Donos Kulturalny: der Musik auf der Spur
Krzysztof Komorek über das Geschehen in der polnischen Jazzszene.
Krzysztof Komorek - Gründer und Herausgeber der Donos kulturalny. Moderator der Radiosendung „Co w jazzie piszczy“ [„Was im Jazz steckt“] des Radiosenders Jazzkultura. Autor der Zeitschriften Jazz Forum und JazzPRESS, der Websites jazzin.pl, jazzarium.pl, jazzpress.pl, jazzvalley.com, polishjazz.blogspot.com und upolujebooka.pl. Host der Kino-Jazz-Veranstaltungen.
Krzysztof Komorek, Foto: Klaudia Krupa
Wojciech Jachna Squad - Ad Astra
Wojciech Jachna Squad - Ad Astra
Audio Cave, 2025
Squad ganz neu - dieser Slogan kam mir in den Sinn, als ich das neueste Album der Band um Wojciech Jachna zum ersten Mal hörte. Denn obwohl es nicht das erste Album in der Diskographie der Gruppe ist, hat es sich im Vergleich zu den vorherigen Veröffentlichungen doch erheblich verändert.
Fangen wir also mit den Neuerungen an. Zunächst die personellen. Squad ist auf „Ad Astra“ zum Quartett geschrumpft, und der Kontrabass ist aus dem Instrumentarium verschwunden. Auch die „Besetzung“ am Schlagzeug hat sich geändert - diesmal sitzt Rafał Gorzycki hinter dem Set. Der Musiker hat unter anderem schon mit dem Frontmann von Squad zusammengearbeitet.
Das Album besteht aus sechs Stücken, drei von Wojciech Jachna, zwei von Rafał Gorzycki und einer Variation über eine Komposition von Karol Szymanowski - „Violinkonzert Nr. 2 op. 61“. Das Ganze ist in einem recht homogenen Stil gehalten. Es ist eine zurückhaltende, raffinierte Musik, die erst in den letzten beiden Stücken, die beide vom Schlagzeuger stammen, etwas intensiver wird.
Die verschiedenen Ebenen der Songs fügen sich perfekt zu spannenden musikalischen Geschichten zusammen. Jeder der Musiker bekommt die Chance, sich in den Vordergrund zu stellen, sich aber auch als Fundamentleger für die Soloparts seiner Kollegen zu präsentieren. Hier glänzt Rafał Gorzycki [im titelgebenden „Ad Astra“] auf ganzer Linie, beherzt unterstützt vom Pianisten, Moog- und Organisten Jacek Cichocki.
Ebenso faszinierend sind die zentralen Songs. Mal werden sie von einem Instrument getragen, mal von sich ergänzenden oder kontrastierenden Duetten. Hier fallen die Trompete von Wojciech Jachna und die Gitarre von Marek Malinowski auf.
Es gibt viele Momente auf „Ad Astra“, die den Hörer in ihren Bann ziehen: das wiederkehrende Trompetenmotiv im Titelsong, der zarte Beginn von „Song“, die aufeinanderfolgenden Soli der einzelnen Instrumente in „Crazy People“, die subtile Elektronik in „Bleak Sun“. Eine Dreiviertelstunde voller Magie und Geheimnis. Eine musikalische Reise in die Unendlichkeit, ins Weltall, zu den Sternen.
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