Enrico Olivanti im Interview: Zwischen Stille, Klang und grenzenloser Vision
Der italienische Gitarrist und Komponist über seine künstlerische Vielfalt, die Inspiration durch Philosophie und das Leben als Expat.
Enrico Olivanti und Angela Ballhorn, Foto: Erik Brun
Der in Deutschland lebende italienische Gitarrist und Komponist Enrico Olivanti bewegt sich mühelos zwischen Solo-Gitarre, Jazz-Quartett und Kompositionen für große sinfonische Besetzungen. Seine Musik ist geprägt von einem tiefen Gespür für Klang, Stille und Emotion – ebenso wie von Einflüssen altchinesischer Philosophie und den Erfahrungen eines Lebens im Ausland. Im Gespräch mit Angela Ballhorn spricht Olivanti über seine künstlerische Bandbreite, seine Inspirationsquellen und die Suche nach neuen Ausdrucksformen jenseits stilistischer Grenzen. Von Angela Ballhorn
jazz-fun.de: Als was siehst du dich eher, als Jazzgitarrist oder als Komponist?
Enrico Olivanti: Prinzipiell macht das keinen Unterschied für mich, aber ich glaube, Komponist wäre der Begriff, der auch den Gitarristen beinhalten kann. Wenn ich Gitarre spiele, spiele ich als Komponist, wenn ich komponiere, mache ich das nicht als Gitarrist. Der Komponist ist der Teil, der auch in die Gitarre reinfliesst. Improvisation und Komposition sind zwei Dimensionen, die sich treffen und gegenseitig inspirieren. Bill Evans hat das gut ausgedrückt mit „Improvisation ist manchmal wie eine Instant Composition“. Mein Ziel am Ende des Prozesses einer Komposition ist es, das gleiche fliessende Musizieren zu erreichen, das ich im besten Fall beim Improvisieren habe. Dass es spontan wirkt, aber nicht spontan war. Das wäre perfekt.
jazz-fun.de: Das ist bei einem grösseren Ensemble schwieriger, kann ich mir vorstellen. Solo oder in einer kleinen Besetzung ist das gut umsetzbar.
Enrico Olivanti: Oft werde ich gefragt, wie ich das mit dem komponieren mache. Das Interessante ist, dass es keine zwei Mal gibt, in denen es identisch passiert. Wir haben so viele Ressourcen, aus denen wir Musik oder Klänge bekommen. Viele davon sind auch von Improvisation geprägt. Einige Stücke von mir wie zum Beispiel auf dem letzte Album sind nichts anderes als festgelegte Improvisation. Die habe ich aufgenommen und die Nachbearbeitung hatte nur mit dem Klang zu tun. Die Grundidee und die Töne waren ganz genau aus dem Moment, als die Musik einfach rauswollte.
jazz-fun.de: Auch das Timbre, Dynamik und Intonation.
Enrico Olivanti: Genau. Das Schöne an beiden Prozessen ist diese aktive Passivität. Wir Menschen befinden uns alle in einem Fluss von Energien und Ideen. Einige von uns können den Fluss zulassen und in anders umwandeln.
jazz-fun.de: Andere kanalisieren mehr und schränken sich dadurch ein.
Enrico Olivanti: Oder sie übernehmen das nur passiv. Aber das braucht es auch, denn es gibt Yin und Yang auf der Welt. Der wichtige Part in der kreativen Arbeit ist, die Momente zu erkennen, in denen etwas gesagt werden möchte.
jazz-fun.de: Und sich trauen, zu warten, dass etwas kommt.
Enrico Olivanti: Ich bin der Meinung, dass es ziemlich oft kommt. Man muss immer die neue Form, die Energie oder die Mittel finden, dem eine Struktur zu geben. Das passiert interessanterweise beim Improvisieren genauso wie beim Komponieren. Natürlich hat es unterschiedliche Formen und Gestalten, aber es ist ein gemeinsames Phänomen.
jazz-fun.de: In welchen Besetzungen bist du unterwegs?
