Manon Mullener, 1997 im schweizerischen Fribourg geborene Jazzpianistin, ist eine Weltenbummlerin. Aus einer musikalischen Familie stammend, verbrachte sie als Kind Zeit in Kuba und war so fasziniert, dass sie als 17jährige zurückging, um Sprache und Musik zu lernen. Nach ihrer Rückkehr studierte sie bei Richard Pizzorno und Thomas Florin und setzte ihr Studium an der Hochschule der Künste Bern fort, wo sie bei Colin Vallon Unterricht hatte. 2022 gewann sie den internationalen Wettbewerb SOFIA (Support Of Female Improvising Artists). Als Gewinnerin des Mobilitätsstipendiums des Kantons Fribourg war Manon Mullener sechs Monate in New York, um für ein neues künstlerisches Projekt zu komponieren. Im Sommer 2024 nahm die Pianistin in New York ihr aktuelles Album „Stories“ auf, inspiriert von Aussagen von Menschen, die sie auf ihren Tourneen traf. Jedes Stück erzählt eine Lebensgeschichte und vermischt Emotionen, Groove und musikalische Erzählung.
jazz-fun.de:
Manon, du kommst aus einer musikalischen Familie, sowohl dein Vater spielt Schlagzeug wie auch dein Bruder, der in deiner Band spielt.
Manon Mullener:
Mein Vater hat viele Jahre Schlagzeug gespielt, er hatte eine Band, die Chala Cubana hiess. Wir waren mit der ganzen Familie ein paar Monate in Kuba. Es gab immer Musik zuhause und mein Bruder spielt auch Schagzeug.
jazz-fun.de:
Das beantwortet schon meine zweite Frage – Schweiz und Kuba ist eine Verbindung, die ich nicht naheliegend finde. Aber hier gibt es ja sowohl eine musikalische wie auch familiäre Verbindung.
Manon Mullener:
Ich war immer an kubanischen Musik interessiert und es war mir klar: Wenn ich die Musik richtig lernen und verstehen wollte, muss ich dorthin gehen. Mit 17 bin ich nach Kuba gegangen und bin ein ganzes Jahr dort geblieben. Da habe ich die Sprache und die Musik gelernt und viele Leute kennengelernt.
jazz-fun.de:
Das ist außergewöhnlich, so jung ein Jahr von zu Hause wegzugehen.
Manon Mullener:
Ich war schon immer sehr klar. Ich wollte Pianistin sein, das weiss ich, seit ich 12 bin. Kubanische Musik und nach Kuba gehen war auch klar für mich. Ich habe Fenster geputzt,
um genug Geld für das Flugticket zu haben. Meinen Eltern war es wohler, dass ich nach Kuba gehe, als wenn ich in die USA gegangen wäre. Kuba war für sie sicherer, weil sie dort viele Leute kennen.
jazz-fun.de:
In den USA warst du dann aber auch noch für ein halbes Jahr.
Manon Mullener:
Das war aber erst letztes Jahr, das war lange nach Kuba. Inzwischen bin ich 27.
jazz-fun.de:
Dein Album heisst „Stories“ und es beinhaltet ja auch Geschichten. Woher stammen die Interviewschnipsel, die einige Stücke einläuten?
Manon Mullener:
Jedes Stück ist von einer Lebensgeschichte inspiriert worden. Ich habe das Stipendium des Kantons Fribourg gewonnen und bin für sechs Monate nach New York gegangen. Die Idee zu den Interviews war mir aber schon gekommen, als ich in Kuba war. Da hatte ich die Unterhaltung mit Zoila, der kubanischen Grossmutter, die mir von ihrer Parfümerie erzählte, die sie in den 50er Jahren mit ihrem Mann zusammen hatte. Es war eine spannende Lebensgeschichte. Als sie erzählte, hatte ich sofort Musik im Kopf!
Ich fand es eine schöne Idee, die Geschichten mit Musik zu erzählen. Es ist für viele Leute nicht so einfach zu verstehen, was in instrumentaler Musik passiert, eben, weil es keine Texte gibt.
