Jazz News

Diego Pinera - Odd Wisdom

Diego Pinera ist ein Meister der Rhythmik. Die Leidenschaft und das Gefühl für diese wurden ihm bereits in die Wiege gelegt. In Montevideo, Uruguay, geboren und aufgewachsen hat der Schlagzeuger die lateinamerikanischen Musik verinnerlicht, ist dann aber einen entscheidenden Schritt weitergegangen: Pinera wollte erforschen, wie die Latin-Rhythmik den amerikanischen und europäischen Jazz beeinflusst hat. So zog es ihn an das Berklee College of Music nach Boston sowie an die Hochschule für Musik und Theater Leipzig, wo er bei Größen wie Danilo Pérez, Changuito oder Bob Moses studierte.

Phillip Dornbuschs Projektor - Reflex

Die Corona-Krise geht zurzeit nicht gerade pfleglich mit der Kultur um. Zum zweiten Mal eine Vollbremsung, was nicht wenige der Betroffenen sogar an ihrer Daseinsberechtigung zweifeln lassen. Die ewige Relevanzdiskussion beschäftigt gerade solche, die sich in der Schublade „Jazz“ eingeordnet haben. Phillip Dornbuschs Rezept dagegen ist so simpel wie naheliegend: die Welt einfach ein kleines Stückchen besser zu machen. „Ich möchte mit meiner Musik bestimmte Probleme ins Bewusstsein rufen“, erklärt der 26-jährige Tenorsaxofonist seinen eingeschlagenen Weg.

Dogon - Floater

Sich fortzubewegen funktioniert in mehreren Varianten. Brettern oder lockerlassen, schweben oder gehen, im Auto fahren oder beschwingt auf dem Fahrrad in die Pedale treten. So unterschiedlich diese Varianten auch sein mögen, mit jeder kommt man irgendwie ans Ziel. Insofern darf man DogOn, das Powertrio des umtriebigen Zürcher Gitarristen Eric Hunziker, durchaus als Sammelsurium an Fortbewegungsarten und -möglichkeiten verstehen. Oder besser: als Vehikel, um die vielfältigen musikalischen Fantasien der Besatzung auszuleben

Cristina Branco - Eva

Die Welt der portugiesischen Fadista Cristina Branco schien rosig, sie nahm Alben über Alben für Universal auf, die weltmusikalisch interessierte Gemeinde lag ihr zu Füßen – eine schillernde Figur mit glockenheller Stimme, die alle Erwartungen erfüllte. Aber in der Frau schlummerte mehr als Fadoromantik, Konzertroben und ein Divenimage. 2006 war das Geburtsjahr ihres Alter Ego „EVA“. Eva erblickte das Licht der Welt, weil Cristina sich mit der Frage aller Fragen herumplagte. „Was ist Freiheit?“

Anette von Eichel - Inner Tide

Nachdem Anette von Eichel 2001 mit ihrer Debut-CD „Welcome To My World“ ein kleines Fenster für das Publikum öffnete, um ein bis dato unbekanntes Vokaltalent entdecken zu können, erschien 2004 in der Anfangsphase der Jazz thing Next Generation mit „Get Out Now“ der spektakuläre und offizielle Startschuss ihrer Karriere.

German Jazz Trophy für Dee Dee Bridgewater

Das Jazzopen-Festival startete mit einem fulminanten Auftritt der US-Vokalistin Dee Dee Bridgewater, die im Eventcenter SpardaWelt die mit 20 000 Euro dotierte „German Jazz Trophy“ für ihr Lebenswerk überreicht bekam. Nach der Preisverleihung und einer Laudatio von Sängerin Fola Dada präsentierte die Geehrte ihr französisches Programm.

Gro-Marthe Dickson & D-Lovely - Fornemmelsen av Hjemland

"Fornemmelsen av hjemland" ist das zweite Album von Gro-Marthe Dickson und ihrem Cole Porter Projekt D-lovely. Nach ihrer ersten Veröffentlichung von amerikanischem Jazz mit "umgedichteten" norwegischen Texten, fand Sängerin Dickson heraus, dass es Zeit war, Texte aus ihrem eigenen Herzen zu schreiben, im Gegensatz zum Übersetzen der Originaltexte von Porter.

