Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Wer einen Katalog mit den großen Klassikern sein Eigen nennt, der könnte sich auf diesen Lorbeeren vielleicht ausruhen. Aber weit gefehlt: Don Was, der Mann hinter dem »Blue Note«-Label, will auch die aufstrebenden Künster entdecken, die Stars von morgen sozusagen.
Sonny Rollins ist einer der letzten lebenden Jazz-Giganten. Der 85-jährige Tenorsaxofonist hat seine Musik seit den frühen Fünfzigerjahren mehrmals umgekrempelt, sie von Bebop über Hardbop bis Avantgarde und Jazz-Funk erneuert. Dass er sich dabei gleichzeitig treu geblieben ist und immer wieder neu erfunden hat, zeigt auch diese vierte Ausgabe seiner »Road Shows« mit Live-Aufnahmen aus 33 Jahren – von 1979 bis 2012.
Sting-Gitarrist Dominic Miller lernte vor über drei Jahren Manolito Simonet bei einer Begegnung in Deutschland kennen und »von der ersten Sekunde an bestand eine musikalische Verbindung« zwischen ihm und dem Pianisten. Er reiste daraufhin nach Havanna und spielte mit Simonet gemeinsam in einem kleinen Studio, das sich der Kubaner im Keller seines Hauses im Stadtviertel Vibora Park eingerichtet hat, das Album »Hecho en Cuba« (»Made in Cuba«) ein.
Für sein erstes Album GEO² enthüllt der belgische Pianist, Komponist und Arrangeur Christian Klinkenberg eine Musik voll Spontaneität und Spannung. Zusammen mit seinen neun Musikern aus ganz Europa kreiert, formt und erfindet er eine neue Form des modernen Jazz, gestaltet durch zeitgenössische Kompositionstechniken und Möglichkeiten. GEO² reflektiert durch avantgardistische Strukturen und Harmonien einen Ort der musikalischen Erkundungen und Performances.
The Lark vereint persönliche Erfahrung mit einer kollektiven Erkundung des Modern Jazz zu einer Reihe von Porträts, die in melodischen Linien zum Leben erwachen. The Lark präsentiert fünf verschiedene Stimmen in einem einfühlsamen Zusammenspiel. Inspirierte Alleingänge gefolgt von weitläufigen wie auch engmaschigen Strukturen. Im Mittelpunkt stehen acht Kompositionen, Stücke, die zwar unverkennbar nach Gemmer klingen, dabei aber nicht auf etablierte Formeln zurückgreifen.
Der New Yorker Kontrabassist Mark Wade überzeugt auf seinem Debut Album Event Horizon als Instrumentalist, Komponist und als Bandleader. Mark Wade, der lange Schüler bei Mike Richmond war, hat alle Stücke, mit einer Ausnahme (Harold Arlen’s: If I only had a brain), für die klassische Piano-Trio Besetzung selbst komponiert, seine Songs bewegen sich im amerikanischen Modern Jazz und können allesamt durch anspruchsvolles Niveau überzeugen
Nun also wird das dritte Album »Parachute« des schwedischen Schlagzeugers Magnus Öström, der als Mitglied des Esbjörn Svensson Trio (e. s.t.) Weltruhm erlangte, veröffentlicht. Seine Karriere als Solokünstler nach dem tragischen Ende von e. s.t. verlief äußerst erfolgreich in Europa und Japan. Sein Debütalbum »Thread Of Life« wurde für den schwedischen Grammis Award nominiert und erhielt den deutschen Echo Jazz Award. Ebenfalls arbeitete Magnus Öström mit Pat Metheny zusammen, der auch auf »Thread Of Life« mitspielte.
Als vor zwei Jahren "Im Vertrauen“ vom Julia Kadel Trio erschien, lasen sich einige Albumrezensionen fast wie Filmkritiken. Von Bildern war da die Rede, die am inneren Auge vorbeizogen, mal als Skizzen, dann wieder als ganz große Panoramen. Eine ungewöhnliche Reaktion auf das Debüt eines jungen Jazz-Trios, dessen Mitglieder alle ihren Dreißigsten noch vor sich haben.
