Groove, Druck und Berliner Energie – Bobby Rausch im Gespräch
Das Berliner Trio sprengt Genregrenzen mit Baritonsax, Bassklarinette und Drums – und bringt Clubs und Festivals mit unkonventionellem Sound zum Beben.
Nico Stallmann, Angela Ballhorn und Lutz Streun (v. l. n. r.), Foto: Erik Brun
Bobby Rausch zählt zu den spannendsten Formationen der Berliner Szene. Mit einem Instrumentarium, das zunächst ungewöhnlich wirken mag – Baritonsaxophon, Bassklarinette und Schlagzeug – schaffen sie einen Sound, der kompromisslos, energetisch und tanzbar ist. Ihre Musik bewegt sich mühelos zwischen Hip-Hop, Jazz, Elektro und improvisierten Klangwelten. Wir haben uns mit Lutz Streun (Bassklarinette) und Nico Stallmann (Drums) unterhalten, um mehr über ihre künstlerische Vision, ihre Live-Power und die kreative Freiheit von Bobby Rausch zu erfahren.
jazz-fun.de: Wie kommt man auf eine so merkwürdige Besetzung mit Bassklarinette, Baritonsaxophon und Schlagzeug?
Lutz Streun: Möchtest du die Chronologie oder das Warum?
jazz-fun.de: Vielleicht beides?
Lutz: In der Chronologie müssen wir weit zurückgehen. Das Ergebnis von Freundschaft unter anderem – Oleg (Hollmann), Nico und ich haben zusammen in Arnheim in Holland studiert und haben sogar zeitweise in der gleichen WG gelebt. Das war mit Anfang 20, das prägt. Wir hatten die gleichen Helden, haben Elvin Jones und Pharoah Sanders gehört und John Coltrane. Das verbindet schon sehr stark.
Ich hatte dann ein Trio mit Schlagzeug, Posaune und Saxophon. Irgendwann waren Oleg und ich in Berlin, da hatten wir uns viele Jahre nicht gesehen. Dann haben wir beschlossen, dass wir unbedingt wieder etwas zusammen machen müssen. Wir brauchten einen Schlagzeuger, weil ich wusste, dass diese Besetzung funktioniert. In einer früheren Besetzung hatten wir noch Jo Meyer am Schlagzeug, er konnte dann nicht mehr, dann sagten wir sofort „Old Times, Old Buddies“, alte Verbundenheit, also Nico. Und es war sofort geil. Und witzigerweise war hier in Bremen auf der Breminale unser erster Gig.
Und warum musikalisch – ich finde, ein grosses Element im Jazz ist, spannend zu bleiben und Dinge anders zu machen. Da hatte Miles Davis einen grossen Einfluss auf den Spirit des Jazz. Dass du immer weiter gehst und Dinge eben anders machst. So muss man neue Besetzungen probieren, und wenn du etwas findest, wo du den Sound mega geniesst, dann kannst du die Musik wachsen und reifen lassen.
Ich finde, dass dieses Album das reifste ist, das wir herausgebracht habe.
jazz-fun.de: Mit Bassklarinette und Baritonsax ist es natürlich sehr basslastig. Man hätte auch ein höheres Blasinstrument dazu nehmen können, um den Range zu erweitern.
Nico Stallmann: Das stimmt, aber so gibt es die Power, die Kraft. Der Bass hat ja manchmal auch etwas Düsteres oder etwas Warmes. Es macht Spass, sich in diesen Klang reinfallen zu lassen.
jazz-fun.de: Und für das Schlagzeug sind zwei Tieftöner auch ein cooles Surrounding.
Nico: Das ist Groove pur, und die Jungs können das! Egal, welche Töne und Sounds da kommen, das inspiriert immer, da kann man sich richtig reinsetzen.
jazz-fun.de: Wo kommt der Name Bobby Rausch her?
