Jazz News

Caspar van Meel Quintet - On The Edge

Der Titel "On the Edge" vom neuen Album des Caspar van Meel Quintets ist kein Zufall – hier ist eine Gruppe die sich traut Risiken einzugehen und sich gegenseitig inspiriert neue musikalische Räumen zu erforschen. Swingen in bester Hardbop-Tradition, afrikanische Beats, krumme Taktarten und dabei grooven wie eine Funkband – das Caspar van Meel Quintet spielt modernen Jazz mit jeder Menge Energie. „Ich möchte Stücke schreiben, die beides sind: intellektuell anregend und emotional bewegend“, sagt Caspar van Meel, Bandleader, Komponist und Bassist der Gruppe, über seine Musik.

Lia Pale - Sing My Soul

Was Lia Pale macht, ist im Grunde nichts anderes als das, was im Jazz ohnehin üblich ist – vorhandenes musikalisches Material nehmen um etwas Eigenes, Neues daraus zu machen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sie ihre Lieder nicht aus dem Great American Songbook, sondern aus dem Great European Songbook bezieht. Anders gesagt, statt George Gershwin, Irving Berlin und Cole Porter hat sie sich bis jetzt für Franz Schubert, Robert Schumann und Johannes Brahms entschieden.

Deutsche Jazzunion warnt vor Folgen von Veranstaltungsverbot ohne Kompensation für Kulturschaffende

Berlin, 28.10.2020 | Die Deutsche Jazzunion richtet gemeinsam mit vielen anderen Bundesverbänden einen dringenden Appell an die Bundesregierung, bei den weiteren Verschärfungen der Corona-Maßnahmen die teils drastischen Auswirkungen für den Kulturbereich im Auge zu behalten. Am heutigen Mittwoch werden nach Gesprächen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsident*innen der Länder weitere Vorgaben zur Eindämmung des Infektionsgeschehens erwartet.

Andreas Hourdakis - Underworld

Nicht viele Gitarristen sind so vielseitig wie Andreas Hourdakis. Seine Konzerte gab er in renommierten Jazzlokalen, schweißtreibenden Rockclubs und sogar in Schwedens größten Arenen. Im Jazz haben ihn seine Beiträge zu Magnus Öströms Band, Lars Danielsson, Karin Hammar, Sebastian Studnitzky, Jeanette Lindström, Joakim Milder, um nur einige zu nennen, auf einige der angesehensten Jazzbühnen Europas gebracht – aber in jeder Umgebung, in der er spielt, ist sein einzigartiger Klang unverkennbar.

Stefano Bollani mit „Piano Variations on Jesus Christ Superstar“ beim Jazzfestival Esslingen

Trotz widriger Umstände konnte das 6. Jazzfestival Esslingen dank des energischen Engagements von Maximilian Merkle und seinem Team in modifizierter Form stattfinden. Stefano Bollani war in Esslingen bereits beim Festivalauftakt 2015 ein Programmhöhepunkt. So erwartete das Publikum mit den obligatorischen Masken und viel Abstand zueinander in der Stadtkirche St. Dionys den Meister, der zur Begrüßung mit einem Tribut für den am 6. Juli in Rom verstorbenen Ennio Morricone sein Konzert begann.

Eyot - 557799

Der Name des Albums lautet 557799, nach der Kompositionsnummer 7, bei der es um das durchgehende Rhythmusmuster geht. 5/8 5/8, 7/8 7/8, 9/8 9/8. Diese 3 ungeraden Rhythmen sind die Grundlagen der traditionellen Musik des Balkans, aber für uns ist das mehr als nur die Nummer - es ist der Inbegriff des Lebens und der Geschichte, die in diesem Teil der Welt immer schon turbulent war. Das ist unser Herzschlag. Es ist eine Merkwürdigkeit voller Leben und Emotionen.

