Zwischen Intensität und Stille – Óskar Guðjónsson im Gespräch
Der isländische Saxophonist über Klang, Emotion und die Freiheit der Improvisation
Óskar Guðjónsson und Angela Ballhorn, Foto: Erik Brun
Der Saxophonist Óskar Guðjónsson ist oft auf deutschen Bühnen zu erleben, meist mit dem Quartett ADHD, das in Deutschland eine treue Fanbase hat. Zudem unterstützte der Saxophonist die isländische Superband Mezzoforte bei ihrem Neustart vor bald 20 Jahren. An der jazzahead! spielte er mit dem Pianisten Magnús Jóhann im Duo, die beiden haben das aktuelles Album „Fermented Friedship“.
Neugier ist für beide wichtig, nicht nur auf musikalischer Ebene, auch Espressomaschinen oder Saxophonmundstücke können Ausgangspunkt für lange Unterhaltungen sein. Und unterhaltsam sind Gespräche mit Óskar immer.
jazz-fun.de: Du hast im Rahmen der Jazzahead mit Magnús Jóhann, einem Pianisten gespielt, nicht mit ADHD, der Band, mit der man dich hier in Deutschland kennt.
Óskar Guðjónsson: Als Musiker aus Island musst du dich ziemlich oft neu erfinden. Nicht nur um aktuell zu sein, sondern um Spass zu haben. Du kannst kaum mehr als ein paar Gigs in derselben Formation spielen. ADHD spielt vielleicht fünfmal im Jahr in Island, aber das ist dann wirklich schon sehr viel. Du musst es pushen. Für uns sind schon drei Konzerte in Reykjavik schwierig, irgendwann bleibt das Publikum weg. Als Isländer musst du verschiedene Sachen am Laufen haben. Der Pianist Magnús zum Beispiel ist viel jünger als ich, er ist ein außergewöhnlicher Künstler, wenn er Klavier spielt, vor allem, wenn du ihn an einem guten Flügel hörst. Dann hörst du seinen Sound, seinen Anschlag, er hat diese Mentalität, ein Arrangeur im Augenblick zu sein, zu wissen, was und wann etwas gespielt werden muss. Er gehört auch zu den Musikern, die keine Angst haben, einfache Dinge zu spielen. Das macht es für mich sehr interessant.
jazz-fun.de: Oft sind die schönsten Melodien die einfachen.
Óskar Guðjónsson: Er hatte mich gefragt, ob wir nicht etwas zusammen machen wollen, wir haben uns innerhalb des letzten Jahres einmal in der Woche zum proben getroffen. Einfach um verschiedene Melodien auszuprobieren. Wir haben uns darüber unterhalten, was wir wollen, wir haben aufgenommen und uns die Sachen immer wieder angehört. Wir haben gute Diskussionen gehabt, wie wir unser Ding starten wollen.
jazz-fun.de: Also mit richtigen vorher komponierten Melodien? Ich frage, weil das bei ADHD ja nicht passiert, da geht ihr ja eurer Aussage nach ziemlich leer auf die Bühne.
Óskar Guðjónsson: Ja, aber wir haben so oft zusammen gespielt, das macht es einfacher. Und wir haben eine starke persönliche Verbindung zwischen uns vieren, das hilft natürlich auch. Du weisst über den anderen viel. Oft gehen wir einfach ins Studio, proben dort Stücke und nehmen sie zur gleichen Zeit auf. Das ist eine andere Art des Arbeitens, das hält alles frisch. Wir sind bei ADHD schon in der Vorbereitung für unser zehntes Album. Vielleicht nehmen wir im Herbst auf. „#10“ soll nächstes Jahr erscheinen.
jazz-fun.de: Bei ADHD geht es vor allem um Sound, viele verrückte Sounds, viel Elektronik. Wie ist es dann mit Magnús, auf einmal reduziert und akustisch zu spielen?
Óskar Guðjónsson: Das ist meinem Herzen sehr nahe. Ich bin ja ein großer Opernfan. Alles, was nur mit Klavier zusammen ist, das erinnert an...
jazz-fun.de: Deutsches Kunstlied?
