Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Florian Christl, Pianist aus Leidenschaft und musikalischer Autodidakt, hat harmonische, melodiesatte und gefühlvolle Kompositionen für unsere Zeit geschrieben – sie sind auf seinem Debütalbum „Inspiration“ zu hören, der am 23.03.2018 bei Sony Music (Classical) veröffentlicht wurde. Das Album vereint eine Auswahl an 13 Kompositionen, die in den letzten Jahren entstanden sind. Die Hälfte der Stücke ist für Piano und Streichquintett arrangiert.
Jan Prax – Ausgebildet als klassischer Pianist – auf das wohl bekannteste Zitat („Du bist so jung und spielst so großartig. Ich hasse dich“ Worte des Saxophonisten David Sanborn) nach einem Konzert anlässlich der Leverkusener Jazztage zu reduzieren, wird dem Weg des Künstlers sicherlich nicht gerecht. Nach zahlreichen Preisen im In- und Ausland, dem Debütalbum bei einem renommierten deutschen Jazz Label, erscheint das zweite Album des Ausnahmesaxophonisten bei Challenge Records.
„It's great music,“ so einfach und treffend urteilte das Worldmusicportal folkworld anlässlich des Debutalbums Ode über Viaggio. Oder um es in den Worten der Kieler Nachrichten auszudrücken: ein Konzert von Viaggio ist etwas, „das hierzulande Seinesgleichen sucht – auch in der boomenden Jazzszene. Es ist eine vertonte Traumreise, und sie klingt fantastisch...“.
Das zeitgenössische Hammerklavier, Wiederbelebung eines historischen Instruments. Der Pianist Rembrandt Frerichs (geb. in Rotterdam 1977) ist ein einzigartiger Musiker. Ein aufsteigender Star in der aktuellen Jazzszene. Er absolvierte sein Studium mit Auszeichnungen am Königlichen Konservatorium in Den Haag. Mit 22 Jahren debütierte er beim North Sea Jazz Festival, wonach er ebenfalls intensiv im In- und Ausland auftrat. 2003 spielte er mit der Saxophonlegende Michael Brecker.
„Caçador“ ist das neue Album der Sängerin Agnes Gosling, die vor einigen Jahren mit „Cais“ debütierte, eine von Edison-nominierten CD, die den brasilianischen Liedern von Milton Nascimento und Elis Regina gewidmet ist. Mit „Caçador“ schlägt Gosling einen neuen Weg ein. Das Album zeigt eine Mischung aus Música Popular Brasiliera, Jazz, Pop und elektronischer Musik und besteht fast ausschließlich aus Eigenkompositionen, wesentlich spannungsgeladener: harmonisch mutiger und geheimnisvoller.
Valle brilliert hier auf seinem 3. Album für In + Out Records in kongenialem Zusammenspiel mit dem kubanischen Bassisten Omar Rodrigues Calvo, und der Neuentdeckung: dem Holländer Jamie Peet an den drums. Special guest auf vier Titeln ist kein geringerer als die Trompetenlegende Roy Hargrove.
Es ist sehr persönliche Musik. Deshalb dauert es auch, bis sich Makiko Hirabayashi entschließt, für ein neues Album ins Studio zu gehen. „Surely“ (2013) ist schon wieder vier Jahre alt, „Makiko“ (2006) und „Hide And Seek“ (2009) reichen noch weiter in die Vergangenheit zurück. Für die japanische Pianistin und Komponistin sind es Marken am Weg der künstlerischen Identität, Etappen einer Entwicklung, die sie mit vielen Einflusssphären in Kontakt gebracht hat.
Balladen, Streichquintett, Trompete – Die Klangwelten der CD Inspirations. Romain Leleu und das Ensemble Convergence. Nach der Ankündigung, die CD Inspirations vorzustellen, folgt hier die Einlösung. Beim ersten Überfliegen und Hören, keinesfalls Überhören der Titel, springen folgenden Genres der CD Musik in die Ohren, wobei diese Kategorien weit zu fassen sind.