Enrico Olivanti: Es gibt ein Quartett und ein Trio, solo spiele ich auch, aber auch grosse Ensembles wie das Sinfonieorchester. Sinfonisch mache ich Auftragskompositionen. Im Mai habe ich die Premiere meiner ersten Sinfonie für sinfonisches Blasorchester, was von der Besetzung her sehr interessant ist. Ich habe letztes Jahr auch für Orchester, Elektronik und Tanz komponiert. Das sind aber Aufträge. Aus eigener Initiative bewege ich mich gerade im Bereich Solo, Duo oder Large Ensemble. In dem Projekt, in dem ich Elektronik und akustische Musik kombiniere, bin ich im Duo unterwegs, manchmal auch Solo. Aber Solokonzerte sind meist Events und sehr auf die jeweilige Situation bezogen. Mein neuestes Projekt, das im Oktober aufgenommen und nächstes Jahr veröffentlicht wird, ist ein zehnköpfiges Ensemble, in dem ich alle meine Welten kombiniere. Das ist ein Ensemble mit zwei Sängerinnen, zwei Bläsern, zwei Streichern und Rhythmusgruppe mit Saiteninstrumenten (ich spiele auch Bouzouki), Klavier / Keyboard, Bass und Schlagzeug / Percussion. Das ist genau für mich die Plattform, wo meine unterschiedlichen Einflüsse zusammenkommen und ein starkes Konzept dahinter steckt. Ein Expat zu sein ist ein Teil davon. Ich bin jetzt seit zehn Jahren in Deutschland. Ich spiele zwar überall, aber ich lebe in Deutschland und habe festgestellt, dass wir alle in der Band Expats sind. Wir leben alle in einem Land, das weder die Heimat ist oder in dem wir aufgewachsen sind. Obwohl wir aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt sind, teilen wird die grosse gemeinsame Erfahrung „Wo sind wir jetzt?“
jazz-fun.de: Was ist Heimat? Was ist Heimat, wenn man nicht zuhause ist?
Enrico Olivanti: Heimatlos auch vielleicht. Mit dem, was heutzutage auf uns zukommt, kann diese Gruppierung eine interessante Rolle spielen, um uns daran zu erinnern, dass Heimat, Identität, Weltgesellschaft und Zusammengehörigkeit nicht im Gegensatz zueinander stehen. Wir brauchen beides, wir brauchen unsere Wurzeln, wie jeder Baum, aber Bäume bewegen sich auch.
Das Large Ensemble steht für mich auf dem ersten Platz, es soll eine feste Plattform haben, auch mit Solisten, die aus unterschiedlichen Ländern kommen. Im Ensemble sind Musiker aus fünf Ländern und zwei Kontinenten, das ist also schon sehr bunt. Das wird mein Stamm meiner zukünftigen Zeit als Musiker sein.
jazz-fun.de: Das ist auch von der Besetzung her interessant, weil Du vom Orchester den Streicherklang in reduzierter Form mit allen Klangmöglichkeiten dabei hast. Ich denke nicht, dass man sich ohne Auftrag an ein grosses Orchesterwerk setzt?
Enrico Olivanti: Das ist unterschiedlich, es ist immer gut für uns Künstler, Ideen parat zu haben. Ich finde es wichtig, den kreativen Prozess immer am Laufen zu halten. Dann erwischt uns die Inspiration, wenn wir bereit sind. Ich habe immer etwas zu sagen, und dann kommt die Gelegenheit, mich in Klängen auszudrücken.
jazz-fun.de: Ich hatte mir drei Begriffe zu deiner Musik aufgeschrieben: Sound, Emotion und Silence. Sound und Silence sind absolut gegensätzlich, und Sound ohne Silence funktioniert einfach nicht.
Enrico Olivanti: Ich bin froh, dass Du die drei Begriffe rausgesucht hast, ich finde es wichtig, dass Emotion zu den Begriffen dazugehört. Meine zweite Leidenschaft neben der Musik ist die Philosophie.
jazz-fun.de: Das ergänzt sich gut, oder?
