Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
„Erwarten Sie das Unerwartete“, so die Moderation bei der Vorstellung der Musiker. Ja, gut so. Genau dies trat ein. In den Medien wurde Tyhawn Sorey als ein Künstler vorgestellt, der mehr ist als ein Jazz Drummer. Ein Musiker, der neben seinen Fähigkeiten als Pianist und Posaunist die Stille hörbar machen kann. Da wurde über die Auseinandersetzung von Tyhawn Sorey mit Zen-Buddhismus und dessen Auswirkungen auf sein Spiel philosophiert. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Berlin, 07. November 2017 | Im Rahmen des am Sonntag zu Ende gegangenen Jazzfest Berlin hat die Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ) zum 13. Mal den Albert-Mangelsdorff-Preis (Deutscher Jazzpreis) verliehen. Der Preis, der als wichtigste Auszeichnung für Jazz im deutschsprachigen Raum gilt, wurde am Freitagabend im Haus der Berliner Festspiele an die Kölner Saxofonistin und Komponistin Angelika Niescier überreicht.
Manchmal ist es positiv, wenn eine nicht bekannte Band bis zum Auftritt unbekannt bleibt und auf Recherchen wie Hören von CDs oder Videos verzichtet wird. Die Spannung bleibt erhalten, Überraschungen jeglicher Art sind möglich. So auch bei diesem Sextett, das neben der Rhythmusgruppe, verstärkt durch die Gitarre, als wichtigste Solostimme über die Trompete verfüg. Zwei Gesangstimmen prägen den Sound, eine als konventionelle Stimme, die andere Stimme kommt als „Voice aus dem Off“. Damit sind wir beim Thema. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Berlin, 04. November 2017 | Der Berliner Jazztrompeter Nikolaus Neuser ist neuer Vorsitzender der Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ). Er wurde auf der Mitgliederversammlung der berufs- und fachpolitischen Interessenvereinigung am 04. November 2017 in Berlin in das Amt gewählt. Neuser tritt die Nachfolge des Saxophonisten und Komponisten Gebhard Ullmann an, der den Vorsitz seit 2013 innehatte. Stellvertretender Vorsitzender bleibt Felix Falk, hauptamtlicher Geschäftsführer ist weiterhin Urs Johnen.
Silke Eberhard, Sarah Tandy, Daniel Casimir, Kai Lübcke. Silke Monk meets Thelonious Eberhard. Durch die informative und unterhaltsame Einführung der Moderatorin erfährt das Publikum im brechend vollen Club A-Trane, dass diese Musiker noch nie zusammengespielt oder geprobt haben, sondern sich nur durch ihre Videos aus dem Netz kennen. Wir sind gespannt. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Viele seiner Alben wurden als Duo eingespielt. Darunter das ihn früh bekanntmachende Zusammenspiel mit dem Tenorsaxofonisten Heinz Sauer, dem weitere Aufnahmen folgten, später dann Nils Lundgren oder Vincent Peirani oder Kollege Joachim Kühn. Daneben bevorzugt Michael Wollny das Spielen im Trio. Ein Text von Cosmo Scharmer
Heiko Fischer (geb. 1982), der 2011 mit der Echo-Auszeichnung „Bester Gitarrist National“ für sein Spiel auf seinem ersten Album Lucid ein Debut an der Jazzspitze Deutschlands feierte, das fulminanter nicht hätte sein können, zeigt mit General Relativity einen würdigen Nachfolger. Und er ist aufregend. Hier trifft Konzept auf pure und ungefilterte Emotion, formale Mathematik auf das unsagbar Mysteriöse der Musik, sowie die eigene biografische Vergangenheit auf den ungezähmten Willen nach Weiterentwicklung.
Die nordische Weihnacht hat so gar nichts zu tun mit Pomp und Kitsch, Überfluss und großen Gesten. Sie ist familiär und traditionell, schöpft ihre Kraft aus der Stille. Kontemplation und Konzentration bestimmt die schönste Zeit des Jahres in den skandinavischen Ländern. Und ihre Musik ist ein Spiegelbild dessen, dieser leisen wie innigen Stimmung: Aus Schweden berühmt geworden ist „Christmas With My Friends“ von Nils Landgren. Wohltönend und wärmend, gefühlvoll und zart begleitet der Starposaunist seit über 10 Jahren die Weihnachtszeit.
