Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Bekannt durch seine gefeierten Soloalben sowie Aufnahmen mit Künstlern wie Arcade Fire, Bon Iver, TV on the Radio, Feist und Animal Collective, legt der in Kanada lebende Multiinstrumentalist Colin Stetson am 28. April mit “All this I do for glory” sein neues Album vor.
Experimentierfreude und Eingängigkeit – für Arto Lindsay waren das niemals Gegensätze. Der Sänger und Gitarrist hat seit jeher einen Heidenspaß daran, neutönerische Klangwelten abseits des Mainstream zu erforschen und bleibt dabei doch verständlich, d.h. leicht fassbar. So auch auf “Cuidado Madame”. Der erste Longplay m t neuem Material seit “Salt” (2004) enthält avantgardistische Wagnisse genauso wie ohrwurmige Melodien, er präsentiert einmal mehr die zwei Pole von Lindsays Künstlerpersönlichkeit.
Am Sonntag ist in Bremen die 12. jazzahead! zu Ende gegangen. Internationale Fachmesse und Festival sorgten in der MESSE BREMEN für volle Konzertsäle und einen Teilnehmerrekord bei Ausstellern und Fachteilnehmern aus 60 Nationen. Mit rund 17.600 Besuchern allein bei Messe und Konzertprogrammen am vergangenen Wochenende ist das Publikum der jazzahead! erneut gewachsen.
Zum Jahresbeginn 2017 veröffentlicht das Peter Kahlenborn Trio - Ralph Beerkircher und Tobias Hoffmann (Gitarren), Peter Kahlenborn (Schlagzeug) - mit "Vesica Pisces" die erste CD. Komplexe Kompositionen werden zu frei gestalteten Improvisationen, humorvolle Zitate zu drückenden, kraftvollen Hard Rock Grooves. Klassische Harmonien werden lustvoll mit abstrakten Klängen und elektronischen Sounds vermischt. Mit schonungslos kreischenden Gitarren ist ebenso zu rechnen wie mit plötzlich auftauchenden Momenten fragiler Schönheit.
Das Anne Mette Iversen Quartet +1 ist die Erweiterung ihrer am längsten eingeführten Band, des Anne Mette Iversen Quartets, welches sie bereits 2002 in New York City gründete. Die musikalischen Beziehungen und improvisatorischen Verbindungen der Musiker dieser Band haben sich - zusammen mit Anne Mette Iversen´s Kompositionen - über die Jahre hin entwickelt und sind zu etwas Besonderen zusammen gewachsen.
„Eric ist wirklich ein Segen“, sagt Ulf Wakenius selbst, „wir haben schon so viele Konzerte in aller Welt miteinander geteilt, und es war immer die reine Freude.“ Höchste Zeit, diese Familiengeschichte nun zu dokumentieren: „Father And Son“ ist ein hochvirtuoser musikalischer Dialog aktueller Jazzgitarrenkunst.
Konzertreihe: das Maria Baptist Orchestra in Berlin
Es gibt Gründe diese Stad zu besuchen. Ein Konzerterlebnis dieser Big Band ist ein guter Grund. Füllt diese Erlebnisse in Euren (Jazz-)Koffer. Wenn Ihr keinen habt, so legt Euch einen zu – vollgepackt mit Tönen, Klängen und Sounds aus diesen Konzerten. All dies kommt in den prallen Erinnerungskoffer, aus dem geschöpft wird. Wem dies zu altbacken ist, der speichert es einfach im Memory.
Erschrecken Sie nicht gleich! Trombone Shorty beginnt "Parking Lot Symphony" zwar mit einem jener für New Orleans so typischen, Soul-getränkten Klagelieder, aber das neue Album ist alles andere als ein Trauerspiel und nimmt schnell reichlich Fahrt auf. Mit der etwas ungewöhnlichen Einleitung "Laveau Dirge No. 1" - benannt nach Marie Laveau (1794-1881), einer der berühmtesten Voodoo-Königinnen der Stadt - offenbart Troy Andrews a.k.a. Trombone Shorty nur, wo er seine Wurzeln hat, bevor er seine Fühler in elf weiteren sehr abwechslungsreichen Songs in alle möglichen musikalischen Richtungen ausstreckt.
