Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
»Point Of Departure«: brillante Musiker, kerniger Groove, ausschweifende Improvisationen, eine Sternstunde in der Discographie des in Berlin lebenden Musikers. Gemeinsam mit der US-Ikone Don Grusin an den Keyboards, dem Gitarristen Hanno Busch (u. a. Heavytones, Michael Wollny), und der Rhythmusmaschine mit Claus Fischer (Heavytones, Larry Carlton) am Bass und David Haynes am Schlagzeug (den viele von der Till Brönner Tour 2015 in bester Erinnerung haben), hat er sich eine Woche in einem Studio mitten in der rauen Natur Irlands eingeschlossen und herausgekommen ist das vielleicht mutigste, weil im Ausgang am meisten offene Album seiner Karriere.
Als der Trompeter Ralph Alessi im Jahr 2013 mit Baida sein Leader-Debüt bei ECM gab, schrieb Nate Chinen in einem JazzTimes-Beitrag, dass sich hier »alles für Alessi richtig fügte.« »Ohne seinem Hang für gegensätzliche Energien nachzugeben, ist dies ein stimmiges Statement – nicht bloß sein vollkommenstes Album, sondern vielmehr ein Kandidat für eines der besten Alben dieses Jahres.
Let 's Get Lost beleuchtet eine andere Seite der strahlenden Sängerin Cyrille Aimée. Für sie selbst ist es eine Reise durch eine Beziehung. Ihr ausdrucksstarker Gesang zaubert eine faszinierende Träumerei.
„Tokame“ ist ein zwölfköpfiges „kubanisches“ Orchester mit vierstimmigem Bläsersatz, besetzt mit zwei Trompeten, Saxophon und Posaune, einer Rhythmusgruppe mit Congas, Schlagzeug, Timbales, Klavier und Bass sowie der dreiköpfigen Frontline, bestehend aus zwei Sängerinnen und einem Sänger. Hervorzuheben ist, dass die Band nicht aus Kuba kommt, sondern dass in dem Orchester fast ausschließlich in Deutschland und in der Schweiz lebende kubanische Profimusiker beschäftigt sind. Tokame ist eine hochkarätige „Allstar Band“ der hier lebenden kubanischen Musiker. Die zweite Besonderheit ergibt sich aus der Mitwirkung der englischen Sängerin Aquilla Fearon mit ihren jamaikanischen Wurzeln. Der Bandleader und Komponist Branko Arnsek hat extra einige Salsa-titel für sie englischer Sprache geschrieben.
Im Pferdestall von Schloss Agathenburg versammelt sich auch 2016 die Creme de la Creme deutscher Jazz-Größen. Und mit dem Jazztrompeter Nils Wülker als künstlerischem Leiter gestaltete einer der prominentesten Vertreter des Genres das Programm. 2016 schweift der musikalische Blick immer wieder in die Ferne: nach Skandinavien, Afghanistan und Kanada. Jazz mit Färbungen von Folklore bis Klassik, von Pop bis Rock – mal zart, mal wild. In der einmaligen Atmosphäre von „Jazz im Pferdestall“ zeigt sich, wie schillernd, abwechslungsreich und aufregend Jazz sein kann.
Frank Muschalle ist seit über 20 Jahren in ganz Europa auf Tournee und zählt heute weltweit zu den international gefragtesten Boogie Woogie Pianisten. Er spielte über 2000 Konzerte in ganz Europa, Paraguay, Boliven, USA und Nordafrika. Geboren 1969, entdeckte er nach 11 Jahren klassischen Klavierunterrichts mit 19 den Boogie Woogie für sich. Von da an widmete er sich ausschließlich dem Studium dieser Musik und Rahmen seiner Tourneen spielte er und machte Aufnahmen mit Musikern wie Red Holloway, Lousiana Red, Carry Smith, Hubert Sumlin, Rusty Zinn, Axel Zwingenberger, Bob Margolin, Vince Weber, Carey Bell u.v.a.
Ketil Bjørnstad improvisiert gerne, verlässt sich gerne auf seine Intuition. So nehmen Raum, Zeit, Gefühle oder auch sein Instrument Einfluss auf das, was der norwegische Musiker gerade spielt. Das war auch bei den Aufnahmen für sein neues Doppelalbum »Images/Shimmering« nicht anders.