Enrico Olivanti: Ich finde es faszinierend, wie die altchinesische Philosophie das Yin und Yang hat. Die schönsten Erfahrungen mit unserer Seele haben wir, wenn Yin und Yang im vollständigen Gleichgewicht sind. Emotion passt da genau dazwischen. Wenn wir sehr starke Emotionen empfinden, egal in welche Richtung, dann verlieren wir etwas von unserem Ego und wir fühlen uns mehr diesem Meer von Unendlichkeit verbunden. Das ist auch mein Ziel, wenn ich Musik aufführe oder für Performances schreibe. Damit der Spieler oder die Spielerin diese Erfahrung selbst hat, das in sich kehren. Wenn die ZuhörerInnen das auch erfahren können, ist es perfekt. Heutzutage ist die Seite der Silence die schwierigste, finde ich.
jazz-fun.de: Viele können das gar nicht mehr ertragen…
Enrico Olivanti: Unsere westliche Gesellschaft ist sehr von dem Aristoteles-Gedanken „Angst vor der Leere“ geprägt, als Musiker haben wir einen wichtigen Auftrag. Wir müssen mit der ganzen Spanne arbeiten, leise Tönen sollen genauso viel Aufmerksamkeit bekommen wie laute, damit arbeite ich gerne.
jazz-fun.de: Was muss man noch über dich wissen? Ich finde den philosophischen Aspekt zu deiner Musik sehr interessant.
Enrico Olivanti: Ich glaube, es gibt noch ein Rahmenthema, das alles umfasst, die kontinuierliche Forschung zur Dynamik zwischen Mensch, Natur und Technik. Deswegen arbeite ich sehr gerne – auch wenn ich mit Elektronik arbeite – mit Soundscapes und Inklusion von Naturklängen und deren Umwandlungen. Ich finde es faszinierend, wie uns die Technik hilft, tiefer in Klänge zu kommen. Und sie so umzuwandeln, dass sie nicht mehr erkennbar sind, obwohl sie vertraut waren. Das führt dann wieder zu der Frage – was ist wirklich fremd? Wer ist fremd, was ist schon bekannt?
jazz-fun.de: Das ist ein bisschen wie Makrofotografie, wo man einen Ausschnitt sieht von etwas, das man schon kennt, aber fast unkennbar vergrößert.
Enrico Olivanti: Genau, und ich finde es schön, wenn ein Zuhörer aus der Veranstaltung rauskommt und sagt, ich dachte, ich kannte das, aber vielleicht sollte ich doch noch mal reinhören. Nicht exakt dasselbe noch einmal, aber über das Thema, die Phänomene, um die es ging. Deshalb diese Forschung zu Natur, Mensch und Technik und die Frage – wozu gehört der Mensch eigentlich? Das finde ich spannend. Viele brauchen ein bisschen Zeit in der Natur – aber eigentlich sind wir ja immer in der Natur, es ist eine Definitionssache. Dieser Gedanke zieht sich durch alle meine Projekte. Deshalb gibt auf meinem Album Stücke, die fast nur aus Gitarre bestehen, das Instrument aber kaum erkennbar ist.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 trafen wir die Berliner Sängerin Anna Margolina, die mit ihrem aktuellen Album „One Endless Night“ tief unter die Oberfläche klassischer Jazz-Songs taucht. Zwischen Jazz, Chanson, jüdischer Musiktradition und persönlichen Geschichten entwickelt sie eine poetische Klangwelt voller Gefühl, Tiefe und feiner Melancholie. Margolina – klassisch ausgebildet und gleichzeitig in der Jazzszene verwurzelt – überzeugt durch eine kraftvolle Stimme und eine erzählerische Ausdrucksstärke, die berührt.