Auf der internationalen Jazzfachmesse jazzahead! in Bremen wurde heute zum vierten Mal der Preis für deutschen Jazzjournalismus vergeben. Der diesjährige Preisträger ist Martin Laurentius, der den Preis persönlich vor Ort entgegen nahm. „Reaktionen auf die Arbeit von Jazzjournalisten sind eher die Ausnahme - bei den Auftraggebern ebenso wie bei Musikern oder Lesern. Das ist auch gut so, weil wir dadurch eine professionelle Distanz zur Szene bekommen. Deshalb ist es umso schöner, meine Distanz fahrenzulassen und für einen kurzen Moment selbst im Rampenlicht zu stehen, weil ich mit dem Preis einerseits für mein „tagtägliches“ Kleinklein der teils mühsamen Arbeit am Schreibtisch ausgezeichnet werde, andererseits die Qualität meiner journalistischen Themen und meines Schreibens gewürdigt und anerkannt wird.“, so der Preisträger.
Jede der vier exquisiten Musikerinnen bringt ihren eigenen, ganz persönlichen Zugang zu den Beatles mit ein, die trotz oder gerade wegen des tiefen Respekts vor deren musikalischem Schaffen aber nie nur nostalgisches Schwelgen ist. Sie ist vielmehr ein Gesamtkunstwerk, das rockt, das groovt, das swingt – und mit dem warmen und harmonischen Zusammenklang der vier Frauenstimmen immer direkt ins Herz geht.
Herkömmliche Genregrenzen stellt Niels Klein schon seit Jahren in Frage. Viel zu breit gestreut ist sein Interesse an Musik und Klang, um sich selbst zu limitieren. Der 1978 in Hamburg geborene, seit seinem Studium in Köln ansässige Musiker hat sich in den letzten Jahren als Komponist und Leiter unterschiedlicher Formationen profiliert. Darunter auch große Ensembles, vom Metropole Orkest über das European Jazz Orchestra bis zum EOS Kammerorchester.
Berlin, 27. April 2017 | Die viel diskutierte Benachteiligung von Frauen in der Jazzbranche ist ein beliebtes Thema unter JournalistInnen, PolitikerInnen und WissenschaftlerInnen – doch was sagen die Musikerinnen eigentlich selbst dazu? Die Vorstände der Union Deutscher Jazzmusiker Alexandra Lehmler, Anette von Eichel und Silke Eberhard haben Ulla Oster von der Initiative Jazzhaus Köln und Wolfram Knauer vom Jazzinstitut Darmstadt zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, die am Samstag, 29. April 2017, um 13 Uhr auf der diesjährigen jazzahead! in Bremen stattfindet.
Wenn Musik eine Sprache ist, dann können Worte vielleicht andersherum ganz spezifische Klänge beschreiben. Diese faszinierende Vorstellung der Onomatopoesie bildet den Ausgangspunkt für „Guzuguzu“, das nunmehr neunte Album des Helge Lien Trios. Jeder Track darauf basiert auf einem onomatopoetischen japanischen Begriff und den mit ihm verbundenen Assoziationen. Wie klingt ein Lächeln? „Nikoniko“. Wie kann man das Geräusch beschreiben, wenn man sich im Kreis dreht? „Kurukuru“! Sogar der Albumtitel –„Guzuguzu“ –fällt in die gleiche Kategorie und beschreibt, wie es sich anhört, sich „langsam zu bewegen“.
