Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Nils Kugelmann zählt zu den spannendsten Stimmen der jungen deutschen Jazzszene. Auf der jazzahead! 2025 hatten wir die Gelegenheit, mit dem Bassisten und Komponisten über seine musikalische Vision, sein neues Album sowie seine Herangehensweise an Klang, Struktur und Emotion zu sprechen. Seine Musik ist tief, voller Energie und zugleich durchdacht und offen – ein Wechselspiel aus rhythmischer Spannung, lyrischer Tiefe und überraschender Leichtigkeit.
Während der Internationalen Jazzwoche Burghausen 2025 hatten wir die Gelegenheit, mit dem Pianisten Lawrence Fields zu sprechen. In diesem Interview gibt er persönliche Einblicke in seinen musikalischen Werdegang, seine Inspirationen und die Stationen, die ihn zu einem der gefragtesten Jazzpianisten seiner Generation gemacht haben. Ein offenes, inspirierendes Gespräch mit einem Künstler, der sowohl auf internationalen Bühnen als auch als Sideman großer Namen überzeugt.
In der siebten Episode und unserer "Sommer-Folge" haben wir einmal ein Experiment gewagt – und nehmen Dich mit auf einen kleinen Spaziergang ins Grüne, was wir oft und gerne machen, um uns auszutauschen und uns dabei ein bisschen zu bewegen.
Kyrylo Shchyptsov hat eine Musik geschaffen, die – gespielt von nur drei Musikern – klingt, als würde ein ganzes Orchester am Werk sein. Seine Gitarre strahlt mit kristallklarer Transparenz, und die von ihm so genannten „virtuellen Instrumente“ erschaffen eine klangliche Kulisse, die das Fundament dieses außergewöhnlichen Albums bildet.
Auf "Zjawiska Naturalne", ihrem ersten Soloalbum unter eigenem Namen, präsentiert sich Ania Bratek als gereifte Künstlerin mit einem klaren ästhetischen Konzept. Die Musik lebt vor allem durch die Lieder selbst und den Gesang – eindringlich, subtil und frei von jeglichem Manierismus. Im Zentrum steht ihre Stimme: fein nuanciert, mit einer eigenen, unverwechselbaren Art der melodischen Phrasierung, die sich in der polnischen Sprache besonders ausdrucksstark entfaltet.
Was für ein Auftakt! Zur Eröffnung des diesjährigen Sommerfestivals im Bayerischen Hof – alljährlich ein Höhepunkt nicht nur der hiesigen Jazzszene – feierte ein begeistertes Publikum im voll besetzten Festsaal des traditionsreichen Nobelhotels die „amtierende Königin des klassischen amerikanischen Jazzgesangs“, Dee Bridgewater. Mitgebracht hatte sie ein exzellentes Quartett – neben ihr selbst Carmen Staaf als musikalische Leiterin am Flügel und Synthesizer, Rosa Brunello am E- und Kontrabass und Shirazette Tinnin am Schlagzeug – sowie ein Programm, das unter dem Titel „WE EXIST!“ Protestsongs femininer Musikikonen wie Roberta Flack, Nina Simone und Abbey Lincoln versammelte. Ein Bericht von Robert Fischer.
Die Musik des Trios ist geprägt von klarer Form, lyrischen Melodien und offener Improvisation – manchmal zart und zerbrechlich, dann wieder voller Energie und rhythmischer Tiefe. Im Interview sprechen die Musiker über ihren kompositorischen Ansatz, über Einflüsse aus der klassischen Musik und Volksmusiktradition Skandinaviens, sowie über die Bedeutung von Raum, Stille und Klang in ihrer Musik.
Bereits nach den ersten Worten, Tönen und Akkorden wird deutlich: Der Stil von Klára Hajdu ist unverwechselbar. Ihre Stimme besitzt nicht nur eine klare, elegante Präsenz, sondern trägt auch ein hohes Maß an Emotionalität in sich – warm, einfühlsam, dabei zugleich kraftvoll und präzise. Gemeinsam mit ihrem exzellenten Quartett und dem feinfühlig agierenden Gastvokalisten Milán Szakonyi gelingt es ihr, eine sehr persönliche Klangsprache zu entwickeln, die sich souverän zwischen Jazz, Soul und Pop bewegt.
