Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Die 26-jährige Baritonsaxofonistin Kira Linn war schon als Jugendliche von Bigbands, wie denen von Count Basie oder Duke Ellington, fasziniert. 2016 gründete sie mit dem „Linntett“ ihre eigene kleine Bigband, mit der sie jetzt ihr zweites Album vorlegt. In „A Traveller’s Tale“ geht es – wie der Titel erahnen lässt – um Reisen in Städte und an besondere Orte. Und um Begegnungen mit Menschen.
Jeremy Pelts unstillbare Neugier hat ihn zu einem der facettenreichsten Jazzkünstler gemacht. Ob als Leader, Sideman, Begleiter oder Komponist, hat er fast jeden Aspekt und jedes Genre des Jazz untersucht, von elektrisch bis eklektisch, von Be-Bop bis Free-Bop. Hier schließt sich Pelt mit dem legendären George Cables am Klavier und Peter Washington, der die Bassslinien spielt, zusammen.
Das Tingvall Trio braucht keine Vorstellung mehr. Wer zu der Handvoll von Jazz Künstlern aus Deutschland gehört, die auch international den Durchbruch geschafft haben, wer neben drei ECHO JAZZ AWARDS auch mit allen Studioveröffentlichungen GOLD Status erreicht hat, dessen neue Veröffentlichung wird mit Spannung erwartet.
Mit ihrer 14. CD “Der Baum vor meinem Fenster“, überreicht uns Susan Weinert ein Abschiedsgeschenk, denn am 02.03.2020 verstarb die sympathische Gitarristin & Komponistin, die über Jahrzehnte unermüdlich an ihrem eigenen Klangkosmos feilte, sich stetig weiterentwickelte und immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen war. In über 3000 Konzerten in der ganzen Welt präsentierte sie ihre Musik einer stetig wachsenden Fangemeinde.
Wer KRAAN kennt und wer das neue Album „Sandglass“ mit wachen Ohren hört, wird dies bestätigen können. Drei hochmusikalische Könner ihres Fachs zelebrieren ebenso lässig wie konzise, gleichermaßen geschichts- wie selbstbewusst und souverän über die eigenen Stärken verfügend eine komplexe und doch entspannte Musik, die aus der Zeit gefallen zu sein scheint und doch tatsächlich zeitlos ist.
Seit Harish Raghavan 2007 aus Illinois über Kalifornien nach New York gekommen ist, hat er mit zahlreichen Künstlern aufgenommen und getourt, darunter Ambrose Akinmusire, Kurt Elling, Taylor Eigsti, Vijay Iyer, Charles Lloyd, Walter Smith, Logan Richardson und Eric Harland. Er hat aber auch die Gelegenheit genutzt, mit einem Zustrom heller neuer Stars zu arbeiten, was zu diesem ausgesprochen geschmeidigen Quintett mit dem Altsaxophonisten Immanuel Wilkins, dem Pianisten Micah Thomas, dem Vibraphonisten Joel Ross und dem Schlagzeuger Kweku Sumbry führte.
Scott Kinsey ist weithin als einer der fähigsten Keyboarder seiner Generation bekannt und einer der führenden Interpreten von Joe Zawinuls reichem musikalischen Erbe. Als musikalischer Leiter der Zawinul Legacy Band hat Kinsey elektrisierende Darbietungen zur Feier von Zawinuls bahnbrechender Arbeit mit Weather Report und dem Zawinul Syndicate geliefert.
Nach der stilistischen Breite der live eingespielten und nachbearbeiteten elektroakustischen Veröffentlichung Paradigm Shift im Jahr 2015, startet Bassist Michael Janisch sein neues Projekt Worlds Collide mit einer Band bestehend aus dem Saxophonisten John O’Gallagher, dem Trompeter Jason Palmer, dem Gitarristen Rez Abbasi und dem Schlagzeuger Clarence Penn. Es wurde im legendären Studio 3 von Abbey Road aufgenommen und von Tyler McDiarmid gemischt und gemastert. Mit dabei waren Gastsaxophonist George Crowley, Keyboarder John Escreet und Schlagzeuger/Perkussionisten Andrew Bain.
Das Christoph Irniger Trio feiert das Melodiöse, ohne je ins Triviale zu verfallen. Die Stücke sind Tondichtungen, die zeigen, dass die eingängige Melodie und eine komplexe Klangwelt einander nicht ausschliessen müssen, sondern erst richtig zur Geltung bringen können. Es besticht dabei die sorgfältige Orchestrierung und die Art, wie in seiner Musik die Improvisation die Komposition verdeutlicht. Das Trio vermag Melodie, Arrangement, Improvisation zu einem stimmigen und verführerischen Ganzen zu verbinden.