Um es vorweg zu nehmen, mit „Falling Crystals“ liefert das Emil Brandqvist Trio sein Meisterstück ab. Bereits in den letzten Jahren hat sich der Göteborger Schlagzeuger Emil Brandqvist auf vordere Ränge des europäischen Jazz gespielt, sein Trio steht für unaufgeregte, bildhafte und berührende Melodien und Sounds, die lebhaft in Erinnerung bleiben.
Arclight ist Julian Lages erster Ausflug auf der E-Gitarre und im Trio-Format. Unterstützt wird er durch Scott Colley am Kontrabass und Kenny Wollesen am Schlagzeug
1965 wurden einige von Schwedens besten Jazz-Musikern beauftragt, schwedische Folkmusik fürs Radio zu arrangieren. Musiker wie Jan Johansson, Georg Riedel und Bengt-Arne Wallin erhielten Zugang zu Archiven mit einzigartiger Folkmusik. Fünfzig Jahre später erforscht Oddjob das Archiv des Zentrums für schwedische Volksmusik und Jazzforschung. Es entstanden sieben Kompositionen basierend auf alter schwedischer Pastoral Musik.
Der 45 jährige Jazz Sänger hatte in den vergangenen Wochen zahlreiche Promotion- und TV Auftritte für sein Album Cicero sings Sinatra absolviert. Einen Tag nach seinem letzten Live-Auftritt im Bayerischen Fernsehen traten plötzlich akute neurologische Symptome infolge eines Hirninfarktes auf. Im Krankenhaus verschlechterte sich sein Zustand rapide. Roger Cicero verstarb am Abend des 24. März im Kreise seiner Lieben ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben.
Mit seinem neuen Album „Bliss“ rührt Schlagzeuger Eric Schaefer den Fusion-Jazz der Sechziger, den Jazz-Dub der Neunziger und die Clubmusik von heute zu einem explosiven Gebräu an. Das ist kein Voodoo, obwohl es streckenweise so klingt, sondern konsequente Fortführung dessen, was Schaefers Spiel von Beginn an einzigartig machte: Stil und Geschmack, Skills und Wissen, komplexe Kompositionen und improvisatorische Spielwut. Verwurzelt im Hardcore und gereift am Jazz, bespielt Schaefer ein Klangspektrum, das weit über jedes akademische Kolloquium hinausreicht.
Am Donnerstag, den 24.03.2016, erscheint die neue ROLLING STONE-Ausgabe mit einer Miles Davis-Titelgeschichte und einer exklusiven CD mit neun legendären Liveaufnahmen und raren Studiotracks aus dem Archiv des Künstlers. Der anstehende 90. Geburtstag, die jüngst auf der Berlinale uraufgeführte Filmbiografie von Don Cheadle – all das kündet von einem neu erwachten Interesse an einem Musiker, der sich selbst nie auf das Genre Jazz beschränkt sah und der die Musik des 20. Jahrhunderts revolutionierte wie kaum ein anderer.
Joachim Kühn, Pianist von Weltrang und Solitär des europäischen Jazz, gönnt sich keine Pause. Unstillbar ist sein musikalischer Schaffensdrang, auch mit Anfang 70 noch. Stillstand ist für ihn Rückschritt, seine musikalische Neugier ungebrochen. Auch heute noch sitzt Kühn täglich Stunden an seinem Flügel in seiner abgeschiedenen Finca an Ibizas Meeresküste oder hört in seiner Musikbibliothek, die über 1500 Tonträger beheimatet, alte und aktuelle CD-Erscheinungen.
Nach dem erfolgreichen Album LIFE STREAM (Preis der deutschen Schallplattenkritik 2013) hat sich die Tobias Becker Bigband einen festen Platz in der nationalen und internationalen Jazzszene erobert. 2016 präsentiert sie ihr neues Projekt: ATOMIC B.
Nik Bärtsch ist bekannt dafür, sich nicht unbedingt an Genregrenzen festzuhalten, sondern stattdessen darüber hinaus zu blicken. Mit Zen-Funk hat er sogar seine eigene Musikrichtung erfunden, die Jazz und Funk mit Minimal und ritueller Musik kombiniert.