Judith Hill bei der jazzopen Stuttgart 2019

Der fulminante Auftakt zur Funky-Party im BIX, mit zwei hinreißenden Background-Power-Ladies Carmel Allison Echols und Sophia C. Whitehurst um die Soul-Queen Judith Hill, war ein explosiver Kontrast zum angestaubten Dylan-Konzert, kurz zuvor auf dem Schlossplatz.

Unity 5 - Live In Berlin

Mannigfaltigkeit ist ein Berliner Phänomen, wobei Alter, Nationalität, Kultur etc. keine Rolle mehr spielen. Daran beteiligt sich auf verschiedenste Art und Weise die international besetzte Band Unity5, in der Schlagzeuger Ernst Bier verschiedene Generationen höchst aktiver Jazzmusiker Berlins vereint.

„Sing The Truth“ bei der jazzopen Stuttgart 2019

Seit 15 Jahren gibt es nun „Sing The Truth“ – um die Musik der damals gestorbenen Nina Simone zu würdigen arrangierte die Schlagzeugerin und Komponistin Terri Lyne Carrington dieses Zusammenspiel dreier großer weiblicher Stimmen des Jazz. Angélique Kidjo, Cécile McLorin Salvant und Lizz Wright bei der jazzopen im Alten Schloß Stuttgart.

Clemens Wenger - Physics of Beauty

Physics of Beauty ist ein Musikalbum, das als digitales Kunstprojekt veröffentlicht wurde. Entstanden aus seiner kompositorischen Arbeit der letzten vier Jahre, spürt es Clemens Wengers Faszination für Physik und Forschung auf ungewohntem Terrain nach. Fast zwei Stunden Musik und die interaktive Webseite können nun von neugierigen und entspannten Zuhörern erkundet werden.

Nichts ist in Ordnung – soloselbstständige Kunstschaffende warten noch immer auf wirksame Bundeshilfen

Berlin, 18.01.2021 | Die 19 in der Allianz der Freien Künste organisierten Bundesverbände sind mit großer Sorge in das neue Jahr gestartet. Noch immer gibt es keine wirksamen Hilfen für soloselbstständige Künstler*innen in der Coronakrise – mit zum Teil irreversiblen Folgen für das kulturelle Leben in Deutschland. Die Kunst- und Kulturschaffenden sind seit Beginn der Krise stärker als nahezu alle anderen Branchen von den Folgen der Pandemie betroffen. Für die Mehrzahl der Akteur*innen ist die Ausübung ihrer Berufe seit Monaten nicht oder nur sehr stark eingeschränkt möglich.

Ghost Note bei der jazzopen Stuttgart 2019

Die „Snarky Puppy“ – Mitglieder Robert „Sput“ Searight (Schlagzeug) und Nate Werth (Perkussion) gründeten 2015 die Projekt-Band „Ghost Note“. Mit hochkarätigen Musikern – darunter Mitglieder von Prince, Herbie Hancock, Kendrick Lamar, Marcus Miller, Toto, Funky Knuckles, RC & The Gritz und vielen mehr – führt die Band die Funkmusik in die Zukunft.

Ernst Bier / Mack Goldsbury Quartet - Persuasive Freedom

1994 beschlossen Ernst Bier und Mack Goldsbury, eine gemeinschaftliche Band zu gründen. Inzwischen sind mehr als 25 Jahre vergangen, und die Liste der Musiker, die in dieser Band mitgewirkt haben, ist sehr lang. Es sind insgesamt vier CDs erschienen, bei denen u.a. Reggie Moore, Martin Lillich, Herb Robertson, Frank Möbus, Ed Schuller, Maciej Fortuna oder Mathias Bätzel mitgespielt haben.

Enrico Pieranunzi & Bert Joris - Afterglow

Enrico Pieranunzi ist seit langem eine der bekanntesten und angesehensten Persönlichkeiten der europäischen Jazzszene. Als Pianist, Komponist und Arrangeur hat er mehr als siebzig CDs unter eigenem Namen aufgenommen, vom Solo-Klavier bis zum Trio, vom Duo bis zum Quintett. Er spielte im Konzert und im Studio mit Chet Baker, Lee Konitz, Marc Johnson, Joey Baron, Paul Motian, Chris Potter und Charlie Haden und trat auf allen wichtigen internationalen Festivals auf, von Montreal bis Kopenhagen, von Berlin bis Madrid.

