Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Die Cologne Jazzweek 2025 hat neue Maßstäbe gesetzt: Mit 10.500 Besucher:innen, 50 Konzerten und Auftritten von mehr als 250 Musiker:innen aus 18 Nationen verwandelte das Festival die Rheinmetropole in eine pulsierende Jazzstadt. Von intimen Clubkonzerten bis zum historischen Dom-Solo von Kit Downes – die Vielfalt und Qualität dieser Ausgabe bestätigten den Ruf der Jazzweek als eines der wichtigsten europäischen Festivals.
Der angesehene französische Jazz-Rundfunkmoderator Alex Dutilh hatte eine sehr klare Sicht auf die aktuellen Trends im europäischen Jazz und in verwandter Musik, als er Anfang dieses Jahres von der jazzahead zurückkam. Er sieht die Avantgarde und das Experimentelle eindeutig auf dem Rückzug. Im Gegensatz dazu bemerkte er unter der Vielzahl junger Bands, die ihre Arbeit präsentierten, „un effort de lisibilité“ (ein Bemühen, verständlich zu sein), eine Betonung von Melodie, Rhythmus und Kommunikation. Er stellte auch fest, dass diese Richtung völlig aufrichtig und authentisch ist, dass sie von den Musikern selbst kommt. Ein Bericht von Sebastian Scotney
Das polnische Quartett O.N.E. ist längst kein Geheimtipp mehr – ihre energiegeladenen, zugleich lyrischen und kompromisslos ehrlichen Auftritte haben europaweit Aufmerksamkeit erregt. Mit „Well, actually…“ veröffentlicht die Band ihr drittes Album, das zwischen kollektiver Improvisation, poetischen Melodien und experimenteller Offenheit oszilliert. Im Interview sprechen die Musikerinnen über den besonderen Entstehungsprozess, die Zusammenarbeit mit dem renommierten Label April Records, ihre Erfahrungen auf internationalen Festivals und darüber, wie künstlerische Freiheit und gesellschaftliche Verantwortung in ihrer Musik zusammenfinden.
Aller guten Dinge sind drei! Nach den Singles „Sua Calma“, die KLANGLYS zur Jazzahead veröffentlichte, und „Sketch 2“ folgt am 5. September mit „Dance Of The Struck Sand“ die vorletzte Single, bevor das Album im Herbst als Vinyl erscheinen wird.
Der in Dakar geborene Gitarrist Hervé Samb ist ein Brückenbauer zwischen Kontinenten und Klangwelten. Seit seiner Ankunft in Frankreich 1998 arbeitete er mit Größen wie Marcus Miller, Pharoah Sanders oder Somi zusammen und entwickelte sich zu einer prägenden Stimme des internationalen Jazz. Mit seinem neuen Album „Jolof“ widmet er sich den Traditionen seiner senegalesischen Herkunft und verbindet sie in seinem Stil des Jazz Sabar mit der Freiheit und Energie zeitgenössischer Improvisation. Im Gespräch erzählt Samb über seine Inspirationen, die Bedeutung von „Jolof“ und warum Musik für ihn immer auch eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln ist.
Am 22. April 2026 öffnet die weltweit bedeutendste Jazzmesse mit Festival ihre Türen. Die Bewerbungsphase für die 38 Showcase-Konzerte läuft bereits, mit Schweden als Partnerland.
Köln/Berlin, 01.09.2025 | Die US-amerikanische und in Deutschland aktive Vokalistin Lauren Newton wird in diesem Jahr mit dem Albert-Mangelsdorff-Preis geehrt. Er ist die bedeutendste Auszeichnung für Jazzmusiker*innen in Deutschland und wird seit 1994 von der Deutschen Jazzunion für herausragende künstlerische Leistungen sowie nachhaltige Impulse für die Entwicklung der Jazz- und Improvisationsszene verliehen.
Das 45. Jazzfestival Saalfelden ist zu Ende gegangen und hat in vielerlei Hinsicht Maßstäbe gesetzt. Vier Tage lang verwandelte sich die Stadt im Salzburger Land in ein pulsierendes Zentrum für zeitgenössischen Jazz und experimentelle Musik. Unser Freund, der Fotograf Robert Fischer, war vor Ort und hat viele großartige Eindrücke eingefangen. Seine Fotos lassen die Festivalatmosphäre noch einmal aufleben.
