Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Gemeinsam mit Jazz-Legende und Grammy-Preisträger Bob James hat Trompeter Till Brönner - Deutschlands erfolgreichster Jazzmusiker – sein langersehntes nächstes Studio-Album aufgenommen. Der eine aus dem Mutterland des Jazz - der andere aus dem Schoß europäischer Tradition, verabredeten sich beide im Herbst 2019 im legendären Studio "La Fabrique" in Südfrankreich. "Wir hatten beide zunächst sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wohin sich unsere gemeinsame Session entwickeln sollte. Alle Theorie sollte jedoch einem zentralen Gefühl weichen, das wussten wir beide sofort", resümiert der mehrfache ECHO-Gewinner und Grammy-nominierte Ausnahmemusiker Brönner über den Entstehungsprozess.
Wow! Muss oder kann man wirklich mehr über „Tendu“, das neue Album des Trios Jarry Singla Eastern Flowers sagen, als der Pianist das selbst in diesem kurzen Statement vermag? Musik ist eine Sprache, und jede Sprache bedarf der individuellen und interkulturellen Übersetzung. Denn Sprache, völlig egal, ob ihr Vokabular auf Worten, Farben, Bewegungen oder eben Tönen, Rhythmen und Klängen basiert, ist immer ein Abbild des Lebens.
Der Zweijahresrhythmus bleibt gewahrt, auch beim vierten Album des Eva Klesse Quartetts. Ende Oktober 2018 erschien Miniatures - Ten Songs For Chamber Jazz Quartet, begleitet von begeisterten Medienreaktionen. Viele lobten besonders die traumwandlerisch sicheren Interaktionen der Band und ihre charakteristische, variable Klangsprache. "In den Stücken dieses Albums ist kaum ein Takt so, wie man ihn erwarten würde. Kein Klischee. Kein Abfeiern von Effekten. Sondern die Lust am instrumentalen Gespräch", konstatierte BR-Klassik und Matthias Wegner attestierte im Deutschlandfunk Kultur: "...ein wunderbarer Gesamtsound: unaufgeregt, aber dennoch voller Tiefe." Ulrich Steinmetzger notierte in der Leipziger Volkszeitung: "Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Band, die auf feine Details und milde Stimmungen setzt und nicht auf vordergründige Überrumpelung, ist höchst faszinierend."
Als langjährig eingespieltes Jazz-Ensemble hat Yellowjackets in seiner fast vier Jahrzehnte währenden Geschichte ein ganz eigenes Universum elektroakustischer Klangwelten erschaffen. Seit dem gleichnamigen Debütalbum der Band aus dem Jahr 1981 hat Yellowjackets mit innovativen und herausfordernden künstlerischen Statements immer wieder neue Wege beschritten. Für Jackets XL, ihr 25. Album und das vierte für die Mack Avenue Music Group, hat sich die Band in einer aufregenden und intensiven Zusammenarbeit mit der herausragenden WDR Big Band aus Köln weiter profiliert und neu erfunden. Das Projekt kombiniert das vielgestaltige, mehrfach mit dem GRAMMY®- Preis ausgezeichnete Quartett mit der renommierten Big Band und kreiert bekannte Band-Originale mit dynamischen neuen Arrangements, die sich durch Wendungen, Texturen und Farben, bewegende Harmonien und mutige Soli auszeichnen.
Musik der Meere und ein Meer voller Träume - Quadro Nuevo kehren zurück zu Ihrer frühen alten Liebe zur mediterranen Leichtigkeit. Es duftet... Die mediterrane Leichtigkeit des Seins war zweifellos immer schon von grossem Einfluß für Quadro Nuevo: italienische Tänze, französische Valse, ägäische Mythen-Melodien, Songs entlang einer sonnenbeschienenen Küstenstraße, orientalische Impressionen, Brasilianische Aromen und neapolitanische Gassenhauer.
