Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Mit ‘Here & Now’ etabliert Maria Baptist einmal mehr ihren individuellen Stil: die Pianistin und Komponistin zeigt, wie fließend in der heutigen Zeit die Grenzen zwischen Jazz und klassischer Musik sein können; was für ein kraftvolles und zugleich fragiles Instrument ein Jazz Orchester sein kann. Das 16-köpfige international besetzte Ensemble kreiert einen organischen Sound, bei dem improvisatorische Freiheit und auskomponierte Strukturen wie selbstverständlich ineinander übergehen.
Die Norwegerin Rebekka Bakken ist eine feste Größe in deutschen Clubs und auf hiesigen Jazzfestivals. Mit Charme und Stimme wickelt sie seit Jahren ihr Publikum um den kleinen Finger. Sie schreibt emotionale Songs, die ihre Alben zu wahren Singer-Songwriter-Perlen werden lassen und auf der Bühne dennoch in großartige Jazzinterpretationen umgewandelt werden können.
Der norwegische Jazztrompeter und Musikproduzent Nils Petter Molvaer präsentiert 2016 sein neues Album »Buoyancy«. Statt »sein« muss man allerdings besser von »ihr« sprechen, denn eigentlich handelt es sich dabei um ein Bandalbum.
Teils anrührend autobiographische, teils allgemeine Reflektionen über Liebe und Tod, schmerzliche Abschiede, aber auch Alltagsbegebenheiten, hat Yelena Eckemoff mit ihrem Ensemble in klassischer Formation in klassischen Jazz umgesetzt – mit einem deutlichen »Blue note«-Anteil und gelegentlichen Ausflügen ins Experimentelle.
Unter dem Label Sennheiser Media ist jetzt A Bus zweites Album „Butterflies Fly In Pairs“ entstanden. Es ist seine erste Veröffentlichung, die vorwiegend Eigenkompositionen enthält. Dieses Album wurde im Mai (China) und August (Rest der Welt) 2016 veröffentlicht. Mit dem Feuer und der Unbekümmertheit eines jungen Künstlers ist ihm ein farbenfrohes Jazz-Album gelungen. Die Kompositionen sind von Jazz, Latin, Pop und Fusion inspiriert und getragen von der vibrierenden Energie New Yorks.
Jan Garbarek, Joshua Redman Trio, Hildegard Lernt Fliegen, NDR Bigband, Beady Belle & Bugge Wesseltoft, Dhafer Youssef, Akua Naru, Nighthawks, Anna Lena Schnabel, Benjamin Schaefer, MIU, Erik Truffaz, Nina Attal, Accordion Night.
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Auf „Nearness“ werden Live-Aufnahmen der letzten Europa-Tournee von Redman und Mehldau zusammengefasst. Das Ergebnis ist kein typisches Live-Album. Der Saxofonist und der Pianist machen die Bühne zum Studio und das Publikum zum spontanen Produzenten. Die aus dieser Spielsituation resultierende Spannung reißt die Protagonisten jedoch nicht weg. Sie nutzen diese als gestalterisches Mittel, verzichten auf Live-Rituale und spielen mit unglaublicher Konzentration.
Torun Eriksen ist zurück. Ihr fünftes Album Grand White Silk ist nicht nur ein wunderbar vielfältiges Studiowerk, es ist auch ihr bisher ambitioniertestes. Zum ersten Mal hat die norwegische Sängerin komplett selbst produziert und arrangiert in enger Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen musikalischen Weggefährten Kjetil Dalland.
Mit der Produktion von Reciprocity erfüllte sich Olivier Le Goas einen langgehegten Traum. Mit Kevin Hays am Piano, Nir Felder an der Gitarre und Phil Donkin am Kontrabass holte er sich international bekannte Partner und formte mit ihnen ein Quartett, das seine Kompositionen ideal umsetzt.
Auf seinem neuen Album »The Good Life« stellt Till Brönner 2016 nicht nur seine Qualitäten als Trompeter, sondern auch die als Crooner unter Beweis. Der heute 45 Jahre alte Trompeter feierte erste Triumphe als Solist in der RIAS Big Band, in der er sich auf ein weitgestecktes Repertoire einlassen musste und lernte, in einem perfekt aufeinander abgestimmten Ensemble zu grooven wie die Hölle und in jedem einzelnen Ton genau das zu geben, was der jeweilige Song braucht.
Ars nova ist der mittelalterliche Name für die neue Musik des 13. und 14. Jahrhunderts. Eine Supernova nennt man das kurze helle Aufleuchten eines Sternes durch eine Explosion, bei der der ursprüngliche Stern zerstört wird. Seine Leuchtkraft kann auf der Erde erst wahrgenommen werden, wenn er nicht mehr existiert.
Ein neuer Stern am Trompeterhimmel. In der Jerusalem Post als “a rising star in today’s jazz music world” beschrieben, bringt der Israeli Itamar Borochov seinen einzigartigen Sound überall dort mit hin, wo immer es ihn musikalisch hintreibt. Tief verwurzelt in der Tradition des Jazz sucht Itamar nach seinen persönlichen Wurzeln – eine Suche, die ihn zu einer stetig wachsenden Liebe der arabischen und pan-afrikanischen Musiktraditionen führte.