Akustische Electronica? Schließen sich diese beiden Begriffe nicht eigentlich von vorherein aus? Nein, zumindest nicht, wenn man die Musik von GoGo Penguin näher betrachtet. Die etwas ungewöhnliche Genrekombination bezieht sich nämlich nicht auf die Kombination von akustischen und elektronischen Klangelementen, sondern auf das instrumentelle Nachempfinden elektronischer Musik.
Vocal-Gaststars Norah Jones und Willie Nelson machen das neue Blue-Note-Album von Saxophonist und Flötist Charles Lloyd zum Ereignis weit über die Jazz-Szene hinaus! Lloyd ist ein unumstrittener Star des internationalen Jazz, und das obwohl er mit seiner ganz eigenen Mixtur aus Modern Jazz, Spiritueller Musik, Rock und Folk niemals laute Töne anschlägt. Musik mit Seele setzt sich doch gegenüber weitverbreitetem Gleichklang durch. Legendär war schon immer die Experimentierlust des inzwischen 77 Jährigen.
KOSCHKI (russisch „Katzen“) ist das vierte und zweifellos das komplexeste Album von Triozean. Eines, das sich schon beim ersten Hören als anspruchsvoll, zugleich aber auch sehr zugänglich erweist. Vor allem aber macht es von der ersten Note bis zum letzten Takt mit Brillanz und Leichtigkeit das, was die Musik der Band schon immer ausgezeichnet hat: es erzeugt beim Zuhören Stimmungen und Gefühle, kreiert Bilder und Szenen, die jedes Lied zu einem eigenen kleinen akustischen Kosmos machen.
Someone Blind, die erste von drei CDs des Klaus Gertken Trios, 1992 mit Highend Studiotechnik und Bösendorfer Flügel in einem Berliner Hinterhofstudio aufgenommen, wurde kürzlich in Japan wiederentdeckt und erreichte dort erstaunliche Verkaufszahlen. Insen ist die 3. CD der Band. Wegen der hohen Nachfrage hat Nabel die 1995 auf dem Label Drops erschienene CD neu aufgelegt und jetzt auch in Deutschland veröffentlicht.
In Mali weiß man: »Es ist besser, mit drei Sprüngen zum Ziel zu kommen als sich mit einem das Bein zu brechen.« Vielleicht steckt das hinter dem Albumtitel »Doni Doni«, der in der Landesprache Bambara so viel wie »Schritt für Schritt« bedeutet. Der franco-helvetische Trompeter Erik Truffaz und die Musiker seines perfekt eingespielten Quartetts haben diesen Titel vordergründig gewählt, weil er die gemächliche und konsequente Art und Weise beschreibt, mit der sie ihr neues Album entwickelt haben.
er amerikanische Gitarrist, Komponist und Arrangeur Bill Frisell ist dafür bekannt, sich häufig auch jenseits des Jazz zwischen den Grenzen von Progressive Folk, klassischer Musik, Country, Noise Music oder anderen Richtungen zu bewegen und somit eine ganz eigene musikalisch spannende Sprache zu entwickeln.
Ihr Bandname ist Programm: Jazz Funk Soul. 2016 präsentieren die drei Jazz- und Fusionpioniere Jeff Lorber, Chuck Loeb und Everette Harp ihr neues Album »More Serious Business«.
Schon seit vielen Jahren sind der norwegische Pianist Tord Gustavsen und sein Landsmann, der Schlagzeuger Jarle Vespestad musikalische Wegbegleiter. So überrascht es nicht, dass sie auch für Gustavsens neues Album »What Was Said« zusammenarbeiteten.
Roger Cicero hatte sich im letzten Jahr mit großer Begeisterung dem Studium des Sinatra-Repertoires und den neuen Arrangements seiner beliebtesten Sinatra-Songs für das „Cicero Sings Sinatra – Live in Hamburg“-Album gewidmet. Doch plötzlich wurde er krank. Kurz vor der lange vorbereiteten Veröffentlichung des Albums „Cicero Sings Sinatra“ am 27.11.2015 mussten zahlreiche Interview- und TV Termine abgesagt werden, da der Künstler plötzlich und unvermittelt unter einem akuten Erschöpfungssyndrom mit Verdacht auf Herzmuskelentzündung litt.
