Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Christoph Irniger, der grosse Stilist mit seinem warmen Klang, legt auf Intakt Records die dritte Platte mit seiner Band Pilgrim vor. Der Saxofonist, der das Abenteuer und die Überraschung liebt, präsentiert mit "Crosswinds" ein gepflegtes Studioalbum. Mehrschichtig, subtil und melodisch verschränkt strahlen die acht Stücke eine wundersame stimmungsvolle Ruhe aus. Eine höchst subtile Musik mit einem magischen Sound.
Der Musiker und Komponist Paul Jones hatte nie Angst davor, Risiken einzugehen oder tiefer in die Sache einzudringen, wenn es darum ging, eine Musik zu erschaffen, die sich durch ihre Einzigartigkeit auszeichnet und den Test der Zeit überdauert. Der in New York lebende zeitgenössische Jazzkünstler hatte als Bandleader musikalisch auf sich aufmerksam gemacht, bevor 2014 sein Debütalbum Short History veröffentlicht wurde.
Das im Jahr 2000 formierte schwedisch-norwegische Quintett ist eine der „Supergroups“ der an innovativen Bands wahrlich nicht armen skandinavischen Jazzszene. Kritiker François Couture betrachtete die Gründung von ATOMIC einst als Reaktion auf den - ironisch als Mountain Jazz bezeichneten - ECM-Stil, mit dem skandinavischer Jazz heute oft generell assoziiert wird.
Ein wunderbares Instrumental-Album des New Yorker Pianisten Marc Copland, das gleichzeitig ein Tribute an Gary Peacock ist, aufgenommen im Studio La Buissone in Frankreich.
Das Sondre Ferstad Ensemble ist eine achtköpfige Band, die ein klassisches Streichquartett und ein Jazzquartett kombiniert, unter der Leitung von Sondre Ferstad, der einer der wenigen professionellen Jazz-Mundharmonikaspieler auf der europäischen Musikbühne ist.
Es war eine besondere Nacht: Am 7. Juli 1988 spielte der im Jahr darauf verstorbene französische Jazzpianist Michel Petrucciani ein Konzert im Jugend- und Begegnungszentrum »Jubez« in Karlsruhe. An seiner Seite: Bassist Gary Peacock und Schlagzeuger Roy Haynes. Mit "One Night In Karlsruhe" gibt es 2019 endlich den Mitschnitt dieser Performance.
Inspiriert von den stimmungsvollen Aufnahmen von Gil Evans und Miles Davis und den großen Balladestern - Dexter, Trane, Turrentine, Clifford Brown - war der erfahrene Seattleer Trompeter & Saxophonist Jay Thomas immer auf der Suche nach der richtigen Verbindung zu einem Arrangeur, der seine Vision für eine Aufnahme von satten orchestrierten Balladen richtig gestalten konnte. Das Treffen mit dem deutschen Komponisten, Arrangeur & Trompeter Oliver Groenewald öffnete die Tür zu einer mehrjährigen Zusammenarbeit...
"Djesse - Volume 1" heißt das Anfang Dezember erscheinende neue Album von Jazz-Wunderkind Jacob Collier. Das geht nicht nur musikalisch ungewohnte Wege. Mehr Lob geht nicht: "Jazz's new messiah" nannte der englische GUARDIAN den englischen Sänger, Arrangeur, Komponisten und Multiinstrumentalisten Jacob Collier. Der erregte erstmals 2011 mit selbstproduzierten Youtube-Clips Aufmerksamkeit, in denen er im Alleingang alle Instrumente spielte und sich selbst im Multitrackingverfahren zum Chor verwandelte.
1991 fand Charlie Chaplins Tochter Victoria einen Brief, den ihr Vater in seiner Nachttischschublade verwahrte. Der Verfasser des Briefes ,Jack Hill klärte den Schauspieler über seinen wahren Geburtsort auf, der nicht wie Chaplin in seiner Autobiographie beschrieb in London, sondern Black Patch in Smethwick war. Black Patch war zu Zeiten Chaplins Geburt eine große, von Bäumen umsäumte Wiese auf dem Romany People (also Sinti und Roma) und Schausteller mit ihren Wohnwägen campierten
Der Gitarrist Joscho Stephan ist seit knapp 20 Jahren als Gypsy Swing Musiker auf nationalen und internationalen Bühnen unterwegs. Im Trio mit Volker Kamp am Kontrabass und Sven Jungbeck an der Rhythmusgitarre fühlt er sich dem musikalischen Erbe des "Hot Club de France" verpflichtet, der legendären Formation, die Django Reinhardt und Stéphane Grappelli in den 30er Jahren in Paris zum Leben erweckt haben.
