Tägliche Neuigkeiten, Albumankündigungen, Festivalmeldungen, Interviews, Releases und Entwicklungen aus Deutschland, Europa und der weltweiten Jazzszene.

Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.

Zwischen Licht und Dunkel: Anna Margolina über Jazz, Chanson und die eine endlose Nacht

Im Rahmen der jazzahead! 2025 trafen wir die Berliner Sängerin Anna Margolina, die mit ihrem aktuellen Album „One Endless Night“ tief unter die Oberfläche klassischer Jazz-Songs taucht. Zwischen Jazz, Chanson, jüdischer Musiktradition und persönlichen Geschichten entwickelt sie eine poetische Klangwelt voller Gefühl, Tiefe und feiner Melancholie. Margolina – klassisch ausgebildet und gleichzeitig in der Jazzszene verwurzelt – überzeugt durch eine kraftvolle Stimme und eine erzählerische Ausdrucksstärke, die berührt.

Offene Strukturen, tiefe Emotionen: Unleashed Cooperation im Gespräch

Bei der jazzahead! 2025 trafen wir die polnische Band Unleashed Cooperation – ein Ensemble, das sich der kreativen Freiheit, emotionaler Tiefe und einem sehr modernen Verständnis von Jazz verschrieben hat. Die Musik des Kollektivs bewegt sich zwischen Improvisation, Komposition, Groove und Atmosphäre – mit Einflüssen aus Jazz, Avantgarde, Ambient und zeitgenössischer Musik. Die Band bestehend aus einigen der spannendsten Musiker der jungen polnischen Szene, versteht sich Unleashed Cooperation als offenes Projekt, in dem die persönliche Ausdruckskraft jedes Mitglieds im Vordergrund steht.

Svante Söderqvist - Nachhaltiger Jazz

Svante Söderqvist ist Kontrabassist und Cellist, der aus dem Schatten seines Sideman-Daseins nach vorne tritt und mit THE ROCKET sein eigenes Bandprojekt vorstellt. Das besticht durch einprägsame, schlichte Melodien, die sein Trio zusammen mit Tuulikki Bartosik am Akkordeon wunderbar transparent vorträgt. Der Einsatz seiner eigenen Stimme, mit der der schwedische Musiker seine Bass- oder Cellostimmen mitsingt, gibt der Band einen ganz eigenen Sound.

Chris Kramer & Paddy Boy Zimmermann - Tales of Tampa

Mit dem Tonträger Tales of Tampa tauchen Chris Kramer und Paddy Boy Zimmermann tief in das musikalische Erbe von Tampa Red, bürgerlich Hudson Whittaker, ein. Mit seinem unverwechselbaren Gitarrenspiel und seinem humorvollen, oft melancholischen Songwriting prägte Tampa Red den Blues der 1930er- und 1940er-Jahre wie kaum ein anderer. Seine Werke, darunter Klassiker wie „Black Angel Blues” und „Love Her with a Feeling”, gehören bis heute zu den unterschätzten Juwelen des Genres.

Groove, Soul & Wurlitzer: Matti Klein im Gespräch

Während der jazzahead! 2025 in Bremen trafen wir den Berliner Pianisten und Komponisten Matti Klein – einen der profiliertesten Vertreter des modernen Groove-Jazz in Deutschland. Bekannt durch seine Arbeit mit dem Mo’ Blow-Quartett sowie zahlreichen Kollaborationen (u.a. mit Nils Landgren, Ed Motta und Jakob Manz), hat Klein mit seinem eigenen Matti Klein Soul Trio eine unverwechselbare Klangsprache entwickelt – irgendwo zwischen Jazz-Funk, Soul, Vintage-Vibes und urbaner Eleganz.

EH3 / Erland Helbø Trio - Close To Nothing

Nicht nur eingefleischte Fans jazzrockiger Klangwelten werden an diesem Album ihre Freude haben. Das markante Gitarrenspiel von Erland Helbø, seine spannungsgeladenen Improvisationen an der Grenze zwischen Jazz und Rock, verleihen dieser Musik eine ganz eigene Handschrift. Die kraftvollen Kompositionen und pointierten Arrangements betonen den energetischen, kantigen Charakter der Stücke – Musik, die mit Drive, Biss und klarer Aussage überzeugt.

Deutscher Jazzpreis 2025: Das große Jazzfest in Köln

Bei der feierlichen Gala im E-Werk Köln wurden 22 Preise des Deutschen Jazzpreises 2025 verliehen. Ausgezeichnet wurden Künstler:innen, Alben, Festivals und Initiativen, die den Jazz in Deutschland und international prägen. Zu den Preisträger:innen zählen u.a. Eva Klesse (Künstlerin des Jahres), Ingrid Laubrock (Holzblasinstrumente), Peter Gall (Album des Jahres) und Sonic Interventions (Debüt des Jahres). Das musikalische Rahmenprogramm zeigte eindrucksvoll die Vielfalt und Energie der aktuellen Jazzszene.