Auf ihrem mittlerweile vierten Album setzt die französische Schlagzeugerin Anne Paceo ihren eigenwilligen Stil fort. Circles ist ein Ansammlung voller energiegeladener Songs und Eskapaden, freigeistiger Wirbelwinde und erdiger Rhythmen.
Der 32-jährige Jazzpianist David Helbock gehört zu der Generation junger Jazzmusiker, die die Grenzen ihres Metiers sprengen, die das musikalische Verständnis von alt und neu, von Komposition und Improvisation, von Stil und Persönlichkeit radikal verändern und ihren eigenen Weg gehen. Für seine Musik zapft David Helbock die unterschiedlichsten Inspirationsquellen an, vom Alltag über die Natur und die verschiedensten musikalischen Einflüsse bis zu Texten aller Art.
„Der Fokus des neuen Albums liegt auf den Kompositionen“, so Rantala. Ihr Kern sind „einfache, aber eingängige Melodien, an die man sich erinnert“. Rantala, Danielsson und Erskine entfernen sich bewusst vom klassischen Pianotrio-Spielkonzept. Direkt und ohne große Schnörkel, vom Groove dominiert, erklingen die Stücke auf „How Long Is Now“. Man kann das ehrliche Musik nennen, ohne Maskerade. Bodenständigkeit als Qualitätsmerkmal. Wirkung entsteht durch Klarheit und Einfachheit.
Jazz voller Melos erfüllt die Nacht. Die Band um den Trompeter Martin Dahanukar spielt Originals mit traumhaftem Touch. Für erdigen Drive sorgen der Perkussionist Willy Kotoun und der Kontrabassist Philipp Moll. Am Piano verleiht Michael Haudenschild der Musik lyrische Weiten und Raum für die mysteriös-spannungsvollen Trompetenklänge. Die poetischen Tonbilder erinnern an Stills aus der Nouvelle Vague.
Der spanische Flamenco-Gitarrist Santiago Lara ist eine Generation jünger als Pat Metheny. Als der spätere Meisterschüler von Manolo Sancúlar 1984 geboren wurde, war Metheny bereits ein Star und das Album „Offramp“, von dem hier der Song „James“ erklingt, schon seit zwei Jahren auf dem Markt. Lara ist praktisch in die Musik Methenys hineingewachsen. Er zelebriert diese Metheny-Originale auf seiner reich gedeckten Flamenco-Tafel mit einer solchen aus sich selbst heraus leuchtenden Selbstverständlichkeit, als läge nichts näher, als sie in eben dieser Auffassung abzubilden.
Der Name ist Programm, denn der Gitarrist hegte schon lange einen besonderen Traum: ein Jazzalbum voller Liebe. Beim Label Blue Note wurde er jetzt Wirklichkeit. So widmete sich Cline auf dem Doppelalbum berühmten Liebesliedern, Klassikern und modernen Balladen und hüllte sie in das Gewand des Jazz.
Auf „Snowmelt“ geht es erneut um viel mehr als nur um sein Instrument, es geht um die vielstimmige, komplexe Klangwelt in Nesets Kopf. Mit „einem der besten klassischen Kammerensembles der Welt“, wie sich Neset wohl bewusst ist, bringt er diese zum Klingen. Geht es um zeitgenössische Musik, so ist die London Sinfonietta einer der führenden Klangkörper weltweit.
Dieses nie zuvor veröffentlichte, atemberaubende Set der Jazz-Sängerin und Pianistin mit der Angora-Stimme, Shirley Horn, erfasst sie ganz am Anfang ihrer Wiederkehr in die Jazz-Szene. Es wurde Live am 2. Mai 1988 im The Four Queens Hotel in Las Vegas aufgenommen (am Tag nach ihrem 54. Geburtstag).
“In The Park” hieß die letzte gemeinsame Platte, aufgenommen vor über 15 Jahren. Nach dem Ausflug „In The Park“ spazierte jeder der beiden Hauptprotagonisten erstmal alleine auf seinem musikalischen Weg.
Bislang standen meist die elektronischen Grooves am Anfang – entwickelt von seinen „Laborratten“, wie Hattler seine Kollegen aus der Programmierabteilung liebevoll nennt. Diesmal ist Hattler ganz anders vorgegangen. Bei den meisten neuen Songs stand am Anfang nicht die Elektronik, nicht die Technik, auch keine Fingerübungen am Bass. Am Anfang stand: Die reine Idee! Die Musik entstand zunächst im Kopf.
Mit Pericopes+1 und dem dazugehörigen, 2015 auf Alfa Music releasten Album «These Human Beings» sind Sgobbio und Vernizzi noch einen Schritt weitergegangen: Ihre 2012 begonnene Zusammenarbeit mit dem New Yorker Schlagzeuger Nick Wight gipfelte 2014 in einer Tour durch Nordamerika und anschliessender Studiosession in New York.
