Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Helmut Eisel hört nicht auf zu überraschen! Nach einer Einspielung seiner ganz eigenen Version des Klarinettenkonzerts von Wolfgang Amadeus Mozart (TIME CHANGE, 2011), hat er nun mit seinem Trio Helmut Eisel & JEM erneut den klassischen Meister unter die Lupe genommen - mit einer sehr persönlichen Version der bekanntesten Melodien aus dessen Oper „Don Giovanni“.
Es sind die bewegenden Gedichte der englischen Poetin Christina Rossetti, die das Fundament zu Eva Mayerhofes neuen musikalischen Projekt „Life And Death“ bildern. Welch eine Aufgabe, die viktorianische Wortkunst Rossettis, deren Motive die Liebe, der Tod und das Jenseits sind, musikalisch zum Leben zu erwecken! Dieser Aufgabe ist Eva Mayerhofer ohne Frage gewachsen. Ihre reife Stimme nimmt sich der Texte sensibel und ausdrucksstark an, setzt haarfeine Akzente und lässt die Inhalte nicht in überschwänglichen Interpretationen untergehen.
Als Jimmy Scott 2014 starb, betrauerten duzende Musiker, hunderte Journalisten und tausende von Fans das Hinscheiden einer Jazz-Legende. Nicht nur, dass damit eine Verbindung zu der zurückliegenden Ära von Billie Holiday, Charlie Parker und Lionel Hampton verloren ging. Verpasst wurde auch die Chance, Scott den Ruhm und Respekt zu bringen, der ihm in seinem langen und ereignisreichen Leben versagt blieb.
Wie bei seinem GRAMMY-Debüt bedient sich Nathan East für »Reverence« der Hilfe einiger sehr bekannter Freunde, darunter Yolanda Adams, Philip Bailey, Eric Clapton, Phil Collins und Mitglieder von Earth Wind & Fire, um nur einige zu nennen. Die Sammlung von Originalen und Covern umfasst R&B, Pop, Rock und Jazz.
Theo Bleckmann ist nicht nur ein Sänger von seltener Reinheit und Kühnheit des Stils, sondern auch ein Klangmaler, der erschafft, was das Magazin JazzTimes treffend als »leuchtende Bahnen« in der Musik beschrieben hat.
Mandolinist/Sänger Chris Thile und Pianist Brad Mehldau sind Nonesuch-Labelkollegen und langjährige Bewunderer ihrer gegenseitigen Arbeit. 2013 tourten beide erstmals als Duo, Ende 2015 gaben sie an zwei aufeinanderfolgenden Abenden ein Gastspiel im New Yorker Bowery Ballroom. Anschließend begaben sie sich ins Studio, um Chris Thile & Brad Mehldau aufzunehmen, eine Mischung aus Covern und Originalsongs, die Nonesuch am 27. Januar 2017 auf 2CDs / LPs veröffentlicht.
Kennt man auch nur Auszüge des Werks der schwedischen Sängerin Viktoria Tolstoy, hört man ihren typisch bitterzarten Schmelz, erlebt man ihre ganz eigene Melodramatik, mit der sie ihr „Swedish Heart“ ebenso wie ihre „Russian Soul“ entblößt, mit der sie die Songs ihres frühen Weggefährten Esbjörn Svensson zelebriert oder die von bewunderten Kollegen wie Paul Simon, Stevie Wonder oder Herbie Hancock angereichert hat, hält man sich also die bildhafte Lebendigkeit ihres Gesangs vor Augen, dann ist folgendes Geständnis von ihr wenig überraschend: „Ich bin ein riesiger Filmfan, schon mein ganzes Leben lang. Erst jetzt mit den Kindern komme ich nicht mehr so oft ins Kino. Dafür freue ich mich immer, wenn ich auf Tour im Hotel Filme auf Netflix oder HBO sehen kann.“
Die große Stimme Portugals singt die Legende Brasiliens zum 90. Jubiläum. Sie war bereits ein Star, bevor sie ihr erstes Solo-Album veröffentlichte: Als Teil der Gruppe" Tertúlia de Fado Tradiciona"l hatte Carminho an einem Fado-Album mitgewirkt, absolvierte umjubelte Auftritte in Argentinien und der Schweiz und sang 2004 zum EU-Beitritt Maltas.
Mit „Little Journey“ – reist die Pianistin Christiane Dehmer durch inspirierende Momente des Lebens. In Musik gefasste Gefühle und Gedanken entlocken ihrem Instrument wieder und wieder neue Klangfarben. Christiane hat in der Musik eine Sprache gefunden, die treffender als Worte, Emotionen beschreibt.
Daniel Scholz hat schon so gut wie sein ganzes Leben lang Sticks in der Hand und trotz seines jungen Alters schon auf vielen Bühnen gestanden. Mit „No1“ bringt er nun seine eigenen musikalischen Gedanken auf CD. Weg von dem „höher schneller weiter Gedanken“ - das war schon immer seine Devise und das ist auf dem Album deutlich zu hören. Die Musiker haben viel Raum bei der Gestaltung der Melodien und jeder Instrumentalist hat seinen eigenen Spot gefunden.