Zwei Visionen, ein Orchester – Christina Fuchs & Caroline Thon über das Fuchsthone Orchestra

Im Rahmen der jazzahead! 2025 sprachen wir mit Christina Fuchs und Caroline Thon, den beiden Gründerinnen und musikalischen Leiterinnen des Fuchsthone Orchestra. Seit 2019 steht das groß besetzte Ensemble für einen innovativen, genreübergreifenden Sound im Bereich des zeitgenössischen Jazz. Im Interview geben Fuchs und Thon Einblicke in ihre kompositorische Arbeit, die Herausforderungen und Chancen eines solchen Großprojekts – und sprechen über die Notwendigkeit, neue Strukturen im Jazz mutig zu gestalten. Ein Gespräch über Klangvisionen, Gleichberechtigung und die Kraft kollektiver Kreativität.

Wanja Slavin: Reine Glücksmomente

Konzertbericht: Wanja Slavin in der Münchner Seidlvilla am 10. Juni 2025. Klein, fein und (sehr, sehr) gut – die von Martin Kolb kuratierte Konzertreihe JAZZ+ in der Münchner Seidlvilla ist seit über zwanzig Jahren eine feste Größe in der städtischen Musikszene. Wer sich für freie Improvisation, Avantgarde und verwandte Klangformen interessiert, kommt hier auf seine Kosten. Ein Bericht von Robert Fischer.

Paulina Przybysz - Insides

Donos Kulturalny: der Musik auf der Spur - Heute präsentiert uns Krzysztof Komorek das Album von Paulina Przybysz - Insides. Paulina Przybysz gilt seit jeher als genreoffene Künstlerin, die mutig mit Konventionen spielt. Das ist auch auf Insides" nicht anders. Hier finden wir Stücke, die zweifellos in jazziger Form präsentiert werden [das wunderbare „I Cover the Waterfront“], aber auch unorthodoxe Hörer werden auf dem Album etwas für sich entdecken, zum Beispiel das gegensätzliche „Door of the Cosmos Sun Ra“ [hier macht sich die starke Präsenz von EABS in der Begleitband der Sängerin bemerkbar]. Interessant ist auch der Rückgriff auf ein sehr zeitgenössisches Repertoire in Form von James Blakes „Retrograde“.

Festival Internacional Canarias Jazz & Más

Das 34. „Festival Internacional Canarias Jazz & Más” bietet 58 Konzerte an 28 verschiedenen Veranstaltungsorten auf acht Inseln. Take 6 zusammen mit „OFGC”, Dee Dee Bridgewater und Gonzalo Rubalcaba stehen vom 4. bis 26. Juli an der Spitze des hochkarätigen Programms. Eintrittskarten für die Konzerte im Theater Pérez Galdós und im Auditorium Alfredo Kraus sind ab sofort erhältlich.

Mehr Sichtbarkeit, mehr Dialog – Ein Gespräch über den Deutschen Jazzpreis

Im Rahmen der jazzahead! 2025 haben wir mit Hannes Möller (Projektleitung Deutscher Jazzpreis) und Johanna Schneider (Sängerin, Komponistin und Vorstandsmitglied der Deutschen Jazzunion) ein gemeinsames Interview geführt. Im Mittelpunkt stehen die Ziele, Entwicklungen und Herausforderungen rund um den Deutschen Jazzpreis. Das Gespräch beleuchtet die Rolle des Preises in der Szene, den Wunsch nach mehr Sichtbarkeit für Jazz in Deutschland und die Bedeutung eines transparenten, wertschätzenden Auswahlverfahrens. Ein aufschlussreicher Dialog über kulturpolitische Verantwortung, künstlerische Vielfalt und den Wandel in der deutschen Jazzlandschaft.

Rhythmus, Risiko und Vision – Diego Piñera im Gespräch

Im Rahmen der jazzahead! 2025 haben wir den Schlagzeuger und Komponisten Diego Piñera zum Video-Interview getroffen. Im Gespräch erzählt er offen von seinem musikalischen Werdegang zwischen Uruguay und Deutschland, seiner künstlerischen Entwicklung und den Herausforderungen, die ein kreatives Musikerleben mit sich bringt. Dabei spricht er über seinen Umgang mit Risiko, seine persönliche Klangsprache und was es für ihn bedeutet, als improvisierender Musiker authentisch zu bleiben. Ein intensives, ehrliches Porträt eines Künstlers, der seinen ganz eigenen Weg geht.