Lutz: Das ist ja immer so eine Sache mit den Namen, das kommt ja meistens sehr spontan. Hier war es so, dass ich die Idee der Band hatte, und man weiss erst, ob es richtig funktioniert, wenn man einen Gig hatte. Konkret: Wenn es ein Datum gibt. Dann gab es eine Festival-Deadline, die wollten einen Bandnamen für ihren Flyer haben. Ich war gerade mit meiner Tochter auf dem Spielplatz und ein Kind fuhr auf einem Bobbycar vorbei. Der Typ vom Festival meinte, wir brauchen JETZT einen Namen. Dann habe ich Bobbycar gesagt. Unser erster Gig war unter dem Namen Bobbycar, aber wir wussten, der war es noch nicht. Der Rausch ist das Entscheidende auf der Bühne.
jazz-fun.de: Das hatte mich zu Beginn irritiert, es ist ja ein Name, aber diese Person ist überhaupt nicht in der Band. Das macht es ja interessant, an diese ominöse Person zu denken
Nico: Wir werden tatsächlich auch manchmal gefragt, wer von uns jetzt Bobby ist. Wir sind eher der Rausch. Der sollte dann beim Publikum im Konzert auftauchen. Am 19. September spielen wir in der Kantine Berghain in Berlin, das ist unser Release-Konzert.
jazz-fun.de: Wie arbeitet ihr an euren Sachen?
Nico: Wir proben eigentlich wenig, für die Platte haben wir einiges zusammengebaut. Die meisten Stücke sind von Lutz und Oleg, ich habe eins geschrieben. Wir treffen uns im Proberaum und spielen die Sachen soweit durch, wie wir sie notiert haben. Dann wird im Zusammenspiel arrangiert und die Parts gecheckt. Jeder kann noch seine Ideen einbringen. Dann auch noch mal im Live-Kontext, da verändert oder festigt sich auch noch mal was. Das läuft eigentlich ganz einfach.
jazz-fun.de: Dann wird vermutlich nur noch die Elektronik dazu ausprobiert?
Lutz: Die Elektronik muss man wie ein Mikroskop verstehen, bestimmte Facetten werden nochmal herausgeholt. Das Instrument ist die Basis, die Elektronik ist kein weiteres Instrument, stellt aber den Charakter noch mehr heraus. Wenn du feststellst, dass die Klappe geil klingt, dann boostest du noch einen Octaver drauf und kannst schon einen Song draus machen. Wir nehmen auch gerne HipHop Beats, da ist es geil, mit Effekten zu arbeiten.
jazz-fun.de: Würdet ihr auch akustisch spielen?
Lutz: Eher nicht, obwohl wir akustische Musik auch lieben. Wir wissen, wieviel Zauber es in der akustischen Musik auch gibt...
jazz-fun.de: Aber es würde doch funktionieren?
Lutz: Es geht so. Für einige Songs überhaupt nicht. Aber das machen wir nicht, weil das nicht unser Bandsound ist. Wir wollen die fette Anlage, die grosse Bühne, um in die Breite zu gehen.
jazz-fun.de: Habt ihr traditionelles Jazzpublikum?
Lutz: Das kommt darauf an, wo wir spielen. Wir spielen bei Jazzfestivals, haben zum NICA Festival in Hamburg gespielt, dann an einem elektronischen Festival in der Schweiz, dann die Berghain-Kantine oder das Gretchen, also eher HipHop orientiert. Wir pendeln zwischen den Welten, und es ist sehr geil, dass wir auch Pop, Rock, HipHop und Ambient Publikum haben. Alle Generationen tatsächlich.
Nico: Das ist ja auch immer die Frage, von welchem Blickwinkel aus man das betrachtet. Aus unserer Position als Jazzkenner ist das was anderes, als aus der Position von jemandem, der wenig Berührungspunkte mit Jazz hat. Für den ist unsere Musik vielleicht kein Jazz oder erst recht.