Dann ist es ein Buch geworden, weil ich mir überlegt hatte, dass zwar noch CDs gemacht werden, aber viele Leute keinen CD-Spieler mehr haben. Also wäre es vielleicht gut, eine Alternative zu finden. Ich habe das Buch mit der Künstlerin Mathilde Ducrest aus Fribourg zusammen gemacht. Sie hat ein Bild für jede Geschichte gestaltet. Es ist dreisprachig, auf französisch, englisch und deutsch, mit einem QR Code zur Musik. Man sollte nicht jammern, dass es weniger Möglichkeiten gibt, CDs zu verkaufen, sondern nach anderen Möglichkeiten Ausschau halten. Es haben schon einige Leute Musik über QR Code veröffentlicht oder andere Lösungen gefunden. Meine Idee war es, ein Kunstwerk mit einer anderen Künstlerin zusammen zu machen. Wenn die Musik nur digital ist, kannst du nichts in die Hand nehmen. Eine LP, eine CD oder ein Buch sind einfach besser.
jazz-fun.de:
Ich finde in deinem Line Up interessant, dass du Saxophon und Posaune hast. Normalerweise hat man eher Trompete und Saxophon.
Manon Mullener:
Ich wollte mit Sam und Victor spielen, und Victor spielt nunmal Posaune. Das Quintett existiert seit 2022 und ich wollte eine Band haben, die super spielt, die aber auch Freunde sind. Es hatte mehr mit den Menschen als mit der Instrumentierung zu tun.
jazz-fun.de:
Welche Kompositionen liegen dir besonders am Herzen?
Manon Mullener:
Vielleicht kann ich über „Inner Fight“ sprechen? Das war die Geschichte von Nicky Melendez, den ich in New York kennengelernt habe. Er war Eddie Palmieris Manager. Wir haben uns unterhalten und er hat so tolle Geschichten erzählt. Meine Lieblingsgeschichte ist – und ich bin nicht sicher, ob die Daten stimmen - in den 50er Jahren war es nicht erlaubt, die Flagge von Puerto Rico zu benutzen. Seine Mutter ist aus Kuba, sein Vater aus Puerto Rico, Nicky hat ein Schiff mit seinen Freunden genommen und ist zur Freiheitsstatue übergesetzt und hat die puertoricanische Flagge über das Gesicht der Freiheitsstatue gehängt. Eddie Palmieri hat ihn nach seiner Verhaftung angerufen und gefragt, ob er ihm helfen kann. Um die hohe Geldstrafe zu bezahlen, hat er ein Benefizkonzert veranstaltet. Das ist wahrer Support.
„Dominique“ ist über eine Geschäftsinhaberin in New York. Ich habe ein Geschäft mit vielen Kleidern und anderen Sachen gesehen, und die Besitzerin hat erzählt, dass es in der Vergangenheit viel besser war. Die Leute waren netter, die Männer schöner.
Ich habe gefragt, was denn für verrückte Sachen in ihrem Geschäft passiert seien, und sie erzählte, dass ein Mann in ihr Geschäft gekommen ist und ihr 20 Dollar gegeben hat. Sie fragte, wofür, und er sagte, dass er vor zehn Jahren etwas bei ihr gestohlen habe und er kein Geld hatte, um es zurückzuzahlen, aber jetzt, nach zehn Jahren, wollte er endlich bezahlen.
jazz-fun.de:
Du hast das Buch mit dem QR Code, wie vertreibst du das?
Manon Mullener:
Ich verkaufe bei den Konzerten, ich habe für 2025 50 Konzerte geplant. Es geht auch über Bandcamp. Aber lieber mache ich es direkt bei den Konzerten. Bis jetzt waren alle Konzerte ausverkauft, das Publikum hat Interesse am Programm und hat das Konzept auch verstanden. Ich hatte ein bisschen Angst davor, dass es nicht funktioniert. Aber es klappt!