Den „Sound of Europe“, die Verbindung aus Jazz mit den unterschiedlichsten Einflüssen der europäischen Musik, einem breiten Publikum zu präsentieren, ist eines der wichtigsten Anliegen der von Siggi Loch kuratierten Reihe „Jazz at Berlin Philharmonic“. Vom Aufspüren der „Celtic Roots“ über eine Wanderung durch die „Norwegian Woods“ bis zur Reise durch den Süden mit „Mediterraneo“.
Deutsch-polnisches Gipfeltreffen des Jazz. Am 27. und 28. Oktober hat uns die Jazz Federation Hamburg zum ersten "Star Jazz Festival" in den Miralles Saal der Jugendmusikschule in Hamburg-Harvestehude eingeladen. Die künstlerische Leitung des Festivals hat der aus Polen stammende Pianist Vladyslav Sendecki.
Angekündigt war das CD-Release von „Kind of Spain“. Dies wurde es nur bedingt. Waren doch nur zwei Musiker von der CD-Besetzung dabei: der Chef selbst und der Mann am Vibrafon, Christopher Dell. Die Tasten des Pianos schlägt Roberto di Goia anstelle von Jan Lundgren und den für Bass von Lars Danielson springt Christian Diener in die Saiten. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Fünf Jahre jung war Gregory Porter, als er die Musik von Nat "King" Cole für sich entdeckte und den schwarzen Crooner, der im Übrigen auch ein hervorragender Jazzpianist war, zu seinem musikalischen Leitbild auserkor. Mehr noch: da sein leiblicher Vater die Familie verlassen hatte als Porter sehr klein war, stellte er sich vor, dass Nat "King" Cole sein Vater sei. Und so ersetzten die Botschaften, die Cole in vielen seiner Lieder vermittelte, für den kleinen Gregory die fehlenden väterlichen Ratschläge.
Zeit ist relativ, das wissen nicht nur Philosophen und Quantenphysiker. Auch das Lisbeth Quartett hat von je her einen eigenen Zeitbegriff. Erkennbar an der inneren Ruhe, mit der die Band ihre transparente bis dichte Musik im Studio und auf der Bühne entwickelt.
Nach insgesamt vier Trio-Alben ist am 20.10.2017 sein erstes Soloalbum erschienen: „Lorenz Kellhuber Live At The Montreux Jazz Festival“! Aufgeteilt in drei Opera präsentiert Kellhuber ein pianistisches Meisterstück als mitreißende Soloimprovisation. Mit den kongenialen Piano-Interpretationen zweier Songklassiker („Little Wing“ von Jimi Hendrix und „Can´t Find My Way Home“ von Steve Winwood) als Zugaben, komplementiert er das Album.
Berlin, 25. Oktober 2017 | Die Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ) gratuliert allen Veranstalterinnen und Veranstaltern, die von Kulturstaatsministerin Monika Grütters in diesem Jahr mit dem Spielstättenprogrammpreis APPLAUS ausgezeichnet werden. 86 Clubs und Veranstaltungsreihen werden bei der Preisverleihung am 25. Oktober 2017 im Alten Schlachthof in Dresden geehrt. Die Ausstattung des höchstdotierten Bundesmusikpreises wurde zuletzt auf insgesamt 1,8 Millionen Euro verdoppelt.
Mit "Völuspá" veröffentlichen Síd ihr zweites Studioalbum. Das Trio spielt experimentellen Jazz, holt aber weit aus und klingt von verwunschen romantisch bis metallen hart nach sämtlichen Klangschattierungen. Musik alleine ist das nicht. Es ist vielmehr ein Hybrid aus musikalischen Texturen und einer Art Hörspiel-Vertonung vom gleichnamigen Gedicht. Síd haben nicht nur ein musikalisches Wunderwerk in elf Liedern erschaffen, sondern auch eine eigene Welt ausgehoben.
