Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Zum ersten Mal seit 15 Jahren verließ das Helge Lien Trio das Rainbow Studio, um den Abschied vom Gründungsmitglied Frode Berg zu verkraften. Dort entlud sich die kreative Energie – und man hatte so viel Material, dass „10“ zu einem Doppelalbum wurde.
Die FAZ nennt Adam Baldych „den größten lebenden Geigentechniker des Jazz“. Er verbindet atemberaubende instrumentale Fähigkeiten mit großer musikalischer Sensibilität und einem starken Gespür für Melodien. Auf "Sacrum Profanum" widmet er sich der sakralen und Alten Musik, mit welcher er aufwuchs, gegen die er später rebellierte und zu der er nun, mit einem neuen Blick zurückkehrt.
Julian Lage Trio 27.03.2019 Elbphilharmonie, kleiner Saal | Wer wie Julian Lage mit 31 Jahren noch relativ jung ist, aber schon über 26 Jahre Erfahrung im Gitarrenspiel besitzt, der ist relativ „alt“ und reich an Erfahrung. Die Spannung steigt, dann geht es los. Ein Bericht von Jacek Brun
Nach fast zwei Jahrzehnten präsentiert das neue Album des Joshua Redman Quartets, Come What May, die neuen Aufnahmen der Gruppe um den jüngst für einen Grammy nominierten Saxofonisten mit seinem langjährigen Freund und Pianisten Aaron Goldberg, Bassist Reuben Rogers und Drummer Gregory Hutchinson. Vorangehende Veröffentlichungen in diesem Format waren die Alben Beyond (2000) und Passage Of Time (2001). Für Come What May hat dieses Quartett, das in den letzten Jahren mehrere internationale Touren absolvierte, insgesamt sieben Songs von Joshua Redman eingespielt.
Auf dem Album Two In The Mirror haben sich zwei äußerst profilierte Jazzmusiker, deren Erfolg weit über die Grenzen Deutschlands hinaus strahlt, zu einem spannenden und unvorhersehbaren Dialog zusammengefunden. Vladyslav Sendecki gilt als einer der kraftvollsten und kreativsten Pianisten der europäischen Jazzszene, die Süddeutsche Zeitung lobte ihn als Meister der Emotion, der ergreifende musikalische Virtuosität erschafft.
Weil Oliver Steidle von der Rockmusik kommt, fühlt er sich zu Kollegen wie Jim Black oder Joey Baron hingezogen, ohne John Bonham je aus dem Hinterkopf zu verlieren. Viele seiner Bands haben keinen typischen Jazzcharakter: Der Rote Bereich, Klima Kalima, Philip Gropper’s Philm, SokoSteidle … Er spielt auch mit Peter Brötzmann, Trevor Dunnoder Alexander von Schlippenbach. Er hat unbändigen Spaß an Grooves und krummen Beats. Was geht hier ab?, fragt man sich, wenn die Beine zu zucken beginnen.
Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie 24.03.2019. Schön und gut, aber was haben die klassische Sopranistin und der Meister der Barockmusik mit Jazz zu tun? Wer diesen Artikel bis zum Ende zu lesen vermag, der wird den Versuch einer Antwort finden. Kommen wir zum Konzert. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Musik und Partys, Literatur und Filme, Theater, Tanz und mehr: Das begleitende Festival zur jazzahead! gewährt vielfältige Einblicke in die Kultur des diesjährigen Partnerlandes Norwegen. Sie stehen für die Bandbreite von Heimatverbundenheit bis zu experimentierfreudigen Strömungen. Die Reihe umfasst rund 40 Veranstaltungen inklusive der Norwegian Night mit acht Showcase-Konzerten am Donnerstag, 25. April 2019, und den Auftritten norwegischer Bands in der „jazzahead! CLUBNIGHT“ am Samstag, 27. April.