Der musikalische Fluss dieses kraftvollen und stimmigen Trios ist beispielhaft. Shai Maestro, Jorge Roeder und Ziv Ravitz sind mit einem neuen Werk zurück, und es ist so intim wie nie zuvor. Sie verschieben die Grenzen des tiefsinnigen und reifen Jazz, scheuen sich dabei jedoch nicht, auch angrenzende Stile in ihr Album zu integrieren. So verbinden sie elegante elektronische Einsprengsel und das Einbinden von Gesangsstimmen zu ihrem eigenen, einzigartigen Universum.
Kari Ikonen ruht sich nur ungern aus. In seiner über ein Jahrzehnt langen Karriere war der finnische Pianist an fast 50 Alben beteiligt, ist mit unzähligen Formationen getourt und erfindet sich noch heute nahezu jede Woche neu. Obwohl man sich inzwischen an seine Umtriebigkeit gewöhnt hat, lässt IKONOSTASIS ganz besonders aufhorchen.
Pat Appleton, Sängerin mit deutsch-liberianischen Wurzeln, Stimme von De-Phazz, veröffentlicht ihr drittes eigenes Album und von Anfang an war ganz klar: Es wird ein Jazz-Album! Eine stimmige Entscheidung!
Der klassisch ausgebildete Pianist Jean-Paul Brodbeck ist zu einem kreativen Epizentrum der Schweizer Jazzszene geworden und zählt über die Landesgrenzen hinaus zu den signifikantesten Stimmen des zeitgenössischen Jazz. Eingebunden in diverse Formationen hat Brodbeck über die Jahre ein individuelles, tief in der Jazztradition verwurzeltes, von lyrisch klassisch-romantischen Elementen grundiertes und von feinfühliger Spontaneität geprägtes Klavierspiel mit einem hohen Wiedererkennungswert entwickelt.
Der mit dem ECHO Jazz ausgezeichnete Trompeter & Pianist setzt bei »KY Organic« auf von elektronischer Musik beeinflusste Ästhetik in kleiner instrumentaler Besetzung. Mit gleichsam virtuosem wie uneitlem Klavierspiel und seinem einzigartigem, fast schon gesungenem Trompetensound gelingt es Studnitzky mit Leichtigkeit, prägnante Grooves und Sounds mit wunderschön klaren und auffallend emotionalen Melodien zu kombinieren.
Nach Siegbert A. Warwitz ist das Urbild des Menschen im Flow […] das spielende Kind, das sich im glückseligen Zustand des Bei-sich-Seins befindet. Weiter gefasst entspricht dies einem Zustand der völligen aber auch mühelosen Konzentration. Vor allem Musiker kennen dieses Flow-Gefühl, ein tiefes Eintauchen, gar Hineinfallen in die eigene Kunst, den Rhythmus und die Klangwelt.
Marialy Pacheco trifft auf Hamilton de Holanda, Joo Kraus, Rhani Krija, Max Mutzke, Omar Sosa und Miguel Zenon, auf sechs gestandene Größen aus aller Welt, jeder Meister seines Faches. Und die kubanische Jazz-Pianistin holt aus jeder einzelnen Begegnung das Beste heraus. Der Titel der CD bringt das Konzept in gebotener Kürze auf den Punkt: DUETS. So sachlich und nüchtern er auch klingen mag – dahinter verbirgt sich mehr, sehr viel mehr.
Für den Nachfolger seines ECM-Debüts Arborescence, ein Solo-Album, das das Magazin JazzTimes als »allumfassend, impressionistisch...wie eine Visionssuche« pries, hat der preisgekrönte Pianist ein Trio mit dem Bassisten Ben Street und dem Schlagzeuger Billy Hart um sich versammelt.
Der ungarische Gitarrist Ferenc Snétberger hat sich mit seinem ECM-Solodebüt In Concert (»A beautiful, assured performance«– All About Jazz) viele Freunde gemacht – und dürfte mit seinem neuen Album Titok, das im Trio mit dem schwedischen Bassisten Anders Jormin und dem US-Schlagzeuger Joey Baron entstand, noch viele mehr dazugewinnen.