Óskar Guðjónsson: Ja, genau, ich habe einiges davon studiert. Aber so komponiere ich nicht. Alles, was akustisch ist, interessiert mich sehr, weil du dein Instrument anders spielst, davon abhängig, wie laut es in der Band um dich herum ist, welcher Sound gerade passiert. Ich mag das sehr in der akustischen Version. Bald wird auch noch ein weiteres Album von mir in einem anderen Quartett veröffentlicht. Das ist auch komplett akustisch.
jazz-fun.de: Das MOVE Projekt? Ein Konzert von euch ist ja auf Youtube zu finden.
Óskar Guðjónsson: Genau das, wir hatten letztes Jahr am Festival in Reykjavik gespielt. Ich bin immer am akustischen Aspekt der Musik interessiert, an den akustischen Schallwellen und den elektronischen. Was ist der Unterschied, sind die überhaupt unterschiedlich? Meistens sind es ja nur die unterschiedlichen Mitmusiker, die die Musik anders klingen lassen. Es geht um die Leute, mit denen du spielst. Es ist immer eine persönliche Sache, egal, ob akustisch oder elektronisch.
jazz-fun.de: MOVE wird wann erscheinen?
Óskar Guðjónsson: Wahrscheinlich später in diesem Jahr oder zu Beginn des nächsten Jahres.
jazz-fun.de: Also wird 2026 ein ziemliches vollgepacktes Jahr mit Veröffentlichungen, wenn ADHD auch ein Album heruasbringt. Leider hattet ihr mit ADHD in diesem Jahr keine Sommerwoche im Berliner A-Trane...
Óskar Guðjónsson: … Aber wir hoffen auf nächstes Jahr, das wäre toll. Und auch wieder ein Konzert auf dem Boot. Ich bin ein Boot-Typ!
jazz-fun.de: Ich fand es unglaublich, dass im A-Trane Zuschauer waren, die wirklich jeden Abend da waren, weil sie so fasziniert von eurer Musik waren.
Óskar Guðjónsson: Das war eine tolle Woche, wir hatten teilweise auch unsere Familien dabei, meine und Ómars Schwester war da mit Mann und Sohn, sie hat unserer Mutter schon gesagt, dass sie das nächste Mal unbedingt mitkommen muss!
Ich kenne das sonst nur von grossen amerikanischen Bands, die auf Tour in Island sind und grosse Hallen füllen, dass die ihre Fanclubs aus Amerika dabei haben! Dieses Community Thing finde ich faszinierend. Dass du deinen Urlaub um die Tour deiner Lieblingsband herum planst. Mit den Fans, die deine Freunde sind.
jazz-fun.de: Du spielst 2025 auch am Reykjavik Jazz Festival?
Óskar Guðjónsson: Ich spiele meistens, wenn ich Zeit habe. In diesem Jahr spiele ich tatsächlich auch mit ADHD, das kam bisher eher selten vor. Dann gibt es noch spannende Gigs mit Skúli Sverrisson und Jakob Bro. Wir spielen eine Tour in Island und machen eine Video-Dokumentation.
jazz-fun.de: Was ist denn mit der ADHD Dokumentation passiert, die im Berliner A-Trane gedreht wurde?
Óskar Guðjónsson: Die muss noch fertiggestellt werden. Die Leute, die die komplette Woche in Berlin aufgenommen habe, wissen noch nicht wie sie das anbieten sollen. Ist es etwas fürs TV, ist es ein Dokumentarfilm? Es ist noch aktuell, aber wir Musiker sind bei den produktionstechnischen Sachen aussen vor. Ich will da auch nicht drängeln.
jazz-fun.de: Euer Job war ja zu Ende, ihr habt tolle Konzerte gespielt, ihr habt den Workshop gegeben und du hast ein paar tolle Zigarren probieren können. Wir warten weiter geduldig...