Ein sehr dynamischer Erstling von einer Gruppe mit Mut zu Ecken und Kanten. In einem eigenwilligen Ideenfluss bilden Lieder mit charakteristischem weichem Streicherkern nicht den Schwerpunkt, sondern sind wohlverdiente Inseln der Ruhe: Harmonium Song bettet die Sängerin Suzanne Savage im Wohlklang ein, im Track Stormy ist die Besetzung genau die richtige um eine trübe irische Landschaft entstehen zu lassen. Das Süßliche wird instrumental immer gut dosiert, die Stimme Savages reliefartig in Szene gesetzt.
Waren Sie eventuell dabei, als Saxophonist Joe Lovano am 14. August 2005 mit einem Traum-Quartett aus Pianist Hank Jones, Bassist George Mraz und Drummer Lewis Nash auf dem Newport Jazz Festival reüssierte Nein? Das ist schade, aber kein Problem mehr, denn der ebenso heimelig-relaxte wie virtuose Jazz-Abend erscheint jetzt, über ein Jahrzehnt später, als Livealbum.
Mit ihrer von den Folktraditionen Norwegens und Finnlands, Improvisation und Jazz durchdrungenen Musik hat die Sängerin und Kantele-Spielerin Sinikka Langeland einen ganz eigenen Platz in der europäischen Musik gefunden.
… zwei Wiederholungstäter. Sie begegnen einander nicht nur mit höchstem Respekt, sondern auch mit einer unbändigen Lust aufs gemeinsame Musizieren. Das Zusammenspiel der beiden funktioniert wie eine Sammlung von Geschichten, die sich auf höherer Ebene zu einem Roman verdichten.
Das erste Leader-Album des von vielen wichtigen Einspielungen und durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Tord Gustavsen bekannten Bassisten auf ECM. Das Repertoire des Albums umfasst ausschließlich Originalmaterial von Eilertsen und Mitgliedern des international zusammengesetzten Ensembles.
Man könnte regelrecht böse sein auf Modest Petrowitsch Mussorgski. Wäre doch bloß der Titel „Bilder einer Ausstellung“ nicht schon an sein zweifellos wunderbares Epos dieses Namens vergeben gewesen! Jetzt nämlich würde er für das Album einer jungen Estin noch ein wenig besser passen. Während Mussorgski die Musik zu einer real denkbaren Ausstellung schrieb, hat Maarja Nuut mit „Une Meeles“ („In the Hold of a Dream“) die Musik für eine Exposition erschaffen, die sich erst beim Hören in der Fantasie ihrer Zuhörer entwickelt.
Seit fünf Dekaden genießt Jeff Beck den Ruf als außergewöhnlicher und bahnbrechender Gitarrist und Musiker und konnte im Lauf seiner Karriere alle wichtigen Preise der Musikwelt entgegennehmen. Gleich zweimal wurde er in die Rock’n`Roll Hall Of Fame aufgenommen: 1992 als Mitglied der Yardbirds und 2009 als Solokünstler. Das Rolling Stone Magazine (US) zählte ihn zu einem der „100 besten Gitarristen aller Zeiten“, und nicht weniger als 8 Grammys wurden ihm im Laufe seiner Karriere verliehen. Als Gastmusiker hat er an Sessions mit fast allen großen Namen des Soul, Blues und Rock teilgenommen, von Stevie Wonder und Buddy Guy bis hin zu Tina Turner und Mick Jagger.
Sagen Ihnen Henryk Vars (manchmal auch Wars geschrieben) oder Bronisław Kaper was? Wer, bitte schön? Nun, die beiden Schlager- und Filmkomponisten polnischer Herkunft, die im 20. Jahrhundert zunächst zuhause, dann in der Traumfabrik Hollywood Karriere machten, dürften heutzutage allenfalls noch Soundtrack-Spezialisten namentlich geläufig sein, deren Musik sind aber sicher die meisten von uns schon einmal begegnet. Jedenfalls dann, wenn man Filme wie “Lassie – Held auf vier Pfoten”, “Der gläserne Pantoffel”, “Meuterei auf der Bounty” oder die TV-Serien “Flipper”, “Daktari” und “FBI” gesehen und dabei ein wenig auf die Klangbegleitung von Vars bzw. Kaper geachtet hat. Mit seinem Audiofeeling Trio und Gast-DJ Mr. Krime setzt Pianist Paweł Kaczmarczyk den großen Landsleuten jetzt ein Denkmal in Tonträgerform, sein Album “deconstructiON” ist eine respektvolle Jazzhommage an deren Schöpfergeist.
Die vier Musiker Hermann Kock (drums), Moritz Grenzmann (bass), Manuel Seng (piano) und Judith Erb (vocals) haben bereits mit anderen Künstlern europaweit getourt und sind als Recording Artists auf unzähligen CD und Radio- Produktionen vertreten. Mit Judith Erb hat die Band eine der interessantesten und ausdrucksstärksten Stimmen bundesweit dabei. Sie hat an der FMS Jazz und Popularmusik studiert und mehrere Preise bei Bandwettbewerben gewonnen.