Berlin, 27. März 2018 | Der Musikfonds fördert in seiner ersten Förderrunde in diesem Jahr 42 Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt rund 465.000 Euro. Zur Antragsfrist waren insgesamt 247 Anträge mit einem Antragsvolumen von ca. 3,8 Millionen Euro eingegangen, über die das vierzehnköpfige Kuratorium zu entscheiden hatte.
Pünktlich zu seinem vierzigsten Bühnenjubiläum veröffentlicht Gitarrenikone Michael Sagmeister ein Album, das diesem Anlass mehr als gerecht wird. Auf „Power of Resistance” brilliert der Jazz- und Fusion-Gitarrist nicht nur mit seiner technischen Perfektion, er zeigt vor allem seine ganze musikalische Reife, klangliche Empathie und lyrische Kraft.
Das Trio des norwegischen Meister-Bassisten Arild Andersen mit dem Tenor-Saxophonisten Tommy Smith und dem Schlagzeuger Paolo Vinaccia ist gegenwärtig eines der aufregendsten Ensembles in kleiner Besetzung. Seine Energie wohl am besten live eingefangen – so in der Villa Rothstein in Bad Ischl, Österreich, während einer für sie typisch fesselnden Performance, aufgenommen im September 2016.
Michael Kaeshammer ist Pianist und Sänger im Bereich Jazz, Blues und Boogie-Woogie in Kanada und den USA. Er vereint gleich drei bewundernswerte Talente nahezu gleichberechtigt in seinem künstlerischen Portfolio: Er ist ein Piano-Virtuose und Meister diverser musikalischer Genres, er ist herausragender Sänger sowie Songwriter und Komponist und ist obendrein ein qualitativer Live-Performer.
Es sind 1283 Kilometer mit dem Auto von Oslo bis zur Wartburg vor den Toren Eisenachs. Die Strecke lässt sich aber auch ganz anders überwinden, zum Beispiel auf dem Sofa vor der Stereoanlage. Und wechselnde Landschaften ziehen trotzdem vorbei, nur diesmal vor dem inneren Auge. Dass und vor allem wie dem Pianisten Michael Wollny solch ein wahres Bravourstück gelungen ist, bedarf des Eintauchens in eine höchst erzählenswerte Geschichte des Jazz. Und einiger persönlicher Worte ihres Schöpfers.
Wenn man Ratko Zjaca mit einer Aktie vergleichen würde, so müsste deren Fieberkurve klar nach oben zeigen. Als Geheimtipp angetreten und allenfalls Insidern bekannt, hat sich der kroatische Ausnahmegitarrist von Jahr zu Jahr, von CD zu CD kontinuierlich nach oben gearbeitet. Jeder Silberling – zuletzt „Beyond The Lines“ , „Now And Then“ , „The Way We Talk“ mit Simone Zanchini oder „Continental Talk“ offenbart ein deutliches Plus an Reife, Perfektion und Gelassenheit.
So sorgsam Indra Rios-Moore auch an die Instandsetzung der Seele appelliert, ist ihr neues Album “Carry My Heart” doch ein Protestalbum. Die Sängerin aus New York, deren Lebensmittelpunkt inzwischen in Barcelona liegt, fand allerdings in ihren Jugendjahren nicht zum Jazz, um musikalische oder soziale Gesetzmäßigkeiten aus den Angeln zu heben. Ihre Jazz-Auffassung ist seit jeher von emotivem Gospel, erdigem Blues-Verständnis und den Popmusik-Befindlichkeiten großer Helden wie Steely Dan geprägt.
Hannes Wader hat sich immer abseits des Mainstream bewegt und doch unzählige Menschen verschiedener Generationen tief berührt und geprägt. Der neue Live-Mitschnitt hält den eindrucksvollen Schlusspunkt seiner Tournee-Karriere voller Gänsehautmomente fest, in authentischem Live-Sound, bei dem man Waders Finger über den Gitarrenhals wandern hört und seine Stimme warm und sonor wie eh und je klingt.