Lutz: Dann hat er aber keine Ahnung, was den Jazz ausmacht. Aus dem Zeitgeist ist der Jazz entstanden, immer etwas neues zu mischen.
Nico: Zeitgenössische Musik halt.
Lutz: Ich zähle uns gerne zum Jazz, wir haben Jazz studiert. Unsere Besetzung ist aussergewöhnlich, das ist aber auch Jazz. Wir gehen unsere Instrumente sehr individuell an, auch mit der Elektronik. Das ist auch Jazz, diese Stunden zu investieren, um unseren eigenen Weg zu gehen. Gerade live brechen wir gerne aus unseren Arrangements aus und kreieren neue Momente. Jeder Gig klingt anders. Das sind alles Jazzelemente.
jazz-fun.de: Was ist denn die Geschichte eures neuen Albums? Wie fühlt es sich an, das Album veröffentlicht zu haben?
Nico: Super. Ich bin letzte Nacht um 12h, als alles veröffentlicht war, erst mal runtergegangen und habe ein Bierchen getrunken. Da ist der Stress abgefallen. Wenn das Album dann da ist, ist es doch Erleichterung. Man hatte durch die Release doch unbemerkten Druck. Und auch Stolz natürlich. Ich feiere das auch!
jazz-fun.de: Wie lange hat es denn der Prozess gedauert?
Lutz: Eigentlich so lange, wie es die Band gibt. Es ist die Reise zu genau diesem Album. Alles andere, was wir bisher veröffentlicht haben, war nur der Weg dahin. Das würde ich tatsächlich so krass sagen. Manche Tracks waren schon vor zwei Jahren im Proberaum bearbeitet. Aufgenommen haben wir im letzten Sommer.
jazz-fun.de: Wurde viel nachbearbeitet?
Lutz: Ja. Wir haben einen tollen Mischer, den Tilman Hopf, der hat sich auch künstlerisch reingefuchst. Wenn noch ein Synthie-Pad reinmusste, dann hat er das nicht als Dienstleister, sondern als Künstler dazugenommen.
Nico: Der hat die Tracks auch noch mal richtig geshaped.
Lutz: Wenn man die Möglichkeit hat, das alles dazu zunehmen... Live ist das anders, da geht es um das Erlebnis der Musik, nicht so sehr, wie wir es machen. Bei der Aufnahmen geht es darum, was gerade passiert.
Lutz und Nico: und unsere Bitte: „Stones & Stars“, bitte kaufen!
Im Rahmen der jazzahead! 2025 trafen wir die Berliner Sängerin Anna Margolina, die mit ihrem aktuellen Album „One Endless Night“ tief unter die Oberfläche klassischer Jazz-Songs taucht. Zwischen Jazz, Chanson, jüdischer Musiktradition und persönlichen Geschichten entwickelt sie eine poetische Klangwelt voller Gefühl, Tiefe und feiner Melancholie. Margolina – klassisch ausgebildet und gleichzeitig in der Jazzszene verwurzelt – überzeugt durch eine kraftvolle Stimme und eine erzählerische Ausdrucksstärke, die berührt.
Eine europäische Supergroup, die mit Eleganz, Energie und Kollektivgeist überrascht. Im Gespräch während der jazzahead! erzählen Airelle Besson, Sebastian Sternal und Jonas Burgwinkel von ihrer besonderen Chemie und dem Album „Surprise!“. Von Sarah Seidel
Im Rahmen der jazzahead! 2025 sprachen wir mit Thorsten Hesse, dem Gründer und Leiter von PINC Music – einer Plattform, die sich dem Booking, der Künstlerförderung und der Sichtbarmachung von kreativen Jazzprojekten verschrieben hat. Mit einem klaren Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und internationale Zusammenarbeit unterstützt PINC Music eine Vielzahl spannender Musiker*innen – nicht nur als Agentur, sondern auch als Partner in Sachen Strategie, Netzwerk und Entwicklung.