Die Sängerin verbindet lateinamerikanische Rhythmen mit Songwriting und betörender Stimme zu einem Album voller Energie und Poesie. Mitreißende, fröhliche und vor allem optimistische Musik! „al andar“ überzeugt nicht nur durch seine Schönheit, sondern auch durch spannende musikalische Ideen. Die warme, klare Stimme von Holly Holden, ihre Ausdruckskraft und ihre Art, Emotionen zu gestalten, faszinieren schon in den ersten Takten dieses Albums.
Am 29.08.2025 ist die Single „FARAGGI” der „Qanunkönigin” Eleanna Pitsikaki erschienen. Mit „Faraggi” eröffnet die transkulturelle Jazzmusikerin Eleanna Pitsikaki, die als „Qanunkönigin” gefeiert wird, eine Reihe von Singles zu ihrem Album, das am 31. Oktober bei Timezone Records erscheinen wird.
Der Saxophonist Óskar Guðjónsson ist oft auf deutschen Bühnen zu erleben, meist mit dem Quartett ADHD, das in Deutschland eine treue Fanbase hat. Zudem unterstützte der Saxophonist die isländische Superband Mezzoforte bei ihrem Neustart vor bald 20 Jahren. An der jazzahead! spielte er mit dem Pianisten Magnús Jóhann im Duo, die beiden haben das aktuelles Album „Fermented Friedship“.
Diese Perspektive aus der Lerntheorie ist ein guter Maßstab, um sich bewusst zu machen, wie gut man ein Thema beherrscht. Außer, dass wir wie immer zusammen viel Spaß haben und ein bisschen “aus dem Nähkästchen” plaudern, besprechen wir in der achten Folge unseres Podcasts.
Róberta Andersen ist eine isländische Gitarristin, die in den letzten 20 Jahren mit einer Vielzahl von Künstlern der heimischen Musikszene zusammengearbeitet hat. Dazu gehören Múm, Ólöf Arnalds, Sin Fang, Julianna Barwick und Pascal Pinon. Dann ist sie auch Mitglied der Band Hist Og, die unter isländischen Jazz-Enthusiasten für Aufsehen sorgte.
Sunna Gunnlaugs ist eine Jazzpianistin aus Island und ein umtriebiger Eckpfeiler der Szene dort, aber auch in ganz Europa und den USA unterwegs. Ihr neuestes Projekt „Ástin, Bjartsýnin Og Andskotans Blaðrið Í Fólkinu“ (sunny sky / galileo) hat – trotz Vertonung isländischer Gedichte von Jón úr Vör – mittlerweile Nachfragen aus anderen Ländern erfahren.
Shuteen Erdenebaatar ist eine der spannendsten Stimmen der jungen europäischen Jazzszene. In Ulaanbaatar geboren, in München ausgebildet und längst auf internationalen Bühnen zuhause, verbindet sie in ihrer Musik mongolische Einflüsse, klassische Ausbildung und zeitgenössischen Jazz zu einer ganz eigenen Sprache. Ihre Kompositionen sind tiefgründig, lyrisch und gleichzeitig voller Energie und Überraschungen. Im Gespräch mit jazz-fun.de erzählt Shuteen über ihre künstlerischen Wurzeln, die Bedeutung von kultureller Identität im Jazz und über die Balance zwischen Tradition und Innovation.
Bobby Rausch zählt zu den spannendsten Formationen der Berliner Szene. Mit einem Instrumentarium, das zunächst ungewöhnlich wirken mag – Baritonsaxophon, Bassklarinette und Schlagzeug – schaffen sie einen Sound, der kompromisslos, energetisch und tanzbar ist. Ihre Musik bewegt sich mühelos zwischen Hip-Hop, Jazz, Elektro und improvisierten Klangwelten. Wir haben uns mit Lutz Streun (Bassklarinette) und Nico Stallmann (Drums) unterhalten, um mehr über ihre künstlerische Vision, ihre Live-Power und die kreative Freiheit von Bobby Rausch zu erfahren. Ein Interview von Angela Ballhorn
Auf dem diesjährigen Festival JazzBaltica hatten wir die Gelegenheit, mit Michael Wollny, einem der kreativsten und einflussreichsten Pianisten des zeitgenössischen Jazz, zu sprechen. Im Interview gibt er spannende Einblicke in seine Herangehensweise an das Spiel und die Improvisation im Zusammenspiel mit seinen Trio-Partnern. Er erzählt, wie musikalische Ideen im Moment entstehen und sich im Dialog zwischen den Musikern weiterentwickeln – eine faszinierende Reise durch die Kunst des gemeinsamen Musizierens.