Yumi Ito - Little Things

Offizielles Musikvideo für die Single "Little Things" aus dem Album "Stardust Crystals" von Yumi Ito. Album erscheint am 20.11.2020 auf allen Plattformen.
MusikerInnen: Yumi Ito (vocals, composition, arrangement, lyrics), Marina Tantanozi (flute), Sam Barnett (altosax), Enrique Oliver (tenorsax, bassclarinet), Victor Darmon (violin), Hugo Van Rechem (viola), Joachim Flüeler (cello) , Esther Sévérac (harp), Izabella Effenberg (vibraphone, array mbira), Kuba Dworak (doublebass), Phelan Burgoyne (drums)

Worldwide Sax Alliance (WSA) & JazzDayGermany stellt Ganna Gryniva vor

Ganna Gryniva ist eine ukrainische (*04.07.1989), in Deutschland lebende Sängerin, Pianistin und Komponistin. Aufgewachsen in der Ukraine und Deutschland sucht Ganna nach Wegen ihre verschiedenen kulturellen Wurzeln zum Ausdruck zu bringen. Ihre Arbeit als Bandleaderin und Komponistin kombiniert Musikwelten von Jazz über ukrainischen Folk bis hin zu klassischer und experimenteller Musik. 2018, 2019 und 2020 erhielte Ganna (drei Jahre in Folge) das Stipendium der Neuen Liszt Stiftung.

Das Eismeer - Live im Sowieso Neukölln

Die Musik des Trios ‚Das Eismeer‘ hat etwas schwebend Mildes und Entschleunigtes. Sie klingt melancholisch nordisch und nach Weite. Doch wie es schon der treffende Bandname anzeigt, kann auch schroff das Tempo der ausgewogenen Ereignisse angezogen werden. Es ist, als würde sich eine innere Leinwand mehr und mehr mit den bewussten Bildern im Kopf entfalten. Insofern ist das eine Art musikalischer Impressionismus, ausgewogen, leise und doch nachdrücklich. Es zählt der Gruppenklang und nicht das solistische Lospreschen des Einzelnen. Je länger man hört und sich bewusst einlässt auf dieses gleichberechtigte Musizieren, umso mehr gewinnen diese Klänge an Tiefenschärfe.

I am the master of my fate: I am the captain of my soul

Statt wie gewohnt im stimmungsvollen Esslinger Jazzkeller in der Webergasse fand sich das treue Publikum entspannt und in gehörigem Abstand im „Komma“ wieder. Anke Helfrich, hier am zierlichen Piano statt am Flügel, Dietmar Fuhr neben ihr am Bass und der WDR-Jazzpreisträger Jens Düppe, der das Trio temporeich als Schlagzeuger ergänzt. Nach langer Pause ist das Trio nun endlich wieder live zu erleben und beginnt mit „Aspettami„ sofort das Publikum zu verzaubern.

Nils Wogram solo - Bright Lights

Was zum Beispiel auf Klavier oder Gitarre längst zur Normalität gehört, mutet auf der Posaune immer noch ungewohnt an, um nicht zu sagen gewagt. Dabei hat diese andernorts ungewöhnliche Konstellation im deutschen Jazz durchaus Tradition. Albert Mangelsdorff und Conny Bauer haben es vorgemacht und ihr Instrument auf mehreren stilprägenden Alben und unzähligen solitären Konzerten als Soloinstrument präsentiert. Mit seinem Solodebüt ‚Bright Lights‘ schließt Nils Wogram nicht nur an diese große Tradition an, sondern eröffnet ihr gleichzeitig völlig neue Perspektiven.