Während der jazzahead! 2025 hatten wir die Gelegenheit, mit dem Hamburger Bassisten und künstlerischen Leiter der JazzHall, Tilman Oberbeck, über seine vielseitige Arbeit zu sprechen. Im Interview erzählt er von seinen musikalischen Projekten, der Bedeutung der Nachwuchsförderung und den Herausforderungen, eine Bühne wie die JazzHall kuratorisch zu gestalten. Ein spannender Einblick in das Zusammenspiel von künstlerischer Vision, pädagogischem Anspruch und organisatorischem Feingefühl.
Den Kölner Jazzmusiker Clemens Orth nur auf Pianist und vielleicht noch Hammondorgelspieler zu reduzieren, greift zu kurz. Der Musiker ist mit eigenen Projekten, aber auch als Sideman beschäftigt, hat den Salon de Jazz in Köln, in dem er regelmässig Konzerte und Sessions veranstaltet. Die Räumlichkeiten fungieren auch als Studio, eine Handvoll Produktionen erscheinen pro Jahr. Die wiederum teilweise auf seinem eigenen Label erscheinen. Ein vielbeschäftigter Musiker in vielen Funktionen! Von Angela Ballhorn
Daniel Erdmann ist ein umtriebiger Saxophonist mit den unterschiedlichsten Projekten. Seine neueste Formation ist klanglich neu ausgerichtet, für die sein langjähriger musikalischer Partner Jim Hart vom Vibraphon zum Drumset wechselt. Neu dabei ist der Hammondorgelspieler Antonin Rayon. Der deutsch-französische Saxophonist wollte die klangliche Herausforderung der Jazzgeschichte erforschen, aber auch nach Unbekanntem suchen. Ein Interview von Angela Ballhorn
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Bei der jazzahead! 2025 trafen wir den britischen Trompeter, Komponisten und Bandleader Henry Spencer, der mit seinem Projekt Henry Spencer & Juncture neue Maßstäbe im modernen europäischen Jazz setzt. Seine Musik verbindet cineastische Weite mit emotionaler Tiefe, expressiver Improvisation und einem bemerkenswerten Gespür für Dynamik und Melodie. In seinem Spiel vereinen sich technische Brillanz, kontrollierte Intensität und ein ganz eigener kompositorischer Zugang.
Der in Deutschland lebende italienische Gitarrist und Komponist Enrico Olivanti bewegt sich mühelos zwischen Solo-Gitarre, Jazz-Quartett und Kompositionen für große sinfonische Besetzungen. Seine Musik ist geprägt von einem tiefen Gespür für Klang, Stille und Emotion – ebenso wie von Einflüssen altchinesischer Philosophie und den Erfahrungen eines Lebens im Ausland. Im Gespräch mit Angela Ballhorn spricht Olivanti über seine künstlerische Bandbreite, seine Inspirationsquellen und die Suche nach neuen Ausdrucksformen jenseits stilistischer Grenzen. Von Angela Ballhorn
Ein Lieblingsteil der aktuellen CD „Stimmen“ der Schlagzeugerin Eva Klesse und ihrer Band war der gesungene Teil: „Unsere Chöre! Das haben wir noch nie gemacht und es hat uns total Spaß gemacht, obwohl es manchmal schief und krumm klang!“ Zum Auftritt des fantastischen Quartetts mit Evgeny Ring am Saxophon, Philip Frischkorn am Klavier und Marc Muellbauer am Bass plus den SängerInnen Michael Schiefel und Zuza Jasinska suchte die Schlagzeugerin in den Messehallen nach Besuchern, die zu ihrem Showcase kommen und beim Flashmob Choir mitmachen wollten. Ein Interview von Angela Ballhorn
Auf der jazzahead! 2025 trafen wir die junge Band hilde, ein Kollektiv aus vier Musikerinnen, das sich mit beeindruckender Konsequenz dem freien, experimentellen und intuitiven Musizieren widmet. Die Musik von hilde lebt vom Zusammenspiel, vom Zuhören, vom Ausloten von Klang und Form – stets offen, emotional und kompromisslos ehrlich. Ihre Stücke entstehen oft im Moment und sind Ausdruck einer musikalischen Haltung, die sich bewusst von Erwartungen löst.