Inmitten der Jazztraditionen der USA und Skandinaviens hat das norwegische Klaviertrio Briotrio seinen eigenen, einzigartigen Sound gefunden. Unvergessliche, bodenständige Melodien, gefolgt von verspielten Soli und einer Rhythmusgruppe, die ein solides Zusammenspiel bietet. Der musikalische Stil von Briotrio zielt darauf ab, die Gemeinschaft mit dem Zuhörer herzustellen, das Ambiente eines Heimkonzertes zu schaffen und von einem Ende zum anderen zu grooven. Obwohl hauptsächlich instrumental, ergänzen die Musiker mehrere Lieder mit Gesang, entsprechend ihrer Vision, umgangssprachliche Musik zu kreieren.
Lorenzo de Finti liebt und lebt die Musik. Bereits im Alter von 5 Jahren begann er Klavier zu spielen, der erste Auftritt folgte mit 11. Schon damals war klar, dass er seine Leidenschaft zum Beruf machen würde. Er spezialisierte sich auf Jazz und zeitgenössische Musik, absolvierte seine formale Ausbildung am Konservatorium Giuseppe Verdi in Mailand, ehe er dann zu Studienzwecken nach Boston ans weltbekannte Berklee College of Music ging.
Diese zweite SLAM-CD von Nikolas Skordas (die erste war "Ships and Shepherds" mit Alex Maguire) zeigt ihn mit seinem Kollegen Alexandros Aivaliotis, der eine faszinierende und schöne Kombination von Texturen und Stimmen aus einer Mischung internationaler Kulturen kreiert.
Tal Arditi ist ein 19-jähriger israelischer Gitarrist und Komponist, der an der "Rimon University Of Music" studierte. Mit 17 Jahren kam er ins Finale des "Israeli Jazz Player" Wettbewerbs. Nach seinem Studium trat er auf diversen Jazz-Festivals auf, darunter dem "Umbria Jazz Festival", "Red Sea Jazz Festival", "Jerusalem Jazz Festival", und dem XJAZZ Festival. Tal zog vor kurzem nach Berlin und ist schnell zu einem aktiven Spieler der Berliner Jazz-Szene geworden. Tal’s Musik wurde vom modernen Jazz und Rock beeinflusst und kombiniert eingängige Melodien mit komplexen Harmonien.
Der israelisch-australische Komponist und Konzertpianist Yitzhak Yedid wurde als einer der weltweit führenden Komponisten des Third Stream ausgezeichnet (Bailey, AAJ 2006). Als Meisterpianist und genialer Komponist hat er mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter die beiden besten Preise für Komponisten und Interpreten in Israel. Im Jahr 2009 erhielt er in Israel den Landau-Preis für die Künste und im Jahr 2007 den renommierten Preis des israelischen Premierministers für klassische Komponisten.
Sam Braysher, ein junger britischer Alt-Saxophonist, geht auf einige originelle Notenblätter zurück und greift sie neu auf, zusammen mit einigen ehrwürdigen Jazzstandards. Die Ergebnisse, gespielt in seinem luftigen, vibratofreien Ton, sind sowohl entzückend als auch überraschend. Sein Partner bei diesem Projekt ist der amerikanische Pianist und Songwriter Michael Kanan. Gemeinsam entdecken sie die ursprüngliche Eleganz von Melodie und Harmonie in Stücken von Jerome Kern, Irving Berlin und Nat King Cole wieder und bringen sie durch ihre eigenen sensiblen Improvisationen ans Licht.
Nach dem brillanten „The Village“ (jazz&people, 2016) gleicht das neue Album des Gitarristen Yotam Silberstein einer großen Reise, die von einer Vielzahl musikalischer Traditionen inspiriert ist. Mit dabei: John Patitucci, Bassist der Superlative.
Für jene, die aus Bandnamen gerne Rückschlüsse auf die Philosophie oder gar die musikalische Ausrichtung ableiten, gibt es hiermit eine neue Herausforderung. Fliegende Kuchen? Wie mag so etwas wohl klingen? Süß? Schaumig? Bröselig? Wenn der Saxofonist Nils Wrasse, der Pianist Benjamin Geyer, der Kontrabassist Thomas Kolarczyk und der Drummer Philip Dornbusch unter dem Logo "Flying Cakes" als Nummer 77 der "Jazz thing Next Generation" an den Start gehen, dann geht es weniger um die Nahrungsaufnahme in luftigen Höhen, als vielmehr um musikalische Impressionen von den unterschiedlichsten Flecken der Welt.
