Tägliche Neuigkeiten, Albumankündigungen, Festivalmeldungen, Interviews, Releases und Entwicklungen aus Deutschland, Europa und der weltweiten Jazzszene.

Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.

Ilkka Heinonen Trio - Savu

Das Jouhikko-Revival ist in Finnland in vollem Gange! Die jungen Folkmusiker besinnen sich in immer größerer Zahl auf dieses urtümliche Instrument. Eine Jouhikko ist die traditionelle finnisch-karelische Leier, die mit dem Bogen gestrichen wird. In Finnland war sie nahezu in Vergessenheit geraten, da die Kantele das unbestrittene Nationalinstrument ist. Gemeinsam mit Pekko Käppi gehört Ilkka Heinonen im Land der tausend Seen zu den Musikern, die sich erfolgreich für dieses urtümliche Instrument einsetzen.

Joonas Widenius Trio - Arktik Traktor Konspirazy

Wie viele finnische Flamenco-Gitarristen kennen wir? Seien wir mal ehrlich: Keinen einzigen! Höchste Zeit also, dass sich das ändert! Und es ist ebenso überfällig, dass wir lernen, dass Flamenco, Jazz, Rock und Weltmusik bestens zusammenpassen! Vorhang auf also für das Joonas Widenius Trio! Joonas Widenius, der vom Aussehen her der verschollene finnische Cousin von Johnny Winter sein könnte, betreibt mit Vorliebe Grenzüberschreitungen der besonderen Art.

Diana Krall - Turn Up The Quiet

Als vor kurzem durchsickerte, dass Diana Krall nach längerer Pause wieder mit Tommy LiPuma, Produzent ihrer größten Erfolgsalben wie "The Look Of Love" und "Love Scenes", im Studio arbeitete, waren Neugierde und Vorfreude groß. "Turn Up The Quiet" führt sie und LiPuma zu den Wurzeln zurück, mit denen Krall die Basis ihrer Weltkarriere legte: Jazz-Klassiker und die unsterblichen Songs aus dem „American Songbook". Selbstverständlich interpretiert in der sinnlich knisternden Art, die so nur Diana Krall gelingt.

Arto Lindsay - Cuidado Madame

Experimentierfreude und Eingängigkeit – für Arto Lindsay waren das niemals Gegensätze. Der Sänger und Gitarrist hat seit jeher einen Heidenspaß daran, neutönerische Klangwelten abseits des Mainstream zu erforschen und bleibt dabei doch verständlich, d.h. leicht fassbar. So auch auf “Cuidado Madame”. Der erste Longplay m t neuem Material seit “Salt” (2004) enthält avantgardistische Wagnisse genauso wie ohrwurmige Melodien, er präsentiert einmal mehr die zwei Pole von Lindsays Künstlerpersönlichkeit.

12. jazzahead! mit erneutem Besucher- und Teilnehmerrekord

Am Sonntag ist in Bremen die 12. jazzahead! zu Ende gegangen. Internationale Fachmesse und Festival sorgten in der MESSE BREMEN für volle Konzertsäle und einen Teilnehmerrekord bei Ausstellern und Fachteilnehmern aus 60 Nationen. Mit rund 17.600 Besuchern allein bei Messe und Konzertprogrammen am vergangenen Wochenende ist das Publikum der jazzahead! erneut gewachsen.

Peter Kahlenborn Trio - Vesica Pisces

Zum Jahresbeginn 2017 veröffentlicht das Peter Kahlenborn Trio - Ralph Beerkircher und Tobias Hoffmann (Gitarren), Peter Kahlenborn (Schlagzeug) - mit "Vesica Pisces" die erste CD. Komplexe Kompositionen werden zu frei gestalteten Improvisationen, humorvolle Zitate zu drückenden, kraftvollen Hard Rock Grooves. Klassische Harmonien werden lustvoll mit abstrakten Klängen und elektronischen Sounds vermischt. Mit schonungslos kreischenden Gitarren ist ebenso zu rechnen wie mit plötzlich auftauchenden Momenten fragiler Schönheit.

Anne Mette Iversen Quartet +1 - Round Trip

Das Anne Mette Iversen Quartet +1 ist die Erweiterung ihrer am längsten eingeführten Band, des Anne Mette Iversen Quartets, welches sie bereits 2002 in New York City gründete. Die musikalischen Beziehungen und improvisatorischen Verbindungen der Musiker dieser Band haben sich - zusammen mit Anne Mette Iversen´s Kompositionen - über die Jahre hin entwickelt und sind zu etwas Besonderen zusammen gewachsen.

»Ich hab´ noch (k)einen Koffer in Berlin« oder Big Band Jazz vom Feinsten

Konzertreihe: das Maria Baptist Orchestra in Berlin
Es gibt Gründe diese Stad zu besuchen. Ein Konzerterlebnis dieser Big Band ist ein guter Grund. Füllt diese Erlebnisse in Euren (Jazz-)Koffer. Wenn Ihr keinen habt, so legt Euch einen zu – vollgepackt mit Tönen, Klängen und Sounds aus diesen Konzerten. All dies kommt in den prallen Erinnerungskoffer, aus dem geschöpft wird. Wem dies zu altbacken ist, der speichert es einfach im Memory.