Aktuelles Album:
"Stories"
Manon Mullener (p), Lucien Mullener (dr), Dean Torrey (b), Victor Decamp (tb), Samuel Urscheler, (sax), Edgar Martínez Ochoa (perc), Rachel Therrien (tp, guest on „Party“), Lau Noah (g, voc, guest on „Dominique“), Camila Meza (g, guest on „Flor de Juventud“)
https://www.manon-mullener.ch/
Das Gespräch führte Angela Ballhorn
Foto: Christian Meuwly
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Ein Lieblingsteil der aktuellen CD „Stimmen“ der Schlagzeugerin Eva Klesse und ihrer Band war der gesungene Teil: „Unsere Chöre! Das haben wir noch nie gemacht und es hat uns total Spaß gemacht, obwohl es manchmal schief und krumm klang!“ Zum Auftritt des fantastischen Quartetts mit Evgeny Ring am Saxophon, Philip Frischkorn am Klavier und Marc Muellbauer am Bass plus den SängerInnen Michael Schiefel und Zuza Jasinska suchte die Schlagzeugerin in den Messehallen nach Besuchern, die zu ihrem Showcase kommen und beim Flashmob Choir mitmachen wollten. Ein Interview von Angela Ballhorn
Auf der jazzahead! 2025 trafen wir die junge Band hilde, ein Kollektiv aus vier Musikerinnen, das sich mit beeindruckender Konsequenz dem freien, experimentellen und intuitiven Musizieren widmet. Die Musik von hilde lebt vom Zusammenspiel, vom Zuhören, vom Ausloten von Klang und Form – stets offen, emotional und kompromisslos ehrlich. Ihre Stücke entstehen oft im Moment und sind Ausdruck einer musikalischen Haltung, die sich bewusst von Erwartungen löst.
Bobby Rausch zählt zu den spannendsten Formationen der Berliner Szene. Mit einem Instrumentarium, das zunächst ungewöhnlich wirken mag – Baritonsaxophon, Bassklarinette und Schlagzeug – schaffen sie einen Sound, der kompromisslos, energetisch und tanzbar ist. Ihre Musik bewegt sich mühelos zwischen Hip-Hop, Jazz, Elektro und improvisierten Klangwelten. Wir haben uns mit Lutz Streun (Bassklarinette) und Nico Stallmann (Drums) unterhalten, um mehr über ihre künstlerische Vision, ihre Live-Power und die kreative Freiheit von Bobby Rausch zu erfahren. Ein Interview von Angela Ballhorn
Während der jazzahead! 2025 in Bremen trafen wir den Berliner Pianisten und Komponisten Matti Klein – einen der profiliertesten Vertreter des modernen Groove-Jazz in Deutschland. Bekannt durch seine Arbeit mit dem Mo’ Blow-Quartett sowie zahlreichen Kollaborationen (u.a. mit Nils Landgren, Ed Motta und Jakob Manz), hat Klein mit seinem eigenen Matti Klein Soul Trio eine unverwechselbare Klangsprache entwickelt – irgendwo zwischen Jazz-Funk, Soul, Vintage-Vibes und urbaner Eleganz.
Der in Dakar geborene Gitarrist Hervé Samb ist ein Brückenbauer zwischen Kontinenten und Klangwelten. Seit seiner Ankunft in Frankreich 1998 arbeitete er mit Größen wie Marcus Miller, Pharoah Sanders oder Somi zusammen und entwickelte sich zu einer prägenden Stimme des internationalen Jazz. Mit seinem neuen Album „Jolof“ widmet er sich den Traditionen seiner senegalesischen Herkunft und verbindet sie in seinem Stil des Jazz Sabar mit der Freiheit und Energie zeitgenössischer Improvisation. Im Gespräch erzählt Samb über seine Inspirationen, die Bedeutung von „Jolof“ und warum Musik für ihn immer auch eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln ist.
Der Saxophonist Óskar Guðjónsson ist oft auf deutschen Bühnen zu erleben, meist mit dem Quartett ADHD, das in Deutschland eine treue Fanbase hat. Zudem unterstützte der Saxophonist die isländische Superband Mezzoforte bei ihrem Neustart vor bald 20 Jahren. An der jazzahead! spielte er mit dem Pianisten Magnús Jóhann im Duo, die beiden haben das aktuelles Album „Fermented Friedship“.
