Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Das Cover des kommenden Doppelalbums “Live In Europe” fällt sofort ins Auge. Es ist ein schön arrangiertes Aktfoto der US-amerikanischen Sängerin, Songschreiberin und Gitarristin Melody Gardot. Zur Intention sagt die Musikerin, sie wolle mit diesem Bild zum Ausdruck bringen, wie verwundbar und nackt sich ein Künstler auf der Bühne fühlt, wenn er sein Innerstes vor dem Publikum entblößt. Und genau das ist die Essenz dieser Live-Aufnahmen.
Ein klassisches Jazz-Klaviertrio? GoGo Penguin sind weit mehr als das. Denn was Chris Illingworth, Nick Blacka und Rob Turner aus Piano, Bass und Schlagzeug herausholen, ist nur schwer unter einem Genrebegriff zu fassen: Akustischer Jazz, Klassik, Indierock, Trip-Hop, Breakbeat, elektronische Musik – auf ihrem neuen Album »A Humdrum Star« gibt es die perfekte Verbindung in handgemachter Musik.
Es sind genau 7644,27 km von Oslo nach Paris, Texas. Doch wenn Helge Lien und Knut Hem zu ihren Instrumenten greifen, fühlt es sich an wie ein Katzensprung. Mit einer einzigartigen Mischung aus Jazz und Bluegrass zeigen die beiden Ausnahmemusiker die verblüffenden Ähnlichkeiten und sich anziehenden Gegensätze zwischen zwei scheinbar widersprüchlichen Welten auf: Der stillen Melancholie der Fjorde und der endlosen Einsamkeit der Canyons; der klirrenden Kälte des norwegischen Hinterlandes und der glühenden Freiheit der amerikanischen Highways.
Vor gerade einmal zwei Jahren veröffentlichten Pericopes +1 ihr Debüt-Trio-Album These Human Beings (Alfa Music) und gewannen damit die Aufmerksamkeit von Jazz-Größen und internationalen Medien gleichermaßen. Der US-amerikanische Tenor- und Sopransaxophonist Dave Liebman beschrieb das Album als «wundervolle, stilistisch breite und makellos gespielte Musik» und das Downbeat Magazin lobte ihre "deutlich spürbare Intention und große Kraft".
Tuomas A. Turunen ist durch seine spielbestimmende Rolle im derzeit zu Europas erfolgreichsten Piano Trios zählenden Emil Brandqvist Trio in den Fokus vieler Jazzliebhaber gerückt. Das umjubelte Trio konnte beispielsweise mit dem vorletzten Album »Seascapes« eine ECHO JAZZ-Nominierung feiern, das aktuelle Album »Falling Crystals« platzierte sich auf Position No. 7 der Deutschen Jazz Charts.
Das ist weder Jazz noch Hip Hop, weder Funk noch Drum’n Bass, weder Pop noch Minimal; das ist Musik ohne Scheu vor Stilgrenzen; Musik für Menschen mit offenen Ohren. Eigenwillig und eigensinnig bleibt die Band von Trompeter Kurt Söldi auch auf ihrem fünften Album. «Chapter Two» präsentiert zehn neue Tracks, auf denen konventionelle Klischees durcheinandergeraten.
Viertes Konzert der Schostakowitsch-Nacht – Potsdam, Nikolaisaal 27.01.2018 | Die Jazz Suite Nr. 2 also, die korrekt „Suite für Varieté-Orchester“ lauten sollte. Daran soll der Jazz in der Suite nicht scheitern, aber wo steckt er? Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Weiterlesen … Die Suche nach Jazz in der Jazz-Suite-Nr.2 oder wider dem tierischen Ernst!
Nach über drei Jahren intensivem touren in Europa und den USA präsentieren Saxophonist Emiliano Vernizzi und Pianist Alessandro Sgobbio mit ihrem neuen und sechsten Duo-Album «What What» eine intime Sammlung melodischer Fragmente und stillen Momenten. Pericopes, die seit 2007 als Duo unterwegs sind, haben ihr brandneues Repertoire zwischen Paris – wo sie zum Jazz Pas Grave Festival eingeladen wurden – und eine Residenz in Piemonte (Italien) komponiert.
Schostakowitsch-Nacht – Potsdam, Nikolaisaal 27.01.2018 | Das komplette Orchester verringerte sich auf die Streicher und verstärkte sich durch das Klavier von Antonii Baryshevskyi und die Trompete von Romain Leleu, was bei einem Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester durchaus sinnvoll ist. Damit sind wir beim 2. Konzert dieser Schostakowitsch-Nacht.
„Altersweisheit trifft Sturm und Drang“ (Spiegel Online). Dies ist nicht nur die treffende Beschreibung für das generationsübergreifende Zusammentreffen von Joachim Kühn mit den über 30 Jahre jüngeren Chris Jennings und Eric Schaefer.