Fado ist ihr Leben, und kaum eine andere Sängerin verleiht dieser portugiesischen Form des Liedes so viel Kraft, Leidenschaft und Tiefe wie CARMINHO, die als die große Erneuerin des Fado betrachtet wird. Am 14. Dezember erscheint ihr neues Album MARIA. Nach ihrem großen Erfolg mit dem Album Carminho Canta Jobim (2016), auf dem sie sich respektvoll und leidenschaftlich vor dem brasilianischen Songwriter Antonio Carlos (Tom) Jobim verbeugte und sich einmal mehr als eine der besten portugiesischen Interpreten bewies, kehrt sie nun mit einem brandneuen Album mit vielen Eigenkompositionen zurück.
Das neue Album von Anna Leman verzaubert und verführt in eine Welt voller Emotion, Sinnlichkeit und Leidenschaft, Freude aber auch Trauer. Themen des Lebens, die auf höchstem Niveau musikalisch zelebriert und interpretiert werden.
Zwei Jahre nach der Veröffentlichung des von der Kritik hoch gelobten Albums „Imprints“ (Redhorn Records), stellt Karin Hammar nun ihr neues Werk „Circles“ vor. Dabei verlässt sie sich wie bereits zuvor auf ihre famose Formation Karin Hammar Fab 4, um acht neue Kompositionen und eine Interpretation von Nina Simones „Four Women“ in das ihr so eigene musikalischen Gewand zu kleiden – Modern Jazz mit Einflüssen aus Salsa, Bossa Nova, Bop, Swing und Popmusik.
Immer mehr Jazz-Musiker aus aller Welt erhoffen sich einen Karriereschub auf der Bremer Fachmesse jazzahead!. Trotz der diesmal deutlich verkürzten Einreichungsfrist gingen 764 Bewerbungen für die 40 Showcase-Konzerte ein und damit 25 Prozent mehr als im Vorjahr. In diesem Jahr sind unter den fünf am stärksten vertretenen Herkunftsländern jenseits von Deutschland und dem Partnerland Norwegen die USA und Brasilien, womit Bewerbungen aus Übersee signifikant zulegten.
Weiterlesen … Weltweit große Resonanz für die jazzahead! 2019
Nach drei sensationellen Konzerten, die er Anfang des Jahres in der ausverkauften Royal Albert Hall gab, veröffentlicht Gregory Porter nun sein erstes Live-Album. "One Night Only - Live At The Royal Albert Hall" ist am 30. November bei Decca Records in einer Box mit einer CD und einer DVD erscheinen, die als besonderen Bonus ein Interview mit dem Künstler bietet.
Intensity of bass – Bassklänge zum Genießen Wir kennen alle insgeheim die Meinung, Bassisten seien keine Bandleader, Bassisten seien Beiwerk einer Band, eines Solisten, Bassisten schaffen keine Werke. Dass dem nicht so ist, zeigen bereits zahlreiche Veröffentlichungen bei GLM Music – Sven Faller, D. D. Lowka sind hier zu nennen.
Er kann es einfach nicht lassen: Van Morrison, Multiinstrumentalist, Blues-Großvater, Legende, hat sein neues Album “The Prophet Speaks” für den 7. Dezember angekündigt. Bei “The Prophet Speaks” handelt es sich um nichts Geringeres als das 40. Studioalbum des gebürtigen Nordiren. Es folgt einer Serie jüngst erschienener, hochgelobter Platten (“Roll With The Punches”, “Versatile”, “Keep Me Singing” etc.), von denen jede sich intensiv mit den Musikstilen, die Van sein Leben lang inspiriert haben, auseinandersetzte.
Ein Schlagzeug-Auftakt… Der Rest der Rhythmusgruppe steigt gemeinsam mit den Bläsern ein. Während der einleitenden Takte schlendere ich zum Mikrophon… Der Druckluftschwall des Orchesters kitzelt mich im Nacken… Ein Grinsen legt sich auf mein Gesicht, das den ganzen Abend nicht mehr verschwinden will. Ein toller Konzertabend mit der SWR Big Band nimmt seinen Lauf!
