The Black Drop - Jazzfest Berlin - Fr 02.11.2018

Moor Mother & Roscoe Mitchell
Moor Mother & Roscoe Mitchell, Foto: Camille Blake

Moor Mother & Roscoe Mitchell
Camae Ayewa aka Moor Mother - vocals, electronics
Roscoe Mitchell - saxophone

The Black Drop. Davon gab es reichlich zu hören, aber – wie schon beim Konzert von Irreversible Entanglements ausgeführt – es wurde zu wenig verstanden. Ganz subjektiv: Ich habe zu wenig verstanden, um den Inhalte dieses Poems zu würdigen. Nun, mein unzureichendes Englisch, eher Amerikanisch mag mir zu Recht um die Ohren gehauen werden, aber ich habe den starken Eindruck, dass nur eine kleine Minderheit der Lyrik von Moor Mother folgen kann. Es bleibt, ein Bedauern darüber zu äußern und sich auf die Musik zu fokussieren. Diese bleibt allein der AEC-Legende von Roscoe Mitchell überlassen.

Moor Mother & Roscoe Mitchell
Moor Mother & Roscoe Mitchell, Foto: Camille Blake

Aber der Reihe nach: Drop, Drop, Drop… mit diesen Tropfen wird er Hörer stakkatohaft  konfrontiert. Dazwischen Text, Sprache, besser gesprochen Worte, verbalisierte Lyrik. Das Sopransax stößt schrille Lautfetzen aus seinem Rohr: quirlig, beißend, quakend, schnatternd. Nun, dies ist grellgefärbter, freier Jazz an der Grenze zur lärmender Noise Music. Für die Aficionados dieser Stilrichtung völlig legitim. Nur eine Verbindung mit der Lyrik erschließt sich schwer. Diese Musik ist nicht mit dem Text – in der Art der Präsentation, die mittels Collagetechnik durchaus faszinierende Momente beinhaltet – verbunden. Anders gesagt: diese Sprache ist nicht überzeugend in die Musik integriert. Beide Kunstformen bewegen sich – vielleicht sogar parallel nebeneinander -, aber sie treffen sich nicht in gemeinsamer akustischer Verdichtung, leider.

Text: Cosmo Scharmer

Kurzgeschichten über neun Konzerte des Jazzfestes Berlin 2018.
Die einzelnen Konzerte des Festivals in der Übersicht:

Einen Kommentar schreiben