Romain Leleu und die Schostakowitsch-Nacht – Potsdam, Nikolaisaal 27.01.2018. Zugegeben, einen Tipp gab es schon. Dazu kam das Interesse, die Jazz-Suite Nr.2 von Dimitri Schostakowitsch live zu hören und diese Musik auf ihren Gehalt an Jazzelementen im Konzert „abzuklopfen“. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Weiterlesen … Filmmusik oder die Suche nach Jazz in der Musik von Schostakowitsch
Mit "Black, White and a Little Bit of Grey" erreicht Fiona eine noch höhere Ebene der Klangpräzision und zarten Ausdruckskraft. Im Einklang mit der Band, das sie begleitet, erliegt sie nie der Versuchung der Selbstdarstellung oder des Überflusses. Mit ihrer Gesangskunst, durch die sie sich von vielen ihrer Zeitgenossen absetzt, steigt sie in neue Sphären der Ruhe, Stärke, Intensität und Klarheit auf.
Der mazedonische Komponist und Multiinstrumentalist Dine Doneff (oder Kostas Theodorou, wie sein amtlicher griechischer Name lautet) präsentiert seine Balkan-Jazz-Folkoper Rousilvo. Nachhaltig von der Kultur seines Heimatlandes geprägt, erschafft Doneff hier durch die offenen Dialoge innerhalb eines Septetts ein dichtes musikalisches Gewebe.
Unmittelbar nach der Veröffentlichung seines Debüt – Album „Where I Come From“ attestierte der SPIEGEL: „Großartiger Start eines Supertalents“, die NEUE MUSIK ZEITUNG kürte das Album zum „Debüt des Monats“ und die renommierte „Münchner Konzertgesellschaft“ verlieh ihm den Jazz – Förderpreis. Bei seinen zahlreichen Auftritten zum Beispiel beim „Rheingau Musik Festival“ oder den angesagten Jazzclubs der Republik löste er Begeisterungsstürme aus.
„In Paris: The Definitive ORTF Recording“ greift das Konzert der Jazz-Legende Wes Montgomery während seiner einzigen Europa Tournee auf, das am 27. März 1965 im Théâtre des Champs Elysées in Paris stattfand. Dieser erste offizielle Release des legendären und einmaligen Konzertes zeigt die wahrscheinlich beste Live-Performance Wes Montgomerys. Die Aufnahmen werden in Zusammenarbeit mit dem Institut national de l’audiovisuel (INA) veröffentlicht, mit High-Resolution Audios von den Original Bändern.
Es gibt musikalische Konstellationen, die so naheliegend sind, dass sich die Frage aufdrängt, warum sie nicht schon lange Wirklichkeit geworden sind. Und wenn sie dann endlich doch ins Licht der Öffentlichkeit treten, erscheinen sie uns so vertraut, als würden wir sie bereits seit Jahrzehnten kennen. Eine dieser Konstellationen ist das Duo des Trompeters Till Brönner und des Bassisten Dieter Ilg.
Eine Band, deren Musik dem Hörer gut bekannt ist, was kann diese noch bieten? Vermutlich wenig, wäre eine gängige Überlegung. Die Musik ist gut, sehr gut oder gar ausgezeichnet, aber ich kenne diese Musik zu Genüge. Dies klingt plausibel, ist nicht ganz falsch, aber auch nicht richtig. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Essen. Auch in der laufenden Spielzeit gibt die Reihe „WDR 3 Campus: Jazz“ wieder herausragenden Jazz-Ensembles der beiden Musikhochschulen in Köln und Essen die Gelegenheit, ihr Können vor einem breiten Publikum zu präsentieren.
Dass Frederik Kösters Band Die Verwandlung ihrem Namen alle Ehre machen kann, weiß man seit ihrer Gründung vor rund fünf Jahren. Im September 2015 veröffentlichte sie mit Tension/Release ein herausragendes, weithin gelobtes Album. Beim NDR war es CD der Woche, dazu hieß es u.a.: „...selbstbewusst und sicher im Zentrum des zeitgenössischen Jazz. Best of made in Germany.“
Besser lässt sich die Aufbruchsstimmung in einer Band wohl kaum auf den Punkt bringen. Vier junge Musiker stehen voller Euphorie in den Startlöchern, begierig darauf, endlich loslegen zu dürfen. Insofern passt der Titel »Cast Off - Leinen los« für das Debütalbum des Quartetts des Alt- und Sopransaxofonisten Fabian Schöne. Leinen los und hinaus in die raue See des professionellen Musikerlebens!
„All der Jazz“ mit seltenen Aufnahmen von Jazz-Stars aus den SWR Archiven // 14. Januar, 9:15 Uhr, SWR Fernsehen. Das SWR NEWJazz Meeting ist seit 1966 eine künstlerische Forschungsstation in Sachen improvisierter Musik. Völlig unterschiedliche Musiker, die zuvor noch nie zusammen gespielt haben, erarbeiten in einem mehrtätigen Prozess beim SWR ein gemeinsames Programm, das sie anschließend auf Konzerten im Sendegebiet präsentieren. In seiner filmischen Collage „All der Jazz – 50.
Durch sein triumphales Comeback-Album »Evolution« (2016) ist der mittlerweile 75-jährige Hammond-Organist Dr. Lonnie Smith wieder in aller Munde. Labelchef Don Was holte den Künstler, der in den Sechzigern und Siebzigern mit enorm groovenden Blue-Note-Alben Furore machte, zum Label zurück.