Der Münsteraner Songschreiber ROBIN TOM RINK lässt nach 7jähriger Albumabstinenz seinem mit viel Lob bedachten Debüt "The Dilettante" endlich ein Zweitwerk folgen. "The Small Hours" beschert uns einen Korb voll poetisch-dichter Kleinode, die Rink gemeinsam mit Ekki Maas (ERDMÖBEL) im Musikkollektiv Eigelstein in Form brachte. Neben Maas brachten sich u.a. Erdmöbel-Drummer Christian Wübben und der renommierte Jazztrompeter Peter Protschka ein und veredeln die Lieder mit ihrem Können.
Für den Jazz Pianisten Marc van Roon stellen diese Aufnahme die Erfüllung eines lang gehegten Traumes dar, denn sie dokumentiert das Ergebnis einer fast 50-jährigen Reise des Erforschens, Spielens, Konzertierens, der Betrachtung, des Konstruierens, Dekonstruierens, Suchens und Recherchierens, der Reflektion, darüber Sprechens, des Jammens, Sinn-Herstellens, Reisens, Belehrens, Teilens, Träumens und des Seins.
Sein Trio mit dem spanischen Bassisten Antonio Miguel und dem kanadischen Schlagzeuger Owen Howard ist im Leben des in Berlin lebenden Pianisten Benedikt Jahnel ein unveränderlicher Fixpunkt – daher auch der Titel des neuen Albums: The Invariant erscheint just, wenn das Trio auf Tour geht, um sein zehnjähriges Jubiläum als »Working group« zu begehen.
Bereits in den 1970er-Jahren musizierten der Gitarrist John Abercrombie und der Pianist Marc Copland zusammen, der damals noch Altsaxofon spielte. Immer wieder kreuzten sich ihre Wege und seit gut vier Jahren ist Copland zurück. Er gehört neben Drew Gress und Joey Baron zum John Abercrombie Quartett.
Als 2015 Sängerin und Pianistin Sarah McKenzies internationales Debütalbum »We Could Be Lovers« erschien, war sich die internationale Presse einig: Nicht nur »sweet«, »beautiful« und »sophisticated« war da zu lesen, sondern auch »this lady has guts« – was man durchaus mit »diese Dame hat Eier« übersetzen kann.
Colin Vallon gehört zu den aktuell erfolgreichsten Jazzern der Schweiz – absolut zu Recht. Sein neues Trioalbum »Danse« wird diesen Status weiter ausbauen.
Wie ein roter Faden zieht sich die Idee „Asia without borders“ durch Nguyên Lês Projekte, besonders in seiner immerwährenden Beschäftigung mit der Musik Vietnams, dem Land seiner Vorfahren. Einem Land voller Gegensätze, kriegs- und krisengeschüttelt, was der zutiefst friedlichen, weltoffenen, freundlichen Grundhaltung seiner Einwohner scheinbar nichts anhaben konnte. Eine junge Gesellschaft im rasanten Wandel und Wachstum, zugleich im tiefen Bewusstsein für ihre Tradition.
Menina (junges Mädchen) heißt das neue Werk, in dem sich Neo-Fadista Cristina Branco das erste Mal in ihrer Karriere fast völlig über das Weltkulturerbe Fado hinaus wagt und tiefer schürft in der portugiesischen Kultur, als das ein breites Publikum jenseits der iberischen Halbinsel jemals gehört hätte.
Es bedarf schon einer guten Portion gesunden Selbstbewusstseins, um sich an ein so ambitioniertes Projekt wie »One More For The Road« zu wagen. Auch für einen mit allen Wassern gewaschenen Sänger wie Curtis Stigers.
“Das Leben” sagt Jessica Gall, “ist doch schon laut genug”. Den zweiten Teil des Satzes muss sich ihr Gegenüber dazu denken, was allerdings kein großes Ding ist. “Da muss meine Musik” so hätte er auf sicher gelautet, “das nicht auch noch sein.” Ist sie auch nicht. Aber intensiv, eindringlich, kaum je wieder zu vergessen, das ist sie schon, und zwar mehr denn je. Mit Picture Perfect hat die Berlinerin jetzt ein Album eingespielt, welches ein großartiges Singer/Songwriter Popalbum ist.
Die Musik des auf Kuba geborenen, in Brooklyn lebenden Pianisten David Virelles beschwört eine hallizunatorische Welt herauf, in der alte afro-kubanische Rhythmen und Rituale im Hier-und-Jetzt widerhallen.
Das französische Jobic Le Masson Trio ist kein Trio. Es ist ein sechs händiges Monster mit drei paarigen Füßen. Eine Jazz Fantasie, das sich seine Inspiration vom Cool Jazz, dem Bebop und der freien Musik holt. Ein eklektisches Pantheon in dem Monk, Ellington und Cecil Taylor mit Eric Satie in einer herausfordernden, gefühlvollen Weise co-existieren.