Auf dem neunten Soloalbum interpretiert Rebekka Bakken, mit ihrer kraft- und ausdrucksvollen drei Oktaven umfassenden Stimme, Lieder, die alle ganz wunderbar zur kommenden Winter- und Weihnachtszeit passen. So singt sie u.a. Calling All Angels, In The Bleak Midwinter, Silent Night und schafft es auch Wham!`s Last Christmas in ein anderes, ein romantisch zartes Licht zu tauchen.
Lucas Leidinger ist als kreativer Geist und eigenwilliger Pianist und Komponist in zahlreichen Formationen bekannt. Sein neustes Projekt "Trio Aurora" sucht nach neuen Wegen und Freiheiten innerhalb selbst erschaffener Strukturen.
Jarrod Lawson hat die Kraft der Musik für sich entdeckt, behutsam gepflegt und wachsen lassen. Jetzt ist es an der Zeit, dass er sie als einer der beeindruckendsten Soul-Sänger der Gegenwart an die Welt weitergibt.
Der Titel "On the Edge" vom neuen Album des Caspar van Meel Quintets ist kein Zufall – hier ist eine Gruppe die sich traut Risiken einzugehen und sich gegenseitig inspiriert neue musikalische Räumen zu erforschen. Swingen in bester Hardbop-Tradition, afrikanische Beats, krumme Taktarten und dabei grooven wie eine Funkband – das Caspar van Meel Quintet spielt modernen Jazz mit jeder Menge Energie. „Ich möchte Stücke schreiben, die beides sind: intellektuell anregend und emotional bewegend“, sagt Caspar van Meel, Bandleader, Komponist und Bassist der Gruppe, über seine Musik.
Was Lia Pale macht, ist im Grunde nichts anderes als das, was im Jazz ohnehin üblich ist – vorhandenes musikalisches Material nehmen um etwas Eigenes, Neues daraus zu machen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sie ihre Lieder nicht aus dem Great American Songbook, sondern aus dem Great European Songbook bezieht. Anders gesagt, statt George Gershwin, Irving Berlin und Cole Porter hat sie sich bis jetzt für Franz Schubert, Robert Schumann und Johannes Brahms entschieden.
Berlin, 29.10.2020 | Die für November 2020 angekündigten Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Corona-Virus bedeuten existentielle Einschnitte für die Freien Künste. Das zwischen Bund und Ländern vereinbarte Veranstaltungsverbot entzieht Kunst- und Kulturschaffenden erneut die Existenzgrundlage.
Berlin, 28.10.2020 | Die Deutsche Jazzunion richtet gemeinsam mit vielen anderen Bundesverbänden einen dringenden Appell an die Bundesregierung, bei den weiteren Verschärfungen der Corona-Maßnahmen die teils drastischen Auswirkungen für den Kulturbereich im Auge zu behalten. Am heutigen Mittwoch werden nach Gesprächen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsident*innen der Länder weitere Vorgaben zur Eindämmung des Infektionsgeschehens erwartet.
Nicht viele Gitarristen sind so vielseitig wie Andreas Hourdakis. Seine Konzerte gab er in renommierten Jazzlokalen, schweißtreibenden Rockclubs und sogar in Schwedens größten Arenen. Im Jazz haben ihn seine Beiträge zu Magnus Öströms Band, Lars Danielsson, Karin Hammar, Sebastian Studnitzky, Jeanette Lindström, Joakim Milder, um nur einige zu nennen, auf einige der angesehensten Jazzbühnen Europas gebracht – aber in jeder Umgebung, in der er spielt, ist sein einzigartiger Klang unverkennbar.
Der Name des Albums lautet 557799, nach der Kompositionsnummer 7, bei der es um das durchgehende Rhythmusmuster geht. 5/8 5/8, 7/8 7/8, 9/8 9/8. Diese 3 ungeraden Rhythmen sind die Grundlagen der traditionellen Musik des Balkans, aber für uns ist das mehr als nur die Nummer - es ist der Inbegriff des Lebens und der Geschichte, die in diesem Teil der Welt immer schon turbulent war. Das ist unser Herzschlag. Es ist eine Merkwürdigkeit voller Leben und Emotionen.
