Tägliche Neuigkeiten, Albumankündigungen, Festivalmeldungen, Interviews, Releases und Entwicklungen aus Deutschland, Europa und der weltweiten Jazzszene.

Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.

Big Band Light oder Maria Baptist trifft Sigurdur Flosason - Berliner Schlot, 28.02.2019

Was tun, wenn der eigene Big Band heute nicht greifbar ist, aber der Wunsch zu spielen unbändig? Aus der Not eine Tugend machen, sich auf die eigenen Stärken besinnen und so spielen, als ob da noch weitere 14 Kollegen auf der Bühne wären. Einfacher gesagt: Maria Baptist, Pianisten und Leiterin ihrer Big Band lädt ihren Gast aus der Reykjavik-Big Band, den Alt-Saxofonisten Sigurdur Flosason, ins Schlot zum Musizieren ein. Noch einfacher: die Kunst des Duos. Ein Bericht von Cosmo Scharmer

Jazzorchester-Auswahlworkshopam 20. März im NDR-Fernsehen

Der Auswahlworkshop für das Jugendjazzorchester Niedersachsen „Wind Machine“ am 19./20. Januar 2019 in der Landesmusikakademie Niedersachsen in Wolfenbüttel wurde von einem Fernsehteam des NDR besucht. Die daraus entstandene Reportage wird nun im Rahmen der Sendung „DAS! - Gäste auf dem Roten Sofa“ ausgestrahlt. Der Sendetermin im NDR Fernsehen ist (ohne Gewähr!) am Mittwoch, 20. März 2019, 18:45 bis 19:30 Uhr, mit Wiederholung tags darauf, Donnerstag, 21. März 2019, 05:15 bis 06:00 Uhr. Voraussichtlich wird zu diesem Termin ein „musikalischer“ Gast auf dem Roten Sofa erwartet.

Deutscher Musikautorenpreis 2019: Wolfgang Rihm wird für Lebenswerk geehrt

Der renommierte Komponist und Essayist Wolfgang Rihm wird mit dem Deutschen Musikauto-renpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Wolfgang Rihm hat seinen eigenen, expressiven Stil stets konsequent weiterentwickelt und dabei Gattungsgrenzen überschritten. Er blickt auf ein Werk von über 500 Kompositionen und ist der meistgespielte deutsche Komponist der Gegenwart. Die GEMA ehrt alle diesjährigen Preisträger bei einer Gala am 14. März in Berlin.

Gebhard Ullmann Basement Research - Impromptus and Other Short Works

Diese CD ist zugleich Höhepunkt und Abschluss einer 26-jährigen Geschichte mit 7 CD Veröffentlichungen. Gebhard Ullmann, Weltbürger und Träger des Jazzpreises der Stadt Berlin 2017, zelebriert seine Impromptus in einer fokussierten Ästhetik, bei der jedes der kurzen Stücke anderswo ansetzt, um sich in einem kollektiven Bandsound zu entfalten. Gospel, Anklänge an Albert Ayler, Archie Shepp oder Charles Lloyd, Widmungen, verschränkte Improvisationen und immer neue Wendungen. Musik ist das, die immer wieder auf den Punkt kommt, um von dort abzuspringen.

Cyrille Aimée - Move On: A Sondheim Adventure

Das Erfindergeist von Stephen Sondheim resultiert aus der Fähigkeit des verehrten Komponisten, universelle menschliche Emotionen auch in Form der ungewöhnlichsten Charaktere auszuloten - seien es kannibalistische Barbiere, Präsidentenmörder oder Märchenhexen. Die gefeierte Sängerin Cyrille Aimée erkannte dieses Geschenk aus erster Hand, als sie einen tiefen Einblick in das Sondheim Liederbuch für ihr brillantes neues Album Move On: Ein Sondheim-Adventure nahm. Was als Feierstunde für einen legendären Broadway-Songwriter begann, wurde zu einem Werk kathartischer Autobiographie, da ein Lied nach dem anderen ihre tiefsten persönlichen Gefühle widerspiegelte.