Zwei Jahre nach der Veröffentlichung seines hochgelobten ENJA-Debuts "Natural Perception" (ENJA Records, 2015) kehrt Tobias Meinhart jetzt mit einem tiefgründigen und eindringlichen neuen Album zurück. "Silent Dreamer" ist dunkler sowohl im Ton als auch in der Thematik, denn Tobias setzt auf eine tonale Palette, die näher mit der brodelnden alternativen und populären Musikszene verwandt ist: pulsierende Grooves, Synthesizers, Effektpedale, Rhodes und E-Bass vereinen sich alle in der melodischen, modernen Jazz-Sensibilität des Saxophonisten um einen Klangkörper zu formen der mitreißend, rau und kathartisch zugleich ist.
Auf dem Programm von „Dream“ stehen überwiegend eigene Kompositionen, darüber hinaus eine Duo-Version von Glyks Viral-Hit „Tears In Heaven“ (Eric Clapton). Es geht viel um Groove, um Spaß, aber auch darum, über die Musik ein persönliches Verhältnis zu den Hörern aufzubauen: „Musik ist für mich mehr als nur ein Klang. Ich versuche, mit den Menschen ganz andere Sachen zu teilen, als nur das Spielen von langsamen und schnellen Noten. Denn ich will Songs schreiben, die etwas mitteilen. Musik ist für mich eine große Reise. Ich mache das, was ich liebe, und es ist wunderbar! Meine Träume erfüllen sich schneller, als ich es jemals erhofft hatte!“
Nur wenige Musiker teilen die Fähigkeit des Alt-Saxophonisten / Komponisten Rudresh Mahanthappa, die expansiven Möglichkeiten seiner Musik mit seiner Kultur zu verkörpern. Was sich materialisiert hat, ist ein Klang, der progressive Jazz- und südindische klassische Musik in einer fließenden und zukunftsweisenden Form hybridisiert, die Mahanthappas eigene Erfahrung widerspiegelt, die einen Indier der zweiten Generation aufwachsen lässt.
Melanie Heizmann singt Gedichte von Mascha Kaléko für Kinder im jazzigen Gewand. Auch Musik für Kinder darf anspruchsvoll sein – quasi „akustisches Holzspielzeug“. Der Wunsch von Melanie Heizmann ist, dass die nächste Generation mit handgemachter Musik aufwächst, die aus mehr als drei Akkorden besteht – und an der auch erwachsene Musik-Fans Freude haben!
„Jetzt geben auch die noch ihren Senf dazu“! Könnte man eventuell ausrufen, angesichts der Schwemme von gipfelstürmenden Bands, die unverzagt ihr Glück auf dem immer unübersichtlicher werdenden Musikmarkt versuchen. Noch so eine „Jugend-Forscht-Combo“, die wievielte überhaupt? Aber wer allein schon das Gütesiegel der Jazz thing Next Generation auf sein CD-Cover kleben darf und noch dazu als die laufende Nummer 70 in einer langen Reihe von herausragenden Talenten reüssiert, also ein kleines Jubiläum repräsentiert, den sollte man auf keinen Fall ungehört zur Seite legen!
Zwei Alben in zwei Tagen – eine Aufnahme Im Mai 2016 sprachen Challenge Records Direktor Anne de Jonge und ich darüber, ein neues, internationales Trio-Album mit André Ceccarelli, einem meiner Lieblingsdrummer aufzunehmen. Vor weniger als einem Jahr haben André und ich zusammengearbeitet, sind mit Enrico Pieranunzis European Trio aufgetreten und haben zusammen aufgenommen. (Jasper Somsen, 20. Juli 2017)
Drei Meister ihrer Instrumente musizieren auf diesem langerwarteten Album mit dem tunesischen Oud-Virtuosen Anouar Brahem. Für Brahem und Dave Holland stellt die im Mai 2017 in New York eingespielte Aufnahme eine Wiederbegegnung dar: Sie spielten erstmals für das Album Thimar mit John Surman zusammen. Brahem und Jack DeJohnette wiederum treffen sich auf Blue Maqams zum ersten Mal für eine Aufnahme. Holland und DeJohnette allerdings waren in den letzten Jahrzehnten häufig Partner, seit ihrem Zusammentreffen bei Miles Davis ist ihr Zusammenspiel legendär. Auch der britische Pianist Django Bates fügt sich stimmig in diese Gruppe.