Nominiert – Ausgezeichnet – Gefeiert! Hoch lebe der Jazz!

Ob Grammy, der ehemalige ECHO, der DEUTSCHE JAZZPREIS oder der OPUS KLASSIK – es ist immer wieder eine Freude, wenn Musiker:innen sowie Kooperationen von Marita Goga music arts conception nominiert und ausgezeichnet werden. Angefangen beim Rundfunkchor Berlin über Künstler:innen wie Cédric Hanriot, Diego Piñera, Efrat Alony mit dot.time Records oder – in diesem Jahr – die nominierte Plattform für inklusive Musik PINC MUSIC: Immer wieder gibt es Jurys, die Musikprojekte qualitativ und zukunftsweisend wertschätzen. Dafür schon jetzt ein herzliches Dankeschön!

Hannah Köpf - Flowermind

Hannah Köpfs neues Album „Flowermind“ vereint uramerikanische Gattungen wie Folk, Country, Jazz, Gospel und Bluegrass zu einem Sound, der sich nach Nashville anfühlt, aber aus Deutschland kommt. Intime Texte, grandiose Arrangements und eine brillante Band: Hannah Köpfs neues Album „Flowermind“ vereint uramerikanische Gattungen wie Folk, Country, Jazz, Gospel und Bluegrass zu einem Sound, der sich nach Nashville anfühlt, aber aus Deutschland kommt. Mit ihrer warmen, brillantklaren Stimme erzählt die Kölner Singer-Songwriterin Geschichten, die sowohl Trost spenden als auch aufrütteln – mal schwebend leicht, mal intensiv und eindringlich, immer voller Ausdruck und Leuchtkraft.

Zwischen Klangabenteuer und Klarheit – Mareille Merck im Gespräch

Auf der jazzahead! 2025 in Bremen haben wir die Gitarristin Mareille Merck zum Interview getroffen. Sie spricht mit uns über ihren Zugang zum Klang, das Zusammenspiel mit ihrer Band „Larus“, neue musikalische Einflüsse und ihren Weg als improvisierende Musikerin zwischen Tradition und Aufbruch. Ein persönliches Gespräch über kreative Prozesse, das Leben auf Tour und die Zukunft des Jazz aus der Sicht einer der spannendsten Stimmen der jungen europäischen Szene.

Musiker*innenverbände fordern Abgabe aller Musikstreaming-Plattformen

Köln/Berlin, 03. Juni 2025 | Die Verbände PRO MUSIK, Deutsche Jazzunion, Bundesverband Popularmusik und unisono, die freischaffende und fest angestellte Musiker*innen vertreten, begrüßen den Vorstoß des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer, eine Abgabe für große Online-Plattformen einzuführen, und fordern, diese Abgabe auch auf Musikstreaming-Plattformen wie Spotify auszuweiten. Sowohl die EU-Resolution vom 17.01.2024 [¹] als auch die kürzlich erschienene Studie des BKM zum Musikstreamingmarkt in Deutschland [²] stellen erheblichen Handlungsbedarf fest. Die Musiker*innen und Musikautor*innen sind die wichtigsten Triebkräfte und die ersten Glieder in der Wertschöpfungskette, werden aber noch immer nicht in ausreichender Weise anerkannt oder vergütet.

Loek van den Berg - Seafarer

Loek van den Berg präsentiert sich auf seinem Album als ein äußerst sensibler Komponist, der emotional aufgeladene, von tiefer Nostalgie durchdrungene Musik schafft. Besonders faszinierend ist der Einsatz von Klangfarben, allen voran des armenischen Duduk, dessen melancholischer Ton gemeinsam mit dem Saxofon eine besondere Tiefe und Sehnsucht erzeugt. Die Kompositionen sind dynamisch, voller emotionaler Höhepunkte und durchzogen von einem feinen Jazz-Groove. Alle Mitglieder der Band erhalten viel Raum zur Entfaltung, was das Album vielschichtig und reich an spannenden Solopassagen macht.

Christine Corvisier 5tet - Chansons De Cologne, Vol. 2

Nach dem Erfolg ihres ersten Albums „Chansons de Cologne” konnte sich Bandleaderin Christine Corvisier nicht von den prägenden Melodien ihrer Kindheit lösen. Diese vertrauten Klänge hat sie mit den Einflüssen ihres musikalischen Werdegangs in Frankreich, Deutschland und Amerika angereichert. Für ihr neues Album konnte sie den berühmten Posaunisten Marshall Gilkes als Gast gewinnen. Er verleiht dem Bandsound auf mehreren Stücken eine zusätzliche Dimension.