David Laborier - Ne:x:t

Seine Alben sind nicht nur für Kenner wahre Schatzkisten: sie sind so vielschichtig wie der Jazz selbst. Seit mehr als fünfzehn Jahren ist David Laborier in der Jazz-Szene Luxemburgs eine maßgebende Figur – und hat darüber hinaus für Aufsehen gesorgt. Stets dem luxemburgischen Label WPR Jazz treu hat er 2 Alben für das Orchestre National de Jazz Luxembourg komponiert und arrangiert. Seine Komposition „Fast and Furious“ aus dem Album „Who’s Afraid of the Big Bad Band“ gewann 2010 die International Songwriting Competition in der Jazz Kategorie.

Neuer junger Vorstand bei der LAG Jazz Niedersachsen

HANNOVER. Mit fünf neuen frischen und jungen Vorstandsmitgliedern geht die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Jazz Niedersachsen in die Zukunft. Die gut besuchte Mitgliederversammlung am Sonntag in Hannovers Kulturzentrum „Tonhalle“ entschied nach dem Motto „Neue Besen kehren gut“ und berief den 38jährigen international tätigen und vielfach preisgekrönten Kontrabassisten und Bandleader Peter Schwebs aus Seelze zum neuen 1. Vorsitzenden.

Joachim Kühn - Melodic Ornette Coleman

Joachim Kühn ist schon zu Lebzeiten eine Jazzlegende. Auf seinen Reputationen und dem internationalen Erfolg ruht sich der Pianist aber keineswegs aus, er ist immer noch ungemein produktiv und aktiv. Ob mit seinem New Trio mit Eric Schaefer und Chris Jennings, ob bei diversen Begegnungen und Gastspielen (mit Archie Shepp, Pharoah Sanders, Michel Portal, Daniel Humair und seinem Bruder Rolf) oder als Mitglied in Emile Parisiens Quintett: Kühn steht nach wie vor in vorderster Front des aktuellen Jazzlebens.

Nguyên Lê Quartet - Streams

Nguyên Lês Musik ist im ständigen Wandel. Der französische Gitarrist mit vietnamesischen Wurzeln gilt als herausragender Musiker, der auf spannende und bahnbrechende Weise den Jazz mit weltmusikalischen (insbesondere asiatischen) Einflüssen kombiniert. Seine neueste Veröffentlichung „Streams“ setzt diese Tradition fort, ist aber radikaler als zahlreiche seiner „Weltjazz“-Projekte zuvor.

Yaron Herman - Songs Of The Degrees

Zurück zum Trio! Der in Tel Aviv geborene Pianist gehört zur Spitzenklasse der neuen Jazz-Generation. Sein demnächst erscheinendes neues Album wird eine Rückkehr zum klassischen Trio-Format. "Trio, das ist Freiheit mit Einschränkungen!", meint Yaron Herman. Für ihn stellt es ein paradoxes Vergnügen dar, nach acht Jahren wieder zu dem von so vielen Jazz-Pianisten favorisierten klassischen Trio-Format zurückzukehren. Nach zwei Blue-Note-Alben, auf denen der Pianist Ambient-Elemente, Vocals und moderne Songstrukturen in seine Musik integriert hat, kehrt er nun zu seinen Wurzeln zurück.

Yelena Eckemoff & Manu Katché - Colors

"Colors" Yelena Eckemoff’s drittes Album in etwas mehr als 12 Monaten. Die Aufnahmen, die auf ihrem eigenen Label L & H Production veröffentlicht wurden, spiegeln nicht nur den kreativen Ehrgeiz der in Russland geborenen Pianistin und Komponistin wider, sondern auch ihre scheinbar grenzenlose Fantasie. Warum Farben? "Ich fordere mich gerne heraus, die Dinge musikalisch auszudrücken", sagt sie. "Ich habe einmal über Gerüche geschrieben ("Blooming Tall Phlox", 2016). Ich dachte mir, warum nicht danach malen?"

Wadada Leo Smith - Rosa Parks: Pure Love. An Oratorio Of Seven Songs

Das brandneue Album von Wadada Leo Smith ist als Oratorium zu Ehren der ikonischen US-Bürgerrechtlerin Rosa Parks (1913 – 2005) angelegt. Grundlage sind die von ihr mit angestoßenen wesentlichen Vorstellungen von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit, die durch Komposition und Lied in eine philosophische und spirituelle Erzählung münden.