Karl Ratzer begeistert mit seinem Trio nicht nur durch brillante Technik und subtile solistische Einlagen. Auf diesem Album begegnen wir einer Qualität, die nur den ganz Großen vorbehalten ist – Meistern ihres Instruments, charismatischen Persönlichkeiten und Künstlern mit unverwechselbarer Handschrift. Es ist diese Aura, die sich nicht imitieren lässt. Zwar sind Virtuosität und Erfahrung unüberhörbar präsent, doch im Mittelpunkt steht etwas noch Wichtigeres: die Fähigkeit, eine musikalische Geschichte zu erzählen, uns durch Klangwelten zu führen und mit Melodien immer wieder aufs Neue zu berühren.
Ja, Schwaz ist klein. Knapp 15.000 Einwohner. Aber der 30km östlich von Innsbruck gelegene und vom Karwendelgebirge eingerahmte Ort hat eine lange Geschichte und zählte zur Blüte des Bergbaus im 16. Jahrhundert zu einer der größten Bergbaumetropolen der Zeit, war nach Wien die zweitgrößte Ortschaft im Habsburgerreich. Ein Bericht von Christoph Giese.
Auf jazzahead! trafen wir Johannes Käsbach – Komponist, Gitarrist, Produzent und Sänger. Im Interview spricht er über sein Klanglys-Projekt, das nordische Klangästhetik, lyrische Melodien und moderne Jazz-Elemente miteinander verbindet. Käsbach gibt Einblicke in seine musikalische Vision, erzählt von der Entstehung seiner Kompositionen und von der Suche nach dem perfekten Gleichgewicht zwischen Emotion, Atmosphäre und klanglicher Offenheit. Ein Interview von Angela Ballhorn
„Ein wärmender, inspirierender Kosmos, eine Insel der Kultiviertheit“, schreibt das Jazzportal nrwjazz.net über das New Colours festival und bringt damit die besondere Atmosphäre dieses Events auf den Punkt. 2025 präsentiert sich das Festival als vielschichtiges Gesamtkunstwerk. Verschiedene Spielarten des Jazz verbinden sich mit besonderen Locations. Mehrere international bekannte Headliner sowie neue Stimmen der Szene sorgen für musikalische Highlights.
Beim diesjährigen Festival JazzBaltica trafen wir die katalanische Posaunistin, Sängerin und Komponistin Rita Payés. In unserem Gespräch erzählt sie von ihrem musikalischen Werdegang, ihren prägenden Einflüssen und den besonderen Momenten, die ihre Karriere geformt haben. Außerdem spricht sie über aktuelle Projekte und gibt Einblicke in ihre künstlerische Vision, die von lyrischem Jazz bis zu mediterranen Klangfarben reicht.
Mit „Lights On A Satellite“ landet das Sun Ra Arkestra aus der freien Spielhaltung heraus mit vollem Groove mitten im Herzen des Swing. Die Einspielung würdigt das Lebenswerk von Marshall Allen, der am 25. Mai 2024 seinen 100. Geburtstag gefeiert hat. Das am 16. Juni 2024 in Studio A der New Yorker Power Station aufgezeichnete Album zelebriert die Meisterschaft des Ausnahmemusikers als Multiinstrumentalist, Arrangeur, Bandleader, Lehrer und Bewahrer von Sun Ras Erbe.