Óskar Guðjónsson: Ich freue mich jetzt auf die Arbeit mit Skúli, das wird ein interessantes Projekt. Dann bin ich in der Jazz Jam Session eingebunden, die jeden Montag in Reykjavik stattfindet. Ich spiele in der Band, die vor der Session spielt.
Das ist eine tolle Gemeinschaft, die Youngster, die vorbeikommen und spielen. Es ist sehr erhebend für den Geist, die nächste Generation spielen zu sehen, Erfahrungen zu teilen und selber eine hilfreiche Person dieser Gemeinschaft zu sein.
Die Jazzlehrlinge gab es immer, früher in den Bigbands, dann war Art Blakey wichtig für die jungen Talente. Diese Chance habe ich in Island auch gehabt, ich hab mit einem mit 20 Jahre älteren Bassisten spielen können, als ich 17 war. Er hat sich um die Youngster gekümmert. Maggi (Drummer ADHD) ist auch jünger als wir, und Tommy (Keyboard ADHD) ist viel jünger als wir. Er ist 20 Jahre jünger als ich, er ist wundervoll. Es ist viel Spass, die Band entwickeln zu sehen, vor allem zwischen Ómar (Bruder von Óskar und Gitarrist ADHD) und Tommy mit ihren Sounds und wie sie sich gegenseitig beeinflussen.
Dafür musst du verstehen, was in diesem kleinen Inselland passiert, das musst du fühlen. Dafür musst du vor Ort sein.
Oft vergisst man, was und wieviel in unseren Genen steckt: Meine Mutter stammt von ausserhalb von Reykjavik, von der Südküste. Wenn ich mit ihr, ihren Geschwistern und Freunden spreche, dann erzählen sie ähnliches: Wenn du jemanden fragst, etwas zu tun, dann musst du es selber machen. Sonst gibt es keine Marching Band in der kleinen Community, es gibt keinen Chor. Diese „Mach es selber, sonst macht es keiner“-Mentalität ist in unseren Genen, das wird ein Familiensystem. Das gilt auch für Musik, die ich über Freunde kennengelernt habe. Du hast einen Freund, der auf einmal Afrobeats spielen möchte. Dann musst du das selber rausfinden. Weil dein Freund das spielen möchte, ziehst du mit. Das ist absolut fantastisch, Musik so zu lernen. Du tauchst in die Interessen deiner Freunde ein, die so motiviert sind, dass sie dich mitziehen. Du willst verstehen, warum ihn das so interessiert. Es ist wichtig, schon früh zu lernen, diese Begeisterung zu teilen. In der Menge zu stehen und zu kommentieren oder auch kritisieren, was auf der Bühne passiert, ist eines, auf der Bühne zu stehen und zu spielen, das andere. Es ist einfach, sich in die Musik zu verlieben. Mitmachen erleichtert das. Ich bin glücklich, dass ich oft und schon sehr früh dabei war.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 trafen wir die Berliner Sängerin Anna Margolina, die mit ihrem aktuellen Album „One Endless Night“ tief unter die Oberfläche klassischer Jazz-Songs taucht. Zwischen Jazz, Chanson, jüdischer Musiktradition und persönlichen Geschichten entwickelt sie eine poetische Klangwelt voller Gefühl, Tiefe und feiner Melancholie. Margolina – klassisch ausgebildet und gleichzeitig in der Jazzszene verwurzelt – überzeugt durch eine kraftvolle Stimme und eine erzählerische Ausdrucksstärke, die berührt.
Eine europäische Supergroup, die mit Eleganz, Energie und Kollektivgeist überrascht. Im Gespräch während der jazzahead! erzählen Airelle Besson, Sebastian Sternal und Jonas Burgwinkel von ihrer besonderen Chemie und dem Album „Surprise!“. Von Sarah Seidel
Im Rahmen der jazzahead! 2025 sprachen wir mit Thorsten Hesse, dem Gründer und Leiter von PINC Music – einer Plattform, die sich dem Booking, der Künstlerförderung und der Sichtbarmachung von kreativen Jazzprojekten verschrieben hat. Mit einem klaren Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und internationale Zusammenarbeit unterstützt PINC Music eine Vielzahl spannender Musiker*innen – nicht nur als Agentur, sondern auch als Partner in Sachen Strategie, Netzwerk und Entwicklung.
