Jazz-fun.de: Die besten Jazz-Alben 2025
2025 war ein Jahr der starken künstlerischen Statements. Zwischen introspektiven Soloarbeiten, mutigen Großformaten und genreübergreifenden Projekten zeigte sich die Jazzszene so vielfältig und lebendig wie selten zuvor.
In dieser Auswahl versammeln wir die Jazz-Alben des Jahres 2025, die uns besonders überzeugt haben – durch kompositorische Substanz, klangliche Eigenständigkeit oder eine unverwechselbare künstlerische Handschrift. Diese Liste ist keine Rangordnung, sondern eine redaktionelle Würdigung jener Veröffentlichungen, die dieses Jahr geprägt haben.
In den letzten zehn Jahren hat der Ausnahmekünstler und Multiinstrumentalist Adam Ben Ezra den Kontrabass auf ein völlig neues Niveau gehoben und mit seinem virtuosen Spiel und innovativen Ansatz Tausende von Menschen auf der ganzen Welt inspiriert.
Zwei Instrumente, zwei Persönlichkeiten, zwei völlig unterschiedliche Klangwelten – und doch eine gemeinsame Wahrheit. „Abstract Truth“ vereint den Pianisten Andreas Feith und den Saxophonisten Markus Harm zu einem Duo, das mit technischer Brillanz, Empathie und Spielfreude eine fast einstündige musikalische Reise gestaltet.
Das Album „Triospaß“ mag mit knapp 30 Minuten Spielzeit kurz erscheinen, doch es entfaltet von der ersten Note an eine enorme Sogwirkung. Die musikalische Verbindung zwischen Andreas Kurz (Piano), Johannes Ludwig (Saxofon) und Alex Parzhuber (Schlagzeug) ist sofort spürbar – nicht nur im Zusammenspiel der Musiker selbst, sondern auch in der Art und Weise, wie sie das Publikum mitreißen.
„Surprise!“ - Das Trio Besson / Sternal / Burgwinkel überrascht nicht nur mit dem Titel seines neuen Albums. Nachdem sich die Wege der drei Jazz-Ikonen bereits live auf der Bühne gekreuzt haben, erscheint nun das lang ersehnte gemeinsame Album.
Bobby Rausch haben eine neue musikalische Qualität geschaffen – eine, die auf den ersten Blick weit entfernt von allem Bekannten scheint und dabei doch ganz nah an dem ist, was moderne Musik im Kern ausmacht.
Brad Mehldau feiert das Schaffen von Elliott Smith mit einem Album, das weit mehr ist als nur eine Sammlung von Bearbeitungen seiner Kompositionen. Ride into the Sun betont die wesentlichen Aspekte der Songkunst dieses außergewöhnlichen Musikers und kleidet sie in vielfältige, fein ausgearbeitete instrumentale Arrangements. Die Stücke werden durch ausdrucksstarke Soli bereichert und von einer erlesenen Besetzung, angeführt vom Pianisten selbst, in großartiger Weise interpretiert.
Burkard Kunkels musikalische Reise begann mit der Zither. Inspiriert von der Titelmelodie der Fernsehsendung „Unter unserem Himmel“ wünschte er sich im Alter von sieben Jahren im Jahr 1974 eine eigene Zither. Seine ersten Auftritte hatte der gebürtige Würzburger auf Heimatabenden und bei Hauskonzerten im Spessart. Ab 1984 wandte er sich jedoch dem Jazz und dem Saxophon zu und legte die Zither zunächst beiseite.
Für ihr neues Studioalbum, das am 07.03.2025 erschienen ist, träumt die Köln-Berliner Band C.A.R. von einem malerischen Fleckchen Erde in den Bergen und am Meer, inmitten dichter Wälder und weiter Steppen, antiker Ruinen und futuristischer Öko-Städte, zum Skifahren, Surfen und Golfen.
Hyperglyph ist eine musikalische Reise ins Unbekannte. Die Musik überrascht nicht nur, sie zieht uns von den ersten Takten an in ihren Bann. Langeweile? Fehlanzeige – jede Note fügt sich zu einem spannenden, manchmal unerwarteten Geflecht aus Melodien, die aus energischen Improvisationen hervortreten.
Ein außergewöhnliches Treffen zweier Musiker, die nicht nur brillante Instrumentalisten, sondern vor allem hochsensible Klangpoeten sind. Christian Bekmulin und Anton Mangold erschaffen in ihrem Duo einen Farbenreichtum, der verblüfft – und berührt. Zwei Instrumente, zwei Klangwelten, zwei Temperamente, die sich zu einem einzigen, wunderbar schwebenden Ausdruck verbinden.