Ali Neander, einer der vielseitigsten Köpfe der Sechs-Seiten-Zunft hierzulande, Gründungsmitglied der Rodgau Monotones, Sideman u.a. bei Moses Pelham, Glashaus, Edo Zanki und vielbeschäftigter Studiogitarrist. Aber auch als Solo-Act aktiv (u.a. zwei Alben mit Bass-Legende Hellmut Hattler und ein vielbeachtetes „Blues“ Projekt) hat sich für sein neues Album „Jazz:Songs“ das klassiche Jazz-Orgel Trio als Ausgangspunkt ausgesucht: Robert Schippers (Orgel) und Ralf Gutske (Schlagzeug) erweitert durch die wunderbare Caro Trischler (Gesang).
Seit Anfang des Jahres habe ich kein Konzert mehr besuchen können. Letzter Woche war es dann soweit. Am Dienstag, den 22. September gab Cleo Steinberger mit ihrer Band ein Konzert im Freizeitzentrum Schnelsen e. V. in Hamburg. Wir haben bereits auf jazz-fun.de und auf JazzDayGermany über Cleo geschrieben. Die Sängerin war eine der 50 von uns vorgestellten Künstlern, ebenso ihr Pianist Béla Meinberg.
Dies ist nicht einfach noch eine Band. Es ist ein bedacht und ausgewogen konzipierter Organismus, der die groß angelegten Ideen des Bandleaders Stefan Schultze zum Leuchten bringt. Schultze denkt in größeren Formaten, ohne sich auf Genregrenzen und Traditionslinien einengen zu lassen. Aus einem genau geplanten Agieren handverlesener Interpreten resultieren Klangfacetten weit jenseits der Eindimensionalität. „Genau dieses Septett sollte es sein“, sagt Stefan Schultze. Warum, kann man in jeder Nuance dieser unverhofften Musik hören.
Mit der CD IN THE GIANTS GARDEN verwirklicht von Wattenwyl eine Idee, die er seit vielen Jahren als Traumprojekt mit sich herumträgt: Nur von Pianisten komponierte Musik neu zusammenzustellen. Musik von bekannten Schlüsselkünstlern wie Thelonious Monk, Herbie Hancock oder Keith Jarrett bis hin zu den heute fast vergessenen wie Mal Waldron oder Ray Bryant, eher nicht die Hits, sondern die Perlen, die es nicht ins Great American Songbook geschafft haben.
Im September 1966 trafen sich der Organist Jimmy Smith und der Gitarrist Wes Montgomery in Rudy Van Gelder's berühmtem Studio in Englewood Cliffs, New Jersey. Innerhalb von drei Tagen nahmen die beiden Jazz-Ikonen das Material für zwei mittlerweile klassische Alben auf: The Dynamic Duo (1966) und Further Adventures of Jimmy and Wes (1968), unterstützt von einer Big Band mit Arrangements des großen Oliver Nelson. For Jimmy, Wes und Oliver, das am 25. September über Mack Avenue Records veröffentlicht wurde, spiegelt das Format der ursprünglichen Smith/Montgomery-Gipfeltreffen wider, mit einer ausgewogenen Mischung aus Big-Band- und Quartett-Tracks.
Das glückhafte Gelingen eines Konzerts, der Rausch, wenn Musiker und Publikum im Klang verschmelzen, setzt in den meisten Genres intensive Vorbereitung und große Vertrautheit der Akteure voraus. Im Jazz geht‘s auch anders, spontan und dank der Kraft von Improvisation und Freiheit. Und natürlich, wenn die die Richtigen aufeinandertreffen. So wie der polnische Geiger Adam Baldych, der französische Cellist Vincent Courtois und der niederländische Pianist Rogier Telderman. Beim Start des neuen „Sound of Europa“-Festival in Breda 2018 begegneten sie sich erstmals, um keine 24 Stunden später einen gemeinsamen Auftritt hinzulegen, der Publikum und Presse begeisterte.
Im Kopf von Marilyn Mazur entstand ein Plan. Es war ein Plan, der sich aus den Erfahrungen auf Welttourneen nährte, bei denen sie in den Bands einiger großer Meister der Jazzmusik spielte, darunter Gil Evans, Wayne Shorter und Miles Davis. Am Ende würde sie Davis' Projekt verlassen, um ihr eigenes zu verwirklichen. Sie kehrte aus den USA in ihr Heimatland Dänemark zurück, um ihre "Traumband" zu gründen. So nennt sie es, und das ist es auch.