Offizielles Musikvideo für die Single "Little Things" aus dem Album "Stardust Crystals" von Yumi Ito. Album erscheint am 20.11.2020 auf allen Plattformen.
MusikerInnen: Yumi Ito (vocals, composition, arrangement, lyrics), Marina Tantanozi (flute), Sam Barnett (altosax), Enrique Oliver (tenorsax, bassclarinet), Victor Darmon (violin), Hugo Van Rechem (viola), Joachim Flüeler (cello) , Esther Sévérac (harp), Izabella Effenberg (vibraphone, array mbira), Kuba Dworak (doublebass), Phelan Burgoyne (drums)
Ganna Gryniva ist eine ukrainische (*04.07.1989), in Deutschland lebende Sängerin, Pianistin und Komponistin. Aufgewachsen in der Ukraine und Deutschland sucht Ganna nach Wegen ihre verschiedenen kulturellen Wurzeln zum Ausdruck zu bringen. Ihre Arbeit als Bandleaderin und Komponistin kombiniert Musikwelten von Jazz über ukrainischen Folk bis hin zu klassischer und experimenteller Musik. 2018, 2019 und 2020 erhielte Ganna (drei Jahre in Folge) das Stipendium der Neuen Liszt Stiftung.
Die Musik des Trios ‚Das Eismeer‘ hat etwas schwebend Mildes und Entschleunigtes. Sie klingt melancholisch nordisch und nach Weite. Doch wie es schon der treffende Bandname anzeigt, kann auch schroff das Tempo der ausgewogenen Ereignisse angezogen werden. Es ist, als würde sich eine innere Leinwand mehr und mehr mit den bewussten Bildern im Kopf entfalten. Insofern ist das eine Art musikalischer Impressionismus, ausgewogen, leise und doch nachdrücklich. Es zählt der Gruppenklang und nicht das solistische Lospreschen des Einzelnen. Je länger man hört und sich bewusst einlässt auf dieses gleichberechtigte Musizieren, umso mehr gewinnen diese Klänge an Tiefenschärfe.
Was zum Beispiel auf Klavier oder Gitarre längst zur Normalität gehört, mutet auf der Posaune immer noch ungewohnt an, um nicht zu sagen gewagt. Dabei hat diese andernorts ungewöhnliche Konstellation im deutschen Jazz durchaus Tradition. Albert Mangelsdorff und Conny Bauer haben es vorgemacht und ihr Instrument auf mehreren stilprägenden Alben und unzähligen solitären Konzerten als Soloinstrument präsentiert. Mit seinem Solodebüt ‚Bright Lights‘ schließt Nils Wogram nicht nur an diese große Tradition an, sondern eröffnet ihr gleichzeitig völlig neue Perspektiven.
Drei Stimmen, Bass und Schlagzeug – schon auf den ersten Blick wird das Besondere dieses Quintetts offensichtlich. Die ungewöhnliche Besetzung ist aber nur ein charakteristisches Markenzeichen der Band, ein weiteres ist Fridas Repertoire. Couragiert und leichtfüßig, aber niemals leichtfertig lässt es Stil- und Genregrenzen rund um zeitgenössischen Jazz hinter sich. Auf ihrem Debütalbum Freedom of Flight präsentiert Frida intensive Poesie-Vertonungen, individuelle Neudeutungen von Pop-Hits und eigene Kompositionen. Allen gemeinsam ist dieser spezielle, so vielleicht noch nie gehörte Frida-Sound, der Himmel und Erde zu verbinden scheint. Hier die oft glockenklaren, manchmal geradezu schwebenden, dann wieder nachdrücklichen oder lautmalerischen Stimmen. Dort ein knurrig-holziger, zuweilen absichtsvoll rau gestrichener Kontrabass und ein pointiert und dynamisch gespieltes Schlagzeug.