Torso Ventuno - der Name, der im Italienischen so elegant wie vielversprechend klingt, bedeutet schlicht und einfach Körper Einundzwanzig. Eine treffende Wahl für eine Big Band, die aus 21 Musikerinnen und Musikern besteht. In der italienischen Variante klingt der Name nicht nur weltoffener, sondern auch moderner und hipper, vielleicht sogar jugendlicher.
Eine denk- und hörenswerte Begegnung von Jazz und Neuer Musik ist nach über 30 Jahren endlich wieder auf Vinyl erhältlich.
Es gibt gute Gründe, warum bei diesem Album die Namen aller Beteiligten gleichberechtigt gelistet sind. „Moving Times“ ist das Resultat echter Teamarbeit und die erste Produktion einer frisch formierten Gruppe, in der alle auf Augenhöhe agieren. Das ist nicht selbstverständlich, denn mit Sängerin Esther Kaiser und Gitarrist Axel Fischbacher sind zwei gestandene Kapazitäten des deutschen Jazzgeschehens vertreten, die seit vielen Jahren eigene Bands leiten und zahlreiche eigene Alben veröffentlicht haben.
Seit seiner Gründung im Jahr 2021 hat sich das Leipziger "Ideal Orchestra" unter der Leitung von Gellért Szabó von einem improvisationsorientierten Kammerensemble zu einer Plattform für avantgardistische Orchestermusik entwickelt.
Unter dem Pseudonym „Hyper Oz“ kreiert der in Berlin lebende Gitarrist und Produzent Igor Osypov eine faszinierende Fusion aus Jazz, R&B, Punkrock, Electronica und einem Mix weniger bekannter Subgenres.
Man kann mit gutem Grund sagen, dass Jan Gunnar Hoff mit „Voyage“ erneut eine Supergruppe ins Leben gerufen hat. Auch wenn das Album seinen Namen trägt und er selbst die Hälfte der zwölf Stücke komponiert hat, ist es musikalisch eindeutig ein Werk des gesamten Kollektivs. Zusamen mit Nguyên Lê, Per Mathisen und Gary Husband verleihen alle der Musik ein unverwechselbares Klangbild – von dem man schon nach wenigen Takten gefesselt ist.
An diesem Album ist fast alles legendär – vom ikonischen Ort des Geschehens, dem Montreux Jazz Festival, bis hin zu den beteiligten Musikern. Doch das eigentliche Gewicht liegt nicht in der Historie, sondern in der künstlerischen Substanz – und davon gibt es hier im Überfluss.
Ein Treffen der Meister – und was für eines! John O’Gallagher hat für sein neues Album eine Besetzung versammelt, die in der internationalen Jazzwelt ihresgleichen sucht. Musiker, die nichts mehr beweisen müssen, sondern einfach große Kunst schaffen. Schon das Einlegen der CD löst Vorfreude und eine gewisse Spannung aus: Was wird uns hier erwarten?
In einer Zeit, in der die musikalischen Genres in ständigem Dialog miteinander stehen, beweist Standard - No Standard, dass die Jazztradition nicht nur lebendig ist, sondern sich auch ständig weiterentwickelt. Dieses Album ist das Ergebnis einer beeindruckenden Zusammenarbeit zwischen dem Gitarristen Joost Zoeteman, dem Bassisten Bart Tarenskeen und dem Schlagzeuger Wim de Vries und zeigt, wie drei Musiker meisterhaft die Balance zwischen dem Respekt vor der Jazzgeschichte und einem frischen, zeitgenössischen Ansatz finden.
Der Begriff „sub rosa“ weckt düstere Bilder von geheimen Botschaften, verdeckten Operationen, Spionage und Ermittlungen. Jazz war schon immer eine Art Geheimsprache, die in abstrakter Form tiefe und komplexe Bedeutungen vermitteln und Emotionen ohne explizite Erklärungen transportieren kann. Der Pianist Julian Shore präsentiert auf seinem fesselnden neuen Album „Sub Rosa“, das am 6. Juni 2025 über Chill Tone erschienen ist, seine eigene Sammlung heimlicher Botschaften.