Nein, in Bayern gehen die Uhren nicht wirklich anders, aber zum Charme der Einheimischen gehört ein eher hintergründiger Humor, der sich oft erst auf den zweiten oder dritten Blick offenbart. So musste man schon ein bisschen genauer hinsehen, um zu erkennen, was die neben einem sitzende ältere Dame meinte, als sie in der Pause die Frage beantwortete, wie sie das Konzert denn bis dahin so gefunden habe. „Vogelwild“, antwortet sie ebenso rasch wie spontan, und erst der Anflug eines leisen Lächelns ließ erkennen, wie das zu verstehen war: als Kompliment. Ein Bericht von Robert Fischer.
Auf der jazzahead! 2025 trafen wir die junge Band hilde, ein Kollektiv aus vier Musikerinnen, das sich mit beeindruckender Konsequenz dem freien, experimentellen und intuitiven Musizieren widmet. Die Musik von hilde lebt vom Zusammenspiel, vom Zuhören, vom Ausloten von Klang und Form – stets offen, emotional und kompromisslos ehrlich. Ihre Stücke entstehen oft im Moment und sind Ausdruck einer musikalischen Haltung, die sich bewusst von Erwartungen löst.
Dieses Album ist ein beeindruckender Beweis für die Vielseitigkeit des Pianisten Joe De Gregorio – ein Künstler, der über die Jahre hinweg ein bemerkenswert facettenreiches musikalisches Profil entwickelt hat. Hört man „Interrogations and Investigations“, bekommt man schnell den Eindruck, dass er sich in der intimen, aber zugleich hochdynamischen Trio-Besetzung besonders wohlfühlt.
Wenn es um große Weltmusikfestivals geht, denkt man erst einmal an Events im sogenannten Globalen Norden, z.B. an Rudolstadt in Deutschland, Sfinks in Belgien, Angoulême in Frankreich oder WOMAD in England, Australien und Neuseeland. In den letzten Jahren aber hat es ein Event in Südostasien in die erste Liga geschafft, so dass es kein Geheimtipp mehr ist, sondern als eine der besten Weltmusikveranstaltungen des Planeten gilt: Das Rainforest World Music Festival in Sarawak, dem größten Bundesstaat von Malaysia, gelegen auf der Insel Borneo zwischen dem Südchinesischen Meer, Indonesien und dem Sultanat Brunei. Ein Bericht von Wolfgang König.
Mit „Fiend“ veröffentlicht Enemy sein viertes Album und erstes Live-Album. Es fängt ein Jahrzehnt furchtloser Entdeckungsreisen und tiefer musikalischer Verbundenheit zwischen dem Pianisten Kit Downes, dem Bassisten Petter Eldh und dem Schlagzeuger James Maddren ein. Nach drei Alben bei Edition, ECM und We Jazz kehrt die Band zu Edition Records zurück.
Sie musste ein paar Mal Luftholen, mehrmals einen Augenblick warten, bevor sie weitersprechen konnte. Am Ende ihres Prüfungskonzertes war Joana Pereira emotional doch spürbar berührt, als es an ihre Danksagungen ging. Seit ein paar Jahren startet das Funchal Jazz Festival in den Tagen vor den Hauptkonzerten immer mit Konzertabenden bei freiem Eintritt im gemütlichen, kleinen Stadtgarten im Herzen der Hauptstadt der Blumeninsel Madeira. Ein Bericht von Christoph Giese.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 trafen wir die junge Sängerin Lucía (Lucía Gutiérrez Rebolloso) aus Veracruz, Mexiko. Die 23-Jährige gilt als eine der spannendsten Stimmen der neuen Generation – eine Künstlerin, die mühelos zwischen Jazz, lateinamerikanischer Musik und Pop balanciert und dabei eine ganz eigene Klangsprache entwickelt. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, tiefem musikalischem Verständnis und einer starken Verbindung zu ihrer kulturellen Herkunft bringt Lucía frischen Wind in die internationale Jazzszene.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 sprachen wir mit Thorsten Hesse, dem Gründer und Leiter von PINC Music – einer Plattform, die sich dem Booking, der Künstlerförderung und der Sichtbarmachung von kreativen Jazzprojekten verschrieben hat. Mit einem klaren Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und internationale Zusammenarbeit unterstützt PINC Music eine Vielzahl spannender Musiker*innen – nicht nur als Agentur, sondern auch als Partner in Sachen Strategie, Netzwerk und Entwicklung.