Von allen großen klassischen Maestros seiner Generation war Leonard Bernstein der entschiedenste Fürsprecher für den Jazz. Er war nicht nur ein profunder Kenner dieser Musik, er verstand sie als Pianist auch zu spielen und bediente sich als Komponist ihrer Elemente. Es ist daher mehr als kurios, dass Jazzer bis heute Bernstein so gut wie nie adaptiert haben. Dachte sich auch ACT-Chef Siggi Loch, und schlug Nils Landgren ein Tribute an den großen Komponisten des 20. Jahrhunderts vor. Der musste nicht lange überlegen: „Ich habe Bernstein immer verehrt, als Musiker, als Dirigent, als Komponist, aber einfach auch als Menschen. Seine Musik ist einfach einzigartig, sehr charakteristisch, wie er schreibt. Und immer emotional und menschlich.“
Frank Woestes außergewöhnliche Qualitäten sind Kennern der französischen Szene schon lange bekannt. Er ist einer der wenigen deutschen Jazzmusiker, die es in Frankreich zu Rang und Namen gebracht haben: Der heute 39-Jährige wurde und wird von Publikum wie Kritik in den Bands der französischen Trompetenstars Ibrahim Maalouf und Mederic Collignon bestaunt, oder an der Seite von Stephane Belmondo, Michel Portal, Sylvain Luc oder Flavio Boltro, und auch schon früh bei Youn Sun Nah, in deren erster Band Woeste der Pianist war.
Joo Kraus gehört zu der halben Handvoll Ausnahmetrompetern aus Deutschland, die es auch international zu Ansehen gebracht haben. War es zunächst die Formation Tab Two mit Helmut Hattler, die ihn über die Grenzen hinaus bekannt machte, beeindruckte der Ulmer nach deren Auflösung vor allem durch instrumentale Klasse und künstlerische Neugierde.
Seit gut zehn Jahren sind die vier Jungs von Mo' Blow nun auf ihrer Mission „For Those about to Funk“. Alleine seit ihrem gleichnamigen ACT-Debüt 2011 haben sie weit über hundert Konzerte gespielt und dabei mehr als 20 Länder bereist, von den amtlichen Clubs des deutschsprachigen Raums über die baltischen Länder, die Ukraine und Russland bis nach Malaysia und China. Gerade eben traten sie beim Jarasum Jazz Festival in Korea auf – vor tausenden begeisterter Zuschauer.
Gipfeltreffen dreier Jazz-Cowboys: Kalle Kalimas Streifzug durch die Western & Country Music. Konzeptionell dicht und auf's Wesentliche reduziert. Mit Greg Cohen und Max Andrzejewski.
Die aus der ungarischen Minderheit in Nord-Serbien stammende Sängerin, Thea Soti kombiniert zusammen mit ihrer Band NaNaya Volksmelodien ihrer Heimat mit Jazz, Weltmusik und dem orientalischen Klang der Oud. Sie führt den Zuhörer von den Karpaten bis zum Mittelmeerraum.
Mit Eva Buchmann (voc) und Sonja Huber (vib) haben sich zwei Musikerinnen zum Duo Lottchen zusammengetan, die sich besser nicht ergänzen könnten: Sonjas federndes und klangvolles Vibraphonspiel schmeichelt und kontrastiert zugleich Evas charismatische, warme Stimme. Die Belgierin und Schweizerin lernten sich 2007 während eines Auslandaufenthaltes am Jazz-Institut in Berlin kennen und begannen, die musikalischen Möglichkeiten von Stimme und Vibraphon auszuloten.
Sie ist derzeit Spaniens gefeiertste Künstlerin, füllt weltweit Konzerthallen und wurde bereits mit mehreren Latin Grammys ausgezeichnet. Während ihrer unablässigen Tourneen, die Conchita Buika konstant um den Globus führen, sind auch die großen deutschen Konzerthäuser regelmäßig ausverkauft. Trotzdem reicht ihr Ruhm in Deutschland bisher nur wenig über das Feuilleton-Publikum hinaus. Dies wird sich mit dem neuen Buika-Album Vivir Sin Miedo sicherlich ändern, denn es überzeugt mit starken Melodien, ungewöhnlichen Songs und Buikas ergreifendem Gesang.