Louise Knobil ist ein Phänomen – nicht nur im europäischen Maßstab. Ihre Musik zieht weite Kreise: von französischem Chanson und poetischer Liedkunst über rockige und punkige Riffs bis hin zu avantgardistischen Jazzimprovisationen. Gemeinsam mit Chloé Marsigny am Bassklarinett und Vincent Andreae am Schlagzeug bildet sie ein ungezähmtes Trio, das Musik erschafft, die sich jeder Schublade entzieht und dabei voller Energie und Charisma pulsiert.
Mit seinem Debütalbum „Confidence“ bringt das Konstantin Kölmel Project frischen Wind in die Jazzszene. Der innovative Sound, der zwischen Jazz, Funk und R&B entsteht, ist nicht nur mitreißend, sondern spricht gleichzeitig Herz, Kopf und Bauch an – er ist emotional, groovig und geistreich zugleich.
Mit einer Stimme, die unter die Haut geht, und einer unverwechselbaren musikalischen Handschrift gehört die Schweizer Sängerin Lea Maria Fries zu den aufregendsten Künstlerinnen der modernen Jazzszene. Ihre Musik ist eine aufregende Fusion aus afroamerikanischer Musik, modernem Jazz, experimentellen Rockelementen und poetischen Texten. Ein Sound, der Genregrenzen überschreitet und tief berührt.
Das Erste, was an dieser Musik auffällt, ist ihr Klang: kristallklar, zurückhaltend, aber voller innerer Dynamik. Nichts wirkt forciert, alles scheint mit natürlicher Leichtigkeit zu entstehen. Die Kompositionen sind sparsam, mit klaren Melodien und Themen, die sofort im Gedächtnis bleiben – und dennoch eine Aura von Romantik, Magie und feiner Unbestimmtheit bewahren. Auch die Arrangements betonen diese Reinheit, vermeiden Überladenes und lassen viel Raum für Zwischentöne.
Stylistisch im modernen Jazz verankert, öffnet dieses Album weit mehr Türen, als man zunächst vermuten würde. Makar Novikov hat Musik komponiert und arrangiert, die stilistische Grenzen großzügig übertritt und schon in den ersten Takten mit überraschenden rhythmischen Ideen aufhorchen lässt.
Musiker wie Mark Turner müssen nichts mehr beweisen. Sie schaffen, weil sie schaffen müssen – aus innerem Antrieb, aus geistiger Notwendigkeit, aus künstlerischer Konsequenz. Reflections on: The Autobiography of an Ex-Colored Man ist kein einfaches Album, sondern eine Fortsetzung seines musikalischen und geistigen Weges – eine Art klingender Reflexion über Identität, Geschichte und Menschlichkeit.
Das große musikalische Vermächtnis des 2021 verstorbenen Komponisten Mikis Theodorakis wird mit diesem Album um 14 weitere Werke bereichert – sensibel und respektvoll neu interpretiert von Henning Schmiedt. Der deutsche Pianist hat diese meist kürzeren Kompositionen sorgfältig adaptiert und arrangiert. Die Stücke wirken wie musikalische Miniaturen, eigenständige kleine Lieder oder poetische Klangpostkarten, die trotz ihrer Schlichtheit eine tief berührende Wirkung entfalten.
Eine musikalische Entdeckung für alle, die Klangexperimente, unerwartete Strukturen und rhythmische Abenteuer lieben. Steffi Narr und Oliver Steidle sind bekannt für ihre unermüdliche Suche nach neuen Ausdrucksformen – und mit Ghost Ants haben sie ein Werk geschaffen, das gleichermaßen fasziniert wie herausfordert.
So etwas haben wir noch nie gehört! Eine Improvisation für zwei Stimmen, Trompete und Gitarre. Faszinierend sind die Details, die diese Musik so farbenfroh machen. Manchmal weiß man gar nicht, woher der Klang kommt, zumal die Musiker auch noch verschiedene, nicht näher bezeichnete Instrumente einsetzen.
Nicole Johänntgen ist eine Künstlerin, die in jeder Konstellation faszinieren kann – ob mit ihrem Quartett Robin, im Trio Labyrinth oder mit dem energiegeladenen Projekt Henry. Doch ihre besondere Leidenschaft bleibt das Spiel solo. Nur sie und ihr Saxofon. Keine Elektronik, keine Effekte. Pure Musik.
Das preisgekrönte deutsche Oktett Nordsnø Ensemble ist bekannt für seine grenzüberschreitende Verbindung von skandinavischer Folklore und zeitgenössischem Jazz. In Zusammenarbeit mit dem für den Mercury Prize nominierten britischen Pianisten Kit Downes nimmt ihr drittes Album den Hörer mit auf eine konzeptuelle Reise durch das Zusammenspiel von Gegensätzen: Fantasie und Wirklichkeit, Glaube und Zweifel.