Mit „ism“ veröffentlicht Jens Düppe sein mittlerweile viertes Album beim Label Enja – diesmal erweitert zum Quintett mit dem italienischen Saxophonisten Francesco Bearzatti. Im Interview spricht der Schlagzeuger über sein besonderes Konzept des „Rein- und Rauszoomens“, über Strukturen, Freiräume und die Bedeutung von Klangfarben. Ein Gespräch über Komposition, Formbewusstsein und die Kraft des Moments im modernen Jazz. Von Angela Ballhorn
Auf jazzahead! trafen wir Johannes Käsbach – Komponist, Gitarrist, Produzent und Sänger. Im Interview spricht er über sein Klanglys-Projekt, das nordische Klangästhetik, lyrische Melodien und moderne Jazz-Elemente miteinander verbindet. Käsbach gibt Einblicke in seine musikalische Vision, erzählt von der Entstehung seiner Kompositionen und von der Suche nach dem perfekten Gleichgewicht zwischen Emotion, Atmosphäre und klanglicher Offenheit. Ein Interview von Angela Ballhorn
Róberta Andersen ist eine isländische Gitarristin, die in den letzten 20 Jahren mit einer Vielzahl von Künstlern der heimischen Musikszene zusammengearbeitet hat. Dazu gehören Múm, Ólöf Arnalds, Sin Fang, Julianna Barwick und Pascal Pinon. Dann ist sie auch Mitglied der Band Hist Og, die unter isländischen Jazz-Enthusiasten für Aufsehen sorgte.
Nils Kugelmann zählt zu den spannendsten Stimmen der jungen deutschen Jazzszene. Auf der jazzahead! 2025 hatten wir die Gelegenheit, mit dem Bassisten und Komponisten über seine musikalische Vision, sein neues Album sowie seine Herangehensweise an Klang, Struktur und Emotion zu sprechen. Seine Musik ist tief, voller Energie und zugleich durchdacht und offen – ein Wechselspiel aus rhythmischer Spannung, lyrischer Tiefe und überraschender Leichtigkeit.
Während der jazzahead! 2025 sprachen wir mit der Flötistin Isabelle Bodenseh, die mit ihrer beeindruckenden Bühnenpräsenz und virtuosen Spieltechnik neue Maßstäbe für das Flötenspiel im Jazz setzt. Ob mit klassischer Querflöte, Alt- oder Bassflöte – Bodenseh bringt das oft unterschätzte Instrument in den Mittelpunkt des musikalischen Geschehens. In ihren Projekten verbindet sie kraftvollen Groove, komplexe Improvisation und südamerikanische Einflüsse mit einer unbändigen Spielfreude.
Im Interview sprechen Daniela Neumayer und Mario Steidl, die Leitung des renommierten Jazzfestivals Saalfelden, über Visionen, Herausforderungen und Highlights des kommenden Festivals. Zwischen alpiner Kulisse, innovativem Programm und internationaler Strahlkraft bleibt das Festival ein Ort der musikalischen Entdeckungen. Ein spannender Blick hinter die Kulissen eines der bedeutendsten Jazzereignisse Europas.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 trafen wir die junge Sängerin Lucía (Lucía Gutiérrez Rebolloso) aus Veracruz, Mexiko. Die 23-Jährige gilt als eine der spannendsten Stimmen der neuen Generation – eine Künstlerin, die mühelos zwischen Jazz, lateinamerikanischer Musik und Pop balanciert und dabei eine ganz eigene Klangsprache entwickelt. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, tiefem musikalischem Verständnis und einer starken Verbindung zu ihrer kulturellen Herkunft bringt Lucía frischen Wind in die internationale Jazzszene.
Der griechische Trompeter Andreas Polyzogopoulos zählt zu den spannendsten Stimmen des europäischen Jazz. Auf der jazzahead! 2025 trafen wir den Musiker zum Gespräch über sein künstlerisches Selbstverständnis, aktuelle Projekte und seine musikalischen Wurzeln zwischen Jazz, Rock und traditioneller griechischer Musik. Sein Klang ist lyrisch, durchdrungen von Weite und emotionaler Tiefe. Im Interview spricht er über Improvisation als Ausdruck innerer Bilder, über Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern und über das ständige Suchen nach musikalischer Wahrhaftigkeit.