Keys to Friendship ist die so beeindruckende wie bewegende Geschichte einer Begegnung. Zwei Menschen, zwei Pianisten, die in der grotesk polarisierten Welt eigentlich nicht zueinander hätten finden sollen, trafen aufeinander, lernten sich kennen und inspirierten sich schließlich gegenseitig – Kraft der Musik.
The Vampires Meet Lionel Loueke ist das fünfte Album des australischen Quartetts The Vampires, ergänzt durch besondere Gäste und den außergewöhnlichen Gitarristen Lionel Loueke (Blue Note Records), produziert von The Neks‘Bassist Lloyd Swanton.
Multiinstrumentalistin de Biasio weiß gekonnt mit ihrem langjährigen Ensemble dem musikalischen Geschehen auf »Lilies« eine hypnotisierende Note zu verleihen und so wird Melanie de Biasio mit diesem Album zweifelsohne wieder von ihren Fans in Europa und darüber hinaus gefeiert werden.
Festivaldoku „Jazzopen Stuttgart 2017“, 12.10.17, 23:15 Uhr / u. a. mit Jacob Collier und Jan Delay // „Abschlusskonzert mit Quincy Jones“, 22.10.17, 9:15 Uhr, SWR Fernsehen.
Nach dem ersten, für die Fryderyk 2016 nominierten Album "Wings", kehrte das Duo des polnischen Jazz-Saxophonisten Adam Pierończyk und der legendären tschechische Bassisten Miroslav Vitous mit einem neuen Album "Ad-lib Orbits" zurück auf dem beide, unkonventionelle Musiker, schaffen einzigartige Schönheit und atemberaubende Klänge.
Kommt mit in den Zauberwald! Trallskogen spielt eigene Songs angelehnt an vielseitige Musik der Trallsänger. Angefangen in der schwedischen Folklore, komponiert und singt Annika Jonsson zusammen mit Steffen Lang (Gitarre), Martin Jäger (Piano), Felix Hubert (Kontrabass) und Kevin Nasshan (Schlagzeug) Musik die rockt, groovt und jazzt.
Als in Frankreich vor anderthalb Jahren die Nachricht die Runde machte, dass Charles Pasi einen Plattenvertrag über drei Alben bei dem renommierten Jazzlabel Blue Note ergattert habe, war die Jubelstimmung in Paris groß. Pasi ist der erste französische Sänger, der von dem traditionsreichen US-amerikanischen Label unter Vertrag genommen wurde. Bevor Pasi die Blue-Note-Offerte erhielt, tourte der mittlerweile 33-Jährige mit den Songs seines letzten Albums “Sometimes Awake” durch die Welt.
Kaum ein Musiker kann die Stille so eindringlich hörbar machen, wie der Norweger Bugge Wesseltoft in seinen Solopiano-Einspielungen. Die erfolgreichste, „It’s Snowing On My Piano“, ist seit nun genau 20 Jahreneine Insel der Ruhe und Einkehr für die Zeit zwischen Ende November bis Neujahr. Ein zeitloses Album, das für Menschen in ganz Europa zu einem festen Teil ihres Lebens geworden ist.
Der in Weimar an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ lehrende Gesangsprofessor hat bereits in der Vergangenheit stilbildende Alben herausgegeben. Im Puls von „Love & Blues in the City“ hat er nun sein Herzblut vergossen, auf dass der urbane Sound des Albums in die Herzen der Städte vordringe und sie mit dringend benötigter musikalischer Liebe fülle – it´s a classy love affair.