Eine europäische Supergroup, die mit Eleganz, Energie und Kollektivgeist überrascht. Im Gespräch während der jazzahead! erzählen Airelle Besson, Sebastian Sternal und Jonas Burgwinkel von ihrer besonderen Chemie und dem Album „Surprise!“. Von Sarah Seidel
Im Rahmen der jazzahead! 2025 sprachen wir mit Thorsten Hesse, dem Gründer und Leiter von PINC Music – einer Plattform, die sich dem Booking, der Künstlerförderung und der Sichtbarmachung von kreativen Jazzprojekten verschrieben hat. Mit einem klaren Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und internationale Zusammenarbeit unterstützt PINC Music eine Vielzahl spannender Musiker*innen – nicht nur als Agentur, sondern auch als Partner in Sachen Strategie, Netzwerk und Entwicklung.
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Den Kölner Jazzmusiker Clemens Orth nur auf Pianist und vielleicht noch Hammondorgelspieler zu reduzieren, greift zu kurz. Der Musiker ist mit eigenen Projekten, aber auch als Sideman beschäftigt, hat den Salon de Jazz in Köln, in dem er regelmässig Konzerte und Sessions veranstaltet. Die Räumlichkeiten fungieren auch als Studio, eine Handvoll Produktionen erscheinen pro Jahr. Die wiederum teilweise auf seinem eigenen Label erscheinen. Ein vielbeschäftigter Musiker in vielen Funktionen! Von Angela Ballhorn
Daniel Erdmann ist ein umtriebiger Saxophonist mit den unterschiedlichsten Projekten. Seine neueste Formation ist klanglich neu ausgerichtet, für die sein langjähriger musikalischer Partner Jim Hart vom Vibraphon zum Drumset wechselt. Neu dabei ist der Hammondorgelspieler Antonin Rayon. Der deutsch-französische Saxophonist wollte die klangliche Herausforderung der Jazzgeschichte erforschen, aber auch nach Unbekanntem suchen. Ein Interview von Angela Ballhorn
Die Musik des Trios ist geprägt von klarer Form, lyrischen Melodien und offener Improvisation – manchmal zart und zerbrechlich, dann wieder voller Energie und rhythmischer Tiefe. Im Interview sprechen die Musiker über ihren kompositorischen Ansatz, über Einflüsse aus der klassischen Musik und Volksmusiktradition Skandinaviens, sowie über die Bedeutung von Raum, Stille und Klang in ihrer Musik.
Bei der jazzahead! 2025 trafen wir den britischen Trompeter, Komponisten und Bandleader Henry Spencer, der mit seinem Projekt Henry Spencer & Juncture neue Maßstäbe im modernen europäischen Jazz setzt. Seine Musik verbindet cineastische Weite mit emotionaler Tiefe, expressiver Improvisation und einem bemerkenswerten Gespür für Dynamik und Melodie. In seinem Spiel vereinen sich technische Brillanz, kontrollierte Intensität und ein ganz eigener kompositorischer Zugang.
Der in Deutschland lebende italienische Gitarrist und Komponist Enrico Olivanti bewegt sich mühelos zwischen Solo-Gitarre, Jazz-Quartett und Kompositionen für große sinfonische Besetzungen. Seine Musik ist geprägt von einem tiefen Gespür für Klang, Stille und Emotion – ebenso wie von Einflüssen altchinesischer Philosophie und den Erfahrungen eines Lebens im Ausland. Im Gespräch mit Angela Ballhorn spricht Olivanti über seine künstlerische Bandbreite, seine Inspirationsquellen und die Suche nach neuen Ausdrucksformen jenseits stilistischer Grenzen. Von Angela Ballhorn
Ein Lieblingsteil der aktuellen CD „Stimmen“ der Schlagzeugerin Eva Klesse und ihrer Band war der gesungene Teil: „Unsere Chöre! Das haben wir noch nie gemacht und es hat uns total Spaß gemacht, obwohl es manchmal schief und krumm klang!“ Zum Auftritt des fantastischen Quartetts mit Evgeny Ring am Saxophon, Philip Frischkorn am Klavier und Marc Muellbauer am Bass plus den SängerInnen Michael Schiefel und Zuza Jasinska suchte die Schlagzeugerin in den Messehallen nach Besuchern, die zu ihrem Showcase kommen und beim Flashmob Choir mitmachen wollten. Ein Interview von Angela Ballhorn
Auf der jazzahead! 2025 trafen wir die junge Band hilde, ein Kollektiv aus vier Musikerinnen, das sich mit beeindruckender Konsequenz dem freien, experimentellen und intuitiven Musizieren widmet. Die Musik von hilde lebt vom Zusammenspiel, vom Zuhören, vom Ausloten von Klang und Form – stets offen, emotional und kompromisslos ehrlich. Ihre Stücke entstehen oft im Moment und sind Ausdruck einer musikalischen Haltung, die sich bewusst von Erwartungen löst.