Der Titel weckt Erwartungen. Das Ambiente stimmt schon mal: b-flat, ein gut eingeführter Jazz-Club mit dem jugendlichen Schick einer angesagten Bar in Berlin Mitte. Auf der Bühne signalisiert ein Flügel potentiellen Piano-Jazz und der Gitarrenverstärker könnte für fast jede musikalische Richtung stehen. Dann kommen die Musiker auf die Bühne und der Mann mit der Stimme verdeutlicht, warum es hier geht: Vocals, Songs, Lieder in koreanischer Sprache. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Bereits zum zehnten Mal trafen sich einige der besten Gitarristen der internationalen Fingerstyle-, Bossa- und Jazzszene in Reichenberg. Das jährliche Konzertereignis genießt inzwischen einen hervorragenden Ruf weit über die Region hinaus. Besucher und Musiker schätzen das einzigartige, ungezwungene und intime Flair dieser Abende und erleben dabei immer wieder unvergessliche, magische Momente...
Das Bühnenbild springt sofort ins Auge. In der Mitte wirkt eine erhöhte Fläche als weitere Bühne. Nein, stärker: Dies ist ein Thron! Der besteht aus zahlreichen aufgebauten Perkussions- und Saiteninstrumenten, die rundum die Musikerin in ihrer Eigenschaft als Throninhaberin beschützen. Besonders ein vertikales Glockenspiel prägt dieses Szenario, das fremd, exotisch und faszinierend wirkt. Die koreanische Bambus-Flöte Daegeum gehört ebenfalls dazu. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Rhythmusgruppe und Saxofon machen die Besetzung des Quartetts klassisch und weisen auf Mainstream-Spielweisen hin. Und so klingt es dann auch. Sehr verhalten, geradezu vorsichtig tastet sich die Band in den Kesselsaal des Maschinenhauses vor. Die Musik ist auf den Mann am Tenorsax zugeschnitten, der diese Unterstützung nutzt, um Variationen eines Tenorsounds darzubieten. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Ich traf Massimo Nunzi zum ersten Mal vor mehr als 15 Jahren, als eine führende italienische Leitung, La Repubblica, ihn bat, einige der aktivsten Musiker zu interviewen, die in den achtziger und neunziger Jahren in Italien auftraten. Die Einladung des Top-Pianisten Antonio Faraò als künstlerischer Leiter zur Teilnahme am Sanremo Jazz Festival als Solist (2016) mit dem Sanremo Symphony Orchestra - arrangiert und dirigiert von Massimo Nunzi - war eine perfekte Gelegenheit, um ein kreatives und innovatives Projekt zu schaffen...
Nach dem ersten runden Geburtstag im letzten Jahr fand JazzKorea 2018 vom 22. November bis 1. Dezember in seiner 6. Ausgabe statt. Das Festival ist mit dem großen Eröffnungskonzert am 22. November im Kesselhaus in Berlin gestartet. Festival-Orte waren neben Berlin (Kesselhaus, Koreanisches Kulturzentrum, b-flat), Hamburg (Halle 424) und Stuttgart (Theaterhaus Stuttgart). Ein Bericht von Cosmo Scharmer
27. November 2019 | Am 14. März 2019 wird der 11. Deutsche Musikautorenpreis verliehen. In zehn Preiskategorien werden Komponisten und Textdichter prämiert, die mit ihren Worten und Melodien herausragende Musik erschaffen. Ausgewählt werden die Preisträger von einer Expertenjury, darunter Melbeatz, Julia Mihály, Nils Wülker und Rolf Zuckowski.
Immer nur dieselben beiden Töne, 25 Sekunden lang. Dann kommt ein weiterer hinzu, irgendwann unmerklich ein vierter. Es scheint, als hätte Andreas Dombert alles hinter sich gelassen, was ihn je als Gitarrist ausmachte: die pfeilschnellen, akrobatischen Hetzjagden über das Griffbrett, die mal boppende, mal latinjazzige, mal straight rockige Herkunft, mit der er sich im Laufe der vergangenen Jahre einen klingenden Namen in der deutschen und europäischen Jazzszene erwarb.