Während der jazzahead! 2025 hatten wir die Gelegenheit, mit dem Hamburger Bassisten und künstlerischen Leiter der JazzHall, Tilman Oberbeck, über seine vielseitige Arbeit zu sprechen. Im Interview erzählt er von seinen musikalischen Projekten, der Bedeutung der Nachwuchsförderung und den Herausforderungen, eine Bühne wie die JazzHall kuratorisch zu gestalten. Ein spannender Einblick in das Zusammenspiel von künstlerischer Vision, pädagogischem Anspruch und organisatorischem Feingefühl.
Den Kölner Jazzmusiker Clemens Orth nur auf Pianist und vielleicht noch Hammondorgelspieler zu reduzieren, greift zu kurz. Der Musiker ist mit eigenen Projekten, aber auch als Sideman beschäftigt, hat den Salon de Jazz in Köln, in dem er regelmässig Konzerte und Sessions veranstaltet. Die Räumlichkeiten fungieren auch als Studio, eine Handvoll Produktionen erscheinen pro Jahr. Die wiederum teilweise auf seinem eigenen Label erscheinen. Ein vielbeschäftigter Musiker in vielen Funktionen! Von Angela Ballhorn
Daniel Erdmann ist ein umtriebiger Saxophonist mit den unterschiedlichsten Projekten. Seine neueste Formation ist klanglich neu ausgerichtet, für die sein langjähriger musikalischer Partner Jim Hart vom Vibraphon zum Drumset wechselt. Neu dabei ist der Hammondorgelspieler Antonin Rayon. Der deutsch-französische Saxophonist wollte die klangliche Herausforderung der Jazzgeschichte erforschen, aber auch nach Unbekanntem suchen. Ein Interview von Angela Ballhorn
Die Musik des Trios ist geprägt von klarer Form, lyrischen Melodien und offener Improvisation – manchmal zart und zerbrechlich, dann wieder voller Energie und rhythmischer Tiefe. Im Interview sprechen die Musiker über ihren kompositorischen Ansatz, über Einflüsse aus der klassischen Musik und Volksmusiktradition Skandinaviens, sowie über die Bedeutung von Raum, Stille und Klang in ihrer Musik.
Bei der jazzahead! 2025 trafen wir den britischen Trompeter, Komponisten und Bandleader Henry Spencer, der mit seinem Projekt Henry Spencer & Juncture neue Maßstäbe im modernen europäischen Jazz setzt. Seine Musik verbindet cineastische Weite mit emotionaler Tiefe, expressiver Improvisation und einem bemerkenswerten Gespür für Dynamik und Melodie. In seinem Spiel vereinen sich technische Brillanz, kontrollierte Intensität und ein ganz eigener kompositorischer Zugang.
Der in Deutschland lebende italienische Gitarrist und Komponist Enrico Olivanti bewegt sich mühelos zwischen Solo-Gitarre, Jazz-Quartett und Kompositionen für große sinfonische Besetzungen. Seine Musik ist geprägt von einem tiefen Gespür für Klang, Stille und Emotion – ebenso wie von Einflüssen altchinesischer Philosophie und den Erfahrungen eines Lebens im Ausland. Im Gespräch mit Angela Ballhorn spricht Olivanti über seine künstlerische Bandbreite, seine Inspirationsquellen und die Suche nach neuen Ausdrucksformen jenseits stilistischer Grenzen. Von Angela Ballhorn
Ein Lieblingsteil der aktuellen CD „Stimmen“ der Schlagzeugerin Eva Klesse und ihrer Band war der gesungene Teil: „Unsere Chöre! Das haben wir noch nie gemacht und es hat uns total Spaß gemacht, obwohl es manchmal schief und krumm klang!“ Zum Auftritt des fantastischen Quartetts mit Evgeny Ring am Saxophon, Philip Frischkorn am Klavier und Marc Muellbauer am Bass plus den SängerInnen Michael Schiefel und Zuza Jasinska suchte die Schlagzeugerin in den Messehallen nach Besuchern, die zu ihrem Showcase kommen und beim Flashmob Choir mitmachen wollten. Ein Interview von Angela Ballhorn
Auf der jazzahead! 2025 trafen wir die junge Band hilde, ein Kollektiv aus vier Musikerinnen, das sich mit beeindruckender Konsequenz dem freien, experimentellen und intuitiven Musizieren widmet. Die Musik von hilde lebt vom Zusammenspiel, vom Zuhören, vom Ausloten von Klang und Form – stets offen, emotional und kompromisslos ehrlich. Ihre Stücke entstehen oft im Moment und sind Ausdruck einer musikalischen Haltung, die sich bewusst von Erwartungen löst.