Bobby Rausch zählt zu den spannendsten Formationen der Berliner Szene. Mit einem Instrumentarium, das zunächst ungewöhnlich wirken mag – Baritonsaxophon, Bassklarinette und Schlagzeug – schaffen sie einen Sound, der kompromisslos, energetisch und tanzbar ist. Ihre Musik bewegt sich mühelos zwischen Hip-Hop, Jazz, Elektro und improvisierten Klangwelten. Wir haben uns mit Lutz Streun (Bassklarinette) und Nico Stallmann (Drums) unterhalten, um mehr über ihre künstlerische Vision, ihre Live-Power und die kreative Freiheit von Bobby Rausch zu erfahren. Ein Interview von Angela Ballhorn
Während der jazzahead! 2025 in Bremen trafen wir den Berliner Pianisten und Komponisten Matti Klein – einen der profiliertesten Vertreter des modernen Groove-Jazz in Deutschland. Bekannt durch seine Arbeit mit dem Mo’ Blow-Quartett sowie zahlreichen Kollaborationen (u.a. mit Nils Landgren, Ed Motta und Jakob Manz), hat Klein mit seinem eigenen Matti Klein Soul Trio eine unverwechselbare Klangsprache entwickelt – irgendwo zwischen Jazz-Funk, Soul, Vintage-Vibes und urbaner Eleganz.
Der in Dakar geborene Gitarrist Hervé Samb ist ein Brückenbauer zwischen Kontinenten und Klangwelten. Seit seiner Ankunft in Frankreich 1998 arbeitete er mit Größen wie Marcus Miller, Pharoah Sanders oder Somi zusammen und entwickelte sich zu einer prägenden Stimme des internationalen Jazz. Mit seinem neuen Album „Jolof“ widmet er sich den Traditionen seiner senegalesischen Herkunft und verbindet sie in seinem Stil des Jazz Sabar mit der Freiheit und Energie zeitgenössischer Improvisation. Im Gespräch erzählt Samb über seine Inspirationen, die Bedeutung von „Jolof“ und warum Musik für ihn immer auch eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln ist.
Der Saxophonist Óskar Guðjónsson ist oft auf deutschen Bühnen zu erleben, meist mit dem Quartett ADHD, das in Deutschland eine treue Fanbase hat. Zudem unterstützte der Saxophonist die isländische Superband Mezzoforte bei ihrem Neustart vor bald 20 Jahren. An der jazzahead! spielte er mit dem Pianisten Magnús Jóhann im Duo, die beiden haben das aktuelles Album „Fermented Friedship“.
Mit „ism“ veröffentlicht Jens Düppe sein mittlerweile viertes Album beim Label Enja – diesmal erweitert zum Quintett mit dem italienischen Saxophonisten Francesco Bearzatti. Im Interview spricht der Schlagzeuger über sein besonderes Konzept des „Rein- und Rauszoomens“, über Strukturen, Freiräume und die Bedeutung von Klangfarben. Ein Gespräch über Komposition, Formbewusstsein und die Kraft des Moments im modernen Jazz. Von Angela Ballhorn
Auf jazzahead! trafen wir Johannes Käsbach – Komponist, Gitarrist, Produzent und Sänger. Im Interview spricht er über sein Klanglys-Projekt, das nordische Klangästhetik, lyrische Melodien und moderne Jazz-Elemente miteinander verbindet. Käsbach gibt Einblicke in seine musikalische Vision, erzählt von der Entstehung seiner Kompositionen und von der Suche nach dem perfekten Gleichgewicht zwischen Emotion, Atmosphäre und klanglicher Offenheit. Ein Interview von Angela Ballhorn
Róberta Andersen ist eine isländische Gitarristin, die in den letzten 20 Jahren mit einer Vielzahl von Künstlern der heimischen Musikszene zusammengearbeitet hat. Dazu gehören Múm, Ólöf Arnalds, Sin Fang, Julianna Barwick und Pascal Pinon. Dann ist sie auch Mitglied der Band Hist Og, die unter isländischen Jazz-Enthusiasten für Aufsehen sorgte.