Bobby Rausch zählt zu den spannendsten Formationen der Berliner Szene. Mit einem Instrumentarium, das zunächst ungewöhnlich wirken mag – Baritonsaxophon, Bassklarinette und Schlagzeug – schaffen sie einen Sound, der kompromisslos, energetisch und tanzbar ist. Ihre Musik bewegt sich mühelos zwischen Hip-Hop, Jazz, Elektro und improvisierten Klangwelten. Wir haben uns mit Lutz Streun (Bassklarinette) und Nico Stallmann (Drums) unterhalten, um mehr über ihre künstlerische Vision, ihre Live-Power und die kreative Freiheit von Bobby Rausch zu erfahren. Ein Interview von Angela Ballhorn
Während der jazzahead! 2025 in Bremen trafen wir den Berliner Pianisten und Komponisten Matti Klein – einen der profiliertesten Vertreter des modernen Groove-Jazz in Deutschland. Bekannt durch seine Arbeit mit dem Mo’ Blow-Quartett sowie zahlreichen Kollaborationen (u.a. mit Nils Landgren, Ed Motta und Jakob Manz), hat Klein mit seinem eigenen Matti Klein Soul Trio eine unverwechselbare Klangsprache entwickelt – irgendwo zwischen Jazz-Funk, Soul, Vintage-Vibes und urbaner Eleganz.
Der in Dakar geborene Gitarrist Hervé Samb ist ein Brückenbauer zwischen Kontinenten und Klangwelten. Seit seiner Ankunft in Frankreich 1998 arbeitete er mit Größen wie Marcus Miller, Pharoah Sanders oder Somi zusammen und entwickelte sich zu einer prägenden Stimme des internationalen Jazz. Mit seinem neuen Album „Jolof“ widmet er sich den Traditionen seiner senegalesischen Herkunft und verbindet sie in seinem Stil des Jazz Sabar mit der Freiheit und Energie zeitgenössischer Improvisation. Im Gespräch erzählt Samb über seine Inspirationen, die Bedeutung von „Jolof“ und warum Musik für ihn immer auch eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln ist.
Der Saxophonist Óskar Guðjónsson ist oft auf deutschen Bühnen zu erleben, meist mit dem Quartett ADHD, das in Deutschland eine treue Fanbase hat. Zudem unterstützte der Saxophonist die isländische Superband Mezzoforte bei ihrem Neustart vor bald 20 Jahren. An der jazzahead! spielte er mit dem Pianisten Magnús Jóhann im Duo, die beiden haben das aktuelles Album „Fermented Friedship“.