Pascal Gamboni & Rees Coray — poetisch, frech, verwurzelt und vor allen Dingen vital klingt die zutiefst rätoromanische Musik der beiden Ausnahmemusiker. Dass die beiden ein eingespieltes Team sind bewiesen sie bereits mit ihrem 2012 erschienenen Album „i am THE SONG is me“. So ist es schließlich erfreulich zu wissen, dass sich aus den mehr als fruchtbaren Jam Sessions das entwickelte worauf wir gewartet haben: Das zweite gemeinsame Projekt des Singer Songwriters Pascal Gamboni und des Jazzbassisten Rees Coray, das auf den Titel „Veta Gloriusa“ hört, ist eine konsequente Fortsetzung ihres musikalischen Werks.
Das Nordsnø Ensemble stellt in diesem Winter ihre Debut-CD vor und präsentiert diese bei einer „CD-Release Tour“ durch Norddeutschland im November und Dezember. Inspiriert durch die Melodien volkstümlicher Stücke, kreiert das Ensemble ein Klanggemälde, das einerseits jeder Melodie genügend Platz bietet und anderseits den acht Musikern Raum für kreative Improvisationen gibt.
Drei junge Musiker aus der „Dresdner Schule“ setzen sich – buchstäblich – ins Wohnzimmer, finden ihre ganz eigenen Einsichten und wandeln diese in zehn schöne Aussichten um. Wir hören nur First Takes auf diesem Live-Album. Besser: Only Takes.
Seit nunmehr gut 16 Jahren sind Klazz Brothers & Cuba Percussion eine feste Größe im so spannenden wie vielschichtigen Grenzbereich zwischen den Genres, auch „Crossover“ genannt. Ebneten zu deren Zeiten Eugen Cicero und Jaques Loussier mit ihrem innovativen Wirken insbesondere dem Classical Crossover den Weg, so sind aktuell die Klazz Brothers in diesem Bereich wegweisend, in der Kombination mit der Latin-Szene weltweit einzigartig.
Gitarristen sind so etwas wie die Götter des Jazz. Musiker mit goldenen Fingern, die alles, was sie anfassen, veredeln. Sie verstehen sich als mannschaftsdienliche Strukturgeber, als solche, die in der Funktion des Begleiters jeden Mitspieler besser machen, rhythmische und harmonische Räume öffnen und damit gleichzeitig die Konsistenz der Form sichern. Wenn sie aber selbst in den Vordergrund treten, dann improvisieren sie hellwach, reagieren mit feinem Ohr auf jeden Ton. Alles scheint möglich, wenn es der Spannung und der musikalischen Wahrheitsfindung dient.
OZMA`s DNA besteht aus heißen Drum & Bass Rhytmusgruppe um Édouard Séro-Guilaume und Stéphane Scharlé, die sich mit einer formidablem Schar verbindet, um die Ehrlichkeit der Musik zu verteidigen. Das anfängliche Trio ist eine Arbeitsgruppe, ähnlich einem Vorzimmer oder einer Schmetterlingspuppe. 2004 wird OZMA durch zwei Bläser zu einem Quintett, um 2010 – ohne Posaune – wieder zu einem Quartett zu schrumpfen. Mit der Rückkehr des Posaunisten Guillaume Nuss für dieses sechstes Album kehrt auch die Formation zum ursprünglichen Quintett zurück, mit deren Bauart sie so bekannt wurden.
Die mit dem Wormser Saxophonisten Gary Fuhrmann, Bassist Thomas Stabenow und Schlagzeuger Holger Nesweda jazzgeschichtlich hochkompetent besetzte Formation ELD NOW spielt Stücke der Klassiker des Genres, von Charlie Parker, John Coltrane oder Thelonious Monk, und bekannte Jazz-Standards.
Rumer und Burt Bacharach verbindet ein ganz besonderes Verhältnis. Nicht nur, dass der Komponist die britische Sängerin nach ihrem Debüt vor sechs Jahren persönlich zu sich nach Hause einlud, um sie singen zu hören, vor allem ist sie seit jeher ein großer Bewunderer seiner Kompositionen.
IKARUS ist ein musikalischer Organismus bestehend aus Ramón Oliveras (Komposition und Schlagzeug), Stefanie Suhner (Gesang), Andreas Lareida (Gesang), Lucca Fries (Piano) und Mo Meyer (Bass). Das Quintett ist ein Prisma, durch das Einflüsse aus Math Metal, Free Jazz, intelligenter Elektronika, Pop und neuer klassische Musik zu einer eigenen musikalischen Sprache gebündelt werden.
Das neue, mittlerweile zehnte Studioalbum von Olaf Sickmann ist einem ganz besonderen Ort gewidmet und ist auch nach diesem benannt: Café Rialto – ein herrlich altmodisches italienisches Eiscafé in Bad Segeberg / Schleswig-Holstein. Hier sitzt er jeden Morgen um 9 Uhr, trinkt den besten Cappuccino der Stadt und plaudert mit dem Chef übers Leben.