Ferenc Snétbergers ECM-Debüt präsentiert den gefeierten ungarischen Gitarristen mit einem Soloauftritt vor einem hingerissenen Publikum in der Liszt-Akademie in Budapest. Snétbergers achtteilige, mit Improvisationsteilen reichlich durchsetzte Suite mit dem Titel »Budapest« bezieht subtil Einflüsse aus der brasilianischen Musik aus dem Flamenco, dem Jazz und der Klassik, wie auch aus Snétbergers Roma-Hintergrund.
Mit ihrem neuen Album "Closer To The People" hebt sich TANITA TIKARAM wieder einmal mit einer absolut außergewöhnlichen Platte ab. Für ihr neuestes Werk wurde sie von ihrer Live-Band beeinflusst (die bereits gemeinsam mit Van Morrison und John Marty spielten), von einem ganzen Leben voller Platten und von zeitgemäßen Recordingansätzen, die der Musik einen ganz eigenen und dynamischen Sound verleihen.
Manu Katché kennt als Lieblingsschlagzeuger der Pop-Eliten der 80er- und 90er-Jahre sämtliche der noch existierenden schicken Recording-Schuppen der Welt. Seitdem Peter Gabriel zum delikaten Shuffle Manu Katchés den »Sledgehammer« kreisen ließ, Sting in seiner »…Nothing Like The Sun«-Deklaration auf die Groove-Expertise des Franzosen vertraute und Tears For Fears seinen beeindruckenden Metrenwechseln im »Badman’s Song« sattsam Platz boten, ist das Trommeln des Umtriebigen auf Abermillionen verkaufter Platten zu hören.
A Cosmic Rhythm With Each Stroke präsentiert den Pianisten Vijay Iyer zusammen mit jenem Musiker, den er als seinen »Helden, Freund und Lehrer« bezeichnet, den Trompeter Wadada Leo Smith. Vijay hat bei früheren Gelegenheiten schon ausgiebig mit Wadada musiziert – in dessen Golden Quartet; das vorliegende Album stellt nun die erste Dokumentation ihrer Duo-Arbeit dar.
Hamburg/Köln: Die britische Singer/Songwriterin Tanita Tikaram ist in Köln erfolgreich in ihre Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz gestartet. In insgesamt 17 Städten wird sie neben ihren bekannten Hits auch Songs ihres neuen Albums "Closer To The People“ erstmalig live ihrem Publikum vorstellen.
Mit »True Stories« legt die 1998 im österreichischen Graz gegründete JBBG – Jazz Bigband Graz ihre nunmehr achte CD-Produktion vor. Unter der Leitung des deutschen Saxofonisten / Flötisten Heinrich von Kalnein und seines österreichischen Partners Trompeter / Vokalist Horst-Michael Schaffer erreichte die deutsch-österreichische Band spätestens mit seinen Produktionen »Electric Poetry« 2008 und »Urban Folktales« internationalen Kultstatus.
Es geht bei Elektronische Mythen nicht so sehr darum, historisch nicht realisierte und realisierte Möglichkeiten einer mit elektronischem Gerät experimentierender Musik nostalgisch und etwas sentimental Revue passieren zu lassen, sondern vielmehr darum, aus heutiger Perspektive einen sehr wohl historisch informierten Impuls an der Schnittstelle von Improvisation und Neuer Musik zu setzen.
Mit 31 Jahren steht Esperanza Spalding eigentlich noch ziemlich am Anfang ihrer Karriere. Einer Karriere, in der sie bisher vier Platten unter eigenem Namen vorlegte und Jazzgrößen wie Stanley Clarke, Jack DeJohnette, Christian Scott, Joe Lovano, Mike Stern und Bobby McFerrin, aber auch Popstars wie Bruno Mars und Janelle Monáe auf deren Alben begleitete. Seit sie sich vor zehn Jahren auf ihrem Debütalbum “Junjo” vorstellte, hat Spalding immer entschlossen, intuitiv und geschickt sowohl ihre Kunst als auch sich selbst als genreverändernde Komponistin, Bassistin und Sängerin weiterentwickelt.