Der renommierte norwegische Jazzpianist Eyolf Dale kehrt mit seinem mit Spannung erwarteten neuen Album „When Shadows Dance“ zurück. Darauf präsentiert er die außergewöhnliche Synergie seines gefeierten Trios mit dem Bassisten Per Zanussi und dem meisterhaften Perkussionisten Audun Kleive. Aufbauend auf dem Erfolg ihrer vorherigen Werke „Being“ und „The Wayfarer“ sowie Dales Zusammenarbeit mit dem Norwegian Radio Orchestra unter der Leitung von Miho Hazama verspricht diese Veröffentlichung, den künstlerischen Ausdruck des Trios auf ein neues Niveau zu heben.
Es hätte so schön sein können. Noch in der Woche zuvor war das Thermometer hier im Süden der Republik auf über 30 Grad geklettert – beste Bedingungen für ein Open-Air-Konzert im Park, der in diesem Fall ein (sehr schöner) Botanischer Garten und jährlich ein Austragungsort des Internationalen Augsburger Jazzsommers ist. Ein Bericht von Robert Fischer.
„So viele wunderbare Momente, internationale Klänge und Lebensfreude – JazzBaltica war wieder ein großes Fest!“ – mit diesen Worten brachte Nils Landgren, der künstlerische Leiter des Festivals, die besondere Atmosphäre der diesjährigen Ausgabe auf den Punkt. Vier sonnige Tage an der warmen Ostsee, Timmendorfer Strand erfüllt von Musik, Lächeln und Gesprächen – hier trifft sich jedes Jahr die Jazzfamilie, um gemeinsam etwas Einzigartiges zu erleben. Ein Bericht von Jacek Brun
Piotr Damasiewicz öffnet für uns das nächste Kapitel seiner faszinierenden musikalischen Reise. Diesmal kehrt er mit seiner Gruppe Into The Roots zurück, mit der er bereits zwei sehr gut aufgenommene Alben veröffentlicht hat. „Śpiwle” und „Watra”. Die Alben wurden nicht nur von Jazz- und Improvisationsmusikfans begeistert aufgenommen, sondern brachten dem Künstler und seiner Gruppe auch den Grand Prix des polnischen Radio-Folkmusikfestivals „New Tradition” ein.
Legenden haben es auch nicht leicht. Nie können sie es allen recht machen. Die einen wollen von ihnen immer wieder nur das hören, was sie einst zur Legende werden ließ. Die anderen erwarten von ihnen immer wieder etwas Neues. Und wieder anderen ist das Neue dann schon mal zu neu. Nämlich anders als das, was sie von „ihrer“ Legende zu erhoffen wagten. Ein Bericht von Robert Fischer.
Nach begeisterten Kritiken in der nationalen Presse, zahlreichen Streams und Radioeinsätzen sowie ausverkauften Tourneen durch die USA hat der New Yorker Pianist Noah Haidu am 6. Juni 2025 sein Album „Standards III (Infinite Distances)” veröffentlicht.
Die renommierte südkoreanische Schlagzeugerin und visionäre Komponistin Sun-Mi Hong hat am 14. März 2025 ihr viertes Studioalbum „Fourth Page: Meaning of a Nest” veröffentlicht. Diese Veröffentlichung ist ihre zweite Zusammenarbeit mit Edition Records und festigt ihren Aufstieg als eine der faszinierendsten Schlagzeugerinnen ihrer Generation in der europäischen Musikszene.
Piotr Damasiewicz ist ein unruhiger Geist, ein Suchender im besten Sinne. Er ist Komponist, Trompeter, Multiinstrumentalist, Pädagoge und Kurator internationaler Musikplattformen. Der polnische Musiker studierte Trompete, aber auch Kontrabass, Klavier und klassischen Gesang – einschließlich Gregorianik –, Chor- und Kammerensembleleitung, Arrangement und Komposition. Seine Sprachen sind Jazz, klassische Musik des 20. Jahrhunderts, ethnische Musik sowie europäische improvisierte Musik und experimentelle Musik.