Der Trompeter Maik Krahl konnte in Bremen sein neues Projekt vorstellen, ein akkordinstrumentloses Quartett mit Trompete, Saxophon, Bass und Schlagzeug. Das Album in der interessanten Besetzung heisst „The Magic of Consistency“ (Challenge Records). Nach einem gut besuchten Konzert im Bremer Schlachthof kam der Musiker am nächsten Morgen am jazz-fun-Stand vorbei: „Ich habe im Schlachthof gespielt, es war supervoll, das Publikum war toll, die Musik war toll. Es hat alles gut geklappt, die Energie war gut, ich bin auf den Mitschnitt gespannt.“ Ein Interview von Angela Ballhorn
Manon Mullener, 1997 im schweizerischen Fribourg geborene Jazzpianistin, ist eine Weltenbummlerin. Aus einer musikalischen Familie stammend, verbrachte sie als Kind Zeit in Kuba und war so fasziniert, dass sie als 17jährige zurückging, um Sprache und Musik zu lernen.
Was macht die jazzahead! so einzigartig? Und wie sieht die Zukunft der internationalen Jazzszene aus? Im Gespräch mit Götz Bühler, dem künstlerischen Leiter der jazzahead!, erfahren wir mehr über die Ideen, Herausforderungen und Visionen hinter Europas wichtigstem Branchentreffen für Jazz. Ein Interview über Leidenschaft, Programmgestaltung und die Kraft der Vernetzung.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 haben wir mit Hannes Möller (Projektleitung Deutscher Jazzpreis) und Johanna Schneider (Sängerin, Komponistin und Vorstandsmitglied der Deutschen Jazzunion) ein gemeinsames Interview geführt. Im Mittelpunkt stehen die Ziele, Entwicklungen und Herausforderungen rund um den Deutschen Jazzpreis. Das Gespräch beleuchtet die Rolle des Preises in der Szene, den Wunsch nach mehr Sichtbarkeit für Jazz in Deutschland und die Bedeutung eines transparenten, wertschätzenden Auswahlverfahrens. Ein aufschlussreicher Dialog über kulturpolitische Verantwortung, künstlerische Vielfalt und den Wandel in der deutschen Jazzlandschaft.
Bei der jazzahead! 2025 trafen wir die polnische Band Unleashed Cooperation – ein Ensemble, das sich der kreativen Freiheit, emotionaler Tiefe und einem sehr modernen Verständnis von Jazz verschrieben hat. Die Musik des Kollektivs bewegt sich zwischen Improvisation, Komposition, Groove und Atmosphäre – mit Einflüssen aus Jazz, Avantgarde, Ambient und zeitgenössischer Musik. Die Band bestehend aus einigen der spannendsten Musiker der jungen polnischen Szene, versteht sich Unleashed Cooperation als offenes Projekt, in dem die persönliche Ausdruckskraft jedes Mitglieds im Vordergrund steht.
Auf der jazzahead! 2025 trafen wir den Pianisten und Komponisten Evgenij Zelikman, dessen musikalische Sprache sich durch tiefe emotionale Nuancen, kompositorische Klarheit und feinsinnige Improvisation auszeichnet. Zelikman, in Russland geboren und heute in Deutschland aktiv, verbindet in seinem Spiel klassische Einflüsse mit zeitgenössischem Jazz, osteuropäischen Klangfarben und einer ganz persönlichen Erzählhaltung.
Kasiva Mutua gehört zu den aufregendsten Percussionistinnen Afrikas. Die aus Kenia stammende Musikerin verbindet traditionelle ostafrikanische Rhythmen mit Elementen aus Jazz, Funk und Spoken Word – mit klarer Haltung, tiefer Verwurzelung und internationaler Strahlkraft. Im Interview auf der jazzahead! 2025 spricht sie über den Stellenwert von Rhythmus in afrikanischen Kulturen, ihre Rolle als Frau in der Percussion-Welt und darüber, wie Musik für sie zu einem Werkzeug für Empowerment und kulturellen Dialog wird.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 haben wir den Schlagzeuger und Komponisten Diego Piñera zum Video-Interview getroffen. Im Gespräch erzählt er offen von seinem musikalischen Werdegang zwischen Uruguay und Deutschland, seiner künstlerischen Entwicklung und den Herausforderungen, die ein kreatives Musikerleben mit sich bringt. Dabei spricht er über seinen Umgang mit Risiko, seine persönliche Klangsprache und was es für ihn bedeutet, als improvisierender Musiker authentisch zu bleiben. Ein intensives, ehrliches Porträt eines Künstlers, der seinen ganz eigenen Weg geht.