Adriano BaTolba, seines Zeichens Rockabilly Guitarslinger, Mitbegründer von Dick Brave & The Backbeats, veröffentlicht im Februar 2016 mit seiner Big Band ein vom Rockabilly, Swing, Jazz und Jive, aber auch dem Roadmovie-Genre inspiriertes Debütalbum auf ToBaGo Records: „13 Renegades“.
Der 2008 bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommene Schwede Esbjörn Svensson hat mit seiner Musik den europäischen Jazz der letzten 15 Jahre entscheidet geprägt. Der Form des Klaviertrios, der klassischsten aller Jazz-Besetzungen, hat er neues Leben eingehaucht, indem er es wie eine Rockband betrachtete: Vom Erscheinungsbild, über den Zusammenhalt als feste, ganz auf ihr Projekt konzentrierte Gruppe bis zur musikalischen Formel: genial einfachen Melodien durch schleifenförmige dynamische Varianz eine sogartige Wirkung zu verleihen. Konsequenterweise ist Svensson so zum Popstar des Jazz geworden.
Konzerte des Michael Wollny Trios sind ein Erlebnis. Immer wieder anders, immer wieder überraschend kreiert das Dreiergespann ganz wunderbare Musik. Als sich Wollny, Weber und Schaefer Ende Oktober 2015 zu den Karsten Jahnke JazzNights durch 14 deutsche Städte aufmachten, um das neue Album „Nachtfahrten“ zu präsentieren, frohlockte die Süddeutsche Zeitung: „Wollny geht jetzt auf Tournee. Nix wie hin! Hammer!“ Das Versprechen wurde eingehalten. Im Nachgang schrieb das Blatt weiter: „Wollny überwältigt seine Zuhörer. Virtuos am Limit. Man wünscht sich, dass dieser Konzert-Rausch niemals enden möge.“ Und sprach damit den über 10.000 Besuchern während der umjubelten Tournee aus dem Herzen.
Das Warten hat ein Ende: Der Sound Europas zweiter Teil. Als „Mare Nostrum“ 2007 erschien, waren sich die Kritiker länderumspannend einig, dass den drei Musikern ein großer Wurf von zeitloser Schönheit gelungen ist: „Ein lyrisches Jazz-Ensemble mit einem verwegenen Sinn für Gelassenheit“ (Downbeat, USA) kreiert „ein warmes, wundervolles Album“ (Jazz Magazine, Frankeich), das „voller Poesie und Originalität“ (Süddeutsche Zeitung) „ruhig, intim, manchmal fast meditativ“ (Stern) fließt.
Frankreichs neue Gesangshoffnung: Vocal Jazz mit Profil, Tiefgang und dem gewissen Etwas. Sie ist die neue Vocal-Jazz-Sensation der an rauschenden Namen reichen Pariser Szene. Nun veröffentlicht Lou Tavano mit 29 Jahren ihr erstes Album. Ein Werk, das nicht weniger Aufmerksamkeit erregen wird als die feuerrote Haarpracht, die ihr Gesicht umgibt.
Die Musiker um den Schweizer Pianisten Fabian M. Mueller stecken ihre Positionen durchaus im Feld der Jazz-Pianotrio-Tradition ab, erreichen allerdings auch deren verwinkelte Bereiche: Das Klavier sucht sich in quirligen Linien einen Weg durch das Geflecht einer Rhythmusgruppe, die stetig die Gänge wechselt oder macht mit mächtigen Akkordstapelungen neue Räume auf.
Für ihr nunmehr drittes ECM-Album hat die israelische Pianistin Anat Fort ihr lang etabliertes Trio mit dem Bassisten Gary Wang und dem Schlagzeuger Roland Schneider um den italienischen Klarinettisten Gianluigi Trovesi erweitert. Fort und Trovesi haben im Laufe der letzten Jahre eine Reihe gemeinsamer Auftritte absolviert (von Italiens Novara Jazz Festival hin zu Tel-Avivs Opernhaus) – stets unter großem Beifall der Kritik. Die lebendige und intelligente Musik auf Birdwatching hebt ihre enge musikalische Beziehung nun auf ein neues Level.