TRIAZ - Bring Me Everything

Atmosphäre, Spannung, hymnische Melodien und viel Gefühl. Das alles steckt in den Liedern der Band TRIAZ. Das musikalische Spektrum der Band setzt sich dabei aus Elementen von Pop und Jazz sowie klassischen Einflüssen zusammen, was die Zuhörer in eine musikalische Welt versetzt, die man so bisher noch nicht gehört hat. Die Band aus Freiburg erzeugt durch ihre innovativen Songs eine packende Stimmung, die sowohl mächtig als auch sanft erscheint.

Clemens Christian Poetzsch – Piano Salon Christophori – Berlin, 05.02.2019

Der Piano Salon kämpft zwischen dem Erscheinungsbild eines verstaubten, vergessenen Museums, einem Trödel für altgediente Piano-Teile, einer industriellen Mehrzweckhalle und einer abgefahrenen Galerie für zeitgenössische Kultur jeglicher Art. Um es einfach zu machen: Das Ambiente hat von allen diesen Dingen etwas. Die erhöht den Reiz des Veranstaltungsortes ungemein. So richtig verrückt berlinerisch. Ein Bericht von Cosmo Scharmer

Izabella Effenberg - Crystal Silence

Izabella Effenberg ist eine der wenigen Vibrafonistinnen in Europa und die erste aus Polen. Auf ihrer neuen CD Crystal Silence - Music for Array Mbira präsentiert sie das sehr seltene Instrument Array Mbira. Einzigartig, originell und authentisch zeichnet das Album "Crystal Silence" in einem Kaleidoskop voller bunter Farben. Den Kern aber bildet die Finesse des Spiels, das in seiner Klangschönheit und natürlichen Ästhetik des harmonischen Musikempfindens aus dem Rahmen fällt.

Rymden - Reflections & Odysseys

Zehn Jahre nach dem Tod von Svensson haben sich die verbleibenden e.s.t.-Mitglieder Magnus Öström (Drums) und Dan Berglund (Bass) nun mit Wesseltoft zu einer skandinavischen Supergroup zusammengeschlossen: Rymden. Die Musik dieses Trios, dessen Name zu Deutsch „Raum“ bedeutet, basiert auf drei Komponenten: treibenden Rhythmen, melancholisch-atmosphärischem Songwriting und virtuos gespieltem Jazz.

Veronika Harcsa & Bálint Gyémánt - Shapeshifter

Mit bislang zwei Alben (Lifelover und Tell Her) hat das Duo Veronika Harcsa und Bálint Gyémánt seit 2014 Presse und Publikum begeistert. „Harcsa is an amazingly versatile musician, a brilliant vocalist and gifted entertainer in the best sense”, konstatierte allaboutjazz.com. Der MDR befand: „Harcsas Stimme oszilliert in ganz unterschiedlichen Farben. [...] Einmal klingt sie, wie die jazzige Schwester von Alanis Morissette und im nächsten Moment wird sie zu einer sphärischen Sirene.“

Wolfgang Schlüter - For You

Im November letzten Jahres verstarb die deutsche Jazzikone Wolfgang Schlüter. Zuletzt nahm der virtuose Vibraphonist und Perkussionist jedoch noch ein ganz besonderes Album auf, das am 01.02.2019 etschienen ist. "For You" heißt das karriereumspannende Best-of, an dem auch ein paar besondere Gäste mitgewirkt haben.

Manu Katché - The Scope

Manu Katché besuchte das Konservatorium, aber seine musikalischen Wurzeln liegen in der Rockmusik. Obwohl der Ausnahmeschlagzeuger viel Jazzmusik gehört hat, hat er nicht so viel Jazzmusik in seiner Karriere gespielt. Der Fall wird noch schwieriger zu knacken, wenn man Katchés zehntes Album The ScOpe hört, auf dem er tief in die Wurzeln der Groove-Musik eindringt und gleichzeitig die modernen Sounds von Maschinen integriert.

Joe Lovano - Trio Tapestry

Der Saxophonist Joe Lovano war in den letzten vier Jahrzehnten auf zahlreichen ECM-Produktionen vertreten, darunter Aufnahmen mit Paul Motian, Steve Kuhn und John Abercrombie. Trio Tapestry ist sein erstes ECM-Projekt, bei dem er selbst als Leader in Erscheinung tritt und eine neue Gruppe vorstellt – mit Musik von fließender Lyrik, delikaten Texturen und inspiriertem Zusammenspiel. Lovano und die Pianistin Marilyn Crispell finden in den tiefen, subtilen Regionen des Interagierens zueinander. 