Bobby Rausch zählt zu den spannendsten Formationen der Berliner Szene. Mit einem Instrumentarium, das zunächst ungewöhnlich wirken mag – Baritonsaxophon, Bassklarinette und Schlagzeug – schaffen sie einen Sound, der kompromisslos, energetisch und tanzbar ist. Ihre Musik bewegt sich mühelos zwischen Hip-Hop, Jazz, Elektro und improvisierten Klangwelten. Wir haben uns mit Lutz Streun (Bassklarinette) und Nico Stallmann (Drums) unterhalten, um mehr über ihre künstlerische Vision, ihre Live-Power und die kreative Freiheit von Bobby Rausch zu erfahren. Ein Interview von Angela Ballhorn
Während der jazzahead! 2025 in Bremen trafen wir den Berliner Pianisten und Komponisten Matti Klein – einen der profiliertesten Vertreter des modernen Groove-Jazz in Deutschland. Bekannt durch seine Arbeit mit dem Mo’ Blow-Quartett sowie zahlreichen Kollaborationen (u.a. mit Nils Landgren, Ed Motta und Jakob Manz), hat Klein mit seinem eigenen Matti Klein Soul Trio eine unverwechselbare Klangsprache entwickelt – irgendwo zwischen Jazz-Funk, Soul, Vintage-Vibes und urbaner Eleganz.
Der in Dakar geborene Gitarrist Hervé Samb ist ein Brückenbauer zwischen Kontinenten und Klangwelten. Seit seiner Ankunft in Frankreich 1998 arbeitete er mit Größen wie Marcus Miller, Pharoah Sanders oder Somi zusammen und entwickelte sich zu einer prägenden Stimme des internationalen Jazz. Mit seinem neuen Album „Jolof“ widmet er sich den Traditionen seiner senegalesischen Herkunft und verbindet sie in seinem Stil des Jazz Sabar mit der Freiheit und Energie zeitgenössischer Improvisation. Im Gespräch erzählt Samb über seine Inspirationen, die Bedeutung von „Jolof“ und warum Musik für ihn immer auch eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln ist.
Der Saxophonist Óskar Guðjónsson ist oft auf deutschen Bühnen zu erleben, meist mit dem Quartett ADHD, das in Deutschland eine treue Fanbase hat. Zudem unterstützte der Saxophonist die isländische Superband Mezzoforte bei ihrem Neustart vor bald 20 Jahren. An der jazzahead! spielte er mit dem Pianisten Magnús Jóhann im Duo, die beiden haben das aktuelles Album „Fermented Friedship“.