Camille O’Sullivan bei der jazzopen Stuttgart 2019

Als im BIX die irische Sängerin Camille O´Sullivan auftrat, kam eine ganz eigene Stilrichtung auf die Bühne, die vollkommen unverwechselbar und authentisch klang. Begleitet von Feargal Murray am Piano, von Paul Byrne am Schlagzeug und von Steven Fraser an der Gitarre war die 44jährige Künstlerin als „Gänsehaut erzeugend“ angekündigt worden. Um es vorweg zu nehmen: dieser Anspruch wurde voll und ganz erfüllt!

Jeff Williams - Live At London Jazz Festival: Road Tales

Der aus Ohio stammende Jeff Williams wurde in der fieberhaften Atmosphäre des New York der 1970er Jahre durch das Spielen mit Stan Getz und Dave Liebman zurechtgestutzt, aber London ist jetzt seine zweite Heimat und seine freistehende Kreativität sowohl als Schlagzeuger als auch als Komponist, gepaart mit seinem Engagement hat ihn als Lehrer und Träger der Tradition tief in die britische Szene eingebettet.

Doug Carn, Adrian Younge, Ali Shaheed Muhammad - Jazz Is Dead 5

Unter den Helden und Erneuerern des Spirituals / Progressivs / Funk / Jazz der 70er Jahre ist Doug Carn immer ein wenig unter dem Radar geflogen. Er hat sein Handwerk lange Zeit mit Geduld und Hingabe betrieben und absolut atemberaubende Alben veröffentlicht, die von den Kennerinnen und Kennern geschätzt werden, aber selbst dem Jazz-Mainstream weniger bekannt sind, auch wenn sein Einfluss unter seinen Kollegen zu spüren ist.

Chick Corea bei der jazzopen Stuttgart 2019

Das 1976 erschienene Album „My Spanish Heart“ gehört sicherlich zu den Meilensteinen der Jazzgeschichte, und wenn sich Chick Corea nun erneut diesen Kompositionen zuwendet, dann sicherlich um zu ergründen, wie er heute nach über 40 Jahren damit umgehen kann.

Miguel Zenón - El Arte Del Bolero

Am 28. September 2020, mitten in der Pandemie, nahmen Altsaxofon-Ikone Miguel Zenón und Pianist Luis Perdomo ein Konzert in der Jazz Gallery in New York City auf, das im November per Livestream übertragen wurde. Als sie sich die Aufnahme des Konzerts anhörten, wussten sie, dass es etwas war, das sie unbedingt mit anderen teilen wollten.

Kari Ikonen - Impressions, Improvisations and Compositions

Nur all zu leicht hätte dieses Album zu einem schweren Brocken werden können. In knapp unter vierzig Minuten findet sich hier ein dichtes Geflecht aus Inspirationen: von arabischen Tonleitern über japanische Klänge bis hin zu Free Jazz und Konzepten seines Lieblingsmalers Wassily Kandinsky. Um seine Vision kompromisslos umsetzen zu können, entwickelte Ikonen sogar ein Gerät, das es ihm erlaubte, Mikrointervalle auf seinem Flügel zu spielen. Doch es kam anders: Die Ergebnisse klingen eher traumhaft und berauschend denn nach Kopfmusik.

Lucia Cadotsch - Speak Low II

Die in Berlin lebende Schweizer Sängerin Lucia Cadotsch kehrt mit ihrem gefeierten Trio Speak Low für ihr zweites Album zurück das bei We Jazz Records erschienen ist: "Speak Low II" mit Cadotsch an der Stimme, Otis Sandsjö am Tenorsaxophon und Petter Eldh am Kontrabass, sowie den Gastkünstlern Kit Downes an der Hammondorgel und Lucy Railton am Cello.

Jacob Collier - Djesse Vol. 3

Das muss man sich erstmal trauen: ein Album in vier Teilen zu veröffentlichen! Multitalent Jacob Collier darf das! Die Folgen 1 - 3 seiner Albumserie ”Djesse” sind bereits digital veröffentlicht, die bislang physisch fehlenden LPs 2 + 3 und CD 3 folgen jetzt endlich nach, denn es gibt ja schließlich auch Musikfans, denen Streaming allein nicht reicht.