Mit „ism“ veröffentlicht Jens Düppe sein mittlerweile viertes Album beim Label Enja – diesmal erweitert zum Quintett mit dem italienischen Saxophonisten Francesco Bearzatti. Im Interview spricht der Schlagzeuger über sein besonderes Konzept des „Rein- und Rauszoomens“, über Strukturen, Freiräume und die Bedeutung von Klangfarben. Ein Gespräch über Komposition, Formbewusstsein und die Kraft des Moments im modernen Jazz. Von Angela Ballhorn
Auf jazzahead! trafen wir Johannes Käsbach – Komponist, Gitarrist, Produzent und Sänger. Im Interview spricht er über sein Klanglys-Projekt, das nordische Klangästhetik, lyrische Melodien und moderne Jazz-Elemente miteinander verbindet. Käsbach gibt Einblicke in seine musikalische Vision, erzählt von der Entstehung seiner Kompositionen und von der Suche nach dem perfekten Gleichgewicht zwischen Emotion, Atmosphäre und klanglicher Offenheit. Ein Interview von Angela Ballhorn
Róberta Andersen ist eine isländische Gitarristin, die in den letzten 20 Jahren mit einer Vielzahl von Künstlern der heimischen Musikszene zusammengearbeitet hat. Dazu gehören Múm, Ólöf Arnalds, Sin Fang, Julianna Barwick und Pascal Pinon. Dann ist sie auch Mitglied der Band Hist Og, die unter isländischen Jazz-Enthusiasten für Aufsehen sorgte.
Nils Kugelmann zählt zu den spannendsten Stimmen der jungen deutschen Jazzszene. Auf der jazzahead! 2025 hatten wir die Gelegenheit, mit dem Bassisten und Komponisten über seine musikalische Vision, sein neues Album sowie seine Herangehensweise an Klang, Struktur und Emotion zu sprechen. Seine Musik ist tief, voller Energie und zugleich durchdacht und offen – ein Wechselspiel aus rhythmischer Spannung, lyrischer Tiefe und überraschender Leichtigkeit.
Während der jazzahead! 2025 sprachen wir mit der Flötistin Isabelle Bodenseh, die mit ihrer beeindruckenden Bühnenpräsenz und virtuosen Spieltechnik neue Maßstäbe für das Flötenspiel im Jazz setzt. Ob mit klassischer Querflöte, Alt- oder Bassflöte – Bodenseh bringt das oft unterschätzte Instrument in den Mittelpunkt des musikalischen Geschehens. In ihren Projekten verbindet sie kraftvollen Groove, komplexe Improvisation und südamerikanische Einflüsse mit einer unbändigen Spielfreude.
Im Interview sprechen Daniela Neumayer und Mario Steidl, die Leitung des renommierten Jazzfestivals Saalfelden, über Visionen, Herausforderungen und Highlights des kommenden Festivals. Zwischen alpiner Kulisse, innovativem Programm und internationaler Strahlkraft bleibt das Festival ein Ort der musikalischen Entdeckungen. Ein spannender Blick hinter die Kulissen eines der bedeutendsten Jazzereignisse Europas.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 trafen wir die junge Sängerin Lucía (Lucía Gutiérrez Rebolloso) aus Veracruz, Mexiko. Die 23-Jährige gilt als eine der spannendsten Stimmen der neuen Generation – eine Künstlerin, die mühelos zwischen Jazz, lateinamerikanischer Musik und Pop balanciert und dabei eine ganz eigene Klangsprache entwickelt. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, tiefem musikalischem Verständnis und einer starken Verbindung zu ihrer kulturellen Herkunft bringt Lucía frischen Wind in die internationale Jazzszene.
Der griechische Trompeter Andreas Polyzogopoulos zählt zu den spannendsten Stimmen des europäischen Jazz. Auf der jazzahead! 2025 trafen wir den Musiker zum Gespräch über sein künstlerisches Selbstverständnis, aktuelle Projekte und seine musikalischen Wurzeln zwischen Jazz, Rock und traditioneller griechischer Musik. Sein Klang ist lyrisch, durchdrungen von Weite und emotionaler Tiefe. Im Interview spricht er über Improvisation als Ausdruck innerer Bilder, über Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern und über das ständige Suchen nach musikalischer Wahrhaftigkeit.