Die Grenzen zwischen Tradition und Avantgarde sind im Jazz längst verwischt. Worauf es im Jahr 2020 ankommt, ist einzig Individualität. Der in Köln lebende Trompeter Bastian Stein ist ein ausgeprägter Individualist, der uns in seiner Musik einen tiefen Einblick in die Welt seiner Gefühle, Empfindungen und Maximen gewährt.
Gediminas Karkauskas nahm sich Zeit für die Veröffentlichung seines ersten Albums. Auf die Frage "Warum jetzt?" - "Ich habe Jahre damit verbracht, den klassischen Jazz durch Improvisation in einem zeitgenössischen Jazzkontext zu beeinflussen. Ich würde sagen, ich bin offener geworden, meine Musik mit dem Zuhörer zu teilen. Es ist ein experimentelles Projekt, das Jazz aus klassischen Einflüssen schafft und Raum für Improvisation in einem zeitgenössischen Jazz-Rahmen bietet...
"codeRED" ist ein Stück Musik geworden, das vor allem in Sachen Sound weit aus dem gewöhnlichen musikalischen Rahmen fällt. Uli Rennert entlockt seinen Instrumenten – dem Synthesizer und der Lap-Steel-Gitarre – Klänge, die futuristisch bis psychedelisch anmuten und im Zusammenspiel mit Bass und Schlagzeug irgendwo zwischen Komposition und Improvisation eine wirklich ganz eigene Atmosphäre entwickeln. Man durchfliegt den leeren und stillen Raum, man trifft auf chaotische Ereignisse, man wird Zeuge von mächtigen Ausbrüchen und Explosionen. (Michael Ternai)
Das Full House Jazz Project Debut Album "Just Riding Home“ ist seit dem 12. Juni 2020 bei allen bekannten digitalen Streaming-Diensten weltweit verfügbar, sowie als CD-Pressung erhältlich über facebook.com. Die LP ist entstanden als eine Zusammenarbeit von verschiedenen internationalen und lokalen Musikern mit Hintergründen in den Bereichen Soul, Fusion, Funk, R&B und Jazz.
Was ist ein Trio aus Gitarre, Bass und Schlagzeug, das melodischen Jazz mit einigen Elementen nordischer Folklore und europäischer Klassik spielt? Die Antwort kam dem estnischen Gitarristen Jaak Sooäär, als er sich die Ergebnisse der Aufnahmesession des Trios anhörte, das 2018 ihr Debütalbum “A Shooting Star” (o-tone music) werden sollte. Die Musik klang wie ein Klaviertrio, nur ohne ein Klavier in der Band. Die Rock-orientierten Trios mit Gitarre, Bass und Schlagzeug werden auch als “Power-Trios” bezeichnet. Im polyphonen Zusammenspiel der drei Musiker entstand ein Klang der sich eher nach luftigen Landschaften, ähnlich dem europäischen Klaviertrio-Sound anhörte.
Die neue CD des Philip Zoubek Trios präsentiert einen ungewöhnlichen Zugang zum gängigen Format des Pianotrios. Die Musiker begreifen die tradierte Form als Herausforderung, dass da noch etwas zu holen ist. Mit extremer Dynamik, unverbrauchten Wendungen, konziser Präzision und immenser Spielfreude schreiten sie punktgenau immer anders gesteckte Rahmen aus. Man hört ein klares Statement, wie es nur ein bestens eingespielter Organismus abgeben kann. Man hört anregende Trialoge in konstruktiver Spontaneität, die sich für ihre Aufbrüche nicht bei Vorbildern rückversichern muss.
Eine Ode an Giallo, 70er Jahre Kriminalfilme und das französische „New Wave“ Kino: Bastien Keb’s drittes Album 'The Killing of Eugene Peeps' ist ein fiktionaler Soundtrack, der aus Downbeat- Anti-Balladen, kinematischen Instrumentals, psychedelic-Folk und verzerrten Selbstgesprächen besteht. Ursprünglich bestand es aus drei Teilen: Filmscore, Soundtrack und „zufällige“ Musik; Das Album entwickelte sich wie in einem Traumzustand, Ein Erzähler führt den Hörer abschnittweise durch die Songs zwischen Sehnsucht und Reue: “I always wanted more, I always hoped there was more”.