Frida - Freedom Of Fight

Drei Stimmen, Bass und Schlagzeug – schon auf den ersten Blick wird das Besondere dieses Quintetts offensichtlich. Die ungewöhnliche Besetzung ist aber nur ein charakteristisches Markenzeichen der Band, ein weiteres ist Fridas Repertoire. Couragiert und leichtfüßig, aber niemals leichtfertig lässt es Stil- und Genregrenzen rund um zeitgenössischen Jazz hinter sich. Auf ihrem Debütalbum Freedom of Flight präsentiert Frida intensive Poesie-Vertonungen, individuelle Neudeutungen von Pop-Hits und eigene Kompositionen. Allen gemeinsam ist dieser spezielle, so vielleicht noch nie gehörte Frida-Sound, der Himmel und Erde zu verbinden scheint. Hier die oft glockenklaren, manchmal geradezu schwebenden, dann wieder nachdrücklichen oder lautmalerischen Stimmen. Dort ein knurrig-holziger, zuweilen absichtsvoll rau gestrichener Kontrabass und ein pointiert und dynamisch gespieltes Schlagzeug.

Konzentrat und weite Räume - Phishbacher im Corona – Modus

Lyrisch, melodischer Einstieg, ein Solo – Piano – Intro, aber von Beginn an spürbar: die vibrierende Energie die im diesem Phishbacher Power – Paket lauert, die zu jeder Sekunde ausbrechen kann und die das auch immer wieder tut. Weil es täglich mehr Risikogebiete in Europa gibt, sagt Walter Fischbacher mit einem Lachen in seinem markigen Gesicht, habe er keine Ahnung, wie`s und ob`s überhaupt weitergeht mit der Tour. Und vielleicht deshalb, womöglich gerade deshalb powert dieses Trio von Beginn aus dermaßen los. In das Piano Intro sind längst der am Vorabend rekrutierte ‚Ersatzbassist‘ Cliff Schmitt und Ulf Stricker an den drums eingestiegen...

Gediminas Karkauskas - Lost Suite

Gediminas Karkauskas nahm sich Zeit für die Veröffentlichung seines ersten Albums. Auf die Frage "Warum jetzt?" - "Ich habe Jahre damit verbracht, den klassischen Jazz durch Improvisation in einem zeitgenössischen Jazzkontext zu beeinflussen. Ich würde sagen, ich bin offener geworden, meine Musik mit dem Zuhörer zu teilen. Es ist ein experimentelles Projekt, das Jazz aus klassischen Einflüssen schafft und Raum für Improvisation in einem zeitgenössischen Jazz-Rahmen bietet...

Uli Rennert - codeRED

"codeRED" ist ein Stück Musik geworden, das vor allem in Sachen Sound weit aus dem gewöhnlichen musikalischen Rahmen fällt. Uli Rennert entlockt seinen Instrumenten – dem Synthesizer und der Lap-Steel-Gitarre – Klänge, die futuristisch bis psychedelisch anmuten und im Zusammenspiel mit Bass und Schlagzeug irgendwo zwischen Komposition und Improvisation eine wirklich ganz eigene Atmosphäre entwickeln. Man durchfliegt den leeren und stillen Raum, man trifft auf chaotische Ereignisse, man wird Zeuge von mächtigen Ausbrüchen und Explosionen. (Michael Ternai)

Sooäär-Yaralyan-Ounaskari - Goodbye July

Was ist ein Trio aus Gitarre, Bass und Schlagzeug, das melodischen Jazz mit einigen Elementen nordischer Folklore und europäischer Klassik spielt? Die Antwort kam dem estnischen Gitarristen Jaak Sooäär, als er sich die Ergebnisse der Aufnahmesession des Trios anhörte, das 2018 ihr Debütalbum “A Shooting Star” (o-tone music) werden sollte. Die Musik klang wie ein Klaviertrio, nur ohne ein Klavier in der Band. Die Rock-orientierten Trios mit Gitarre, Bass und Schlagzeug werden auch als “Power-Trios” bezeichnet. Im polyphonen Zusammenspiel der drei Musiker entstand ein Klang der sich eher nach luftigen Landschaften, ähnlich dem europäischen Klaviertrio-Sound anhörte.