Der Gitarrist Tal Arditi gehört zu den Aushängeschildern der überaus lebendigen jungen israelischen Jazz-Szene. Sein zweites Album Colors zeigt variantenreiches Spiel und kraftvolle, energiegeladene Kompositionen. Gemeinsam mit Lukas Traxel am Kontrabass und Tobias Backhaus am Schlagzeug kreiert Arditi einen einzigartigen Sound, in dem er Einflüsse von Jazz, Rock und Klassik mit brasilianischen Rhythmen vermengt.
Ein neues Album von Diana Krall ist immer ein Ereignis. Auf keinem ihrer bisherigen Werke kommt man der Sängerin und Pianistin vielleicht so nah wie auf „This Dream Of You“. Wobei "neu" nicht ganz zutrifft. Diese Studio-Aufnahmen entstanden in den Jahren 2016 und 2017 in verschiedenen Sessions mit ihrem langjährigen Produzenten Tommy LiPuma die die kanadische Jazzpianistin und Sängerin vor dessen Tod im Jahr 2017 gemacht hat. Sie wurden jedoch nie veröffentlicht – bis jetzt.
Wie kann es gelingen, allein aus Tönen, Klängen und Rhythmen eine komplette Welt zu erschaffen? Eine Welt voller Tiefe und Weite, voller Farben, Bewegungsabläufe und Erscheinungsformen, mit Temperaturunterschieden und divergierenden Zeitläufen. Auf SulaMadiana braucht es nur zwei Musiker, um genau eine solche Welt zu formen.
Genauso vielfältig und musikalisch bewandert wie die amerikanische Singer/Songwriterin und Multi-Instrumentalistin Becca Stevens, die schon mit den Grammy Preisträgern Jacob Collier und Snarky Puppy zusammenarbeitete, ist die hannoversche Band Hagelslag. Diese erlangte durch Projekte wie die D-Room Sessions und mit Auftritten in Hannover und Umgebung Aufmerksamkeit und zeigt mit der Online-Kollaboration zu “BETWEEN ME & YOU” aus Becca Stevens neuestem Album “Wonderbloom”, erneut ihr kreatives und musikalisches Können.
Im Jahr 2018 erzählte Impulse! Records die Jazzgeschichte des Jahres mit John Coltranes Lost Album “Both Directions at Once”. Im Jahr 2020 wird die Jazzgeschichte des Jahres die weltweite Erstveröffentlichung eines Live-Konzertes des legendären Thelonious Monk sein – ein Konzert mit einer unglaublichen Hintergrundgeschichte...
Nach von der Kritik gefeierten ECM-Aufnahmen mit dem Maciej Obara Quartet (Unloved, Three Crowns) legt der polnische Pianist Dominik Wania ein Soloalbum vor, das im November 2019 in Lugano aufgenommen wurde. Wania's besondere Sensibilität hinsichtlich Anschlag, Ton und Textur ist durch seinen klassischen Hintergrund geprägt. Aber er verfügt auch über den Instinkt eines großen Improvisators, der sich mit großer Wachheit auf die sich entfaltenden Details der Musik im akustisch schnell reagierenden Aufnahmeraum des Auditorio Stelio Molo konzentriert.
Schon das 2018 erschienene Debütalbum des Simon Below Quartett, Wailing Wind’s Story, ließ viele aufmerken, ebenso wie die folgenden Konzerte. Thomas Mau lobte im WDR3 „das enorme Niveau ihrer Interaktionen“, Norbert Krampf hob in der FAZ die „Achterbahn ähnliche Dynamik und unerwartete Wendungen“ eines Auftritts hervor und resümierte: „Belows offene, variable Kompositionen lassen Raum für individuelle Gestaltung, den die Band mal bemerkenswert abgeklärt, mal mit juveniler Spielfreude ausfüllt.“
Das zweite Album des schwedisch-norwegischen Trios setzt den Genresprengenden Weg fort: Wesseltoft, Öström und Berglund zeigen sich lustvollexperimentierfreudig zwischen Rock und Jazz.
Der Schweizer Schlagzeuger und Percussionist Florian Arbenz und der legendäre amerikanische Saxophonist Greg Osby setzen ihre seit 22 Jahren andauernde Zusammenarbeit fort und präsentieren gemeinsam ihr Debüt-Duo-Album Reflections of the Eternal Line. Inspiriert wurde das Projekt durch eine Reihe von Gemälden des renommierten Künstlers Stephan Spicher, in dessen Werkstatt die Aufnahmesitzungen stattfanden. Gemeinsam arbeiteten die drei über zwei verschiedene Medien an einer neuen Sammlung, sowohl visuell als auch klanglich.