Hier geschieht auf allen Ebenen sehr viel. Anna Sophia Defant präsentiert mit ihrem Ensemble eine dichte, kompakte und zugleich vielschichtige musikalische Erzählung. Einen Bass sucht man hier vergeblich – Gitarre und Klavier schaffen in ihrer besonderen harmonischen Wechselwirkung überraschende Klangräume, in denen das Saxophon glänzt und das Schlagzeug nicht nur für den rhythmischen Unterbau sorgt, sondern sich aktiv in die klanglichen Geschichten und Dialoge des gesamten Ensembles einbringt.
Dieses Album fühlt sich an wie eine Rückkehr in die Vergangenheit – eine Vergangenheit, die jedoch noch immer in uns weiterlebt. Es ist wie die Erinnerung an einen lauten, energiegeladenen Musikabend, dessen Echo am nächsten Tag leise in unserer Vorstellung nachklingt, Sehnsucht nach Vergangenem weckt und uns zugleich die Gewissheit gibt, etwas Großartiges erlebt zu haben.
Vom 31. August bis 5. September 2025 feiert die Cologne Jazzweek ihre fünfte Ausgabe. Über 10.000 Besucher:innen erwartet ein innovatives Programm mit großen Ensembles, urbanen Spielorten und führenden Stimmen des europäischen Jazz. Unter dem Motto Stadt.Klang.Orte wird Köln zur Bühne für klangliche Experimente und kollektive Improvisation von Künstler:innen wie Marta Warelis, Kit Downes, Fabian Dudek und Gard Nilssen’s Supersonic Orchestra.
Die 31. Ausgabe des Kristupo Festivalis (Christopher Summer Festival) bietet in jedem Sommer über zwei Monate lang ein buntes, genreübergreifendes Programm, das fast jeden Geschmack ansprechen dürfte. Angefangen von kostenlosen Konzerten im Park über den ebenfalls kostenlosen Konzertzyklus Sacred Music Hours in der St. Casimir´s Kirche, wo die Kirchenorgel zwar im Mittelpunkt steht, aber oft mit Solisten oder Chören erweitert wird. Ein Bericht von Christoph Giese.
„SKETCH 2“, ein Neustart: Klanglys setzt mit dem Singlerelease am 8. August 2025 einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zum neuen Album. Nach der Single „SUA CALMA“, die KLANGLYS zur Jazzahead veröffentlichte, hält die Band mit einer weiteren Single unter dem Titel „SKETCH 2“ Kurs auf ihr neues Album, welches im Herbst als Vinyl erscheinen wird.
Der Schweizer Gitarrist und Klangvisionär Christy Doran spricht im Interview mit jazz-fun.de über sein kürzlich veröffentlichtes Album Same But Different, das auf Aufnahmen aus dem Jahr 1995 basiert – mit einer außergewöhnlichen Besetzung rund um Herb Robertson, Fredy Studer, Urs Leimgruber und andere. Ein Interview von Jacek Brun
„Sorrow“ ist ein stilistisch geschlossenes Werk, das fest im Jazz verwurzelt ist. Dank der musikalischen Erudition aller Beteiligten erleben wir hier eine Fülle großartiger Soli und ausgedehnter musikalischer Erzählungen. Vor allem aber spürt man in jeder Note, dass diese Musik aus innerem Bedürfnis heraus entstanden ist – voller Energie, Leidenschaft und unverfälschtem Ausdruck.
Colin Steele ist ein Musiker, der seinen eigenen Weg geht und stets auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten ist. Seine Musik wirkt kontemplativ und aufmerksam, konzentriert auf Details und gleichzeitig frei von Pathos. Er hat einen unverkennbaren Personalstil entwickelt, in dem sich traditioneller Klang und zeitgenössische Elemente zu einer stimmigen Einheit verbinden.
Die Welt swingender Impressionen existiert neben jener der expressiven Ausdruckskraft – und Chris Hopkins bewegt sich meisterhaft in ersterer. Er gehört zu den Musikern, die Farbe, Klang und – entscheidend – das Ausschwingen jedes Tons in den Mittelpunkt stellen. In all seinen Projekten hinterlässt er einen unverkennbaren klanglichen Fingerabdruck. Sein Stil ist unverwechselbar – und allein diese Wiedererkennbarkeit ist in der heutigen Musiklandschaft ein hohes Gut.