Philip Zoubek Trio - Nonplaces

Die neue CD des Philip Zoubek Trios präsentiert einen ungewöhnlichen Zugang zum gängigen Format des Pianotrios. Die Musiker begreifen die tradierte Form als Herausforderung, dass da noch etwas zu holen ist. Mit extremer Dynamik, unverbrauchten Wendungen, konziser Präzision und immenser Spielfreude schreiten sie punktgenau immer anders gesteckte Rahmen aus. Man hört ein klares Statement, wie es nur ein bestens eingespielter Organismus abgeben kann. Man hört anregende Trialoge in konstruktiver Spontaneität, die sich für ihre Aufbrüche nicht bei Vorbildern rückversichern muss.

Bastien Keb - The Killing of Eugene Peeps

Eine Ode an Giallo, 70er Jahre Kriminalfilme und das französische „New Wave“ Kino: Bastien Keb’s drittes Album 'The Killing of Eugene Peeps' ist ein fiktionaler Soundtrack, der aus Downbeat- Anti-Balladen, kinematischen Instrumentals, psychedelic-Folk und verzerrten Selbstgesprächen besteht. Ursprünglich bestand es aus drei Teilen: Filmscore, Soundtrack und „zufällige“ Musik; Das Album entwickelte sich wie in einem Traumzustand, Ein Erzähler führt den Hörer abschnittweise durch die Songs zwischen Sehnsucht und Reue: “I always wanted more, I always hoped there was more”.

Ground 71 - Ground 71

Ground 71 ist ein italienisches Instrumentalensemble, das von Giampiero Locatelli (Klavier, Rhodos), Stefano Dallaporta (Kontrabass und E-Bass) und Andrea Grillini (Schlagzeug) gegründet wurde. Sie trafen sich und begannen 2015 zusammen zu spielen, und von Anfang an waren ihre Interessengebiete auf die Konzepte Form, Raum und Metrum ausgerichtet.

Zuzana Leharova Quartet - Knochenmann

Die Violine und der Jazz – trotz herausragender Protagonisten wie Stéphane Grappelli, Jean- Luc Ponty oder Regina Carter von jeher ein nicht gerade allzu inbrünstiges Liebesverhältnis. Mit der Geigerin Zuzana Leharova versucht nun erstmals ein Mitglied der Jazz thing Next Generation, die sorgfältig gepflegten Vorurteile mit einem Bogenstrich in Luft aufzulösen. Die Mittel, die sie dabei verwendet, könnten authentischer kaum sein. In der Slowakei geboren, besitzt Leharova die österreichische Staatsbürgerschaft, lebt aber in Köln. Ein unorthodoxer, extrem spannender Mix aus Herkünften und stilistischen Einflüssen, aus Identitätssuche und Zugehörigkeit, aus Abenteuerlust und Entschlossenheit, der in jeder Sekunde ihre Musik und ihr Violinspiel bestimmt.

Mark Wade - Songs from Isolation

Der Bassist Mark Wade hat mit seinem Trio und seiner 2015 erschienenen Debütaufnahme Event Horizon und der 2018 erschienenen Folgeaufnahme Moving Day internationale Anerkennung erlangt. Der beliebte New Yorker Bassist ist dreimaliger Finalist bei der Leserwahl des Downbeat Magazine. Für seine 2020 erscheinende Veröffentlichung Songs From Isolation tritt Wade allein auf und präsentiert ein einzigartiges Soloprojekt. Die fünf in diesem Werk enthaltenen Titel bestehen aus Musik, die ausschließlich auf dem akustischen und elektrischen Bass gespielt wird.

Anja Schumann - Ganz Neu

"Ganz neu" ist der Titel von Anja Schumann neuester Platte. Passend zum Corona-Jahr 2020, in dem alles anders und ganz neu ist. Die Sängerin und Komponistin wünschte sich am Ende des letzten Jahres, als sie die Zeilen schrieb: „Und nächstes Jahr mach ich frei, das nächste Jahr wird ganz neu.“ – eigentlich nur etwas weniger Arbeit, mehr Zeit zum Durchatmen. Nun ist es so gekommen, wenn auch ganz anders als erwartet.