Die Musik auf Wanja Slavins (BMW Welt Jazz Award, ECHO Jazz) neuem Album „Salvation“ schillert wie ein Regenbogen, sie entwickelt Strahlkraft und Souveränität. Sieben Klangpräziosen, sehr orchestral, farbenreich und ausgeklügelt arrangiert.
Gemeinhin bekannt als „the Standards trio”, hat die Gruppe viele herausragende Alben veröffentlicht. Und After The Fall muss als eines ihrer besten gelten. „Ich war verblüfft zu hören, wie gut die Musik funktionierte”, bemerkt Keith Jarrett in seinen Notizen. „Für mich ist es nicht bloß ein historisches Dokument, sondern ein wirklich grandioses Konzert.”
Die Presse in der Schweiz und Deutschland war sich schon früh einig: Pianist Florian Favre ist originell und charmant, hochtalentiert und künstlerisch eigenwillig. Geboren und aufgewachsen Im westschweizerischen Fribourg, hat Favre in Bern zunächst Klavier, dann Komposition studiert und dort auch 2011 sein Trio gegründet. 2013 kam Bassist Manu Hagmann dazu, hinterm Schlagzeug gab es für das jüngste Album mal wieder einen Wechsel.
Lithium ist das brandneue Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen vier talentierten Musikern und Komponisten, die Entschlossenheit, Energie und jahrelange Erfahrung vereint. Die Musik von Lithium lebt von verschiedenen Genres, die alle durch die Mitglieder in einen starken und einzigartigen Sound übersetzt werden.
Es hätte auch die Gitarre sein können. Sie war jedenfalls das erste Instrument, dem sich der in Berlin lebende Bassist Thomas Kolarczyk intensiv widmete. Doch dann entdeckte er seine Liebe zum Kontrabass, studierte an der Humboldt-Universität in Berlin und fand in Lehrern wie Marc Muellbauer oder auch Greg Cohen Meister, die ihn die Welt der tiefen Töne, der Komposition und komplexen Klanggestaltung einführten.
Kinga Głyk Trio in Lüneburg am 08.03.2018. Wer so was wie funky Jazz in zeitgenössischer Interpretation hören wollte, der konnte es nicht besser treffen. Im Trio mit ihren Vater Irek Głyk an den Drums und Rafał Stępień an (E)Piano und der Orgel gibt es umfassende Kostproben dieser Musik. Ein Bericht von Jacek Brun und Cosmo Scharmer
Ellen Doty ist eine gefühlvolle kanadische Sängerin und Songwriterin mit einer Weltklasse-Stimme. Ihre Musik umfasst alles von Pop und Jazz bis zu Soul, Folk und Indie-Musik: ein Sound, der einzigartig ist. Eine wahre Geschichtenerzählerin, deren Werke so intim und persönlich sind wie ihre handgeschriebenen Texte. Ihr immenses Talent für das Songwriting wird nur durch ihre atemberaubenden Vocals ergänzt. Gehaltvoll, schwül und süß zieht Ellens Stimme die Zuhörer an und nimmt sie auf eine unvergessliche Reise mit.
In ihrem 1980 entstandenen, einstündigen Porträt des Jazzmusikers Albert Mangelsdorff lässt Lucie Herrmann ausschließlich Mangelsdorff und seine Musik sprechen. Im Mittelpunkt steht der Musiker und sein Instrument. Ruhige Kamera-einstellungen sollen eine intensive Kommunikation zwischen Zuschauer und Albert Mangelsdorff herstellen. Die Musikstücke sind bewußt in ihrer vollen Länge in den Film integriert und nicht nur in Häppchen, wie in vielen Musikdokumentationen üblich.
