Tägliche Neuigkeiten, Albumankündigungen, Festivalmeldungen, Interviews, Releases und Entwicklungen aus Deutschland, Europa und der weltweiten Jazzszene.

Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.

The KutiMangoes - made in africa

2013 erschien auf der Kopenhagener Bildfläche plötzlich eine Gruppe renommierter Jazzmusiker. Die Ideengeber und Komponisten Michael Blicher und Gustav Rasmussen setzen sich zum Ziel, die Faszination westafrikanischer Musik in der Tradition eines Fela Kuti mit denen des unnachahmlichen Bassisten Charles Mingus zu verbinden - The KutiMangoes waren geboren.

Bundestag gibt mehr Geld für Jazz – Künstlerförderung und Clubs

Berlin, 23. November 2016 | Wie heute bekannt gegeben wurde, fördert der Deutsche Bundestag Rock, Pop und Jazz ab 2017 mit insgesamt 8,2 Millionen Euro mehr. Dies kommt auch dem Jazz zugute, u.a. durch Verdoppelung der Mittel des Spielstättenprogrammpreises APPLAUS auf 2 Mio. Euro, durch Erhöhung der Mittel für die Künstler- und Infrastrukturförderung der Initiative Musik um 1,5 Mio. Euro und durch Absicherung der Branchenmesse jazzahead! mit 200.000 Euro mehr ab 2018.

Lammel | Lauer | Bornstein - Look at Me

Mehr zu Nuancen als zu einer auftrumpfenden Haltung tendieren Andreas Lammel, Forian Lauer und René Bornstein auf ihrem neuen Album Look At Me. Dabei zeigt das unprätentiöse Trio selbstbewussten Gestaltungswillen, strahlt ein unaufdringliches, aber klares Vertrauen in die eigene Philosophie aus. Die Musik der Band kreiert einladend transparente Räume, deren luftige Strukturen an einen Pavillon von Mies van der Rohe erinnern: reizvoll, mit individueller Ästhetik, die gleichzeitig filigran und ausdrucksstark, aktuell und zeitlos sein kann.

Axel Fischbacher Quintet - Plays Charlie Parker: Five Birds

„Five Birds“ ist das elfte Studio Album von Axel Fischbacher, aber es ist das erste Album auf dem sich der in Lübeck geborenen Jazzgitarrist , Komponist und Produzent vollständig dem Lebenswerk eines anderen Musiker widmet. „Ich wälze dieses Projekt, ‘mein Charlie Parker Album‘, schon fast 20 Jahre. Ich habe es immer wieder verschoben, war noch nicht ‘ready‘ mich da heranzutrauen und herantrauen ist hier schon der richtige Ausdruck. Immerhin ist der Mann einer der Erfinder des BeBop und einer der legendärsten Virtuosen des Jazz überhaupt!“

Ibrahim Maalouf - Live Tracks 2006-2016

Perfekt für alle, die Maalouf hierzulande erst seit dem ECHO kennen, ist jetzt die neue CD+DVD »Live Tracks 2006-2016« mit diversen Höhepunkten seiner Live-Auftritte, die klar machen, warum Maalouf und seine Band in Frankreich für ausverkaufte Häuser sorgen. Hier lernt man einen Musiker kennen, der seinen Jazz mit Power, Charme und mitreißender Musikalität an den Hörer bringt.

Emco - Schwanenkampf

Emco, so nennt sich das Quintett um die gebürtige Düsseldorfer Sängerin und Komponistin Mascha Corman. Corman ist eine Forscherin. Ihr Augenmerk liegt auf der Verbindung von freier Improvisation mit deutscher Lyrik sowie in der Erkundung der Geräuschhaftigkeit der Stimme. Folgerichtig ist der Kern der Musik ein Wechselspiel zwischen Ton und Sprache.

Brodersen Weindorf Quartett - Traffic

Das Brodersen Weindorf Quartet spielt auf Traffic einen fast zeitlosen Modern Jazz, der exzentrische Gesten und Ausbrüche nicht nötig hat. Stattdessen stehen harmonische und motivische Entwicklung, Klangsensibilität und der Flow der Musik im Vordergrund. Dabei schöpfen die beiden Bandleader Kristina Brodelten und Tobias Weindorf aus einem reichen Arsenal an Inspirationsquellen.

Gregory Porter - Live In Berlin 2016

Endlich: »Gregory Porter: Live In Berlin« ist der erste Konzertfilm samt Livealbum der Jazzikone – ein Querschnitt durch sein beeindruckendes Gesamtwerk. Bereits im Mai 2016 stellte Gregory Porter sein neues Studioalbum »Take Me To The Alley« vor. Noch im selben Monat bekamen seine Fans in Deutschland die Möglichkeit, die neuen Stücke live zu erleben.

