Konzertbericht: Cleo - A Vocal Journey - Konzert am 22.09.2020

Cleo - A Vocal Journey in Freizeitzentrum Schnelsen e. V. Hamburg am 22.09.2020

Die Band:
Cleo - Gesang
Béla Meinberg - klavier
Tilman Oberbeck - Bass
Kai Bussenius - Schlagzeug

Seit Anfang des Jahres habe ich kein Konzert mehr besuchen können. Letzter Woche war es dann soweit. Am Dienstag, den 22. September gab Cleo mit ihrer Band ein Konzert im Freizeitzentrum Schnelsen e. V. in Hamburg. Wir haben bereits auf jazz-fun.de und auf JazzDayGermany über Cleo geschrieben. Die Sängerin war eine der 50 von uns vorgestellten Künstlern, ebenso ihr Pianist Béla Meinberg.

Fangen wir noch einmal von vorne an. Zuerst musste ich mich für dieses Konzert anmelden, da das Publikum auf maximal 40 Personen beschränkt war.  Ich tat es ein paar Tage vor dem Konzert. Am Eingang musste ich mich noch identifizieren, meine Telefonnummer angeben, das Ticket bezahlen. Das war's. Ich hatte es geschafft, ich war auf dem Konzert! Endlich! Ich kannte das Repertoire von Cleo Steinberger bisher nur von CD-Aufnahmen und YouTube-Videos, aber live konnte ich sie noch nie erleben. Spannung und Neugierde, bedingt durch die lange Abwesenheit von den Konzertsälen, war daher umso größer, fast unerträglich.

Nach einer kurzen Aufzählung der Verhaltensregeln bei einer Pandemie durch die Moderatorin kamen die Musiker auf die Bühne. Béla Meinberg, Tilman Oberbeck und Kai Bussenius schnappten sich ihre Instrumente, die ersten Töne erklangen. Erst nach einer Weile gesellte sich Cleo dazu, die mit jugendlicher Energie, aber auch durch musikalische Reife die Herzen der Zuhörer eroberte. Cleo, die als eine der herausragendsten jungen Stimmen im German-Jazz gilt, präsentierte ein interessantes Repertoire, das Lieder aus verschiedenen musikalischen Welten umfasste. Zu hören waren ihre eigenen Kompositionen "High Time", "Demons" und "Time", das sie zum ersten Mal aufführte, eine Premiere. Es gab auch das legendäre "Woodstock" von Joni Mitchell, "Big Sky Country" (C.Whitley) und beeindruckende Interpretationen der Wayne Shorter Kompositionen: "Speak No Evil" und "Infant Eyes".

In ihrer Stimme ist das sprichwörtliche "Whiskey and Honey" zu hören. Zu Süße und Sinnlichkeit gesellt sich eine tiefere, lebensechte Rauheit. Die Solistin und ihre Band spielten mit großer Swing-Energie. Das waren nicht nur Lieder, das war Jazz pur. Es gab weiten Raum für die Improvisation ihrer Mitmusiker: für den Pianisten Béla Meinberg, den Bassisten Tilman Oberbeck und Kai Bussenius am Schlagzeug, dessen Leistungen starken Applaus hervorriefen.

Meine anfängliche leichte Besorgnis über die lange Abwesenheit der Band von der Bühne war grundlos. Am Anfang war noch eine gewisse Zurückhaltung der Musiker und auch des Publikums zu spüren, aber diese legte sich schnell. Cleo kann mit dem Publikum leicht Kontakt aufnehmen. Sie informierte interessant und kurzweilig über die zu singenden Lieder. Derart versunken verpasste ich die Ankündigung des letzten Titels. Alle waren traurig, dass dieser schöne Abend voller intimer Musik so schnell zu Ende ging. Als Zugabe schenkte die Band dem Publikum noch "Lonesome" von Max Roach/Abbey Lincoln.

Nach einer langen Abstinenz von Konzerten endete dieser Dienstagabend für mich zufrieden und glücklich. Nicht nur, dass ich endlich einen Konzertsaal wieder besuchen konnte, sondern auch, dass ich eine hervorragende Sängerin mit einer wirklich großartigen Band hören und sehen konnte.

Text : Jacek Brun/Cosmo Scharmer
Fotos: Jacek Brun

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Rainer |

Hallo Jacek & Cosmo,
vielen Dank für den Konzertbericht! Freu mich schon wenn Cleo in den Süden kommt!
VG:Rainer

Bitte rechnen Sie 2 plus 2.