Musik ist die vielschichtigste Form der Kommunikation, dessen Spannung im Jazz durch die Spontaneität der Improvisation noch gesteigert wird: Verbal, audiovisuell, emotional und selbst über die Körpersprache. Im besten Fall stellt sich das vielbeschworene blinde Verständnis, eine unerklärliche Vertrautheit ein. So auch, als der Berner Stimmakrobat und stilübergreifende Komponist Andreas Schaerer 2013 auf den Zürcher Schlagzeuger Lucas Niggli traf.
Unter den dichtenden Musikern des Jazz gilt sie als Die Lyrikerin. Statt Papier oder digitaler Tastatur sind die schwarz-weißen Tasten des Pianos ihr Medium. Ob Stift oder Hände, alles – im sprachlichen Poem wie im musikalischen Gedicht - speist sich aus der Inspiration des Künstlers oder der Künstlerin. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Seit ein paar Jahren bestimmt die Rückkehr der Gitarre den aktuellen Jazz. Nie war die Gitarre so wertvoll wie heute. Der Wahlberliner Paul Peuker gehört in diesen Kontext. 2011 gründete der studierte Komponist sein Oktett Peuker8, um einen Zugriff von größerer Breite zu realisieren. Die faszinierende Fusion aus Jazz und europäischer Klassik, die Peukers außergewöhnliche Kompositionsweise charakterisiert, wird hoch gelobt und erweist sich auch live als tragfähig.
earMUSIC, das international agierende Rock-Pop-Label der Edel Germany GmbH, freut sich über die weltweite Vertragsunterzeichnung von Al Di Meola – dem brillanten, virtuosen Musiker, Komponisten und Arrangeur, der bereits mit 19 Jahren von Chick Corea entdeckt wurde und 1981 mit „Friday Night in San Franciso“ gemeinsam mit Paco de Lucia und John McLaughlin eines der berühmtesten Live-Alben der populären Musikgeschichte verzeichnen kann.
Laut Leserumfrage der Downbeat Magazine ist Mark Wade einer der Top 10 Bassisten des Jahres 2016 und seit 20 Jahren ein aktiver Bassist in New York City. Im Februar 2015 veröffentlichte Wade sein Debütalbum Event Horizon der internationale Anerkennung und Applaus verdient hat. Seine zweite Veröffentlichung „Moving Day“ ist am 19.01.2018 erschienen.
Mit seinen Appellen an die Imagination, hat sich Tigran Hamasyan, der Alchemist unter den jungen, innovativen Pianisten, Komponisten und selbstermächtigten Produzenten, weltweit ein beachtliches Following erspielt. Der 30-Jährige entwirft und verwirft kontinuierlich musikalische Ideen, um sie schließlich zu musikalischem Gold zu verdichten – oft als Vehikel zur Improvisation. Mockroot, sein 2015 erschienener Albumeinstand bei Nonesuch Records, ließ 2015 gleichsam Freunde der Klassik, des Jazz, der Rock- und Weltmusik in die Plattenläden strömen.
Wynton Marsalis und sein Jazz at Lincoln Center Orchestra im Dresdener Kulturpalast 08.02.2018. Eigentlich ist schon alles gesagt und geschrieben worden. Wynton Marsalis, der zeitgenössische Jazztrompeter schlechthin. Ein Musiker, von dem der große Trompeter der klassischen Musik Maurice André, sagte, dass Wynton Marsalis wohl der größte Trompeter aller Zeiten sei. Da ist wenig hinzuzufügen, selbst wenn derartige Superlative stets gewagt sind. Aber sicher ist er einer der ganz Großen. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Romain Leleu (geb. 1983) trat mit 15 Jahren in das Pariser Conservatorium ein und setzte sein Studium in Deutschland an der Musikhochschule in Karlsruhe bei Reinhard Friedrich fort. Heute gilt er als einer der interessantesten jungen Trompetern. Sein Repertoire reicht von Barockmusik über Neue Musik bis hin zu Jazz (mit seinem Ensemble Convergence). Ein Interview von Cosmo Scharmer