Trombone Shorty (Troy Andrews) - Parking Lot Symphony

Erschrecken Sie nicht gleich! Trombone Shorty beginnt "Parking Lot Symphony" zwar mit einem jener für New Orleans so typischen, Soul-getränkten Klagelieder, aber das neue Album ist alles andere als ein Trauerspiel und nimmt schnell reichlich Fahrt auf. Mit der etwas ungewöhnlichen Einleitung "Laveau Dirge No. 1" - benannt nach Marie Laveau (1794-1881), einer der berühmtesten Voodoo-Königinnen der Stadt - offenbart Troy Andrews a.k.a. Trombone Shorty nur, wo er seine Wurzeln hat, bevor er seine Fühler in elf weiteren sehr abwechslungsreichen Songs in alle möglichen musikalischen Richtungen ausstreckt.

Martin Laurentius erhält Preis für deutschen Jazzjournalismus auf der jazzahead! in Bremen

Auf der internationalen Jazzfachmesse jazzahead! in Bremen wurde heute zum vierten Mal der Preis für deutschen Jazzjournalismus vergeben. Der diesjährige Preisträger ist Martin Laurentius, der den Preis persönlich vor Ort entgegen nahm. „Reaktionen auf die Arbeit von Jazzjournalisten sind eher die Ausnahme - bei den Auftraggebern ebenso wie bei Musikern oder Lesern. Das ist auch gut so, weil wir dadurch eine professionelle Distanz zur Szene bekommen. Deshalb ist es umso schöner, meine Distanz fahrenzulassen und für einen kurzen Moment selbst im Rampenlicht zu stehen, weil ich mit dem Preis einerseits für mein „tagtägliches“ Kleinklein der teils mühsamen Arbeit am Schreibtisch ausgezeichnet werde, andererseits die Qualität meiner journalistischen Themen und meines Schreibens gewürdigt und anerkannt wird.“, so der Preisträger.

Les Brünettes - The Beatles Close-Up

Jede der vier exquisiten Musikerinnen bringt ihren eigenen, ganz persönlichen Zugang zu den Beatles mit ein, die trotz oder gerade wegen des tiefen Respekts vor deren musikalischem Schaffen aber nie nur nostalgisches Schwelgen ist. Sie ist vielmehr ein Gesamtkunstwerk, das rockt, das groovt, das swingt – und mit dem warmen und harmonischen Zusammenklang der vier Frauenstimmen immer direkt ins Herz geht.

Niels Klein - Tubes & Wires - Life In Times Of The Big Crunch

Herkömmliche Genregrenzen stellt Niels Klein schon seit Jahren in Frage. Viel zu breit gestreut ist sein Interesse an Musik und Klang, um sich selbst zu limitieren. Der 1978 in Hamburg geborene, seit seinem Studium in Köln ansässige Musiker hat sich in den letzten Jahren als Komponist und Leiter unterschiedlicher Formationen profiliert. Darunter auch große Ensembles, vom Metropole Orkest über das European Jazz Orchestra bis zum EOS Kammerorchester.

Jazzahead! 2017: Musikerinnen diskutieren Gleichberechtigung im Jazz

Berlin, 27. April 2017 | Die viel diskutierte Benachteiligung von Frauen in der Jazzbranche ist ein beliebtes Thema unter JournalistInnen, PolitikerInnen und WissenschaftlerInnen –  doch was sagen die Musikerinnen eigentlich selbst dazu? Die Vorstände der Union Deutscher Jazzmusiker Alexandra Lehmler, Anette von Eichel und Silke Eberhard haben Ulla Oster von der Initiative Jazzhaus Köln und Wolfram Knauer vom Jazzinstitut Darmstadt zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, die am Samstag, 29. April 2017, um 13 Uhr auf der diesjährigen jazzahead! in Bremen stattfindet.

Helge Lien Trio - Guzuguzu

Wenn Musik eine Sprache ist, dann können Worte vielleicht andersherum ganz spezifische Klänge beschreiben. Diese faszinierende Vorstellung der Onomatopoesie bildet den Ausgangspunkt für „Guzuguzu“, das nunmehr neunte Album des Helge Lien Trios. Jeder Track darauf basiert auf einem onomatopoetischen japanischen Begriff und den mit ihm verbundenen Assoziationen. Wie klingt ein Lächeln? „Nikoniko“. Wie kann man das Geräusch beschreiben, wenn man sich im Kreis dreht? „Kurukuru“! Sogar der Albumtitel –„Guzuguzu“ –fällt in die gleiche Kategorie und beschreibt, wie es sich anhört, sich „langsam zu bewegen“.