Der Trompeter Maik Krahl konnte in Bremen sein neues Projekt vorstellen, ein akkordinstrumentloses Quartett mit Trompete, Saxophon, Bass und Schlagzeug. Das Album in der interessanten Besetzung heisst „The Magic of Consistency“ (Challenge Records). Nach einem gut besuchten Konzert im Bremer Schlachthof kam der Musiker am nächsten Morgen am jazz-fun-Stand vorbei: „Ich habe im Schlachthof gespielt, es war supervoll, das Publikum war toll, die Musik war toll. Es hat alles gut geklappt, die Energie war gut, ich bin auf den Mitschnitt gespannt.“ Ein Interview von Angela Ballhorn
Manon Mullener, 1997 im schweizerischen Fribourg geborene Jazzpianistin, ist eine Weltenbummlerin. Aus einer musikalischen Familie stammend, verbrachte sie als Kind Zeit in Kuba und war so fasziniert, dass sie als 17jährige zurückging, um Sprache und Musik zu lernen.
Was macht die jazzahead! so einzigartig? Und wie sieht die Zukunft der internationalen Jazzszene aus? Im Gespräch mit Götz Bühler, dem künstlerischen Leiter der jazzahead!, erfahren wir mehr über die Ideen, Herausforderungen und Visionen hinter Europas wichtigstem Branchentreffen für Jazz. Ein Interview über Leidenschaft, Programmgestaltung und die Kraft der Vernetzung.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 haben wir mit Hannes Möller (Projektleitung Deutscher Jazzpreis) und Johanna Schneider (Sängerin, Komponistin und Vorstandsmitglied der Deutschen Jazzunion) ein gemeinsames Interview geführt. Im Mittelpunkt stehen die Ziele, Entwicklungen und Herausforderungen rund um den Deutschen Jazzpreis. Das Gespräch beleuchtet die Rolle des Preises in der Szene, den Wunsch nach mehr Sichtbarkeit für Jazz in Deutschland und die Bedeutung eines transparenten, wertschätzenden Auswahlverfahrens. Ein aufschlussreicher Dialog über kulturpolitische Verantwortung, künstlerische Vielfalt und den Wandel in der deutschen Jazzlandschaft.
Bei der jazzahead! 2025 trafen wir die polnische Band Unleashed Cooperation – ein Ensemble, das sich der kreativen Freiheit, emotionaler Tiefe und einem sehr modernen Verständnis von Jazz verschrieben hat. Die Musik des Kollektivs bewegt sich zwischen Improvisation, Komposition, Groove und Atmosphäre – mit Einflüssen aus Jazz, Avantgarde, Ambient und zeitgenössischer Musik. Die Band bestehend aus einigen der spannendsten Musiker der jungen polnischen Szene, versteht sich Unleashed Cooperation als offenes Projekt, in dem die persönliche Ausdruckskraft jedes Mitglieds im Vordergrund steht.
Auf der jazzahead! 2025 trafen wir den Pianisten und Komponisten Evgenij Zelikman, dessen musikalische Sprache sich durch tiefe emotionale Nuancen, kompositorische Klarheit und feinsinnige Improvisation auszeichnet. Zelikman, in Russland geboren und heute in Deutschland aktiv, verbindet in seinem Spiel klassische Einflüsse mit zeitgenössischem Jazz, osteuropäischen Klangfarben und einer ganz persönlichen Erzählhaltung.
Kasiva Mutua gehört zu den aufregendsten Percussionistinnen Afrikas. Die aus Kenia stammende Musikerin verbindet traditionelle ostafrikanische Rhythmen mit Elementen aus Jazz, Funk und Spoken Word – mit klarer Haltung, tiefer Verwurzelung und internationaler Strahlkraft. Im Interview auf der jazzahead! 2025 spricht sie über den Stellenwert von Rhythmus in afrikanischen Kulturen, ihre Rolle als Frau in der Percussion-Welt und darüber, wie Musik für sie zu einem Werkzeug für Empowerment und kulturellen Dialog wird.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 haben wir den Schlagzeuger und Komponisten Diego Piñera zum Video-Interview getroffen. Im Gespräch erzählt er offen von seinem musikalischen Werdegang zwischen Uruguay und Deutschland, seiner künstlerischen Entwicklung und den Herausforderungen, die ein kreatives Musikerleben mit sich bringt. Dabei spricht er über seinen Umgang mit Risiko, seine persönliche Klangsprache und was es für ihn bedeutet, als improvisierender Musiker authentisch zu bleiben. Ein intensives, ehrliches Porträt eines Künstlers, der seinen ganz eigenen Weg geht.