Paolo Fresu ist immer auf dem Vormarsch und begeistert uns mit jedem neuen Projekt. Der Sound der beiden Alben ist deutlich von den Klängen des Meisters Miles inspiriert. Der melodische Reichtum der Musik ist erstaunlich, ebenso wie die großartigen Soloparts, nicht nur des Leaders. Es ist ein ausgezeichnetes Album - großartige Musik, brillantes Spiel aller Bandmitglieder, ein raffiniertes Abenteuer, das den Ideenreichtum und die Klänge von Miles Davis mit der Virtuosität und Fantasie von Paolo Fresu verbindet.
Die Compilations von Tramp Records haben schon immer unser großes Interesse geweckt. Mit außergewöhnlicher Sorgfalt werden hier Aufnahmen ausgewählt, sorgfältig restauriert und in herausragender Klangqualität veröffentlicht. Begleitet wird die Musik von detailreichen Booklets mit exakten Angaben zu den beteiligten Musikern und Bands, ergänzt durch Entstehungsgeschichten und – bei manchen Stücken – sogar durch originale Konzert- oder Sessionfotos.
Die Idee, klassische Motive mit jazzigen Ansätzen zu verbinden, begleitet die Musikgeschichte schon lange. Doch Philipp Maria Rosenberg geht auf Rotwelsch einen ganz eigenen Weg. Sein Trio verschmilzt nicht einfach zwei Stilrichtungen, sondern öffnet einen neuen Raum zwischen ihnen: eine Zone, in der klassische Melodik und klare motivische Führung zur Grundlage improvisatorischer Freiheit werden.
Ein leichter Wind weht über die Wiesen. Ein Blick schweift in die Ferne. Philipp Schiepek interpretiert auf der klassischen Nylonsaitengitarre Ruhe, Nachdenklichkeit und das schnelle Ziehen der Wolken.
Raphaël Pannier hat am 19. Mai 2024 einen Abend geschaffen, der schon jetzt als historisch gilt: ein Konzert, das nicht nur musikalisch beeindruckt, sondern auch kulturell verbindet und dem großen Doudou N’Diaye Rose eine spürbare Verbeugung widmet. Pannier bringt sein brillantes Quartett mit der Sabar Group von Khadim Niang zusammen – und gemeinsam entfachen sie ein rhythmisches Feuerwerk, das weit über Genregrenzen hinausstrahlt.
Zwei Brüder und ein Wesensverwandter. Das sind Renner aus München, die derzeit in der deutschen Jazz-Szene für Aufsehen sorgen. Und das zu Recht! Das Trio verdient in mehrfacher Hinsicht das Prädikat „ungewöhnlich“. Das gilt sowohl für die Besetzung mit Posaune, Kontrabass und Schlagzeug als auch für die Geschwindigkeit, mit der die Band ihr Publikum für sich eingenommen hat.
Auf „Bloodlines“ betritt Rico Jones mit seinem Ensemble kompromisslos die radikalen Zonen moderner Jazzästhetik – und tut dies mit einer bemerkenswerten Ausdruckskraft. Klare, durchdachte Gitarrenlinien treffen hier auf energiegeladene, mitunter furios entfesselte Tenor-Saxofon-Phrasen. Diese wiederum durchdringen die dynamischen, mal brodelnden, mal sanft atmenden Texturen der Rhythmusgruppe, wodurch ein spannungsgeladenes und vielschichtiges Klangbild entsteht.
Seit Jahren kursierten in der dänischen und polnischen Jazzszene Gerüchte über eine verschollene Aufnahmesession mit dem legendären polnischen Trompeter Tomasz Stańko und einer Gruppe skandinavischer und polnischer Musiker. Nun, fast ein Jahrzehnt nach der Session und sieben Jahre nach Stańkos Tod, erscheinen die lang erwarteten Aufnahmen endlich.
Diesen Album muss man als ein völlig eigenständiges Dokument begreifen – als Momentaufnahme, die zu einem kostbaren Stück musikalischer Geschichte geworden ist. Hier begegnen sich junge, damals noch kaum bekannte europäische Musiker:innen und einer der größten polnischen Künstler: Tomasz Stańko. Und wie so oft im echten Leben: Das Ungeplante, Zufällige, beinahe Improvisierte wird zum Funken, der große Kunst entfacht.