Shai Maestro Trio - The Stone Skipper

Der musikalische Fluss dieses kraftvollen und stimmigen Trios ist beispielhaft. Shai Maestro, Jorge Roeder und Ziv Ravitz sind mit einem neuen Werk zurück, und es ist so intim wie nie zuvor. Sie verschieben die Grenzen des tiefsinnigen und reifen Jazz, scheuen sich dabei jedoch nicht, auch angrenzende Stile in ihr Album zu integrieren. So verbinden sie elegante elektronische Einsprengsel und das Einbinden von Gesangsstimmen zu ihrem eigenen, einzigartigen Universum.

Kari Ikonen - Ikonostasis

Kari Ikonen ruht sich nur ungern aus. In seiner über ein Jahrzehnt langen Karriere war der finnische Pianist an fast 50 Alben beteiligt, ist mit unzähligen Formationen getourt und erfindet sich noch heute nahezu jede Woche neu. Obwohl man sich inzwischen an seine Umtriebigkeit gewöhnt hat, lässt IKONOSTASIS ganz besonders aufhorchen.

Jean-Paul Brodbeck Trio - Extra Time

Der klassisch ausgebildete Pianist Jean-Paul Brodbeck ist zu einem kreativen Epizentrum der Schweizer Jazzszene geworden und zählt über die Landesgrenzen hinaus zu den signifikantesten Stimmen des zeitgenössischen Jazz. Eingebunden in diverse Formationen hat Brodbeck über die Jahre ein individuelles, tief in der Jazztradition verwurzeltes, von lyrisch klassisch-romantischen Elementen grundiertes und von feinfühliger Spontaneität geprägtes Klavierspiel mit einem hohen Wiedererkennungswert entwickelt. 

Studnitzky - Ky Organic

Der mit dem ECHO Jazz ausgezeichnete Trompeter & Pianist setzt bei »KY Organic« auf von elektronischer Musik beeinflusste Ästhetik in kleiner instrumentaler Besetzung. Mit gleichsam virtuosem wie uneitlem Klavierspiel und seinem einzigartigem, fast schon gesungenem Trompetensound gelingt es Studnitzky mit Leichtigkeit, prägnante Grooves und Sounds mit wunderschön klaren und auffallend emotionalen Melodien zu kombinieren.

Thomas Siffling - Flow

Nach Siegbert A. Warwitz ist das Urbild des Menschen im Flow […] das spielende Kind, das sich im glückseligen Zustand des Bei-sich-Seins befindet. Weiter gefasst entspricht dies einem Zustand der völligen aber auch mühelosen Konzentration. Vor allem Musiker kennen dieses Flow-Gefühl, ein tiefes Eintauchen, gar Hineinfallen in die eigene Kunst, den Rhythmus und die Klangwelt. 

Marialy Pacheco - Duets

Marialy Pacheco trifft auf Hamilton de Holanda, Joo Kraus, Rhani Krija, Max Mutzke, Omar Sosa und Miguel Zenon, auf sechs gestandene Größen aus aller Welt, jeder Meister seines Faches. Und die kubanische Jazz-Pianistin holt aus jeder einzelnen Begegnung das Beste heraus. Der Titel der CD bringt das Konzept in gebotener Kürze auf den Punkt: DUETS. So sachlich und nüchtern er auch klingen mag – dahinter verbirgt sich mehr, sehr viel mehr.

Aaron Parks - Find The Way

Für den Nachfolger seines ECM-Debüts Arborescence, ein Solo-Album, das das Magazin JazzTimes als »allumfassend, impressionistisch...wie eine Visionssuche« pries, hat der preisgekrönte Pianist ein Trio mit dem Bassisten Ben Street und dem Schlagzeuger Billy Hart um sich versammelt.

Ferenc Snétberger - Titok

Der ungarische Gitarrist Ferenc Snétberger hat sich mit seinem ECM-Solodebüt In Concert (»A beautiful, assured performance«– All About Jazz) viele Freunde gemacht – und dürfte mit seinem neuen Album Titok, das im Trio mit dem schwedischen Bassisten Anders Jormin und dem US-Schlagzeuger Joey Baron entstand, noch viele mehr dazugewinnen. 

Daniel Humair - Seasoning: Live At Theater Gütersloh

Unter Jazzfreunden kann man herrlich darüber streiten, ob „Europäischer Jazz“ ein nützlicher Gegenentwurf zur amerikanischen Tradition ist, eine originelle Ergänzung dazu oder „auf dem Markt weniger wert als amerikanischer“, wie es in einem Wikipedia - Forum nachzulesen ist. Außer Zweifel steht allerdings, dass es auch diesseits des Atlantiks begnadete Musiker gab und gibt, die den Jazz seit Jahrzehnten geprägt und geformt haben. Dabei haben sie ganz eigene Spielweisen entwickelt, indem sie europäische Musiktraditionen mit den amerikanischen Einflüssen zusammenbrachten.