Ronny Graupe - The White Belt

„Ronny Graupe ist eines der hoffnungsvollsten Talente im deutschen Jazz“, schreibt das Schweizer Magazin Jazz’n More und ergänzt: „Mit seiner Traumbesetzung befindet er sich auf einem guten Weg.“ Diese Besetzung nennt sich auch Spoom und besteht aus dem Gitarristen Ronny Graupe, Bassist Jonas Westergaard und Schlagzeuger Christian Lillinger, allesamt bekannte Größen der Jazzszene. Als „Meeresbrandung trifft auf kreativen Urknall“ erklärt Graupe den lautmalerischen Namen seiner Band. Die Musiker fanden bereits 2004 zusammen und legen nun mit The White Belt ihr zweites PIROUET-Album vor.

Nils Landgren - Christmas With My Friends V

Als schweißtreibender Jazz-Action-Held heizt Mr. Redhorn, Nils Landgren, seinen vielen Fans mit seiner Funk Unit ein. Aber das ist nur eine der vielen Facetten des sympathischen Schweden. Denn der Groovemaster hat auch eine weiche, sentimentale Seite. Diese lyrische Ader kommt vielleicht am eindrucksvollsten bei einer Idee zum Tragen, die Landgren vor genau zehn Jahren hatte: gute Freunde um sich zu versammeln und gemeinsam mit ihnen, musikalisch Weihnachten zu begehen.

Petter Bergander Trio - The Grand Dance

Petter Bergander wuchs in der schwedischen Kleinstadt Flen südlich von Stockholm auf. Dort spielte er bei einer Auktion der lokalen Kirchengemeinde seinen ersten Gig im Alter von 10 Jahren. 1973 geboren, gehört er zu jener Generation schwedischer Musiker, die einen frühen Zugang zu Instrumenten und Übungsräumen durch die offenen Musikschulen bekam, die von der lokalen Regierung finanziert wurden. Als er von einem Lehrer eingeladen wurde an wöchentlichen Lunchtime Jams teilzunehmen, machte Petter die Entdeckung seines Lebens: den Jazz.

Musiker sehen wichtiges Signal in Einigung zwischen GEMA und Youtube

Berlin, 02. November 2016 | Die Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ) sieht in der Einigung zwischen der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) und dem Online-Videoportal Youtube einen dringend notwendigen Schritt. „Die GEMA-Einigung ist ein wichtiges Signal, dass Künstler und deren kreative Leistung angemessen honoriert werden müssen, egal in welchem Bereich“, sagte der Vorstandsvorsitzende der UDJ, Gebhard Ullmann.

Dan Berglund & Magnus Öström - E.S.T. Symphony

„Es wäre ein Fehler, über Esbjörns Musik in der Vergangenheit zu sprechen, denn seine Musik bleibt“, sagt Nils Landgren, Freund und musikalischer Weggefährte von Esbjörn Svensson. Mit dem Monumentalwerk E.S.T SYMPHONY erhält die Musik des bedeutendsten europäischen Jazzpianisten der 1990 bis 2000er Jahre eine sinfonische Form. Mehr noch, Stücke wie „Tuesday Wonderland“, „Viaticum“ oder „From Gagarin’s Point Of View“ werden dank eines 90-köpfigen Klangkörpers auf eine ganz neue Stufe gestellt. Sie führen, verewigt auf Noten und losgelöst vom e.s.t. Esbjörn Svensson Trio ein eigenes Leben.

Ingolf Burkhardt - Conquests

It´s Not What You Think It Is… oder doch?! Das Programm dieses Albums ist jedenfalls bemerkenswert: Der Trompeter Ingolf Burkhardt spielt die Hits von Joe Sample und den Crusaders! Natürlich mit seiner Grooveband Jazul – aber auch im ganz großen Format: gemeinsam mit der NDR Bigband! Das verspricht ein besonderes Hörerlebnis, wenn das renommierte Jazzorchester diese Grooveklassiker anstimmt – und ist doch gar nicht so weit hergeholt.

Nighthawks - 707

Die Nighthawks haben in der Spanne ihres über 20jährigen Schaffens ein fein konturiertes, ästhetisches Konzept geschaffen: Musik für Reisende. So spielen Geschwindigkeit und Ruhe, Dichte und Leere, Hell und Dunkel eine zentrale musikalische Rolle im Oeuvre der Band. Die zahlreichen, eingängigen Songs sind sehr klare, auf Reduktion bedachte Stimmungsbilder, die sich vielfach auf reale und fiktive Orte in der Welt beziehen.

JazzmusikerInnen begrüßen bessere Bedingungen beim APPLAUS

Berlin, 24. Oktober 2016 | Die Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ) beglückwünscht alle Preisträger, die heute Abend von Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters in Köln mit dem Spielstättenprogrammpreis APPLAUS ausgezeichnet werden. „Mit dem APPLAUS werden aus Sicht der UDJ zurecht ProgrammmacherInnen ausgezeichnet, die den Mut haben, spannende aktuelle Musik zu präsentieren, ohne deren kommerziellen Erfolg in den Vordergrund zu stellen. Wir begrüßen, dass dieser Mut mit dem APPLAUS belohnt wird“, sagte Gebhard Ullmann, Vorstandsvorsitzender der Union Deutscher Jazzmusiker.