Mit „ism“ veröffentlicht Jens Düppe sein mittlerweile viertes Album beim Label Enja – diesmal erweitert zum Quintett mit dem italienischen Saxophonisten Francesco Bearzatti. Im Interview spricht der Schlagzeuger über sein besonderes Konzept des „Rein- und Rauszoomens“, über Strukturen, Freiräume und die Bedeutung von Klangfarben. Ein Gespräch über Komposition, Formbewusstsein und die Kraft des Moments im modernen Jazz. Von Angela Ballhorn
Auf jazzahead! trafen wir Johannes Käsbach – Komponist, Gitarrist, Produzent und Sänger. Im Interview spricht er über sein Klanglys-Projekt, das nordische Klangästhetik, lyrische Melodien und moderne Jazz-Elemente miteinander verbindet. Käsbach gibt Einblicke in seine musikalische Vision, erzählt von der Entstehung seiner Kompositionen und von der Suche nach dem perfekten Gleichgewicht zwischen Emotion, Atmosphäre und klanglicher Offenheit. Ein Interview von Angela Ballhorn
Róberta Andersen ist eine isländische Gitarristin, die in den letzten 20 Jahren mit einer Vielzahl von Künstlern der heimischen Musikszene zusammengearbeitet hat. Dazu gehören Múm, Ólöf Arnalds, Sin Fang, Julianna Barwick und Pascal Pinon. Dann ist sie auch Mitglied der Band Hist Og, die unter isländischen Jazz-Enthusiasten für Aufsehen sorgte.
Nils Kugelmann zählt zu den spannendsten Stimmen der jungen deutschen Jazzszene. Auf der jazzahead! 2025 hatten wir die Gelegenheit, mit dem Bassisten und Komponisten über seine musikalische Vision, sein neues Album sowie seine Herangehensweise an Klang, Struktur und Emotion zu sprechen. Seine Musik ist tief, voller Energie und zugleich durchdacht und offen – ein Wechselspiel aus rhythmischer Spannung, lyrischer Tiefe und überraschender Leichtigkeit.
Während der jazzahead! 2025 sprachen wir mit der Flötistin Isabelle Bodenseh, die mit ihrer beeindruckenden Bühnenpräsenz und virtuosen Spieltechnik neue Maßstäbe für das Flötenspiel im Jazz setzt. Ob mit klassischer Querflöte, Alt- oder Bassflöte – Bodenseh bringt das oft unterschätzte Instrument in den Mittelpunkt des musikalischen Geschehens. In ihren Projekten verbindet sie kraftvollen Groove, komplexe Improvisation und südamerikanische Einflüsse mit einer unbändigen Spielfreude.
Im Interview sprechen Daniela Neumayer und Mario Steidl, die Leitung des renommierten Jazzfestivals Saalfelden, über Visionen, Herausforderungen und Highlights des kommenden Festivals. Zwischen alpiner Kulisse, innovativem Programm und internationaler Strahlkraft bleibt das Festival ein Ort der musikalischen Entdeckungen. Ein spannender Blick hinter die Kulissen eines der bedeutendsten Jazzereignisse Europas.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 trafen wir die junge Sängerin Lucía (Lucía Gutiérrez Rebolloso) aus Veracruz, Mexiko. Die 23-Jährige gilt als eine der spannendsten Stimmen der neuen Generation – eine Künstlerin, die mühelos zwischen Jazz, lateinamerikanischer Musik und Pop balanciert und dabei eine ganz eigene Klangsprache entwickelt. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, tiefem musikalischem Verständnis und einer starken Verbindung zu ihrer kulturellen Herkunft bringt Lucía frischen Wind in die internationale Jazzszene.
Der griechische Trompeter Andreas Polyzogopoulos zählt zu den spannendsten Stimmen des europäischen Jazz. Auf der jazzahead! 2025 trafen wir den Musiker zum Gespräch über sein künstlerisches Selbstverständnis, aktuelle Projekte und seine musikalischen Wurzeln zwischen Jazz, Rock und traditioneller griechischer Musik. Sein Klang ist lyrisch, durchdrungen von Weite und emotionaler Tiefe. Im Interview spricht er über Improvisation als Ausdruck innerer Bilder, über Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern und über das ständige Suchen nach musikalischer Wahrhaftigkeit.