Nicht kleckern, sondern klotzen lautet seit jeher das Motto bei den jährlich zelebrierten Jazzopen in Stuttgart, die sich selbst zu den „Top-3-Festivals für Jazz & Beyond in Europa“ zählen und „Weltklassejazz im Herzen Stuttgarts“ versprechen. Ersteres muss man als Eigenwerbung mal so stehen lassen – die Veranstalter bemessen das im Zweifel an den in der Tat erstaunlichen Besucherzahlen von um die 60 000 pro Saison. Ein Bericht von Robert Fischer.
Movements of Air ist das mit Spannung erwartete fünfte Album des gefeierten Trios um Daniel Herskedal mit Eyolf Dale am Klavier und Helge Andreas Norbakken am Schlagzeug und Percussion. Das Album markiert Herskedals zehntes bemerkenswertes Release bei Edition Records sowie das zehnjährige Jubiläum des Trios. Es schlägt nahtlos eine Brücke zwischen Herskedals grundlegendem Trio-Debüt „Slow Eastbound Train” und früheren Meisterwerken wie „The Rock” und „Voyage”. In den letzten zehn Jahren hat Daniel Herskedal die Grenzen der Tuba immer wieder erweitert und Musik geschaffen, die zugleich tief introspektiv und expansiv cineastisch ist.
Während der jazzahead! 2025 sprachen wir mit der Flötistin Isabelle Bodenseh, die mit ihrer beeindruckenden Bühnenpräsenz und virtuosen Spieltechnik neue Maßstäbe für das Flötenspiel im Jazz setzt. Ob mit klassischer Querflöte, Alt- oder Bassflöte – Bodenseh bringt das oft unterschätzte Instrument in den Mittelpunkt des musikalischen Geschehens. In ihren Projekten verbindet sie kraftvollen Groove, komplexe Improvisation und südamerikanische Einflüsse mit einer unbändigen Spielfreude.
Manchmal harmoniert ein Trio beim ersten Treffen so gut, dass es einfach wieder zusammen spielen muss. So erging es auch der Pianistin Satoko S., dem Trompeter Natsuki Tamura und dem Schlagzeuger Ramón López nach ihrer ersten Tournee und ihrer Debüt-CD „Mantle“ (Not Two Records, 2020). Als sich 2023 die Gelegenheit bot, ein zweites Album aufzunehmen, schlossen sich die drei für „Yama Kawa Umi“ wieder zusammen.
Auf der jazzahead! 2025 trafen wir den Pianisten und Komponisten Evgenij Zelikman, dessen musikalische Sprache sich durch tiefe emotionale Nuancen, kompositorische Klarheit und feinsinnige Improvisation auszeichnet. Zelikman, in Russland geboren und heute in Deutschland aktiv, verbindet in seinem Spiel klassische Einflüsse mit zeitgenössischem Jazz, osteuropäischen Klangfarben und einer ganz persönlichen Erzählhaltung.
Der Jazz und seine Gestalt. Seit den Anfängen des 20. Jahrhunderts, über Blues, Dixie, Swing und Bebop, bis hin zum Crossover mit europäischer Klassik und schließlich zur freien Improvisation, bleibt er ein lebendiges Faszinosum. Der viel gefragte New Yorker Bassist Marty Isenberg hat mit „The Way I Feel Inside“ ein autobiografisches Jazzdrama geschaffen.
Seit 1993 verwandelt Outreach den Ort Schwaz in ein klingendes Musiklabor. Die 33. Ausgabe (31. Juli – 16. August 2025) horcht unter dem Motto „From Deception to Connection – The Nothingness of Big Lies vs. Shared Intelligence of Music“ auf den Puls der Gegenwart: Wer richtig zuhört, versteht auch Zwischentöne.
Bei der jazzahead! 2025 trafen wir den britischen Trompeter, Komponisten und Bandleader Henry Spencer, der mit seinem Projekt Henry Spencer & Juncture neue Maßstäbe im modernen europäischen Jazz setzt. Seine Musik verbindet cineastische Weite mit emotionaler Tiefe, expressiver Improvisation und einem bemerkenswerten Gespür für Dynamik und Melodie. In seinem Spiel vereinen sich technische Brillanz, kontrollierte Intensität und ein ganz eigener kompositorischer Zugang.