Weder Jazz noch Hip Hop, weder Funk noch Drum’n Bass, weder Pop noch Minimal … Schubladen passen nicht, um die Musik von Motek zu beschreiben. Zu eigenwillig ist der Weg der Winterthurer Band, zu eigensinnig die Klangfarben der Trompete, zu eigenständig der Mix aus alt und neu und aus allem, was den Sound von morgen ausmacht. Wer will spricht von Nu-Jazz; besser aber passt … Motek.
Das Dirk Engelhardt Quartett - im Berliner Jazzclub Schlot am 30.12.2017. Standards heißt das Zauberwort. Ja, all die herrlichen Titel, die im Laufe der Jazzgeschichte zu herausragenden, von einer Vielzahl von Jazzern gepflegt wurden und die in der hörenden Jazzwelt nach wie vor geliebt werden. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Die Mack Goldsbury Group im Berliner A-Trane – 25 bis 27.12.2017. Wer einen Tenorsaxofon-Sound, mit einem gewaltigen Schlag Tradition eines stilbildenden Instruments im Jazz hören wollte, der konnte den kräftigen, voluminösen Sound, den der Man am Tenor den Hörern um die Ohren blies, als passendes Geschenk zu den Festtagen verstehen. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Weiterlesen … Chrismas Special oder alle Jahre wieder … kommt Mack Goldsbury!
Es fängt schon witzig an. Da werden ein paar Takte – nein, eigentlich nur eine Sequenz – angerissen, die nach vertrauten Klezmer-Harmonien klingen. Dann stoppt die Band. Alle – besonders Paul Brody – schauen ratlos in die Runde. Was ist los? Wie geht es weiter? Na, mit der Wiederholung dieser Sequenz, natürlich. So geht dies nicht seinen „sozialistischen“, eher seinen “selbstironischen Gang“, den des schlitzohrigen Paul Brody. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Berlin, 29. November 2017 | In der zweiten Förderrunde des unter Mitwirkung der Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ) gegründeten Musikfonds wurden 66 Projektanträge aus allen Bereichen der zeitgenössischen Musik mit insgesamt rund 720.000 Euro bewilligt. Projekte aus den Bereichen Jazz, Improvisation und Rock/Pop sind mit rund einem Drittel weiterhin stark vertreten. Zahlreiche Projektanträge sind darüber hinaus sparten- und genreübergreifend konzipiert.
Nach dem Beethoven nun der Bach. Was nach einem klassischen Klavierkonzert tönt, ist es aber nicht. Was dann? Doch Klassik? Ja und Nein. Es ist beides. Was der Bassist Dieter Ilg auf seiner aktueller CD - auf das Beethoven-Album folgend – präsentiert, kann sowohl als eine improvisiere Version dieser großen barockklassischen Themen gelten, als auch für sich in Anspruch zu nehmen, als vollblütiger Jazz zu gelten. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Durch die einleitenden Worte des Moderators erfahren wir, dass Tyshawn Sorey als diesjähriger „Artist in Residence“ (leitender musikalischer Künstler) ein 20-köpfiges Orchester zusammenstellen konnte und ihm ansonsten keinerlei Auflagen über den Charakter der Komposition oder des Events gemacht wurden. Also freie Hand für den Conductor, den wir vereinfachend als „Dirigenten“ begreifen. Zuvor konnte Tyshawn Sorey in drei Konzerten mit seiner getrommelten Schlagwerkstatt große Furore erzielen. Siehe das Konzert mit Gebhard Ullman: „Feuerwerk mit Blasorchester“. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Der Nameweist darauf hin: Würdigung des Pianisten Thelonious Monk zum Hundertsten Geburtstag. Dazu stellte Pianist und Arrangeur John Beasly eine – von der Besetzung her – klassische Big Band zusammen. In dieser Band befinden sich - wegen der Wertschätzung der hiesigen Jazzszene - vier Berliner Jazzmusiker. Die Posaunen von Sören Fischer und Johannes Lauer, das Bariton-Sax von Nik Leistle (auch Mitglied im furiosen Maria Baptist Orchestra) und die Trompete von Till Brönner, wenn wir ihn zu den Berlinern zählen wollen. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Als erstes stellt der moderierende rbb-Redakteur Ulf Drechsel die Band als Familienangelegenheit der kanadischen Schwestern Jensen aus Vancouver vor. Dann bemüht er eine schöne Metapher, die die Schwestern über selbst verwenden. Dieses Bild bezieht sich auf den (nichttropischen) Regenwald im Westen von Kanada. „Wenn ich ein Baum des Regenwaldes bin, so bist Du der darüber fallende Regen“. Bildhafte Worte zum Auftakt. Alle sind gespannt. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Stacey Kent, eine der bekanntesten und mit 2 Millionen verkauften Alben und einer Grammy-Nominierung auch eine der erfolgreichsten Jazzsängerinnen, hat mit I Know I Dream ihr erstes Album mit großem Orchester aufgenommen.