Ein Traum von einem Album. Chris Potter bleibt Manfred Eichers ECM 2017 bereits zum dritten Mal treu: Auf seinem neuen Album »The Dreamer Is The Dream« stellt der Saxofonist außerdem sein neues Quartett vor.
Yelena Eckemoff hat hier Inspirationen zusammen getragen, die sich aus Alltagsbeobachtungen im Sommer und Winter ergeben haben. Reflektionen über die kleinen Dinge des Lebens und zugleich gut gearbeiteter, farbenreicher Jazz.
Grooves angetriebener erfrischender Jazz, mit exquisiten Harmonien, lyrischen Melodien, cleverem Raumeinsatz, Spannung und Entspannung, vielfältigen Stimmungen und jeder Menge Interaktion und Spaß. Die in Luxemburg beheimatete Band ist mittlerweile auf vielen internationalen Bühnen zu Hause.
Ein tolles Debüt des jungen Stuttgarter Saxophonisten Christoph Beck! Christoph Beck steht wie auch andere Musiker dieses Quartetts für die 2010er-Generation der Stuttgarter Szene, die dazu beitragen, dass es hier lebendig bleibt, sich etwas bewegt und auch verändert. Was wieder andere inspiriert.
Unter Jazzfreunden kann man herrlich darüber streiten, ob „Europäischer Jazz“ ein nützlicher Gegenentwurf zur amerikanischen Tradition ist, eine originelle Ergänzung dazu oder „auf dem Markt weniger wert als amerikanischer“, wie es in einem Wikipedia - Forum nachzulesen ist. Außer Zweifel steht allerdings, dass es auch diesseits des Atlantiks begnadete Musiker gab und gibt, die den Jazz seit Jahrzehnten geprägt und geformt haben. Dabei haben sie ganz eigene Spielweisen entwickelt, indem sie europäische Musiktraditionen mit den amerikanischen Einflüssen zusammenbrachten.
»Was würde mit unserer Kreativität geschehen, wenn wir etwas aus dem Nichts erschaffen?« Diese Frage geht dem Schlagzeuger Joost Lijbaart immer wieder durch den Kopf. Als Jazzmusiker verwendet er zur Improvisation die Struktur von Stimmung und Melodie, aber er beansprucht auch das Überschreiten dieser Grenzen, um spontan improvisieren zu können.
Es ist kein Zufall, dass Jasper Somsens drittes (und später dieses Jahr viertes) Challenge Records-Album eine internationale Klaviertrio-Besetzung aufweist. Nachdem er in den letzten Jahren unter anderem im Trio mit Enrico Pieranunzi, Joey Calderazzo, John Beasley, Jeff Ballard, Justin Faulkner und André Ceccarelli aufgetreten ist bzw. aufgenommen hat, ist er nun ein gefragter Künstler (insbesondere) bei Pianisten.
Phronesis haben es geschafft, sich über die letzten Jahre den herausragenden Ruf als eine der kraftvollsten und energetischsten Jazz-Ensembles der letzten Dekade zu machen. Bekannt für ihre Virtuosität, Dynamik und Zusammenspiel hat das Ensemble große Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen und eine treue, globale Fanbase geschaffen.
Als herausragender Sologitarrist verfügt Peter Autschbach über ein weit gestecktes musikalisches Vokabular und überzeugt mit profunder Spieltechnik, großer Stilsicherheit und authentischen Sounds.
Essen als Ersatzreligion – Der aktuelle Hype ums Essen gab dem Berliner Schlagzeuger Max Andrzejewski die Idee zu einem Gospel übers Essen. Das neue Album seiner Band HÜTTE (Neuer Deutsche Jazzpreis 2013), erweitert um einen 13-köpfigen Chor mit Gospelröhre Dorrey Lin Lyles, ist mitreißend, berührend und verstörend. Cherish the butter! ... Glory, glory!