Ground 71 ist ein italienisches Instrumentalensemble, das von Giampiero Locatelli (Klavier, Rhodos), Stefano Dallaporta (Kontrabass und E-Bass) und Andrea Grillini (Schlagzeug) gegründet wurde. Sie trafen sich und begannen 2015 zusammen zu spielen, und von Anfang an waren ihre Interessengebiete auf die Konzepte Form, Raum und Metrum ausgerichtet.
Die Violine und der Jazz – trotz herausragender Protagonisten wie Stéphane Grappelli, Jean- Luc Ponty oder Regina Carter von jeher ein nicht gerade allzu inbrünstiges Liebesverhältnis. Mit der Geigerin Zuzana Leharova versucht nun erstmals ein Mitglied der Jazz thing Next Generation, die sorgfältig gepflegten Vorurteile mit einem Bogenstrich in Luft aufzulösen. Die Mittel, die sie dabei verwendet, könnten authentischer kaum sein. In der Slowakei geboren, besitzt Leharova die österreichische Staatsbürgerschaft, lebt aber in Köln. Ein unorthodoxer, extrem spannender Mix aus Herkünften und stilistischen Einflüssen, aus Identitätssuche und Zugehörigkeit, aus Abenteuerlust und Entschlossenheit, der in jeder Sekunde ihre Musik und ihr Violinspiel bestimmt.
Der Bassist Mark Wade hat mit seinem Trio und seiner 2015 erschienenen Debütaufnahme Event Horizon und der 2018 erschienenen Folgeaufnahme Moving Day internationale Anerkennung erlangt. Der beliebte New Yorker Bassist ist dreimaliger Finalist bei der Leserwahl des Downbeat Magazine. Für seine 2020 erscheinende Veröffentlichung Songs From Isolation tritt Wade allein auf und präsentiert ein einzigartiges Soloprojekt. Die fünf in diesem Werk enthaltenen Titel bestehen aus Musik, die ausschließlich auf dem akustischen und elektrischen Bass gespielt wird.
Das Black Art Jazz Collective wurde 2012 von Wayne Escoffery und Jeremy Pelt mit dem Ziel gegründet, die Kunst einiger der Vorfahren des Jazz zu ehren und zu bewahren, die sie inspiriert, angeheuert und aus erster Hand betreut haben.
"Ganz neu" ist der Titel von Anja Schumann neuester Platte. Passend zum Corona-Jahr 2020, in dem alles anders und ganz neu ist. Die Sängerin und Komponistin wünschte sich am Ende des letzten Jahres, als sie die Zeilen schrieb: „Und nächstes Jahr mach ich frei, das nächste Jahr wird ganz neu.“ – eigentlich nur etwas weniger Arbeit, mehr Zeit zum Durchatmen. Nun ist es so gekommen, wenn auch ganz anders als erwartet.
Ella Fitzgerald und die Stadt Berlin werden bis in alle Ewigkeit durch ein Konzert verbunden bleiben, das die „First Lady of Jazz“ im Februar 1960 in der Berlin Deutschlandhalle vor einem begeistert rasenden Publikum gab. Ellas Produzent, der legendäre Verve-Gründer Norman Granz, hatte die erfreuliche Angewohnheit, die wichtigsten Liveauftritte seiner Künstlerin mitzuschneiden. Viele davon erschienen auf LP, andere aber verschwanden für immer in den Archiven. Der Mitschnitt des Berliner Konzertes erschien noch im selben Jahr unter dem Titel „Mack The Knife - Ella in Berlin“ als Verve-LP und wurde zu einem der größten Erfolge der Künstlerin.