Nils Kugelmann zählt zu den spannendsten Stimmen der jungen deutschen Jazzszene. Auf der jazzahead! 2025 hatten wir die Gelegenheit, mit dem Bassisten und Komponisten über seine musikalische Vision, sein neues Album sowie seine Herangehensweise an Klang, Struktur und Emotion zu sprechen. Seine Musik ist tief, voller Energie und zugleich durchdacht und offen – ein Wechselspiel aus rhythmischer Spannung, lyrischer Tiefe und überraschender Leichtigkeit.
Während der jazzahead! 2025 sprachen wir mit der Flötistin Isabelle Bodenseh, die mit ihrer beeindruckenden Bühnenpräsenz und virtuosen Spieltechnik neue Maßstäbe für das Flötenspiel im Jazz setzt. Ob mit klassischer Querflöte, Alt- oder Bassflöte – Bodenseh bringt das oft unterschätzte Instrument in den Mittelpunkt des musikalischen Geschehens. In ihren Projekten verbindet sie kraftvollen Groove, komplexe Improvisation und südamerikanische Einflüsse mit einer unbändigen Spielfreude.
Im Interview sprechen Daniela Neumayer und Mario Steidl, die Leitung des renommierten Jazzfestivals Saalfelden, über Visionen, Herausforderungen und Highlights des kommenden Festivals. Zwischen alpiner Kulisse, innovativem Programm und internationaler Strahlkraft bleibt das Festival ein Ort der musikalischen Entdeckungen. Ein spannender Blick hinter die Kulissen eines der bedeutendsten Jazzereignisse Europas.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 trafen wir die junge Sängerin Lucía (Lucía Gutiérrez Rebolloso) aus Veracruz, Mexiko. Die 23-Jährige gilt als eine der spannendsten Stimmen der neuen Generation – eine Künstlerin, die mühelos zwischen Jazz, lateinamerikanischer Musik und Pop balanciert und dabei eine ganz eigene Klangsprache entwickelt. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, tiefem musikalischem Verständnis und einer starken Verbindung zu ihrer kulturellen Herkunft bringt Lucía frischen Wind in die internationale Jazzszene.
Der griechische Trompeter Andreas Polyzogopoulos zählt zu den spannendsten Stimmen des europäischen Jazz. Auf der jazzahead! 2025 trafen wir den Musiker zum Gespräch über sein künstlerisches Selbstverständnis, aktuelle Projekte und seine musikalischen Wurzeln zwischen Jazz, Rock und traditioneller griechischer Musik. Sein Klang ist lyrisch, durchdrungen von Weite und emotionaler Tiefe. Im Interview spricht er über Improvisation als Ausdruck innerer Bilder, über Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern und über das ständige Suchen nach musikalischer Wahrhaftigkeit.
Der Trompeter Maik Krahl konnte in Bremen sein neues Projekt vorstellen, ein akkordinstrumentloses Quartett mit Trompete, Saxophon, Bass und Schlagzeug. Das Album in der interessanten Besetzung heisst „The Magic of Consistency“ (Challenge Records). Nach einem gut besuchten Konzert im Bremer Schlachthof kam der Musiker am nächsten Morgen am jazz-fun-Stand vorbei: „Ich habe im Schlachthof gespielt, es war supervoll, das Publikum war toll, die Musik war toll. Es hat alles gut geklappt, die Energie war gut, ich bin auf den Mitschnitt gespannt.“ Ein Interview von Angela Ballhorn
Manon Mullener, 1997 im schweizerischen Fribourg geborene Jazzpianistin, ist eine Weltenbummlerin. Aus einer musikalischen Familie stammend, verbrachte sie als Kind Zeit in Kuba und war so fasziniert, dass sie als 17jährige zurückging, um Sprache und Musik zu lernen.