Der Trompeter Maik Krahl konnte in Bremen sein neues Projekt vorstellen, ein akkordinstrumentloses Quartett mit Trompete, Saxophon, Bass und Schlagzeug. Das Album in der interessanten Besetzung heisst „The Magic of Consistency“ (Challenge Records). Nach einem gut besuchten Konzert im Bremer Schlachthof kam der Musiker am nächsten Morgen am jazz-fun-Stand vorbei: „Ich habe im Schlachthof gespielt, es war supervoll, das Publikum war toll, die Musik war toll. Es hat alles gut geklappt, die Energie war gut, ich bin auf den Mitschnitt gespannt.“ Ein Interview von Angela Ballhorn
Manon Mullener, 1997 im schweizerischen Fribourg geborene Jazzpianistin, ist eine Weltenbummlerin. Aus einer musikalischen Familie stammend, verbrachte sie als Kind Zeit in Kuba und war so fasziniert, dass sie als 17jährige zurückging, um Sprache und Musik zu lernen.
Was macht die jazzahead! so einzigartig? Und wie sieht die Zukunft der internationalen Jazzszene aus? Im Gespräch mit Götz Bühler, dem künstlerischen Leiter der jazzahead!, erfahren wir mehr über die Ideen, Herausforderungen und Visionen hinter Europas wichtigstem Branchentreffen für Jazz. Ein Interview über Leidenschaft, Programmgestaltung und die Kraft der Vernetzung.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 haben wir mit Hannes Möller (Projektleitung Deutscher Jazzpreis) und Johanna Schneider (Sängerin, Komponistin und Vorstandsmitglied der Deutschen Jazzunion) ein gemeinsames Interview geführt. Im Mittelpunkt stehen die Ziele, Entwicklungen und Herausforderungen rund um den Deutschen Jazzpreis. Das Gespräch beleuchtet die Rolle des Preises in der Szene, den Wunsch nach mehr Sichtbarkeit für Jazz in Deutschland und die Bedeutung eines transparenten, wertschätzenden Auswahlverfahrens. Ein aufschlussreicher Dialog über kulturpolitische Verantwortung, künstlerische Vielfalt und den Wandel in der deutschen Jazzlandschaft.
Bei der jazzahead! 2025 trafen wir die polnische Band Unleashed Cooperation – ein Ensemble, das sich der kreativen Freiheit, emotionaler Tiefe und einem sehr modernen Verständnis von Jazz verschrieben hat. Die Musik des Kollektivs bewegt sich zwischen Improvisation, Komposition, Groove und Atmosphäre – mit Einflüssen aus Jazz, Avantgarde, Ambient und zeitgenössischer Musik. Die Band bestehend aus einigen der spannendsten Musiker der jungen polnischen Szene, versteht sich Unleashed Cooperation als offenes Projekt, in dem die persönliche Ausdruckskraft jedes Mitglieds im Vordergrund steht.
Auf der jazzahead! 2025 trafen wir den Pianisten und Komponisten Evgenij Zelikman, dessen musikalische Sprache sich durch tiefe emotionale Nuancen, kompositorische Klarheit und feinsinnige Improvisation auszeichnet. Zelikman, in Russland geboren und heute in Deutschland aktiv, verbindet in seinem Spiel klassische Einflüsse mit zeitgenössischem Jazz, osteuropäischen Klangfarben und einer ganz persönlichen Erzählhaltung.
Kasiva Mutua gehört zu den aufregendsten Percussionistinnen Afrikas. Die aus Kenia stammende Musikerin verbindet traditionelle ostafrikanische Rhythmen mit Elementen aus Jazz, Funk und Spoken Word – mit klarer Haltung, tiefer Verwurzelung und internationaler Strahlkraft. Im Interview auf der jazzahead! 2025 spricht sie über den Stellenwert von Rhythmus in afrikanischen Kulturen, ihre Rolle als Frau in der Percussion-Welt und darüber, wie Musik für sie zu einem Werkzeug für Empowerment und kulturellen Dialog wird.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 haben wir den Schlagzeuger und Komponisten Diego Piñera zum Video-Interview getroffen. Im Gespräch erzählt er offen von seinem musikalischen Werdegang zwischen Uruguay und Deutschland, seiner künstlerischen Entwicklung und den Herausforderungen, die ein kreatives Musikerleben mit sich bringt. Dabei spricht er über seinen Umgang mit Risiko, seine persönliche Klangsprache und was es für ihn bedeutet, als improvisierender Musiker authentisch zu bleiben. Ein intensives, ehrliches Porträt eines Künstlers, der seinen ganz eigenen Weg geht.
