Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Nach drei regulären Studioalben und einer live Vinyl veröffentlicht das KA MA Quartet (ehem. Katharina Maschmeyer Quartet) am 2. September 2016 erstmalig ein Tribute Album: A LOVE SUPREME / UNIVERSAL TONE. Als Gast für die Produktion konnte das Quartett den indonesischen Percussionisten Nippy Noya, einer der bekanntesten Conga- Spieler/Legenden in Europa, gewinnen.
"Country For Old Men" hat Gitarrist John Scofield sein neues Album genannt. Der Titel ist natürlich zum einen eine clevere Anspielung auf den bekannten Roman "No Country For Old Men" von Cormac McCarthy und die gleichnamige Verfilmung der Coen-Brüder, zum anderen aber auch ein augenzwinkernder Hinweis auf das musikalische Programm und das Alter des Protagonisten. Denn so ganz der Jüngste ist John Scofield tatsächlich nicht mehr. Im Dezember wird er bereits 65. Auch wenn man dies dem stets experimentierfreudigen Gitarristen wahrlich nicht anhört.
Spotlights heißt nun sein brandneues Album, das pünktlich zu seinem 87. Geburtstag bei MPS erscheint – und es ist eine weitere aufregende Wegmarke auf seiner musikalischen Reise! Spotlights enthält neun Eigenkompositionen Kühns, dazu zwei Jazzstandards aus den 40er Jahren (Autumn Leaves und David Raksins Laura aus dem gleichnamigen Film), Dexter's Tune von Randy Newman und Choro do Portina aus der Feder von Hamilton de Holanda. Der rote Faden, der sich durch das Album zieht, ist natürlich Rolf Kühns unverwechselbarer Klarinettenton.
Unvorhergesehenen Begegnungen haben oft weitreichende Folgen: Der deutsche Pianist Michael Wollny und der französische Akkordeonist Vincent Peirani lernten sich 2012 buchstäblich auf der Bühne kennen: bei der ACT20 Jubilee Night im Pariser Jazzclub „New Morning“. Viel mehr als die Hände geschüttelt hatten sich die beiden vor ihrem gemeinsamen Auftritt nicht. Aber wer den ergreifenden, spontanen Duo-Jam erlebt hat, wird ihn ebenso wenig vergessen wie die Musiker selbst.
Vital, neugierig und progressiv setzt die französische Szene wichtige Wegmarken für die Entwicklung des zeitgenössischen europäischen Jazz. Trotz aller Offenheit gegenüber Musikkulturen, Genres und Strömungen hat sie aber nie die Bodenhaftung verloren. Fortschritt auf den Füßen der eigenen Tradition charakterisiert Frankreichs Jazz und der Saxofonist Emile Parisien ist einer seiner Protagonisten: Ein Jazzvisionär, der mit einem Bein in der Vergangenheit steht und den Blick weit nach vorne richtet. Das macht ihn zur „besten Neuigkeit des europäischen Jazz seit langem“ (Le Monde), dem „ungeteilte Aufmerksamkeit“ (Norddeutscher Rundfunk) geschenkt werden sollte.
Atmosphärisch und gleichzeitig spannend wirkt das dritte Album des Melt Trios. Bernhard und Peter Meyer und Moritz Baumgärtner haben ihren speziellen Stil weiter ausgefeilt und zeigen in Details noch stärkeren Gestaltungswillen. Ihre Verbindung von akustischen und elektronischen Sounds wirkt subtiler denn je, konkrete Einflüsse von Jazz und Klassischer Modern bis Post- und Prog-Rock sind allenfalls schemenhaft auszumachen, weil die Musik einfach nach Melt Trio klingt.
Es geht um Liebe, um Weltraum, um Laborratten, um Wikinger, darum, dem Barkeeper an der Theke seine Lebensgeschichte zu erzählen, darum, die Menschen zu großem zu bewegen und klein anzufangen, es geht ums verloren sein und trotzdem weitermachen, es geht um Musik, immer um Musik. Und vor allem möchte Annika Jonsson gern Geschichten erzählen.
„It ́s like a jungle sometimes, it makes me wonder how I keep from goin under“. Rapzeilen, die eine Musikrichtung, eine ganze Jugendkultur ins Rollen brachten, die – schon mehrfach totgesagt – bis heute ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Musikwelt ist. Jetzt begibt sich die Jazzkantine auf Zeitreise zu den Anfängen des Hip-Hop in die eighties, die Spezialisten für Konzept-Alben haben wieder zugeschlagen. Das 12te Jazzkantine Album seit 1994!
Joey Alexander´s „Countdown“ ist das bisher beste Exempel für diese überraschend überragenden Qualitäten. Die unheimliche Reife, der lebendige Swing und die faszinierenden Improvisationen, das Zusammenspiel mit Larry Grenadier oder Dan Chmielinski am Bass, mit Ulysses Owens am Schlagzeug oder – bei „Maiden Voyage“ – auch mit Chris Potter am Sopransaxophon, sorgen dafür, dass man hier eine großartige Jazzproduktion hört – und nicht eine, die großartig für einen 13-jährigen Pianisten ist.