Mit Schubert NOW! führen die Harfenistin Anastasia Razvalyaeva, die Sängerin Veronika Harcsa und der Komponist und Elektronikkünstler Bálint Bolcsó das musikalische Erbe Franz Schuberts in eine neue Klangdimension. Ihr neues Album auf dem Label BMC ist nicht nur eine Hommage an den großen Romantiker, sondern auch ein künstlerisches Statement für die Gegenwart: Improvisation, experimentelle Klangfarben und genreübergreifende Gesangstechniken verbinden sich zu einer faszinierenden Neuinterpretation klassischer Lieder. Im Interview sprechen die drei Künstler:innen über kreative Prozesse, musikalische Grenzgänge und die Suche nach zeitgenössischer Ausdruckskraft.
Der Schlagzeuger und Komponist Srdjan Ivanovic (1983) vermischt Modern Jazz mit dem musikalischen Erbe des Balkans. Das lässt er in seine verschiedensten Projekte einfliessen. Vom Trio bis zur kompletten Bigband hat der Serbe alle Besetzungen anzubieten. Aktuell zur jazzahead! brachte er sein aktuelles Album „Modular“ (Rue Des Balkans) mit. Von Angela Ballhorn
Svante Söderqvist ist Kontrabassist und Cellist, der aus dem Schatten seines Sideman-Daseins nach vorne tritt und mit THE ROCKET sein eigenes Bandprojekt vorstellt. Das besticht durch einprägsame, schlichte Melodien, die sein Trio zusammen mit Tuulikki Bartosik am Akkordeon wunderbar transparent vorträgt. Der Einsatz seiner eigenen Stimme, mit der der schwedische Musiker seine Bass- oder Cellostimmen mitsingt, gibt der Band einen ganz eigenen Sound.
Sunna Gunnlaugs ist eine Jazzpianistin aus Island und ein umtriebiger Eckpfeiler der Szene dort, aber auch in ganz Europa und den USA unterwegs. Ihr neuestes Projekt „Ástin, Bjartsýnin Og Andskotans Blaðrið Í Fólkinu“ (sunny sky / galileo) hat – trotz Vertonung isländischer Gedichte von Jón úr Vör – mittlerweile Nachfragen aus anderen Ländern erfahren.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 sprachen wir mit Christina Fuchs und Caroline Thon, den beiden Gründerinnen und musikalischen Leiterinnen des Fuchsthone Orchestra. Seit 2019 steht das groß besetzte Ensemble für einen innovativen, genreübergreifenden Sound im Bereich des zeitgenössischen Jazz. Im Interview geben Fuchs und Thon Einblicke in ihre kompositorische Arbeit, die Herausforderungen und Chancen eines solchen Großprojekts – und sprechen über die Notwendigkeit, neue Strukturen im Jazz mutig zu gestalten. Ein Gespräch über Klangvisionen, Gleichberechtigung und die Kraft kollektiver Kreativität.
Sie war erste Flötistin im renommierten Metropole Orkest, leitete Jazzabteilungen an Hochschulen und bringt heute ihre Erfahrung als künstlerische Projektmanagerin in die Talentförderung beim Metropole Orkest ein.
Auf der jazzahead! 2025 in Bremen haben wir die Gitarristin Mareille Merck zum Interview getroffen. Sie spricht mit uns über ihren Zugang zum Klang, das Zusammenspiel mit ihrer Band „Larus“, neue musikalische Einflüsse und ihren Weg als improvisierende Musikerin zwischen Tradition und Aufbruch. Ein persönliches Gespräch über kreative Prozesse, das Leben auf Tour und die Zukunft des Jazz aus der Sicht einer der spannendsten Stimmen der jungen europäischen Szene.
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