Dass Bonn Beethovenstadt ist, hat sich inzwischen vielfach herumgesprochen. Daneben mausert sich die ehemalige Bundeshauptstadt mit den Jazz-Echopreisträgern Till Brönner und Nils Wülker auch immer mehr zur Brutstätte des hochkarätigen deutschen Jazz. Was liegt also näher, als Beethoven und Jazz miteinander in Verbindung zu bringen. Das macht der Bonner Pianist Marcus Schinkel und sein Trio, deren neue CD “Crossover Beethoven“ frisch auf dem deutschen Musikmarkt erscheint.
Das Saxofon hat auf Shauli Einav schon immer eine besondere Faszination ausgeübt. „Das fing schon beim Korpus an, der für mich etwas Maschinenähnliches hatte und den ich als deutlich cooler empfand als den einer Geige. Auch die Bedienung schien nicht allzu kompliziert zu sein“, erinnert sich Einav, der im Alter von 13 Jahren von der Geige zum Saxofon wechselte. Seine Begeisterung für Musik wurde durch seine älteren Geschwister geweckt, die ihn während der Sommerferien oft auf Jazzfestivals mitnahmen. Dann ging er eines Tages in einen Plattenladen in Tel Aviv, wo ihm ein Album des Saxofonisten George Coleman in die Hände fiel. Als er dann wenig später noch die Musik von Charlie Parker entdeckte, gab es für Einav kein Halten mehr.
The Bell präsentiert dynamische Kammermusik, komponiert für Meister der Improvisation. »Das Beste, was ich während des gesamten Wochenendes hörte«, schrieb Peter Margasak von der New York Times nach dem New York Winter Jazzfest 2014, »war ein superbes Trio, angeführt von dem Schlagzeuger Ches Smith mit dem Pianisten Craig Taborn und dem Bratscher Mat Maneri, das verführerisch narkotisierende Kompositionen gekonnt mit einer Mischung aus grüblerischen Melodien und satten Texturen auflud.«
Das Projekt Shadows – Songs of Nat King Cole ist über viele Jahre in Hugh Coltman gereift. In seiner Jugend und zu Beginn seiner Karriere hatte er nur wenige Berührungspunkte mit Jazzmusik. Mit 20 spielte er in einer Bluesband, The Hoax, mit der auch regelmäßig auf Tournee ging; daneben entstanden zwei sehr poppige Soloalben, die bei Mercury erschienen sind (Stories from the Safe House, 2008; Zero Killed, 2012). Durch sie wurde der britische Sänger, der seit vielen Jahren in Paris lebt, einem größeren Publikum bekannt, das begeistert war von dieser sanften, feinfühligen Mischung aus Folk und Pop und seiner unverwechselbaren, kraftvoll-rauen Stimme.
Gitarrist Ben Monder machte seine ersten Aufnahmen für ECM 2004 als Mitglied der Paul Motian Band. Amorphae war ursprünglich als ein Reigen von Duetten von Ben und Paul geplant. Eine erste, sondierende Duo-Session wurde 2010 aufgenommen. Nach Motians Tod im darauffolgenden Jahr entschied man sich, das Projekt zu erweitern und mit einem weiteren hoch einflussreichen und innovativen Schlagzeuger, Andrew Cyrille, zu vervollständigen.
2014 erschien Marialy Pacheco's Album INTRODUCING auf Neuklang, mit dem sie durch ihren selbstbewussten Stil und ihr kubanisches Temperament überzeugte. Nun präsentiert sie eine weitere Facette ihrer musikalischen Vielfalt und brachte für das STUDIO KONZERT ein Stückchen Kuba nach Ludwigsburg. Für diese Aufnahme wählte die Pianistin und offizieller „Bösendorfer Artist“ ihre „Lieblingsstücke“ aus.
WDR 3 Jazzfest in Münster 2016
28.01.2016 - 31.01.2016
Das WDR 3 Jazzfest macht vom 28. bis 31. Januar 2016 Station im Theater Münster. Mit vier Tagen randvollem Festivalprogramm und zahlreichen hochkarätigen Jazzkonzerten.
JOE Festival 2016
20. JOE Festival 2016
Es hat sich gezeigt: Donnerstag bis Samstag sind die perfekten Festivaltage! Zum nunmehr dritten Mal startet das JOE an einem Donnerstag. Und – wie gewohnt – endet es mit einem musikalischen Highlight am Samstag: Louis Sclavis und Vincent Courtois. Plus: In diesem Jahr gibt es erstmalig ein Kinderkonzert am Samstag im Vorfeld des Abendprogramms.