Seit 20 Jahren sind die drei Musiker aus St. Gallen, Josquin Rosset (piano), Gabriel Meyer (bass) und Jan Geiger (drums) erfolgreich als working-band unterwegs: Ihr erstes Album "What Happened" erhielt 2010 in Japan die Goldmedaille für das beste instrumentale Jazz-Album, wurde Bestseller bei Unit Records und musste dreimal nachgepresst werden. Auch "Trialogue", das zweite Album, wurde 2013 mehrmals nachgepresst. Es folgten Auftritte am Suisse Diagonales Jazz (2013), eine Nomination für den ZKB Jazzpreis (2013) und eine Carte Blanche-Reihe des Gambrinus Jazz Plus St. Gallen (2015/16). Das dritte Album "Drü" führte Rosset Meyer Geiger im September 2016 auf Tournee durch Japan.
Am bekanntesten ist der Schlagzeuger Florian Arbenz für seine Arbeit mit dem Schweizer Trio VEIN. Er tourte, machte Aufnahmen und trat mit Künstlern wie Kirk Lightsey, Greg Osby, Glenn Ferris, Wolfgang Puschnig, Bennie Maupin, Dave Liebman, Rick Margitza, Andy Sheppard, Matthieu Michel, Bruno Rousselet, Michel Benita, Olah Kalman, Tibor Elekes, Oguz Buyukberber und anderen auf. Jetzt meldet er sich mit seinem Projekt Convergence.
Der Masterplan im BigBand-Format – Christoph Cech und die METRIX! Christoph Cech zeigt, mit welcher Klarheit, Ausgewogenheit und Zwanglosigkeit man sich dem komplexen Thema außergewöhnlicher Rhythmen und Metren nähern kann. Mühelos entwirrt er die Verflechtungen im vermeintlich schwer zu fassenden Kosmos der „METRIX“.
In seiner acht Jahrzehnte währenden Geschichte wurde Blue Note Records immer wieder als Heimat der führenden Stimmen des Jazz gefeiert. Das Label setzt diese Tradition mit der Veröffentlichung des selbstbetitelten Debüts von ARTEMIS fort, der Supergroup, die sieben der gefeiertsten Musikerinen des modernen Jazz umfasst. Mit der Pianistin und musikalischen Leiterin Renee Rosnes, der Tenorsaxofonistin Melissa Aldana, der Klarinettistin Anat Cohen, der Trompeterin Ingrid Jensen, der Bassistin Noriko Ueda, der Schlagzeugerin Allison Miller und der Sängerin Cécile McLorin Salvant zaubert ARTEMIS aus diesem Septett visionärer Bandleader und Komponisten eine kraftvolle kollektive Stimme.
Der Titel bedeutet „Gehen“ oder auch „Los!“ und ist damit wie maßgeschneidert auf einen Musiker, einen Menschen wie Nils Wülker – immer in Bewegung, neugierig und vorwärtsdenkend, den Kopf voller musikalischer Ideen, ein Mann, der mit der Familie von Hamburg nach München zieht, weil er dort den Bergen näher ist, einer, der vor gut einem Jahr zum ersten Mal Vater geworden ist und nahezu parallel sein spannendstes Album schreibt, produziert, aufnimmt. Alles auf Go.
Jasper Somsen ist ein Niederländischer Bassist und Komponist. Somsen wurde am 4. März 1973 in Bennekom (Niederlande) geboren. Er studierte Jazz und klassischen Kontrabass an den Konservatorien von Utrecht, Hilversum und Amsterdam in den Niederlanden. Er spielte mit renommierten niederländischen und internationalen Jazzmusikern, wie den Pianisten Bert van den Brink (Boy Edgar Prize 2007) und Michiel Borstlap, dem Schlagzeuger John Engels, dem Saxophonisten Ferdinand Povel, der Sängerin Rita Reys und dem Trompeter Eric Vloeimans.
Ein neues ECM-Studioalbum und ein Programm mit neuer Musik von Terje Rypdal ist ein Grund zum Feiern. Auf Conspiracy scheint sich der große norwegische Gitarrist wieder mit der wilden Inspiration zu verbinden, die solche frühen Meisterwerke wie Whenever I Seem To Be Far Away, Odyssey und Waves inspiriert hat. Er lotet hier das klangliche Potenzial der E-Gitarre sowohl mit der Liebe eines Rock-Improvisators zu roher Energie als auch mit dem Gespür eines Komponisten für Raum und Textur aus.