Jazz Life Podcast Folge 5

In der fünften Episode unseres Podcasts geht es darum, warum es schwierig ist, vor anderen Menschen zu spielen - dabei ist das doch gerade so schön! Und welche Strategien wir empfehlen, welche Erfahrungen wir in seltsamen Vorspiel-Situationen bereits selbst gemacht haben.

Zwischen Bühne, Bass und Bildungsauftrag – Tilman Oberbeck im Gespräch mit jazz-fun

Während der jazzahead! 2025 hatten wir die Gelegenheit, mit dem Hamburger Bassisten und künstlerischen Leiter der JazzHall, Tilman Oberbeck, über seine vielseitige Arbeit zu sprechen. Im Interview erzählt er von seinen musikalischen Projekten, der Bedeutung der Nachwuchsförderung und den Herausforderungen, eine Bühne wie die JazzHall kuratorisch zu gestalten. Ein spannender Einblick in das Zusammenspiel von künstlerischer Vision, pädagogischem Anspruch und organisatorischem Feingefühl.

Schaffhauser Jazzfestival 2025

Wie klingt Schweizer Jazz? Wohl nirgendwo sonst kann man dieser Frage jedes Jahr für ein paar Tage nachgehen wie im wunderschönen, am Rhein und Rheinfall gelegenen Schaffhausen, ganz im Norden der Schweiz, unweit zur Grenze nach Deutschland. Denn das Schaffhauser Jazzfestival, das seine 36. Ausgabe feierte, ist „die“ Werkschau des Schweizer Jazz, treten dort doch ausschließlich Schweizer Bands oder Künstler mit Bezug zur Schweiz auf. Ein Bericht von Christoph Giese

Sivan Arbel - Oneness

"Oneness" ist ein Zeugnis von Sivan Arbels Reise über die Grenzen ihrer eigenen Traditionen hinaus, eine Feier der vielfältigen globalen Einflüsse, die in Brooklyn, dem Schmelztiegel New Yorks, zu finden sind. Sivan Arbel war bereits eine gefeierte Künstlerin für ihre unkonventionellen rhythmischen Erkundungen und, wie All About Jazz es ausdrückte, für ihren engelhaften, elastischen Ton.

Knobil - Knobisous

KNOBIL ist ein französischsprachiges Chansonprojekt zwischen Post-Bop und glitzerndem Jazz, das von der Lausanner Kontrabassistin, Sängerin und Komponistin Louise Knobil ins Leben gerufen wurde. Beeinflusst von Esperanza Spalding, Charles Mingus oder auch Boris Vian, lässt sie uns mit ihrem Kontrabass und ihrer Stimme an ihrem musikalischen Tagebuch zwischen Polyamorie, Schlafmangel und Pesto-Rezept teilhaben.

„Mehr als eine Messe“ – Götz Bühler über die jazzahead! und seine Mission für den Jazz

Was macht die jazzahead! so einzigartig? Und wie sieht die Zukunft der internationalen Jazzszene aus? Im Gespräch mit Götz Bühler, dem künstlerischen Leiter der jazzahead!, erfahren wir mehr über die Ideen, Herausforderungen und Visionen hinter Europas wichtigstem Branchentreffen für Jazz. Ein Interview über Leidenschaft, Programmgestaltung und die Kraft der Vernetzung.

Igor Osypov - Hyper Oz

Unter dem Pseudonym „Hyper Oz“ kreiert der in Berlin lebende Gitarrist und Produzent Igor Osypov eine faszinierende Fusion aus Jazz, R&B, Punkrock, Electronica und einem Mix weniger bekannter Subgenres. Das Album nimmt den Hörer mit auf eine Klangreise, auf der fesselnde Klanglandschaften mühelos von bizarren, synkopierten Beats in klare, melodische Strophen und Refrains übergehen. Knisternde Synthesizerklänge durchziehen die Tracks und werden von einer beeindruckenden Bandbreite an Gitarrenklängen - von sanftem, meisterhaftem Neo-Soul bis hin zu rohen, kantigen Riffs - ergänzt.

Internationale Jazzwoche Burghausen 2025

Am 30. März 2025 ging die 54. Internationale Jazzwoche Burghausen zu Ende. Rund 8.000 begeisterte Gäste besuchten das sechstägige Festival mit 22 Hauptkonzerten und einer JazzNight, bei der sich die Burghauser Altstadt in eine klingende Bühne verwandelte. Mit dabei: internationale Stars wie Gregory Porter, Kenny Garrett oder Billy Cobham - aber auch zahlreiche junge Acts, die in Burghausen ihre ersten großen Schritte machten.