Mit Schubert NOW! führen die Harfenistin Anastasia Razvalyaeva, die Sängerin Veronika Harcsa und der Komponist und Elektronikkünstler Bálint Bolcsó das musikalische Erbe Franz Schuberts in eine neue Klangdimension. Ihr neues Album auf dem Label BMC ist nicht nur eine Hommage an den großen Romantiker, sondern auch ein künstlerisches Statement für die Gegenwart: Improvisation, experimentelle Klangfarben und genreübergreifende Gesangstechniken verbinden sich zu einer faszinierenden Neuinterpretation klassischer Lieder. Im Interview sprechen die drei Künstler:innen über kreative Prozesse, musikalische Grenzgänge und die Suche nach zeitgenössischer Ausdruckskraft.
Der Schlagzeuger und Komponist Srdjan Ivanovic (1983) vermischt Modern Jazz mit dem musikalischen Erbe des Balkans. Das lässt er in seine verschiedensten Projekte einfliessen. Vom Trio bis zur kompletten Bigband hat der Serbe alle Besetzungen anzubieten. Aktuell zur jazzahead! brachte er sein aktuelles Album „Modular“ (Rue Des Balkans) mit. Von Angela Ballhorn
Svante Söderqvist ist Kontrabassist und Cellist, der aus dem Schatten seines Sideman-Daseins nach vorne tritt und mit THE ROCKET sein eigenes Bandprojekt vorstellt. Das besticht durch einprägsame, schlichte Melodien, die sein Trio zusammen mit Tuulikki Bartosik am Akkordeon wunderbar transparent vorträgt. Der Einsatz seiner eigenen Stimme, mit der der schwedische Musiker seine Bass- oder Cellostimmen mitsingt, gibt der Band einen ganz eigenen Sound.
Sunna Gunnlaugs ist eine Jazzpianistin aus Island und ein umtriebiger Eckpfeiler der Szene dort, aber auch in ganz Europa und den USA unterwegs. Ihr neuestes Projekt „Ástin, Bjartsýnin Og Andskotans Blaðrið Í Fólkinu“ (sunny sky / galileo) hat – trotz Vertonung isländischer Gedichte von Jón úr Vör – mittlerweile Nachfragen aus anderen Ländern erfahren.
Im Rahmen der jazzahead! 2025 sprachen wir mit Christina Fuchs und Caroline Thon, den beiden Gründerinnen und musikalischen Leiterinnen des Fuchsthone Orchestra. Seit 2019 steht das groß besetzte Ensemble für einen innovativen, genreübergreifenden Sound im Bereich des zeitgenössischen Jazz. Im Interview geben Fuchs und Thon Einblicke in ihre kompositorische Arbeit, die Herausforderungen und Chancen eines solchen Großprojekts – und sprechen über die Notwendigkeit, neue Strukturen im Jazz mutig zu gestalten. Ein Gespräch über Klangvisionen, Gleichberechtigung und die Kraft kollektiver Kreativität.
Sie war erste Flötistin im renommierten Metropole Orkest, leitete Jazzabteilungen an Hochschulen und bringt heute ihre Erfahrung als künstlerische Projektmanagerin in die Talentförderung beim Metropole Orkest ein.
Auf der jazzahead! 2025 in Bremen haben wir die Gitarristin Mareille Merck zum Interview getroffen. Sie spricht mit uns über ihren Zugang zum Klang, das Zusammenspiel mit ihrer Band „Larus“, neue musikalische Einflüsse und ihren Weg als improvisierende Musikerin zwischen Tradition und Aufbruch. Ein persönliches Gespräch über kreative Prozesse, das Leben auf Tour und die Zukunft des Jazz aus der Sicht einer der spannendsten Stimmen der jungen europäischen Szene.
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