fordert die Union Deutscher Jazzmusiker bessere Bedingungen bei den Showcases im Rahmen der German Jazz Expo. „Es ist nicht vertretbar, dass Musikerinnen und Musikern weder Hotel- und Reisekosten erstattet werden, noch eine Vergütung für den Rundfunkmitschnitt der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten gezahlt wird; von einer Gage ganz abgesehen“, so Gebhard Ullmann, Vorsitzender der Union Deutscher Jazzmusiker. „Eine Veranstaltung, die sich dem Jazz verschreibt, kann nicht in finanzieller Hinsicht völlig unangemessen mit seinen wichtigsten Protagonisten umgehen“.
Lebendig, poetisch und voller Leidenschaft präsentieren Philipp Weiss und Walter Lang erlesene Kompositionen der Jazzliteratur. Reif und tief im Jazz verwurzelt, entführen sie den Zuhörer an einen Ort der Schönheit und Poesie. In ihrem intimen Dialog entfaltet sich Musik von schimmernd leicht bis orchestral kraftvoll.
Den Zuhörer erwartet ein kammermusikalischer Abend, als ob Schubert seine Winterreise in ein Jazzgewand gekleidet hätte.
„Das Unity Band Prokjekt hat mein Leben verändert“, sagt Gitarrist Pat Metheny. „Ich habe schon viele Bands mit talentierten Musikern geleitet, aber was mit dieser Band Abend für Abend passiert, ist auf eine Weise inspirierend, die ich so noch nicht erleben durfte. Als wir nach unserem letzen Konzert von der Bühne gingen, war alles, an was ich denken konnte, dass ich nicht wollte, dass diese Band aufhört – und ich wusste, dass es Chris, Antonio und Ben genauso ging.“
Grammy-award winning keyboardist George Whitty, Tom Brechtlein and Janek Gwizdala are THIRD RAIL. These guys have been already worked with all the biggest names in music: The Brecker Brothers, Chick Corea, Herbie Hancock, Wayne Shorter, Mike Stern, David Sanborn, RobbenFord, John Mayer and many more.
„It don’t mean a thing, if it ain’t got that swing“ – dass Jazz nichts bedeutet, wenn er nicht swingt, dieser Song und zugleich Diktum von Duke Ellington ist dem Starnberger Saxofonisten Max Merseny noch deutlich zu wenig. Bei ihm muss es grooven und knacken: „Reiner Jazz war nie mein Standbein“, sagt er, seine Musik soll vor Energie strotzen, weshalb eine geballte Ladung Soul und Funk die Soli und Improvisationen einbettet. Auch Hip-Hop kommt als Element hinzu, weil Merseny findet: „Ob guter Hip-Hop oder schlechter, was die Jungs fast immer hinkriegen, ist ordentlich Bumms dahinter.“
Ein Album voller Spielfreude und verblüffender Hakenschläge: Im einen Moment entlockt Enzensperger seinen Tasten seidige Klangwolken, im nächsten lässt er seine Hammond-Orgel blubbern, kreischen, beben. Mildenberger gibt die reduziert-präzise Rhythmus-Maschine, um sich nach ein paar aberwitzigen Breaks in einen wahren Rausch zu trommeln. Klöckner steht dabei unverschämt-lässig wie eine Wand hinter seinen Mitmusikern. Vier Takte später treibt er sie mit einem wahren Tieftongewitter zur Ekstase. Da rotieren die Leslies, da blitzt die Disco-Kugel, wenn die Orgel vom Tanzboden durch die Decke schießt.
In den Achtzigern machte Nils Petter Molvaer an der Seite der norwegischen Jazzpioniere Jon Christensen und Arild Andersen in der Band Masqualero auf sich aufmerksam. Später schuf er mit seiner Band Khmer die Grundlage für die inzwischen typisch norwegische Symbiose aus Jazz und Elektro. Er findet auf jedem Album einen neuen musikalischen Ansatz, doch der rote Faden, der sich durch sein Gesamtwerk zieht, ist die Suche nach der optimalen Balance zwischen Synthetischem und Organischem.