Das Trio VEIN ist laut Ulrich Olshausen ein "Trio von nahezu abgehobener Sonderklasse". Die neue CD "Symphonic Bop", die im Herbst 2018 zusammen mit der Norrbotten Big Band unter der Leitung von Joakim Milder aufgenommen wurde, ist bereits ihr 13. Album. VEIN erweitert hier die Intimität und die kristallklare Präzision seines Trio-Spiels durch die wuchtige Kraft und die vielfältigen Klangfarben einer Big Band. Das Resultat ist in etwa, wie wenn man seinen Lieblingsfilm auf einer Großleinwand anschaut!
Drummer Joost Liibaart über Trinity: "Nach zwei Jahren des gemeinsamen Spielens und Reisens verspürten wir alle den Drang, unsere Musik auf einem Live-Album festzuhalten. Für mich gleicht das Spielen von Live-Konzerten mit dem Trio einem wachsenden Baum. Die Musik entwickelt sich auf natürliche Weise von still und verborgen zu stark und fruchtbar, von himmlisch zu irdisch..."
Musikalische Monogamie war noch nie Christy Dorans Ding. Die passende Band für jeden Gelegenheit, keine feste Verbindung, die Sie untrennbar mit seinem Namen verbinden, keine klare Bindung, sondern mehrere Affären, die je nach Bedarf hell aufflammen oder einfach auf dem Rücken schimmern. Der wirbelnde Gitarrist, geboren in Greystone, Irland, und aufgewachsen in Luzern, Schweiz, wollte sich nie auf eine einzige Beziehung festlegen. So etwas hätte ihn in seinem scheinbar unersättlichen Verlangen nach dem Unbekannten, dem Neuen, dem Anarchistischen zu sehr verlangsamt.
Ein in seiner Konzeption einzigartiges Ereignis steht vor der nächsten Auflage: die jazzahead! in Bremen mit ihrem Musikfestival, der Fachmesse und einer Kulturreihe zum jeweiligen Partnerland. Für 2019 fiel die Wahl auf Norwegen, das als eine der interessantesten Jazznationen der Welt gilt. Besucher erwartet von Samstag, 13. April, bis Sonntag, 28. April, ein großes Programm mit mehr als 100 Konzerten, Filmen, Lesungen, Tanz- und Theateraufführungen, Vorträgen und vielem mehr.
Weiterlesen … Norwegische Künstler zu Gast in Bremen
Bei der elften Verleihung des Deutschen Musikautorenpreises ehrte die GEMA in Berlin Komponisten und Textdichter für ihr herausragendes musikalisches Schaffen. Zu den Preisträgern zählen unter anderem Crada, Elif, Maxim, Namika, Arvo Pärt und Suli Puschban. Wolfgang Rihm wurde für sein Lebenswerk gewürdigt. Mit ihren Live-Auftritten begeisterten Elif und Martin Tingvall die rund 400 Gäste.
... about his new cd Cables, about sonic worlds, about the Brexit, about the freedom of a solo concert, about... Our motto is: If people talk about the things they love, they start to lighten up. This is the moment I want to capture.
Ein neues Projekt von der vielseitigen und ständig neugierig suchenden Sängerin und Songschreiberin Ada Brodie (Elena). Entstanden ist das Live-Album „The Grand Tale“, ohne Produzent und ganz ohne Effekte, eingespielt auf dem legendären Flügel des Boogie Park Studios, den schon Udo Lindenberg um einige Rotweinflecken bereichert hat. Die Scheibe in feinster Songwriter- Tradition verbindet federnden Jazz mit üppigem Blues; wer mag, fühlt sich ein wenig an Indie und Baroque Pop à la Cat Power oder Fiona Apple erinnert – eine wahrhaft „große Erzählung“, pur und unverfälscht, erwachsen, melancholisch, tiefgründig.