Paolo Fresu, Richard Galliano & Jan Lundgren - Mare Nostrum III

Das alte Sprichwort, dass aller guten Dinge drei sind, verkommt allzu oft zur Floskel, selten hat es aber so gut gepasst wie beim Mare Nostrum-Trio des sardischen Trompeters Paolo Fresu, des französischen Akkordeonisten Richard Galliano und des schwedischen Pianisten Jan Lundgren. Denn hier hat sich vor zwölf Jahren gewissermaßen eine Troika des europäischen Jazz zusammengefunden. 

Emile Parisien Quartet - Double Screening

Kaum ein Jazzmusiker bekommt derzeit in Europa so viel positive Resonanz wie der französische Sopransaxofonist Emile Parisien. Sein 2018 erschienener Konzertmitschnitt „Sfumato live in Marciac“ (CD und DVD) mit Joachim Kühn am Klavier sowie den Gästen Michel Portal, Vincent Peirani und Wynton Marsalis erntete Begeisterungsstürme: „Eine markante Stimme im zeitgenössischen Jazz“ nannte die ARD Parisien treffend.

Cæcilie Norby - Sisters In Jazz

Jazz ist Männersache …mag man meinen, schaut man sich seine Geschichte an: Zwar waren Jazzsängerinnen schon immer prominent vertreten, aber Instrumentalistinnen und Komponistinnen wie Jutta Hipp, Carla Bley oder Geri Allen bildeten die Ausnahme. Auch wenn die Männer heute noch immer in der Überzahl sind, haben sich die Frauen mittlerweile auch hier emanzipiert. Mehr und mehr drängen sie ins Rampenlicht der improvisierten Musik. Und das ist gut so, wie „Sisters in Jazz“ belegt.

RaaDie - Vast Potential

Wer meint, bereits alle möglichen und ungewöhnlichen Kombinationen aus Instrumenten und Stilen zu kennen, kann jetzt – wenigstens spaßeshalber – kurz nachdenken: schon mal ein Album von Trompete und E-Zither gehört? Die Idee mag auf den ersten Blick etwas schräg erscheinen. Umgesetzt von Lorenz Raab und Christof Dienz klingt sie aber ebenso schlüssig wie spannend.

Tim Allhof - Lepus

"LEPUS" heißt das mittlerweile sechste Album von ECHO-Preisträger Tim Allhoff, der sich in den letzten Jahren sicherlich zu einem der bedeutendsten deutschen Jazzpianisten etabliert hat. Der kryptische Titel bezieht sich auf den "Lepus Europaeus", uns hierzulande besser als "Feldhase" bekannt und beim gleichnamigen zweiten Track des Albums kann man ihn hakenschlagend direkt vor sich sehen. Eine treibende und rhythmisch komplexe Komposition, bei der das preisgekrönten Trio von einem Streichquartett unterstützt wird.

Eric Dolphy - Musical Prophet

Das erste offizielle Release mit bislang unveröffentlichtem Material von Eric Dolphy in über 30 Jahren, mit 85 Minuten Studioaufnahmen. Dazu gibt es ein umfassendes, 100-seitiges Buch mit raren Fotos von Chuck Stewart, Jean-Pierre Leloir, Val Wilmer und anderen, Beiträge von Jazz Autor Robin D.G. Kelley, Douglas Labelmanager Michael Lemesre, dem japanischen Dolphy Schüler Masakazu Sato, den Ko-Produzenten Zev Feldman und James Newton, sowie Zitate von John Coltrane, McCoy Tyner, Ornette Coleman und Charles Mingus. 

Tamara Lukasheva Quartet - Homebridge

Tamara Lukasheva gilt über ihre Generation hinaus als eine der herausragenden Stimmen des deutschen Jazz. Ihre ungewöhnlich wendige, in rund 15 Jahren präzise ausgefeilte vokale Ausdruckskraft hinterlässt nicht nur beim Jazz-affinen Publikum tiefe Eindrücke. Lukashevas Musik ist eigenständig und variabel, bewegt sich im Spannungsfeld von starken Melodien, osteuropäischen Einflüssen, dynamischer Improvisation und Emphase.