Schwab Soro - Volons !

Nach dem Erfolg ihres ersten Albums „SCHWAB SORO“ (2014), erreichen der Kontrabassist Raphaël Schwab und der Saxophonist Julien Soro erneut Höhenflüge mit einem neuen Werk, das passenderweise den Albumnamen „VOLONS !“ („Lass uns fliegen!“) trägt.

Evelyn Kryger - Billy Wolke

Evelyn Kryger machen was sie wollen: Musikalische Grenzen öffnen. HipHop Grooves und Balkaneskes an einen Tisch bringen, zwischen Jazz und Techno vermitteln oder minutenlang schwelgerisch Ohrwürmer über komplexe Rhythmen ausbreiten. Aus weit geöffneten Stil-Schubladen bedienen sich die fünf Musiker mal frech, meist liebevoll und des öfteren unerwartet. Musik für Herz und Kopf, Tanzbein und Tränendrüse, die Sehnsüchte weckt und glücklich macht. 

Aziza (Dave Holland, Chris Potter, Lionel Loueke, Eric Harland)

Sicherlich könnte man Aziza als Supergruppe bezeichnen, aber Aziza ist viel mehr als das. Das Quartett bringt vier der einfühlsamsten und einflussreichsten Musiker des modernen Jazz zu einer tatsächlichen Band zusammen, einer Band mit einem faszinierenden, eigenen Sound. Bassist Dave Holland, Saxophonist Chris Potter, Gitarrist Lionel Loueke und Drummer Eric Harland sind angesehene, eigenständige Bandleader und bieten gemeinsam eine atemberaubende Bandbreite an Erfahrung und Inspiration. 

Jacob Karlzon - Now

Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Musik. Es bedarf jedoch besonderer musikalischer Geister, um mit dem Wandel der Zeit auch im Ton Schritt zu halten. Einer dieser Visionäre ist der schwedische Pianist Jacob Karlzon.

Arne Jansen Trio - Nine Firmaments

Als Gitarrist und Komponist hat Arne Jansen noch nie in Genre-Kategorien gedacht. Schon mit seinen ersten beiden Trio-Alben nahm der ECHO-Preisträger mindestens in Deutschland eine besondere Rolle ein. Melodiöse Stücke, transparente Arrangements und ein warmer Gitarrensound gehören bis heute zu Jansens Markenzeichen. Auch sein neues Album Nine Firmaments enthält viele „Songs ohne Worte“, von denen manche so schnell und ohne Umwege ins Bewusstsein wandern, als seien sie dort schon immer zuhause gewesen.

Enjuti - Schönheit durch Zerbrechlichkeit

Man könnte es so auf den Punkt bringen: Enjuti verbinden Rock-Emphase und Jazz-Ideen mit aktuellen elektronischen Sounds. Um der individuellen Ausstrahlung des Quartetts auf die Spur zu kommen, braucht man ein paar mehr Worte. Beinahe eingängige Melodien begegnen überraschenden harmonischen Wendungen und ausfasernden Passagen. Gradlinig zupackende Beats zerfallen in gebrochene Rhythmen oder setzen für eine Weile ganz aus. Abstrakte Töne quellen aus Effektgeräten und Loopern oder entstehen durch Manipulationen im Inneren des Flügels. Mäandernde Motive, klare Riffs und komplexe Strukturen treffen aufeinander, verschmelzen und lösen enorme Energieschübe aus.

Norah Jones - Day Breaks

Norah Jones betrat die Weltbühne im Februar 2002 mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums "Come Away With Me". Dieses "launische kleine Album" (so ihre eigenen Worte) stellte eine einzigartige neue Stimme vor und entwickelte sich zu einem globalen Phänomen, für das die Newcomerin 2003 fünf Grammys erhielt. Seitdem hat Norah weltweit über 45 Millionen Alben verkauft und insgesamt neun Grammy Awards gewonnen.

Malia - Malawi Blues / Njira

Marshall McLuhans einst so futuristische Idee vom „Global Village“ ist heute längst Wirklichkeit geworden. Gerade in der Popmusik erfahren wir auf vielfältigste Weise, was der legendäre Medientheoretiker bereits Anfang der sechziger Jahre erstmals formulierte. Durch die digitale Vernetzung haben auch die meisten Genres des Pop eine weltweite, eben globale Dimension bekommen. HipHop, Blues, Jazz – sie alle entwickeln sich in hunderten regionalen Spielarten weiter – fernab von ihren Ursprüngen. Die Musik von Malia darf zweifellos als eindrucksvoller Beweis für diese „Worldwide Fusion“ angesehen werden.