Die Amazing Keystone Big Band, Gewinner des „Victoires du Jazz“ 2018 in den Kategorien „Rising Artist“ und „Group of the Year“ interpretiert auf ihrem neuen Album Songs der US-Jazzlegende Ella Fitzgerald. Unter der Leitung der französischen Musiker und Komponisten David Enhco, Fred Nardin, Bastien Ballaz und Jon Boutellier widmet sich die 17-köpfige Big Band seit ihrer Gründung 2010 der Adaption altbekannter und geschätzter Werke.
Benny Lackner kennt das Leben auf Achse nur zu gut. Einmal absolvierte der rastlose Pianist gar 21 Konzerte an 21 aufeinanderfolgenden Tagen. Irgendwann aber wollte er einfach nur noch ankommen. Von dieser Sehnsucht nach einem Zuhause und sicheren Hafen handelt „Drake“, das mittlerweile sechste Album seines Trios.
Mit dem Album „Immersion“ geht die koreanische Sängerin Youn Sun Nah neue Wege und verbindet die Intensität des Gesangs mit der Ausdruckskraft von Jazz, Rock, Folk und dem Anspruch großer Songs.
Berlin, 08.03.2019 | Gleichstellung von Frauen im Jazz ist aktuell eines der wichtigsten Themen, für die sich die Union Deutscher Jazzmusiker e.V. (UDJ) als „Sprachrohr der Jazzmusiker*innen in Deutschland“ einsetzt. Zum Jahresbeginn 2019 hat das Team der Geschäftsstelle in Berlin nun Verstärkung bekommen: Die promovierte Sozialwissenschaftlerin Laura Block ist seit Januar bei der UDJ als Projektleiterin für den Themenbereich Gleichstellung zuständig.
Der junge Kubaner Harold López-Nussa ist ein begnadeter Pianist, der mit seinen immensen Fähigkeiten anspruchsvollen Post-Bop und kubanische und afro-lateinische Rhythmen spielt. Harold López-Nussa - piano, Yasser Pino - bass, Ruy Adrián López-Nussa - drums & percussion.
Die Lehrer-Bigband Niedersachsen mit Mitgliedern von Rhauderfehn bis Braunschweig und von Diepholz bis Lüneburg kam am Wochenende 2./3. März zu ihrem 36. Musikwochenende seit Gründung im Jahre 2002 zusammen. Auf Einladung bei beiden Celler Musiklehrer*innen Mareike Albs und Rudolf Markfort arbeiteten die 18 Pädagog*innen am Thema "Bob Mintzers Werk: vom swingenden Basie-Tribute bis zum Techno-Jazz“.
Daniel Scholz hat schon so gut wie sein ganzes Leben lang Sticks in der Hand und trotz seines jungen Alters schon auf vielen Bühnen gestanden. Ein Grund hierfür ist auch seine musikalische Offenheit. Mit Euphoria präsentiert Daniel Scholz das zweite Album nach seinem Debut „No1“. Euphoria hat alles was gute Musik braucht: Tiefgehende Sounds, großartige Soli und vermittelt das Gefühl Live in der Musik zu sein. Die komplette Produktion hat Scholz selbst in die Hand genommen um nur das Beste abzuliefern.
Jazzmusiker, die mit Anfang Zwanzig schon einen so beeindruckenden Lebenslauf vorweisen können wie Andrea Motis, kann man an einer Hand abzählen. Die Katalanin singt und glänzt als Trompeterin als wäre sie schon seit Jahrzehnten im Geschäft. Nach dem erfolgreichen Albumvorgänger "Emotional Dance" legt sie jetzt ein Album nach, auf dem sie ganz besonders mit südamerikanisch geprägten Nummern glänzt.
Randy Brecker ist eine lebende Legende. Seit mehr als 40 Jahren zählt er zu den einflussreichsten Jazzmusikern. Zusammen mit seinem Bruder Michael Brecker und ihrer Band Brecker Brothers war Randy stilbildend in den 70er Jahren, der Epoche der Fusionmusik, des Jazzrock. Noch immer versprüht der US-Amerikaner die reinste Spielfreude.