Ein Album wie „Under The Same Stars“ ist weit mehr als nur ein gemeinsames Projekt zweier hochkarätiger Musiker: Es ist die Begegnung zweier künstlerischer Persönlichkeiten, die ihre Ausdruckskraft und musikalische Fantasie auf einzigartige Weise miteinander verbinden. Shuteen Erdenebaatar und Nils Kugelmann entwickeln eine gemeinsame Sprache, die tief berührt und von großer künstlerischer Klarheit zeugt.
Ein wundervolles, vielseitiges und mitreißendes Album! Simona De Rosa entfaltet ihre stimmlichen Stärken mit beeindruckender Ausdruckskraft, während das Confusion Project sie virtuos begleitet und in der Improvisation aufblüht. Dies ist weit mehr als ein reines Gesangsalbum – es bietet eine Fülle großartiger Musik, gespielt mit Leidenschaft, Leichtigkeit und Spielfreude.
Drei der wichtigsten Musiker der deutschen Improvisationsmusikszene zeigen in den acht „Studien“, wie spannend Instant Composing auf höchstem Niveau klingen kann. Lag das Arbeits- und Kraftfeld der drei Musiker zunächst in Nordrhein-Westfalen, so leben sie heute in Berlin (Schubert), Bochum (Blume) und Trier (Manderscheid).
Ein Piano-Trio, das Standards spielt, auch die allgegenwärtigen wie „Stella By Starlight“ und „Body and Soul“: ein Fall von ehrenwerter Jazz-Basisarbeit? Von wegen. „Wir machen schon schräge Sachen“, meint Pianist Thomas Rückert. Schräg, weil völlig losgelöst von den gängigen Konventionen der Standardinterpretation.
Die Musik des Albums ist vom Fusion-Jazz der 70er Jahre inspiriert und wurde größtenteils von Varre Vartiainen komponiert. Mike Stern steuert jedoch ebenfalls eine bedeutende kreative Note bei. Von beiden Künstlern kann man meisterhaftes Gitarrenspiel erwarten. „Head & Heart“ ist die Fortsetzung von Vartiainens Soloalbum „Almost Standards“, das von der Kritik hochgelobt wurde.
Dieses Album ist eine Offenbarung! Wir haben Schuberts Lieder noch nie so gesungen und vor allem so arrangiert gehört. Beim Hören dieser Musik taucht man ein in eine Welt aus elektronischen Hintergrundklängen, reinen, wunderschön gespielten Harfensounds und perfekt gesungenen klassischen Liedern. Ich bin voller Bewunderung für den Einfallsreichtum, die gegenseitige Inspiration und die Konsequenz, mit der dieses außergewöhnliche Trio die musikalischen Inhalte aufbaut. Ihr gemeinsames Werk ist ein klangliches Meisterwerk.
Trombone und E-Gitarre – ein Duo, das schon durch seine Besetzung überrascht. Raissa Mehner und Max Wehner zeigen auf ihrem Debüt Misquotation, wie aus dieser scheinbar gegensätzlichen Kombination eine faszinierende, intime Klangwelt entstehen kann. Hier ist nichts überflüssig, nichts dekorativ. Jede Note hat Gewicht, jede Pause Bedeutung. Mehner und Wehner entwerfen ihre Musik mit fast asketischer Klarheit und eröffnen zugleich Räume von großer emotionaler Tiefe. Ihre Stücke leben vom Dialog – mal verschmelzen die Linien ineinander, mal prallen sie kantig aufeinander, um sich im nächsten Moment wieder in fragile Balance zu bringen.
Ein wunderschönes Album, das mit seinen vielschichtigen Klängen fesselt und zum genauen Hinhören einlädt.„Ich habe davon geträumt, im Mittelalter geboren zu werden“, sagt die Komponistin Yelena Eckemoff.
Diese Musik entzieht sich wirklich allen üblichen Schubladen. Yonela Mnana und Benedikt Reising – zwei Künstler, die ein tiefes gegenseitiges Verständnis verbindet – erschaffen gemeinsam mit einem dreistimmigen Chor ein Klangbild von verblüffender Fülle, Wärme und spiritueller Tiefe.
Yumi Ito begeistert einmal mehr mit ihrer einzigartigen Stimme. Die Kraft und Reinheit ihres Gesangs sind schlicht überwältigend, und auf ihrem neuen Soloalbum stellt sie dies eindrucksvoll unter Beweis. Nur Stimme und Klavier – und doch erschafft sie damit eine Klangwelt, die von großer Intensität und emotionaler Tiefe geprägt ist.
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