Was macht die jazzahead! so einzigartig? Und wie sieht die Zukunft der internationalen Jazzszene aus? Im Gespräch mit Götz Bühler, dem künstlerischen Leiter der jazzahead!, erfahren wir mehr über die Ideen, Herausforderungen und Visionen hinter Europas wichtigstem Branchentreffen für Jazz. Ein Interview über Leidenschaft, Programmgestaltung und die Kraft der Vernetzung.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 haben wir mit Hannes Möller (Projektleitung Deutscher Jazzpreis) und Johanna Schneider (Sängerin, Komponistin und Vorstandsmitglied der Deutschen Jazzunion) ein gemeinsames Interview geführt. Im Mittelpunkt stehen die Ziele, Entwicklungen und Herausforderungen rund um den Deutschen Jazzpreis. Das Gespräch beleuchtet die Rolle des Preises in der Szene, den Wunsch nach mehr Sichtbarkeit für Jazz in Deutschland und die Bedeutung eines transparenten, wertschätzenden Auswahlverfahrens. Ein aufschlussreicher Dialog über kulturpolitische Verantwortung, künstlerische Vielfalt und den Wandel in der deutschen Jazzlandschaft.
Bei der jazzahead! 2025 trafen wir die polnische Band Unleashed Cooperation – ein Ensemble, das sich der kreativen Freiheit, emotionaler Tiefe und einem sehr modernen Verständnis von Jazz verschrieben hat. Die Musik des Kollektivs bewegt sich zwischen Improvisation, Komposition, Groove und Atmosphäre – mit Einflüssen aus Jazz, Avantgarde, Ambient und zeitgenössischer Musik. Die Band bestehend aus einigen der spannendsten Musiker der jungen polnischen Szene, versteht sich Unleashed Cooperation als offenes Projekt, in dem die persönliche Ausdruckskraft jedes Mitglieds im Vordergrund steht.
Auf der jazzahead! 2025 trafen wir den Pianisten und Komponisten Evgenij Zelikman, dessen musikalische Sprache sich durch tiefe emotionale Nuancen, kompositorische Klarheit und feinsinnige Improvisation auszeichnet. Zelikman, in Russland geboren und heute in Deutschland aktiv, verbindet in seinem Spiel klassische Einflüsse mit zeitgenössischem Jazz, osteuropäischen Klangfarben und einer ganz persönlichen Erzählhaltung.
Kasiva Mutua gehört zu den aufregendsten Percussionistinnen Afrikas. Die aus Kenia stammende Musikerin verbindet traditionelle ostafrikanische Rhythmen mit Elementen aus Jazz, Funk und Spoken Word – mit klarer Haltung, tiefer Verwurzelung und internationaler Strahlkraft. Im Interview auf der jazzahead! 2025 spricht sie über den Stellenwert von Rhythmus in afrikanischen Kulturen, ihre Rolle als Frau in der Percussion-Welt und darüber, wie Musik für sie zu einem Werkzeug für Empowerment und kulturellen Dialog wird.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 haben wir den Schlagzeuger und Komponisten Diego Piñera zum Video-Interview getroffen. Im Gespräch erzählt er offen von seinem musikalischen Werdegang zwischen Uruguay und Deutschland, seiner künstlerischen Entwicklung und den Herausforderungen, die ein kreatives Musikerleben mit sich bringt. Dabei spricht er über seinen Umgang mit Risiko, seine persönliche Klangsprache und was es für ihn bedeutet, als improvisierender Musiker authentisch zu bleiben. Ein intensives, ehrliches Porträt eines Künstlers, der seinen ganz eigenen Weg geht.