Zwanzig Jahre sind verstrichen, seit Madeleine Peyroux mit dem Album “Dreamland” debütierte. Zwanzig Jahre, in denen sie unermüdlich ihren eigenen Weg gegangen ist und abseits des Mainstream nach aufregendem neuem und altem Material gesucht hat. Mit ihrem neuen Album “Secular Hymns” ist Peyroux nun ein wirklich brillantes und besonders beseeltes Meisterwerk gelungen.
Der tunesische Jazzmusiker Dhafer Youssef präsentiert 2016 sein neues Album »Diwan of Beauty and Odd«. Wie der Name bereits erkennen lässt, handelt es sich dabei um eine Sammlung schöner, poetischer Songs.
Mit ‘Here & Now’ etabliert Maria Baptist einmal mehr ihren individuellen Stil: die Pianistin und Komponistin zeigt, wie fließend in der heutigen Zeit die Grenzen zwischen Jazz und klassischer Musik sein können; was für ein kraftvolles und zugleich fragiles Instrument ein Jazz Orchester sein kann. Das 16-köpfige international besetzte Ensemble kreiert einen organischen Sound, bei dem improvisatorische Freiheit und auskomponierte Strukturen wie selbstverständlich ineinander übergehen.
Die Norwegerin Rebekka Bakken ist eine feste Größe in deutschen Clubs und auf hiesigen Jazzfestivals. Mit Charme und Stimme wickelt sie seit Jahren ihr Publikum um den kleinen Finger. Sie schreibt emotionale Songs, die ihre Alben zu wahren Singer-Songwriter-Perlen werden lassen und auf der Bühne dennoch in großartige Jazzinterpretationen umgewandelt werden können.
Der norwegische Jazztrompeter und Musikproduzent Nils Petter Molvaer präsentiert 2016 sein neues Album »Buoyancy«. Statt »sein« muss man allerdings besser von »ihr« sprechen, denn eigentlich handelt es sich dabei um ein Bandalbum.
Teils anrührend autobiographische, teils allgemeine Reflektionen über Liebe und Tod, schmerzliche Abschiede, aber auch Alltagsbegebenheiten, hat Yelena Eckemoff mit ihrem Ensemble in klassischer Formation in klassischen Jazz umgesetzt – mit einem deutlichen »Blue note«-Anteil und gelegentlichen Ausflügen ins Experimentelle.
Unter dem Label Sennheiser Media ist jetzt A Bus zweites Album „Butterflies Fly In Pairs“ entstanden. Es ist seine erste Veröffentlichung, die vorwiegend Eigenkompositionen enthält. Dieses Album wurde im Mai (China) und August (Rest der Welt) 2016 veröffentlicht. Mit dem Feuer und der Unbekümmertheit eines jungen Künstlers ist ihm ein farbenfrohes Jazz-Album gelungen. Die Kompositionen sind von Jazz, Latin, Pop und Fusion inspiriert und getragen von der vibrierenden Energie New Yorks.
Jan Garbarek, Joshua Redman Trio, Hildegard Lernt Fliegen, NDR Bigband, Beady Belle & Bugge Wesseltoft, Dhafer Youssef, Akua Naru, Nighthawks, Anna Lena Schnabel, Benjamin Schaefer, MIU, Erik Truffaz, Nina Attal, Accordion Night.
Weiterlesen … ELBJAZZ nennt erste Künstler für 2017
Auf „Nearness“ werden Live-Aufnahmen der letzten Europa-Tournee von Redman und Mehldau zusammengefasst. Das Ergebnis ist kein typisches Live-Album. Der Saxofonist und der Pianist machen die Bühne zum Studio und das Publikum zum spontanen Produzenten. Die aus dieser Spielsituation resultierende Spannung reißt die Protagonisten jedoch nicht weg. Sie nutzen diese als gestalterisches Mittel, verzichten auf Live-Rituale und spielen mit unglaublicher Konzentration.
Torun Eriksen ist zurück. Ihr fünftes Album Grand White Silk ist nicht nur ein wunderbar vielfältiges Studiowerk, es ist auch ihr bisher ambitioniertestes. Zum ersten Mal hat die norwegische Sängerin komplett selbst produziert und arrangiert in enger Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen musikalischen Weggefährten Kjetil Dalland.
Mit der Produktion von Reciprocity erfüllte sich Olivier Le Goas einen langgehegten Traum. Mit Kevin Hays am Piano, Nir Felder an der Gitarre und Phil Donkin am Kontrabass holte er sich international bekannte Partner und formte mit ihnen ein Quartett, das seine Kompositionen ideal umsetzt.
Auf seinem neuen Album »The Good Life« stellt Till Brönner 2016 nicht nur seine Qualitäten als Trompeter, sondern auch die als Crooner unter Beweis. Der heute 45 Jahre alte Trompeter feierte erste Triumphe als Solist in der RIAS Big Band, in der er sich auf ein weitgestecktes Repertoire einlassen musste und lernte, in einem perfekt aufeinander abgestimmten Ensemble zu grooven wie die Hölle und in jedem einzelnen Ton genau das zu geben, was der jeweilige Song braucht.