Mit Schubert NOW! führen die Harfenistin Anastasia Razvalyaeva, die Sängerin Veronika Harcsa und der Komponist und Elektronikkünstler Bálint Bolcsó das musikalische Erbe Franz Schuberts in eine neue Klangdimension. Ihr neues Album auf dem Label BMC ist nicht nur eine Hommage an den großen Romantiker, sondern auch ein künstlerisches Statement für die Gegenwart: Improvisation, experimentelle Klangfarben und genreübergreifende Gesangstechniken verbinden sich zu einer faszinierenden Neuinterpretation klassischer Lieder. Im Interview sprechen die drei Künstler:innen über kreative Prozesse, musikalische Grenzgänge und die Suche nach zeitgenössischer Ausdruckskraft.
Der Schlagzeuger und Komponist Srdjan Ivanovic (1983) vermischt Modern Jazz mit dem musikalischen Erbe des Balkans. Das lässt er in seine verschiedensten Projekte einfliessen. Vom Trio bis zur kompletten Bigband hat der Serbe alle Besetzungen anzubieten. Aktuell zur jazzahead! brachte er sein aktuelles Album „Modular“ (Rue Des Balkans) mit. Von Angela Ballhorn
Svante Söderqvist ist Kontrabassist und Cellist, der aus dem Schatten seines Sideman-Daseins nach vorne tritt und mit THE ROCKET sein eigenes Bandprojekt vorstellt. Das besticht durch einprägsame, schlichte Melodien, die sein Trio zusammen mit Tuulikki Bartosik am Akkordeon wunderbar transparent vorträgt. Der Einsatz seiner eigenen Stimme, mit der der schwedische Musiker seine Bass- oder Cellostimmen mitsingt, gibt der Band einen ganz eigenen Sound.
Sunna Gunnlaugs ist eine Jazzpianistin aus Island und ein umtriebiger Eckpfeiler der Szene dort, aber auch in ganz Europa und den USA unterwegs. Ihr neuestes Projekt „Ástin, Bjartsýnin Og Andskotans Blaðrið Í Fólkinu“ (sunny sky / galileo) hat – trotz Vertonung isländischer Gedichte von Jón úr Vör – mittlerweile Nachfragen aus anderen Ländern erfahren.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 sprachen wir mit Christina Fuchs und Caroline Thon, den beiden Gründerinnen und musikalischen Leiterinnen des Fuchsthone Orchestra. Seit 2019 steht das groß besetzte Ensemble für einen innovativen, genreübergreifenden Sound im Bereich des zeitgenössischen Jazz. Im Interview geben Fuchs und Thon Einblicke in ihre kompositorische Arbeit, die Herausforderungen und Chancen eines solchen Großprojekts – und sprechen über die Notwendigkeit, neue Strukturen im Jazz mutig zu gestalten. Ein Gespräch über Klangvisionen, Gleichberechtigung und die Kraft kollektiver Kreativität.
Sie war erste Flötistin im renommierten Metropole Orkest, leitete Jazzabteilungen an Hochschulen und bringt heute ihre Erfahrung als künstlerische Projektmanagerin in die Talentförderung beim Metropole Orkest ein.
Auf der jazzahead! 2025 in Bremen haben wir die Gitarristin Mareille Merck zum Interview getroffen. Sie spricht mit uns über ihren Zugang zum Klang, das Zusammenspiel mit ihrer Band „Larus“, neue musikalische Einflüsse und ihren Weg als improvisierende Musikerin zwischen Tradition und Aufbruch. Ein persönliches Gespräch über kreative Prozesse, das Leben auf Tour und die Zukunft des Jazz aus der Sicht einer der spannendsten Stimmen der jungen europäischen Szene.
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