Mit Schubert NOW! führen die Harfenistin Anastasia Razvalyaeva, die Sängerin Veronika Harcsa und der Komponist und Elektronikkünstler Bálint Bolcsó das musikalische Erbe Franz Schuberts in eine neue Klangdimension. Ihr neues Album auf dem Label BMC ist nicht nur eine Hommage an den großen Romantiker, sondern auch ein künstlerisches Statement für die Gegenwart: Improvisation, experimentelle Klangfarben und genreübergreifende Gesangstechniken verbinden sich zu einer faszinierenden Neuinterpretation klassischer Lieder. Im Interview sprechen die drei Künstler:innen über kreative Prozesse, musikalische Grenzgänge und die Suche nach zeitgenössischer Ausdruckskraft.
Der Schlagzeuger und Komponist Srdjan Ivanovic (1983) vermischt Modern Jazz mit dem musikalischen Erbe des Balkans. Das lässt er in seine verschiedensten Projekte einfliessen. Vom Trio bis zur kompletten Bigband hat der Serbe alle Besetzungen anzubieten. Aktuell zur jazzahead! brachte er sein aktuelles Album „Modular“ (Rue Des Balkans) mit. Von Angela Ballhorn
Svante Söderqvist ist Kontrabassist und Cellist, der aus dem Schatten seines Sideman-Daseins nach vorne tritt und mit THE ROCKET sein eigenes Bandprojekt vorstellt. Das besticht durch einprägsame, schlichte Melodien, die sein Trio zusammen mit Tuulikki Bartosik am Akkordeon wunderbar transparent vorträgt. Der Einsatz seiner eigenen Stimme, mit der der schwedische Musiker seine Bass- oder Cellostimmen mitsingt, gibt der Band einen ganz eigenen Sound.
Sunna Gunnlaugs ist eine Jazzpianistin aus Island und ein umtriebiger Eckpfeiler der Szene dort, aber auch in ganz Europa und den USA unterwegs. Ihr neuestes Projekt „Ástin, Bjartsýnin Og Andskotans Blaðrið Í Fólkinu“ (sunny sky / galileo) hat – trotz Vertonung isländischer Gedichte von Jón úr Vör – mittlerweile Nachfragen aus anderen Ländern erfahren.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 sprachen wir mit Christina Fuchs und Caroline Thon, den beiden Gründerinnen und musikalischen Leiterinnen des Fuchsthone Orchestra. Seit 2019 steht das groß besetzte Ensemble für einen innovativen, genreübergreifenden Sound im Bereich des zeitgenössischen Jazz. Im Interview geben Fuchs und Thon Einblicke in ihre kompositorische Arbeit, die Herausforderungen und Chancen eines solchen Großprojekts – und sprechen über die Notwendigkeit, neue Strukturen im Jazz mutig zu gestalten. Ein Gespräch über Klangvisionen, Gleichberechtigung und die Kraft kollektiver Kreativität.
Sie war erste Flötistin im renommierten Metropole Orkest, leitete Jazzabteilungen an Hochschulen und bringt heute ihre Erfahrung als künstlerische Projektmanagerin in die Talentförderung beim Metropole Orkest ein.
Auf der jazzahead! 2025 in Bremen haben wir die Gitarristin Mareille Merck zum Interview getroffen. Sie spricht mit uns über ihren Zugang zum Klang, das Zusammenspiel mit ihrer Band „Larus“, neue musikalische Einflüsse und ihren Weg als improvisierende Musikerin zwischen Tradition und Aufbruch. Ein persönliches Gespräch über kreative Prozesse, das Leben auf Tour und die Zukunft des Jazz aus der Sicht einer der spannendsten Stimmen der jungen europäischen Szene.
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