Ars nova ist der mittelalterliche Name für die neue Musik des 13. und 14. Jahrhunderts. Eine Supernova nennt man das kurze helle Aufleuchten eines Sternes durch eine Explosion, bei der der ursprüngliche Stern zerstört wird. Seine Leuchtkraft kann auf der Erde erst wahrgenommen werden, wenn er nicht mehr existiert.
Ein neuer Stern am Trompeterhimmel. In der Jerusalem Post als “a rising star in today’s jazz music world” beschrieben, bringt der Israeli Itamar Borochov seinen einzigartigen Sound überall dort mit hin, wo immer es ihn musikalisch hintreibt. Tief verwurzelt in der Tradition des Jazz sucht Itamar nach seinen persönlichen Wurzeln – eine Suche, die ihn zu einer stetig wachsenden Liebe der arabischen und pan-afrikanischen Musiktraditionen führte.
Auf ihrem mittlerweile vierten Album setzt die französische Schlagzeugerin Anne Paceo ihren eigenwilligen Stil fort. Circles ist ein Ansammlung voller energiegeladener Songs und Eskapaden, freigeistiger Wirbelwinde und erdiger Rhythmen.
Der 32-jährige Jazzpianist David Helbock gehört zu der Generation junger Jazzmusiker, die die Grenzen ihres Metiers sprengen, die das musikalische Verständnis von alt und neu, von Komposition und Improvisation, von Stil und Persönlichkeit radikal verändern und ihren eigenen Weg gehen. Für seine Musik zapft David Helbock die unterschiedlichsten Inspirationsquellen an, vom Alltag über die Natur und die verschiedensten musikalischen Einflüsse bis zu Texten aller Art.
„Der Fokus des neuen Albums liegt auf den Kompositionen“, so Rantala. Ihr Kern sind „einfache, aber eingängige Melodien, an die man sich erinnert“. Rantala, Danielsson und Erskine entfernen sich bewusst vom klassischen Pianotrio-Spielkonzept. Direkt und ohne große Schnörkel, vom Groove dominiert, erklingen die Stücke auf „How Long Is Now“. Man kann das ehrliche Musik nennen, ohne Maskerade. Bodenständigkeit als Qualitätsmerkmal. Wirkung entsteht durch Klarheit und Einfachheit.
Jazz voller Melos erfüllt die Nacht. Die Band um den Trompeter Martin Dahanukar spielt Originals mit traumhaftem Touch. Für erdigen Drive sorgen der Perkussionist Willy Kotoun und der Kontrabassist Philipp Moll. Am Piano verleiht Michael Haudenschild der Musik lyrische Weiten und Raum für die mysteriös-spannungsvollen Trompetenklänge. Die poetischen Tonbilder erinnern an Stills aus der Nouvelle Vague.
Der spanische Flamenco-Gitarrist Santiago Lara ist eine Generation jünger als Pat Metheny. Als der spätere Meisterschüler von Manolo Sancúlar 1984 geboren wurde, war Metheny bereits ein Star und das Album „Offramp“, von dem hier der Song „James“ erklingt, schon seit zwei Jahren auf dem Markt. Lara ist praktisch in die Musik Methenys hineingewachsen. Er zelebriert diese Metheny-Originale auf seiner reich gedeckten Flamenco-Tafel mit einer solchen aus sich selbst heraus leuchtenden Selbstverständlichkeit, als läge nichts näher, als sie in eben dieser Auffassung abzubilden.
Der Name ist Programm, denn der Gitarrist hegte schon lange einen besonderen Traum: ein Jazzalbum voller Liebe. Beim Label Blue Note wurde er jetzt Wirklichkeit. So widmete sich Cline auf dem Doppelalbum berühmten Liebesliedern, Klassikern und modernen Balladen und hüllte sie in das Gewand des Jazz.
Auf „Snowmelt“ geht es erneut um viel mehr als nur um sein Instrument, es geht um die vielstimmige, komplexe Klangwelt in Nesets Kopf. Mit „einem der besten klassischen Kammerensembles der Welt“, wie sich Neset wohl bewusst ist, bringt er diese zum Klingen. Geht es um zeitgenössische Musik, so ist die London Sinfonietta einer der führenden Klangkörper weltweit.
Dieses nie zuvor veröffentlichte, atemberaubende Set der Jazz-Sängerin und Pianistin mit der Angora-Stimme, Shirley Horn, erfasst sie ganz am Anfang ihrer Wiederkehr in die Jazz-Szene. Es wurde Live am 2. Mai 1988 im The Four Queens Hotel in Las Vegas aufgenommen (am Tag nach ihrem 54. Geburtstag).
“In The Park” hieß die letzte gemeinsame Platte, aufgenommen vor über 15 Jahren. Nach dem Ausflug „In The Park“ spazierte jeder der beiden Hauptprotagonisten erstmal alleine auf seinem musikalischen Weg.