„Mit diesen Aufnahmen möchte ich eine tiefe Herzensangelegenheit mit Ihnen teilen. Alle meine Kompositionen auf diesem Album sind von sehr persönlichen Erfahrungen, Erlebnissen und/oder sehr persönlichen Anregungen aus meinem direkten Lebensumfeld geprägt. Die Instrumentierung – Klavier und Streichquartett – gehört klanglich zu meinen absoluten Favoriten und die Art der Interpretation, jedes der Stücke eine so spannungsreiche wie organische Melange aus Komposition und Improvisation, ist mein musikalisches Credo." Vladyslav Sendecki gilt als einer der kraftvollsten und kreativsten Solopianisten unserer Zeit.
Sonntag war der Gitarrenabend: angefangen hat es mit 4 nordischen Gitarristen (Kim Myhr). Dann halbierten sich die Gitarren auf zwei Exemplare (Mary Halvorson), danach gab es nur noch die einsame Gitarre von Bill Frisell. Ungewöhnlich, mit einem Solo-Konzert ein Festival zu beenden. Anstelle von packenden fetzigen (Big)Bands, die mit viel Furore, dichten Sounds, exzellenten Soli und knackigen Rhythmen das Publikum erst hinweg- und dann rausfegen, ertönt dezenter E-Gitarren-Klang eines einzelnen Musikers. Dies wird sich als kluger Schachzug herausstellen. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Ein Oktett ist eine ganze halbe Big Band, also light. Dies schafft hohe Erwartungen. Die Gitarristin und Leiterin Mary Halvorson ist im Hauptjob auch noch Artist in Residence beim diesjährigen Jazzfest. Heute Abend gilt es ihrer Musik, in diesem Oktett zu lauschen. Vorsichtig werden Klangräume angestoßen, ein nordisch anmutender Sound tastet sich vor. Die Gitarre von Mary Halvorson greift in das Geschehen ein, es entwickelt sich ein Zwiegespräch mit der Steel-Gitarre, deren dumpfe Klangfärbung irritiert. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Vier Gitarren plus 3 x Drums. Dies kann nicht anders klingen als Gitarren-Sound mit perkussiver Unterstützung. Wir lassen uns überraschen. Es fängt ganz langsam an: sphärische Klänge, wenige Akkorde, die einfach runtergeschlagen werden; die leise Perkussion beisteuernden Drummer halten sich zurück. Die einfachen Gitarrenakkorde bestimmen immer noch den Klang, bleiben gleich, variieren nicht. Die Trommeln machen jetzt mit: durchlaufender Beat, kein Swing oder artverwandte Rhythmen. Klingt sogar ganz annehmbar, aber passiert da noch was? Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Jazz Batá 2, das erste Album des Komponisten, Pianisten und Bandleaders Chucho Valdés' für Mack Avenue Records, markiert einen neuen Höhepunkt der Kreativität des Künstlers, auch wenn es das Konzept der Kleingruppe seines kubanischen Albums Jazz Batá von 1972 wieder aufgreift. Das ursprüngliche Album galt damals als experimentell, aber das Trio-Projekt – ohne Schlagzeug und mit zwei Virtuosen, die später Gründungsmitglieder von Irakere sein würden: Carlos del Puerto (Bass) und Oscar Valdés (batâ: die Sanduhrtrommel der Yoruba-Religion in Kuba) – gilt heute als zeitgemäß.
Die Moderatorin gibt wichtige Informationen über dieses Projekt, die den Kontext erläutern. Dies ist nicht nur sinnvoll, sondern erforderlich, wenn die musikalischen, historischen und humanen Anliegen von Jason Moran verstanden werden sollen. Zum Zeitpunkt als der afroamerikanische Musiker James Reese mit den Hellfighters in Europa landete war der Jazz noch jung, geradezu blutjung. Diese Musik klang stärker nach Ragtime als nach frühem Jazz à la New Orleans. Und so soll das Projekt auch heute Abend klingen: eine Hommage an diesen „Jugend-Stil“, an die Jazz-Botschafter der Hellfighters, beides in zeitgemäßer musikalischer Form. Ein mutiges Unterfangen, das bei dem hohen Anspruch auch misslingen kann Ein Bericht von Cosmo Scharmer